OONI: Internet und Netzwerk auf Zensur, Manipulation und Überwachung testen

21 Februar 2019 Kein Kommentar Autor: JDO

Die Abkürzung OONI steht für The Open Observatory of Network Interference und ist eine kostenlose, Open-Source-Software. Damit kannst Du testen, ob Deine Internetverbindung oder das Netzwerk, in dem sich Dein Gerät befindet, zensiert ist. Weiterhin lässt sich damit überprüfen, ob Traffic möglicherweise manipuliert wird oder ob es Zeichen von Überwachung gibt.

OONI wurde 2012 ins Leben gerufen und dahinter stehen die gleichen Leute, die für Tor (The Onion Router) zuständig sind. Toll bei OONI ist, dass jeder mitmachen kann. Jeder darf die Software auf seinem Gerät installieren, testen und die Ergebnisse einreichen. Das ist ganz leicht und ich zeige Dir später, wie das funktioniert.

Auf jeden Fall sind bei OONI schon mehrere Millionen Ergebnisse aus über 100 Ländern eingegangen. Damit lässt sich eine interessante Karte zeichnen, welche Länder zensieren und welche nicht. Der Explorer des Projekts informiert Dich, wie viele Messungen in den jeweiligen Ländern schon durchgeführt wurden. Ein Klick auf das Land verrät dann, wie viele Internet-Anwender es geschätzt gibt und falls zensiert wird, was für Arten der Zensur Einsatz finden. Möglich sind zum Beispiel transparente Proxies oder auch sogenanntes DNS Hijacking.

Mit OONI kannst Du prüfen, ob die Internet-Verbindung zensiert, manipuliert oder überwacht wird

Mit OONI kannst Du prüfen, ob die Internet-Verbindung zensiert, manipuliert oder überwacht wird

Zensur ist nicht gleich Zensur

Das klingt nun ein bisschen komisch, aber es ist tatsächlich so. China zensiert mit seiner Great Firewall (Projekt Goldener Schild) massiv, Ägypten zensiert auch stark und blockiert wie China VPNs und auch andere Länder versuchen, den Zugriff auf das Internet zu kontrollieren. In der EU gibt es ebenfalls Zensur. Allerdings beschränkt sie sich häufig auf Websites, die illegale Downloads / Torrents (Piraterie) anbieten oder auf dubiose Glücksspiel-Websites. Es handelt sich zwar um Zensur, aber es ist kein direkter Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Internet-Freiheit. Dann gibt es noch Staaten wie Indonesien, die in Sachen Zensur irgendwo in der Mitte liegen.

Natürlich bin ich gegen jegliche Zensur, wenn auch die eine mehr Bevormundung ist und die von China, Russland, dem Iran oder Ägypten eine waschechte Zensur.

Mit OONI testen – ooniprobe installieren

Die Software ooniprobe ist für den Test auf Zensur, Datenmanipulation und Überwachung zuständig und schickt die Ergebnisse (falls Du das möchtest) direkt an das OONI-Projekt. Die Daten werden dort gesammelt und sind öffentlich einsehbar.

Das Programm ooniprobe kannst Du recht einfach installieren, sofern Du Android oder iOS benutzt. Es gibt die Software in den entsprechenden App Stores und für Android ist sie auch via F-Droid verfügbar. Für Linux und macOS stellen die Entwickler auf der Installations-Seite des Projekts Anleitungen und Anweisungen zur Verfügung. Für einige Debian- und Ubuntu-Versionen (auch Linux Mint) bekommst Du sogar vorgefertigte Pakete.

Lepidopter für Raspberry Pi

Eine Besonderheit ist Lepidopter. Das ist eine spezielle ooniprobe-Distribution für den Raspberry Pi. Bestückst Du zum Beispiel einen Raspberry Pi Zero W mit der Distribution, kannst Du Deinen OONI-Tester überall mit hinnehmen. Nun fragst Du Dich vielleicht: Aber ich habe doch ein Android-Gerät? Stimmt … Lepidopter führt aber automatisch einen Test mit ooniprobe durch, sobald Du das Gerät mit einem Netzwerk verbindest und schickt die Daten dann an das OONI Projekt.

Lepidopter testet übrigens auch, ob Tor an sich erreichbar ist. Manche Länder blockieren Zugriffe auf Tor. Zensur dieser Art kannst normalerweise Du mit den sogenannten Tor Bridges umgehen. Lepidopter prüft natürlich auch, ob sich die Bridges (Brücken) erreichen lassen.

Für wie viele die Methode in Frage kommt, weiß ich nicht. Allerdings wollte ich das tolle Projekt Lepidopter nicht verschweigen. Wie Du es installierst, findest Du ebenfalls auf der oben erwähnten Installations-Seite.

OONI für Android

Hast Du OONI für Android installiert, wirst Du kurz auf mögliche Risiken hingewiesen. Lies sie Dir aufmerksam durch, weil sie wirklich interessant sind. Führst Du Tests mit ooniprobe durch, könnte Dein Internet Service Provider (ISP) vielleicht denken, dass Du ein Hacker bist.

Mögliche Risiken, die bei OONI auftreten können

Mögliche Risiken, die bei OONI oder ooniprobe auftreten können

Du darfst außerdem einstellen, ob Deine Testergebnisse automatisch an OONI weitergeleitet werden. Per Standard wird zwar das Land, aber nicht die IP-Adresse übertragen. Die Standardeinstellungen sollten relativ sicher sein.

Welche Tests kannst Du mit OONI ausführen?

Nun geht es ans Eingemachte! Ab sofort darfst Du Deine eigenen Tests ausführen und nachsehen, ob Deine Internet-Verbindung zensiert oder manipuliert wird. Nachfolgend ein Screenshot, welche Tests Dir zur Verfügung stehen.

OONI oder oonipriobe führt verschiedene Tests durch

Tests, die Du mit OONI oder ooniprobe ausführen kannst

Die Web Verbindungsfähigkeit ist ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Manche Server haben einfach Schluckauf und deswegen ist die eine oder andere Website nicht immer erreichbar. Mehrere Tests zu unterschiedlichen Tageszeiten helfen. Zumindest bekommst Du grob einen Überblick, ob und wie stark ein Land zensiert.

Instant Messaging ist für viele heutzutage ein Muss. Auch im Urlaub mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben, ist einfach wichtig. Deswegen kannst Du testen, ob Facebook, WhatsApp oder Telegram funktioniert. Sollte Dein favorisierter Messenger aus irgendwelchen Gründen gesperrt sein, kannst Du ihn mit einem VPN möglicherweise entsperren. Abgesehen davon rate ich Dir sowieso von den Datenkraken Facebook Messenger und WhatsApp ab. Investiere lieber einmalig zirka 3 Euro und kommuniziere über das sichere Threema oder nimm Signal.

Die sogenannten MITM-Angriffe (Man- in the Middle) sind sehr interessant. Sie geben Hinweise darauf, ob Datenpakete manipuliert werden oder Überwachung im Spiel ist. Sind in Deinem Netzwerk möglicherweise solche Mechanismen im Einsatz, dann hilft ebenfalls ein VPN. Benutzt Du einen seriösen VPN-Anbieter, ist kein MitM möglich.

Mit der App darfst Du weiterhin Geschwindigkeit und Performance Deines Netzwerks testen. Solche Tests hängen natürlich immer davon an, wie ausgelastet das Netzwerk ist und sind nur bedingt aussagekräftig. Deswegen sind solche Tests mit Vorsicht zu genießen. Interessant sind sie trotzdem, weil Drosselung seitens der ISPs tatsächlich noch ein Problem ist. Witzig ist, dass ich mein Netzwerk manchmal freiwillig manuell drossle, um die Videoqualität und den Datenverbrauch zu bändigen.

Über die Einstellungen bei OONI darfst Du übrigens auch einen automatischen Test zu einer bestimmten Zeit ablaufen lassen. Spiele einfach ein bisschen damit, es ist wirklich nicht kompliziert.

Ein VPN hilft gegen Zensur und schützt

Befindest Du Dich in einem Land, in dem zensiert wird, dann hilft ein VPN (Virtual Private Network). Damit änderst Du Deine IP-Adresse und ziehst digital in ein anderes Land um. Schon ist die Zensur ausgehebelt. Es ist aber nicht immer so einfach. Wie bereits angesprochen blockieren diverse Ländern den Zugriff auf VPNs und in so einem Fall sind ein paar Tricks notwendig. Der Einsatz von SSTP könnte helfen oder Du nimmst ein VPN mit einen Stealth-Modus. Unter anderem bieten NordVPN (momentan 75 % Rabatt!) * und AirVPN (ab 2 Euro)* solche Mechanismen an.

Ein VPN ist übrigens nicht nur sinnvoll, wenn Du Zensur umgehen willst. Sobald Du ein öffentliches WLAN benutzt, aktiviere auf jeden Fall Dein VPN. Du weiß nie, wer sich im gleichen Netzwerk befindet. Mit einem VPN werden Deine Daten verschlüsselt durch einen Tunnel übertragen und böswillige Hacker im gleichen, öffentlichen WLAN können Dir nicht ans Leder.

Offene WLANs findest Du heutzutage eigentlich überall, selbst im Flugzeug. Auch wenn es keine Hacker im gleichen Wi-Fi-Netzwerk gibt, geht es die Betreiber einfach nichts an, welche Websites Du besuchst. Alleine die DNS-Anfragen reichen dafür aus. Mit einem VPN gehst Du auf Nummer sicher. Für simple Kommunikation und ein bisschen surfen sollte auch ein kostenloses, seriöses VPN reichen. Ein Upgrade ist später immer noch möglich.

Was ich derzeit für VPNs benutze?

Mein kleiner Favorit ist derzeit NordVPN *, aber auch AirVPN * finde ich Klasse. Manchmal nutze ich einfach meinen eigenen Server. NordVPN hat mir freundlicherweise einen Testzugang zur WireGuard-Implementierung des Unternehmens und das funktioniert schon sehr gut. Da freue ich mich schon, wenn es im großen Stil implementiert wird. Interessiert Dich, was NordVPN alles kann? Ich habe es für Dich übersichtlich zusammengefasst.

Für WireGuard habe ich allerdings an Mullvad einen kleinen Narren gefressen!

PIA (Private Internet Access) * hat übrigens ein sehr schönes GUI für Linux. Der Client ist wirklich Klasse und vor allen Dingen ist die Oberfläche auf Deutsch verfügbar.

Kostenlose VPNs benutze ich eigentlich nicht mehr. Das habe ich früher gemacht, aber ich zahle lieber für einen Service, weil das einfach erschwinglich ist. Es gibt ein Sprichwort und das heißt: Wenn es nichts kostet, bist Du das Produkt!

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