Ein Dasein als digitaler Nomade ist toll – aber schütze Dich mit einem VPN!

5 Februar 2019 Kein Kommentar Autor: JDO

Das Internet oder das Web hat unser Leben in vielen Bereichen verändert. Wir können online shoppen, sehr einfach mit Freunden und Verwandten kommunizieren und so weiter. Das ist toll. Auf der anderen Seite sind wir aber auch immer erreichbar. Das bietet neue Möglichkeiten. Zum Beispiel die Arbeit im Home Office, was von einigen Firmen sogar explizit erwünscht wird. Für die einen ist das Internet ein Fluch, für die anderen ein Segen. Das Internet hat aber auch eine komplett neue Berufsklasse hervorgebracht: die digitale Nomadin oder den digitalen Nomaden. Klären wir zunächst einmal den Begriff digitaler Nomade.

Digitaler Nomade – was ist das denn überhaupt?

Der Begriff ist eigentlich sehr einfach erklärt, aber auch wieder nicht. Im Endeffekt handelt es sich meist um Freelancer, die nicht nur einem Ort oder einem Land arbeiten und leben möchten. Ich habe schon viele dieser digitalen Nomaden getroffen und die meisten sind reiselustige Gesellinnen und Gesellen. Ohne das Internet wären solche Leute vielleicht als tingelnde Aussteiger beschrieben worden.

Das trifft aber nicht zu, denn ein digitaler Nomade steigt nicht aus, sondern erledigt seine Arbeit einfach nur von seinem mobilen Büro aus. Das kann ein Notebook im Kaffeehaus, unter Palmen, im Coworking Space einer Großstadt oder auch komplett abgelegen in den Bergen sein. Das Internet macht es möglich. Für einen digitalen Nomaden ist es meist die einzige Voraussetzung, um arbeiten zu können. Wir sind für unsere mobilen Büros sehr dankbar.

Das Motto digitaler Nomaden lautet also: mit der Arbeit auf Weltreise gehen. Warum auch nicht? Vielen fehlt übrigens nur das letzte Quentchen Mut dazu, die Fähigkeiten bringen sie allemal mit. Natürlich ist es wesentlich leichter, bei Reiseantritt bereits einen festen Kundenstamm zu haben. Damit sie bei Dir bleiben, ist vorab vielleicht etwas Überzeugungsarbeit notwendig. Die eigene Erfahrung zeigt aber, dass ein zufriedener Kunde aufgrund Deiner Reiselust nicht wechselt.

Deswegen ein ganz wichtiger Rat: Auch wenn das Wetter noch so schön ist und der Strand noch so lockt, der Kunde kommt immer zuerst. Es werden noch viele Tage kommen, die Du am Strand verbringen oder Tauchen gehen kannst!

Koralle unter dem Steg

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Die meisten der digitalen Nomaden, die ich getroffen habe, sind in komplett unterschiedlichen Bereichen tätig. Ich bin auf alle möglichen Berufsgruppen gestoßen. Darunter befanden sich SEO-Spezialisten, Grafik-Designer, bezahlte Klugscheißer (Content-Schreiber), Fotografinnen und auch Übersetzer. Teilweise überschneiden sich die Expertisen, aber meist ergänzen sich solche Leute ganz gut und das sieht man immer wieder in den Coworking Spaces. Zusammenarbeit muss aber nicht zwingend an einem Tisch stattfinden, dafür gibt es ja die Kommunikation via Internet.

Oft sind Leute mehrere tausend Kilometern voneinander entfernt und kommunizieren via E-Mail, Messenger, VoIP, Video Calls und so weiter. Geht mir auch ab und zu so und ich bevorzuge bei der Kommunikation Threema.

Über Threema kann der digitale Nomade auch Sprachanrufe durchführen

Mit Threma kommuniziert der digitale Nomade am sichersten

Die digitalen Nomaden, die am meisten Stress haben, sind übrigens Krypto-Trader. Also einige davon hätten es im üblichen Hamster-Rad des Alltags wesentlich ruhiger. 😉

Der digitale Nomade und das Backup

Datensicherung oder Backup ist ein Thema, mit dem ich mehr als einen Roman füllen könnte und dennoch würde ich nicht fertig. Trotzdem einige schnelle Tipps für Backups.

Zunächst einmal kommt es auch auf die Art der Daten an, die gesichert werden müssen. Bist Du Schreiberling oder Übersetzer, dann schiebst Du lediglich ein paar Byte durchs Internet. Oftmals reicht als Backup eine kostenlose Cloud mit 2 GByte Platz. Das gilt zumindest für die wichtigsten Daten.

Arbeitest Du als Grafik-Designer oder Fotografin, kommen schnell einige GByte zusammen und dann ist es nicht mehr so einfach. Auch hier hilft eine Cloud-Lösung, wenn die Internet-Geschwindigkeit passt. Eine 2,5“-Festplatte ist in diesem Fall ebenfalls eine gute Backup-Lösung, vor allen Dingen passt inzwischen richtig viel auf die winzigen Datenträger.

Attraktiv, wenn auch teurer, sind kleine USB-Sticks oder microSD-Karten. Die gibt es auch schon mit über 200 GByte. Am idealsten ist wohl eine Hybrid-Lösung. Sieh zu, dass Du Deine wichtigsten und wertvollsten Daten in der Cloud ablegst, weil da sind sie auch dann sicher, wenn Dein Gerät Schaden nimmt oder gestohlen wird.

Cloud und Datenschutz?

Kannst Du als Datenschützer die Cloud empfehlen? Das tue ich schon, allerdings nur eine sichere Lösung. Im Idealfall steht bei einem Freund in der Heimat Dein eigener Raspberry Pi, auf dem eine Nextcloud läuft. Eine Installation oder Konfiguration ist allerdings nicht ganz trivial. Dort kannst Du alle Deine daten hinterlegen, Threema Backups und so weiter.

Mit einer gewissen Expertise kannst Du Dir auch Dein eigenes LibreOffice Online in die Nextcloud integrieren. Damit bist Du noch unabhängiger, weil Du im Notfall nur einen Browser brauchst und kannst trotzdem weiter mit Office-Dateien arbeiten.

Jeder digitale Nomade wünscht sich eine eigene Nextcloud

Bei einer eigenen Nextcloud hat ein digitaler Nomade komplette Kontrolle über seine Daten.

Ansonsten kann ich Dir SpiderOak empfehlen. Der Anbieter setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sowie Zero Knowledge und keiner kann Deine Daten ausspionieren. Selbst Edward Snowden empfiehlt den Anbieter. Das One Backup bei SpiderOak fängt bei 5 US-Dollar pro Monat (oder 59 US-Dollar pro Jahr) für 150 GByte an. Das ist jede Menge Platz für den Preis und so viel sollten Dir Deine wichtigsten Daten wert sein.

Es gibt natürlich Alternativen, aber Du musst vorsichtig sein. Bei Backblaze ist es zum Beispiel so, dass Du auch ein Backup mit einem privaten Schlüssel einsetzen kannst, der nur bei Dir liegt. Bei einer solchen Verschlüsselung ist es aber sehr wichtig, dass Du Dein Passwort oder Deinen privaten Schlüssel niemals verlierst! Sonst kann auch der Betreiber Deine Daten im Notfall nicht wiederherstellen!

Sehr wichtig! Vertraue Deine wichtigsten Daten nie nur einer Backup-Lösung an! Ein Cloud Provider kann pleite gehen. Auf der anderen Seite kannst Du einen USB-Stick leicht verlieren. Siehe zu, dass Deine Backups verteilt sind, damit ein negatives Ereignis oder Desaster niemals alle Daten und Datensicherungen betreffen kann!

In der IT gehört zu einem erfolgreichen Disaster Recovery, dass sich die wichtigen Daten immer wiederherstellen lassen, egal was passiert ist! Mache einen Plan und sei an dieser Stelle sehr sorgfältig.

Hier noch ein praktisches Beispiel für eine Hybrid-Lösung für Dein Backup. Du sicherst Deine Daten auf eine Cloud mit 150 GByte bei SpiderOak, kopierst sie aber gleichzeitig noch auf einen verschlüsselten USB-Stick oder eine verschlüsselte microSD-Karte. Mit dem kostenlosen VeraCrypt legst Du dort eine verschlüsselte Partition an und selbst bei Diebstahl sind Deine Daten sicher. Der kleine Datenträger sollte sich dann noch an einem sicheren Ort befinden.

SIM-Karten im Ausland

Auch wenn es heutzutage eigentlich überall WLAN gibt, möchtest Du vielleicht doch ein bisschen unabhängiger sein und Dein eigene, mobile Internetverbindung haben. Gründe gibt es einige. Der wichtigste ist wohl, dass Du Deine Verbindung mit niemandem teilen musst.

Ist ein Netzwerk sehr voll, ist die Latenz für VoIP vielleicht zu hoch. Ein Call würde dann nicht funktionieren. Nervig ist auch, wenn die Datenübertragung ewig dauert. In einem solchen Fall hilft eine eigene Verbindung über schnelles, mobiles Breitband schon. Natürlich musst Du mit den Ressourcen vorsichtig umgehen, da das Datenvolumen meist begrenzt ist.

Es ist aber auch so, dass in Deutschland mobiles Internet besonders teuer ist. In vielen anderen Ländern bekommst Du wesentlich mehr GByte für Dein Geld. In Ägypten bekommst Du zum Beispiel für umgerechnet 25 Euro satte 40 GByte. SIM-Karten bekommst Du oft direkt am Flughafen. Auch im EU-Ausland findet man gute Angebote.

In Indonesien und vielen anderen Ländern ist der Erhalt einer SIM-Karte wirklich einfach. Du steigst aus dem Flieger aus und findest bereits in der Ankunftshalle die kleinen Stände der Mobilfunkanbieter. Dort legst Du lediglich Deinen Pass vor und kaufst für kleines Geld Deine mobile Internetverbindung. Die Preise ändern sich ständig, aber das Angebot rechts unten wären 12 GByte für knapp über 5 Euro.

In Indonesien ist mobiles Internet deutlich günstiger als in Deutschland

SimPATI (Telkomsel Indonesien): 12 GByte für etwas über 5 Euro ist nicht schlecht. Der digitale Nomade ist damit unabhängiger.

Als digitaler Nomade ist ein VPN Pflicht!

Eine Gemeinsamkeit haben digitale Nomaden aber: in unserer digitalen Werkzeugkiste befindet sich mindestens ein VPN, eher sogar mehrere. Warum das so ist, kann ich Dir sehr einfach erklären.

Mobile Datenpakete sind weltweit immer noch relativ knapp bemessen und deswegen setze ich viel auf öffentliche oder Fremde WLANs in Airbnbs, Hotels, Cafés und so weiter. Ich weiß aber nie, ob das Netzwerk nicht mit schändlicher Absicht betrieben wird oder wer sich darin noch befindet.

Mit einem VPN bin ich aber wesentlich sicherer. Meine Daten werden durch einen Tunnel übertragen, in den sich ein böswilliger Hacker nur sehr unwahrscheinlich einklinken kann. Ein sogenannter MitM-Angriff (Man in the Middle) im offenen WLAN ist somit praktisch nicht möglich.

Toll ist, dass es weltweit immer mehr Coworking Spaces und so weiter gibt. In vielen Ländern kannst Du Dich einfach in ein gemütliches Café mit Wi-Fi setzen, einen Cappuccino schlürfen und Deine Arbeit erledigen. Es finden sich auch immer mehr Plätze, an denen Du pro Tag günstig einen Schreibtisch mieten kannst. Eine gute Anlaufstelle, um solche Orte zu finden, ist zum Beispiel die Website workfrom.co. Die dazu passende Smartphone App ist sehr praktisch, wenn Du unterwegs bist.

Auch digitale Nomaden hassen Geoblocking

Ich schätze das VPN aber nicht nur, weil es mich schützt. Hin und wieder willst Du heimatliches Fernsehen gucken, auch wenn sich Dein Englisch und andere Fremdsprachen durch das Reisen deutlich verbessern. Bei vielen Streaming Services gibt es aber das sogenannte Geoblocking und das nervt einfach. Liebäugelst Du mit Zattoo, dann registriere Dich am besten, wenn Du mit einem VPN digital in die Schweiz umgezogen bist. Auf diese Weise bekommst Du Zugriff auf viel mehr Fernsehsender und musst auf keine Sportereignisse in der Muttersprache verzichten. Also ich schaue gerne Wintersport und auch Formel 1 kommt fast werbefrei auf den Schweizer Sendern.

Zattoo in der Schweiz bietet über 200 kostenlose Sender

Über 200 kostenlose Sender bei Zattoo Schweiz

In Europa kannst Du Netflix, Amazon Prime und so weiter zwar in den Urlaub mitnehmen, geht die Reise aber weiter, dann ist meist Schluss mit dem Streaming. Als digitaler Nomade ist Dir vielleicht auch Netflix USA lieber, da hier einige Serien und neueste Staffeln sehr viel schneller erscheinen. VPN Provider wie zum Beispiel NordVPN (momentan Schnäppchen!) * sind bekannt dafür, Netflix zuverlässig entsperren zu können.

VPN-Sperren und Zensur in diversen Ländern

Ein weiteres Problem, auf das Du als digitaler Nomade stoßen kannst, sind Zensur und Überwachung in gewissen Ländern. Indonesien zensiert zum Beispiel nur bedingt. Monitoring ist dagegen nicht unwahrscheinlich. Das Land setzt laut OONI einen transparenten Proxy ein.

In Ägypten ist die Zensur schon ausgeprägter und VPNs werden aktiv blockiert. Die Sperre lässt sich allerdings mit einem VPN-Anbieter umgehen, der Stealth-Technologie anbietet. AirVPN (gibt ein Paket für nur 1 Euro) *, NordVPN und so weiter sind geeignete Kandidaten. Auch der Einsatz von SSTP wäre eine Option.

Die ägyptischen Mobilfunkanbieter blockieren übrigens auch hin und wieder Skype, Viber und andere VoIP-Dienste. Manchmal funktioniert es und dann auch wieder nicht. Ein Muster lässt sich nicht genau ausmachen. Generell gibt es bei VoIP immer wieder seltsame Aussetzer. Durch ein VPN umgehst Du alle diese Probleme und das nicht nur im Land der Pharaonen.

Aus Datenschutzgründen haben wir natürlich etwas gegen Überwachung und Monitoring. Es ist aber auch sehr ärgerlich, wenn Du wegen dämlicher Blockaden und Sperren Deine Arbeit nicht anständig erledigen kannst. Internet ohne Grenzen ist ja genau der Witz bei einem digitalen Nomaden.

Unterm Strich lässt sich zusammenfassen: Ein VPN schützt Dich und ist die richtige Medizin gegen alle möglichen Spaßbremsen. Backup und Datenschutz liegen allerdings in Deinen eigenen Händen und darum musst Du Dich gewissenhaft kümmern. Dafür steht die Welt Dir und Deinem mobilen Büro offen!

Was ich derzeit für VPNs benutze?

Im Moment benutze ich entweder NordVPN *, AirVPN * oder ich gehe über meinen eigenen Server. NordVPN ist derzeit mein Favorit, weil sie mir einen Testzugang zur WireGuard-Implementierung gegeben haben und das ist der Hammer.

Suchst Du ein VPN für Linux mit einem grafischen Client, dann empfehle ich Dir PIA (Private Internet Access) *. Der Client ist top und es gibt ihn sogar auf Deutsch.

Von kostenlosen VPNs nehme ich komplett Abstand. Habe ich früher benutzt, mach ich aber nicht mehr. Kostet es nichts, bist Du meistens das Produkt!

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