Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“, ein paar erste Schritte, Derivate und zusätzliche Tipps

17 Oktober 2013 12 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu 13.10 Saucy Salamander Teaser 150x150Heute ist wieder Ubuntu-Tag und es gibt eine neue Version der Linux-Distribution aus dem Hause Canonical: Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“. Die Downloads werden wohl irgendwann gegen Abend zur Verfügung stehen. An den Abbildern von gestern wird sich allerdings nichts mehr geändert haben.

Das Besondere an dieser Ausgabe ist natürlich der eigens entwickelte Mir Display Server. Allerdings hat es XMir aufgrund technischer Probleme nicht in die Version geschafft und Fallback ist weiterhin X.Org. Bizarr ist es schon ein bisschen, dass eine der größten Änderungen den meisten Anwender gar nicht auffallen dürfte, beziehungsweise denen das völlig egal ist – solange es funktioniert.

Ubuntu 13.10 "Saucy Salamander": Anmelden

Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“: Anmelden

Ebenso eine große Änderung, die dem Anwender wohl deutlicher auffallen wird, sind die so genannten Smart Scopes. Dabei wurde nun die Bildersuche anonymisiert. Diese Smart Scopes sind lernfähig und sollen dem Anwender eine semantische Desktopsuche bieten. Einzelne Smart Scopes lassen sich mithilfe eines Rechtsklick deaktivieren.

Ubuntu 13.10: Smart Scopes

Ubuntu 13.10: Smart Scopes

Smart Scope deaktivieren

Smart Scope deaktivieren

Gefällt Dir das mit der Online-Suche ganz und gar nicht, kannst Du diese auch deaktivieren: Systemeinstellungen -> Datenschutz & Sicherheit -> Suche.

Online-Suche deaktivieren

Online-Suche deaktivieren

Während der Installation hat sich ein weiterer Dialog eingeschlichen. Dort kannst Du die Anmeldedaten für die Ubuntu Cloud gleich hinterlegen. Eine weitere sichtbare Änderung ist das Tastatur-Symbol im oberen Dock.

Ubuntu 13.10 "Saucy Salamander": Neues Tastatur-Symbol

Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“: Neues Tastatur-Symbol

Software

Natürlich wurden auch viele Software-Pakete aktualisiert. Zum Beispiel befinden sich Firefox 24 und LibreOffice 4.1 an Bord.

Firefox 24 und LibreOffice 4.1

Firefox 24 und LibreOffice 4.1

Ansonsten tickert Linux-Kernel 3.11 unter der Haube. Weiterhin befinden sich Upstart 1.10, CUPS 1.6.2 und cups-filters 1.0.34 an Bord.

Mein favorisierter Multimedia-Player ist per Standard nicht mit von der Partie: VLC. In Ubuntu 13.10 ist allerdings nur VLC 2.0.x vorhanden und kürzlich wurde 2.1 ausgegeben. Über ein PPA lässt sich das aber regeln. Ich habe das bereits in einem Beitrag zu Kubuntu 13.10 beschrieben.

VLC 2.1.1 "Rincewind"

VLC 2.1.1 „Rincewind“ unter Kubuntu 13.10

Ubuntu Tweak für etwas mehr Kontrolle

  • sudo add-apt-repository ppa:tualatrix/ppa
  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install ubuntu-tweak

Damit kannst Du diverse Software-Pakete mit nur einem Klick installieren und das System etwas detaillierter anpassen. Weiterhin sorgt der Hausmeister dafür, das System etwas sauberer zu halten.

Ubuntu Tweak: Hausmeister

Ubuntu Tweak: Hausmeister

Ubuntu Tweak: Software instalieren

Ubuntu Tweak: Software installieren

Die aktuelle Ubuntu-Version findest Du auf ubuntu.com.

Kubuntu 13.10 „Saucy Salamander“

Ich haben bereits auf die Beta-Version von Kubuntu 13.10 aktualisiert. Anfangs zickte der Muon Updater ein wenig. In der Zwischenzeit hat sich das eingependelt. Kubuntu ist neben Linux Mint meine Distribution der ersten Wahl. Zugegeben ist die Lernkurve höher, KDE zu konfigurieren. Aber eine Raketenwissenschaft steckt auch nicht dahinter. Die Belohnung ist dafür wesentlich mehr Freiheit.

Mit Kontact lassen sich Kontakte und Kalender mit der ownCloud synchronisieren. Eine Installation zusätzlicher Software ist nicht notwendig. Das macht es in gewisser Weise sogar einfacher als die Benutzung von Thunderbird mit ownCloud.

Kubuntu 13.10: Mein Desktop (zwei Bildschirme)

Kubuntu 13.10: Mein Desktop (zwei Bildschirme)

KDE 4.11.2

KDE 4.11.2

Wallpaper: Die oben zu sehenden Hintergrundbilder gibt es in meiner kostenlosen Wallpaper-Sammlung.

Du kannst Kubuntu von kubuntu.org herunterladen.

Cinnamon 2.0 unter Ubuntu 13.10 installieren

Warnung! Es funktioniert, allerdings ist die Unity-Umgebung danach zerschossen. Wer den Schritt wagt, muss also künftig mit Cinnamon weitermachen. Ich habe es ausprobiert – glaubt es mir einfach … 😉

Es funktioniert schon, allerdings würde ich davon abraten. Du bekommst eben nur Cinnamon und keine sehr polierte Oberfläche. Ubuntu ist eben für Unity ausgelegt und für nichts anderes. Wer eine andere Desktop-Umgebung möchte, sollte sich möglichst die dafür entworfene Distribution holen. Die kann ja auf Ubuntu basieren – gibt sowieso genug davon (Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Ubuntu GNOME, Linux Mint …)

Wer es dennoch nicht lassen kann:

  • sudo add-apt-repository ppa:gwendal-lebihan-dev/cinnamon-nightly
  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install cinnamon
Ubuntu 13.10 "Saucy Salamander": Cinnamon

Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“: Cinnamon

Ubuntu 13.10 "Saucy Salamander": Cinnamon 2.0

Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“: Cinnamon 2.0

Noch eine Möglichkeit: Cairo-Dock

Wer nun gar nicht auf eine andere Version umsteigen möchte, mit Unity aber auch nicht so ganz zufrieden ist, könnte noch Cairo-Dock eine Chance geben. Hier kam kürzlich erst Version 3.3 mit vielen Verbesserungen heraus.

Dazu holen wir uns erst einmal die aktuellste Version auf dem Launchpad:

  • sudo add-apt-repository ppa:cairo-dock-team
  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install cairo-dock

Danach finden wir Cairo-Dock in unseren Applikationen.

Cairo-Dock

Cairo-Dock

Nachdem uns das eine zweite Startleiste geben würde, wollen wir vielleicht den Ubuntu Launcher verstecken:

Ubuntu 13.10: Startleiste verstecken

Ubuntu 13.10: Startleiste verstecken

Nun haben wir nur noch Cairo-Dock mit der Option, den Ubuntu Launcher dennoch wieder ins Bild zu holen. Die Software wurde an Mac OS X angelehnt, wie unschwer zu erkennen ist.

Cairo-Dock

Cairo-Dock

Cairo-Dock lässt in Sachen Konfiguration wenig Wünsche offen.

Cairo-Dock konfigurieren

Cairo-Dock konfigurieren

Unterstützung

Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ ist keine LTS-Version (Long Term Support) und wird ingesamt neun Monate lang gepflegt. Das kommende Ubuntu 14.04 wird wieder mit Langzeitunterstützung ausgestattet sein.

Ein Wort zu Ubuntu GNOME 13.10

Ubuntu GNOME wird nicht mit dem kürzlich veröffentlichtem GNOME 3.10, sondern mit 3.8 ausgeliefert. Ist auch irgendwie verständlich, da GNOME 3.10 doch recht kurz von Saucy das Tageslicht erblickte.

Es gibt ein PPA für GNOME 3.10, das für den Einsatz unter Saucy Salamander gedacht ist. Ob das Ganze reibungslos funktioniert, weiß ich nicht – ich habe es nicht getestet, wollte nur darauf hinweisen.

Xubuntu und Lubuntu

Diese beiden Varianten habe ich gar nicht ausprobiert. Aber wie immer sind die Derivate zeitgleich mit Ubuntu erschienen. Weitere Informationen und Download-Links gibt es unter xubuntu.org beziehungsweise lubuntu.net.

Xubuntu kommt mit der Desktop-Umgebung Xfce und Lubuntu mit LXDE.

Medibuntu?

Wie vor einiger Zeit angekündigt wurde, gibt es das Medibuntu-Repository nicht mehr. Es wird bis auf libdvdcss nicht mehr gebraucht. Diese Bibliothek zum Ansehen verschlüsselter DVDs wird von Kubuntus Jonathan Riddell gepflegt und ist über ein Repository von VideoLAN gehostet verfügbar. Wer das Paket braucht und es haben möchte, findet hier und hier weitere Instruktionen.

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12 Kommentare zu “Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“, ein paar erste Schritte, Derivate und zusätzliche Tipps”

  1. Thomas sagt:

    Hi,
    ich benutze auch sehr gerne Ubuntu Tweak.
    Allerdings werden die Leute mit diesem PPA nicht weit kommen.
    Es gibt nämlich nur diese beiden Quellen:
    Stable: tualatrix/ppa
    Unstable: ubuntu-tweak-testing/ppa

    Solltest du austauschen in deinem Artikel

    • jdo sagt:

      Danke für den Hinweis - hab es ausgetauscht - wobei ich mir sicher bin, es mit dem von mir beschriebenen PPA installiert zu haben ...

  2. Ferdi sagt:

    Guten Morgen Jürgen,

    schöner Artikel, danke für die wie immer gute Recherche. Du hast einen kleinen Rechtschreibfehler drin der mich etwas stutzig hat werden lassen. Im Abschnitt "Unterstützung" schreibst Du, dass Saucy "eine" LTS Version wäre. Das soll bestimmt "Keine" heißen, oder?

    Schönen Tag noch

    Ferdi

  3. David sagt:

    Toller Beitrag!
    Kann es kaum erwarten Ubuntu 13.10 zu installieren. Lustig dass Ubuntu's neustes Betriebssystem und Microsoft's neustes Betriebssystem am selben Tag erscheint: Heute!

    Noch ne kleine Frage wegen Cinnamon 2.0, kann man Unity wirklich nicht mehr brauchen, wenn ich Cinnamon 2.0 installiert habe?

  4. […] hat auf bitblokes.de eine Reihe Screenshots […]

  5. Sandra sagt:

    Ok ich bin hier wirklich sehr ahnungslos. Wir sprechen von einem Betriebssystem für z. B. mein Notebook? Ich habe Windows 8 und kann ich mir das von Euch vorgestellte Programm auch installieren und habe ich danach nicht totales Chaos? Danke im voraus 🙂
    Kennst Du das neue Blogger-System qwer.com ? Sag mir gerne auch per email was Du davon hältst. Alles Gute und freue mich auf Antwort

  6. bostaurus sagt:

    Hallo Jürgen, danke für den ausführlichen Artikel. Ich hatte schon vor ein paar Tagen mein Kubuntu 1304 auf 1310 umgestellt und bin nur zufrieden. Das meiste tut tadellos. Die virtuelle Maschine jedoch verlangte nach einer Neuinstallation des DKMS, der UMTS-Stick kann nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand keine Verbindung mehr herstellen. Auch brauche ich meistens zwei Versuche, um in den Ruhezustand zu gelangen. Parcellite, mit dem ich statt Klipper arbeite, startet nur hin und wieder automatisch. Im Alltag ist die aktuelle Kubuntu-Version also eine leichte Verschlechterung.

  7. Nadir sagt:

    Habe gleich am ersten Tag das Update von Lubuntu 13.04 auf 13.10 vollzogen,
    die Kommandozeile gab einige Fehlermeldungen wegen doppelter alias von sich. Bislang läuft es gut und sieht auch besser aus, braucht anscheinend auch mehr arbeitsspeicher. Die neuen Wallpaper sind nicht mitgekommen, sonst so weit zufrieden.

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