EU Roaming: Lohnt sich eine SIM-Karte im EU-Ausland noch?

20 Januar 2019 Kein Kommentar Autor: JDO

Das Roaming innerhalb der EU ist ein echter Segen. Telefonieren und Surfen über das eigene Internet-Paket ohne diese dämlichen und teuren Gebühren. Früher warst Du auf jeden Fall besser mit einer SIM-Karte aus dem jeweiligen EU-Land bedient. Die Frage ist nun, ob sich das auch heute noch lohnt?

Die SIM-Karte aus dem EU-Ausland kann tatsächlich Vorteile haben

Vor allen Dingen bei Prepaid-Paketen bist Du möglicherweise mit einer SIM-Karte aus dem EU-Ausland besser aufgehoben. Sehen wir uns einfach ein paar Preise an.

Bei Klarmobil kostet zum Beispiel eine monatliche Flatrate mit 1 GByte schneller Bandbreite 9,99 Euro. Das finden ich irgendwie schon teuer. Diese ganzen Freiminuten und Frei-SMS braucht Dank Messenger wie Threema eigentlich sowieso keiner mehr, oder? Also Datenvolumen ist auf jeden Fall deutlich wichtiger und das ist immer noch knapp bemessen.

1 GByte für 9,99 ist schon teuer

1 GByte für 9,99 ist schon teuer

Etwas günstiger geht es zum Beispiel bei Blau.de. Da würden 1m5 GByte 8,99 zu Buche schlagen und 4 GByte kosten 19,99. Allerdings ist das pro 4 Wochen! Ein Monat hat bekanntlich mehr als 4 Wochen! Dennoch ist das Paket unterm Strich günstiger als bei Klarmobil.

Bei Blau.de ist es etwas günstiger

Die Internet-Optionen von Blau.de

Wollen wir uns zum Vergleich den spanischen Anbieter Hits Mobile ansehen? Kaufst Du eine SIM-Karte bei Hits Mobile, würdest Du 1000 lokale Freiminuten und 4 GByte Datenvolumen für Internet für 9,90 Euro pro Monat bekommen. Für 13,90 Euro kannst Du 5 GByte Datenvolumen aufladen und für 24,90 gibt es sogar 7 GByte. Ein Paket mit 3 GByte plus 100 Freiminuten für internationale Gespräche plus 1000 Freiminuten im Hits-Netz kosten 9,90 Euro. Das ist deutlich mehr Datenvolumen für unter 10 Euro.

Prepadi bei Hits Mobile ist günstiger

Sprach- und Internet-Paket von Hits Mobile

 

Du musst aber (eigentlich) in Spanien bestellen

Einen Haken hat die Sache allerdings, denn Hits Mobile liefert SIM-Karten nur nach Spanien. Hast Du Bekannte, Freunde oder Verwandte in Spanien, dann würde ich mein Glück versuchen. Benutzen kannst Du die SIM-Karte wie in Deutschland.

Profi-Tipp: Es gibt tatsächlich eine Option, wie Du Dir die SIM-Karte von Hits Mobile nach Deutschland schicken lassen kannst. Bestellst Du über den Partner Sipin, bekommst Du die SIM-Karte auch in Deutschland. Die Website ist aber nur auf Englisch und Spanisch verfügbar.

Welches Netzwerk Hits Mobile benutzt? Auch das kann ich Dir verraten: Es ist Vodafone.

Die App von Hits Mobile ist nicht gerade eine Schönheit, muss man schon zugeben. Aber sie tut, was sie soll und funktioniert.

Gibt es noch einen Haken?

Jein. Das Roaming in der EU hängt eigentlich davon ab, in welchem Land Du dauerhaft bist. Benutzt Du nun eine Sim-Karte aus Spanien dauernd in Deutschland, könnte der Provider geltend machen, dass es sich nicht mehr um angemessene Nutzung handelt.

Es ist relativ genau festgelegt, was der Provider berechnen darf und welche Rechte der Anwender hat. Du kannst die Sachlage im Detail bei europa.eu nachlesen. Das interessante Kapitel ist das mit der angemessenen Nutzung. Auf jeden Fall sollte funktionieren, wenn Du die SIM-Karte aus dem EU-Ausland ein paar Monate im Jahr benutzt. Du musst selbst ein bisschen experimentieren und dann entscheiden. Ich wurde bei Hits Mobile Prepaid jedenfalls nicht über Datenobergrenzen im Voraus informiert und somit kann ich mein Paket komplett und ohne Einschränkungen nutzen.

Lohnt sich das wirklich?

Im Endeffekt musst Du es selbst wissen. Aus Erfahrung kann ich Dir auf jeden Fall sagen, dass mobiles Internet in Deutschland im weltweiten Vergleich echt sauteuer ist. Bist Du viel in der EU unterwegs, erkundige Dich einfach in jedem Land nach den Internet-Tarifen für Mobile. Du kannst die SIM-Karte ja überall mit hinnehmen und auch nutzen. Als Spanien-Fan habe ich meine SIM-Karte von Hits Mobile auf jeden Fall immer im Gepäck, auch wenn ich in anderen EU-Ländern Urlaub mache.

Sollte das Datenvolumen dennoch knapp werden, gibt es heutzutage zum Glück eigentlich überall öffentliche WLANs. Im Hotel oder Airbnb solltest Du als Schutz aber unbedingt ein VPN nutzen. Auch Zensur umgehst Du damit und Du wirst staunen, aber selbst in der EU wird zensiert. Willst Du nicht gleich ein kostenpflichtiges VPN kaufen, dann tut es für den Urlaub vielleicht auch ein seriöses kostenloses. Brauchst Du nur eines für ganz kurze Zeit, dann bietet AirVPN (ab 2 Euro)* ein 3-Tages-Paket für 1 Euro an. NordVPN (top Preis-Leistung!)* bietet eine Geld-Zurück-Garantie von 30 Tagen an und auch das ist in gewisser Weise eine kostenlose Nutzung, wenn auch nur einmalig.

Geht das mit SIM-Karte und Internet-Paket in anderen EU-Ländern noch günstiger? Wenn ja, bin ich für jeden Hinweis dankbar und werden den Beitrag entsprechend erweitern.

Die Flatrates kommen

So langsam aber sicher schleichen sich auf komplett mobile Flatrates in die Märkte. Also keine Flatrates mit irgendwelchen Drosselungen, sondern echte. Aber hier musst Du derzeit mit zirka 60 Euro pro Monat rechnen. Das ist schon saftig, dafür ist die Geschwindigkeit angeblich dauerhaft hoch. Internet Service Provider sind allerdings bekanntlich recht kreativ, wenn es um Drosselung geht. Der ISP kann zum Beispiel auch nur bestimmten Traffic drosseln, wenn er weiß, was es ist. Benutzt Du ein VPN, lässt Du Dir nicht in die Karten schauen.

Im EU-Ausland sind die Preise für echte mobile Flatrates übrigens deutlich günstiger. In Holland gibt es eine mobile Flatrate bereits schon für 35 Euro und Frankreich ist mit 40 Euro auch relativ günstig.

Was verwende ich derzeit für VPNs?

Die meiste Zeit setze ich ehrlich gesagt auf NordVPN *. Das hat mitunter den Grund, dass es sich um eines der günstigsten VPNs (2,99 US-Dollar pro Monat) handelt, das sehr viele Funktionen bietet. Sowohl Anfänger als auch Profis kommen hier auf ihre Kosten.

Suchst Du einen VPN-Anbieter, mit dem Du WireGuard testen kannst, dann sieh Dir Mullvad an. Der VPN Service richtet sich zwar eher an Profis, vor allen Dingen für Mobile, bietet aber viel.

Einen der schönsten grafischen Clients für Linux hat übrigens PIA (Private Internet Access) *. Es gibt ihn auch auf Deutsch.

AirVPN * ist übrigens auch eine gute Alternative. Vor allen Dingen für kurzfristige Nutzung ist der Anbieter top, weil es ein 3-tages-Paket gibt, das nur 2 Euro kostet.

Benutze ich kostenlose VPNs? Nicht mehr. Die anderen Angebote sind so günstig und bei einem kostenlosen Service habe ich immer im Hinterkopf, das Produkt zu sein. Deswegen lasse ich die Finger davon.

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