Was ist ein VPN oder Virtual Private Network und wozu brauche ich es?

6 Kommentare Autor: JDO

Ein VPN oder Virtual Private Network ist eine direkte Verbindung zwischen zwei Netzwerken über eine öffentliche Verbindung wie zum Beispiel dem Internet. Damit ich Dir genau erklären kann, wie ein VPN funktioniert, sind ein paar kurze und einfache Grundlagen notwendig. Keine Sorge, ich halte es verständlich.

Wie bin ich mit dem Internet verbunden?

Ich gehe einfach davon aus, dass Du einen Router wie zum Beispiel eine Fritz!Box hast. Das Gerät ist Dein Tor oder Gateway ins Internet. Das Tor zum Internet besitzt eine interne IP-Adresse und eine externe, die es vom Provider zugewiesen bekommt. Sie ist vom Internet aus erreichbar. Die interne IP-Adresse ist das schon angesprochene Gateway. Dein Computer, Smartphone oder Tablet sind via WLAN oder einem Netzwerkkabel mit dem Router und der internen IP-Adresse verbunden. Der kommuniziert über die externe IP-Adresse mit dem ISP (Internet Service Provider) und so surfst Du im Internet. Grafisch würde das in etwas so aussehen.

Das ist eine ganz typische Verbindung ins Internet.

Das ist eine ganz typische Verbindung ins Internet.

Besuchst Du nun eine Website oder nutzt einen Service im Internet, dann sieht es so aus, als würden alle Deine Geräte von der externen IP-Adresse stammen. Der Router weiß aber, welches Gerät welche Anfragen gestellt hat und verteilt die Pakete entsprechend. Das nennt sich NAT (Network Address Translation), aber das musst Du Dir nicht merken.

Der Router nimmt alle ankommenden Pakete an und verteilt sie intern.

Der Router nimmt alle ankommenden Pakete an und verteilt sie intern.

Der Internet Service Provider kann Deine Daten protokollieren

Da alle Pakete über den Internet Service Provider laufen, kann der Deine Daten protokollieren und eindeutig zuweisen. Er weiß schließlich, wann Du welche IP-Adresse hast. In den USA dürfen die Internet Service Provider solche Daten in der Zwischenzeit zu Geld machen und sie verkaufen! In Deutschland ist das zum Glück noch nicht der Fall.

Allerdings kann der Gesetzgeber die Herausgabe entsprechender Daten verlangen. Auch die umstrittene Vorratsdatenspeicherung schlägt in die selbe Kerbe. Der ISP weiß, welche Websites Du besuchst, ob Du Torrents herunterlädst, P2P (Peer-to-Peer) File Sharing betreibst und so weiter. Besuchst Du verschlüsselte Websites und benutzt verschlüsselte Services, kann der ISP die Daten natürlich nicht mitlesen. Er weiß aber wohl, dass Du die Angebote benutzt.

ISP protokolliert mit

Was über den Internet Service Provider läuft, lässt sich protokollieren und eindeutig zuweisen!

Hinweis: Torrents und File Sharing können illegal sein, müssen es aber nicht. Auf jeden Fall geht es niemanden etwas an, was Du im Internet machst, oder?

Der ISP kann auch zensieren!

Verwendest Du die Standard-Verbindung Deines Providers, nutzt Du normalerweise auch seine DNS-Server. Damit und mit anderen Methoden kann der Provider Websites und Services zensieren. Du wirst staunen, aber auch in Europa gibt es Internetzensur. In Großbritannien sind zum Beispiel diverse illegale Torrent-Portale gesperrt. Stöbere einfach mal beim OONI Explorer, wer alles zensiert. In Europa werden natürlich weit weniger Websites geblockt als in China, Russland, Nordkorea oder Ägypten. Aber frei von Internetzensur sind wir auch nicht! In Deutschland wurde im Rahmen des sogenannten Zugangserschwerungsgesetz eine Sperrliste diskutiert, die sich eigentlich gegen Kinderpornographie richtet. Das wäre zunächst einmal etwas Gutes.

ABER! Ähnliche Gesetze gibt es in anderen Ländern und es sind Sperrlisten bei WikiLeaks (zum Beispiel die aus Dänemark) mit anderen Websites aufgetaucht. Der jeweilige Gesetzgeber hat die Internetzensur scheinbar nach Gutdünken erweitert. Das Zugangserschwerungsgesetz wurde übrigens nie in Deutschland angewendet, aber solche Diskussionen wird es immer wieder geben. Das Thema könnten wir noch stundenlang diskutieren, aber das würde den Rahmen des Beitrags völlig sprengen. Fakt ist, dass Staaten, Regierungen und Behörden am liebsten nach Herzenslust zensieren und überwachen würden. Auch in Deutschland schnüffelt der BND bei De-Cix, dem größten Internet-Knotenpunkt der Erde. Die Argumente dafür sind meist aus der Luft gegriffen und fadenscheinig.

Ein VPN schützt uns in fast allen Bereichen

An dieser Stelle kommt nun unser VPN ins Spiel und wir klären die Frage: Was ist ein VPN und wie schützt uns so ein Virtual Private Network?

Verwendest Du ein Virtual Private Network, dann verbindest Du Dich über eine sichere Leitung, auch Tunnel genannt, mit einem anderen Computer. Für Websites und Services im Internet sieht es so aus, als würde der Besuch von dem anderen Rechner kommen. Im Endeffekt verlagerst Du Deinen NAT Router an einen anderen Rechner. Dein Internet-Anbieter kann zwar sehen, dass Du mit dem anderen Computer verbunden bist, aber nicht, was für Daten übertragen werden. Die Verbindung des Tunnels ist verschlüsselt. Damit bekommst Du effektiv die IP-Adresse des Computers, in den Du Dich eingewählt hast. Deine eigene IP-Adresse wird hingegen verschleiert oder maskiert.

Verbindung über einen VPN visualisiert

Sobald der Tunnel steht, ändert sich Deine IP-Adresse und Dein ISP kann nicht mehr sehen, was Du tust.

Natürlich umgehst Du damit auch die Internetzensur durch Deinen Provider! Deswegen mögen Regierungen VPNs nicht, weil Du damit der Kontrolle entgehst und der Überwachung ein Schnippchen schlägst.

Gute VPN Provider wie zum Beispiel NordVPN (derzeit zum Schnäppchenpreis) oder AirVPN (gibt ein Paket für nur 1 Euro) bieten Server in vielen verschiedenen Ländern und Städten an. Somit kannst Du Dir einen virtuellen Standort aussuchen und es sieht so aus, als würdest Du Dich dort befinden.

Kann der Internet Service Provider die Daten wirklich nicht mitlesen?

Das kommt eigentlich darauf an, wie stark die Verschlüsselung ist und welche Protokolle eingesetzt werden. Das Thema um die Kryptografie und Verschlüsselung ist sehr komplex. Erklären wir es so einfach wie möglich.

Gute VPN Provider verschlüsseln mit AES-256 (Advanced Encryption Standard). Das ist ein Key oder Schlüssel mit 256 Bit. Anders gesagt gibt es 2256 oder 1,1 x 1077 verschiedene Kombinationen, wie das Chiffre aussehen könnte. Klingt machbar? OK, schreiben wir die möglichen Kombinationen mal als Zahl hin: 115.792.​089.​237.​316.​195.​423.​570.​985.​008.​687.​907.​853.​269.​984.​665.​640.​560.​000.​000.​000.​000.​000.​000.​000.​000

Will ich so einen Schlüssel knacken, bleibt mir nur ein sogenannter Brute-Force-Angriff. Ich müsste jede einzelne Kombination ausprobieren, bis ich den richtigen Schlüssel erwische, mit dem ich die Daten entschlüsseln kann. Ein Raspberry Pi würde eine Weile rechnen – Scherz beiseite. Moderne Supercomputer würden etliche Milliarden Jahre brauchen, um so einen Schlüssel zu knacken.

Die sogenannten Quantencomputer könnten den Kryptografie-Sektor aber durcheinanderwirbeln. Durch den Shor-Algorithmus ließen sich Angriffe auf den Schlüssel in polynomieller Zeit fahren und der Vorgang ist theoretisch wesentlich schneller.

Noch ist es aber nicht so weit und die derzeit hochwertigen Verschlüsselungsverfahren gelten als sicher. Sobald die Quantencomputer ein Problem sind, schreien wir ganz laut und warnen Dich. Die andere Seite pennt natürlich auch nicht und Kryptografie-Experten befassen sich jetzt schon mit der Verschlüsselung im Zeitalter der Quantencomputer. Das nennt sich Post-Quanten-Kryptographie und es liegen zum Beispiel mathematische Gitter zu Grunde.

Kann der ISP nicht den VPN-Server überwachen?

Jein. Wird der Einwahl-Server des VPN-Anbieters vom gleichen Telekommunikationsunternehmen wie Deine Internet-Verbindung bedient, wäre es theoretisch möglich. Natürlich auch, wenn die ISPs Daten austauschen. Es ist aber unwahrscheinlich.

Die Server werden außerdem von verschiedenen Menschen genutzt und mit dem VPN gehst Du in der Menge unter. Das trägt zur Anonymität bei und Deine Identität ist wie Deine IP-Adresse verschleiert.

Traffic Verschleierung durch ein VPN

Es lässt sich fast nicht ausmachen, zu wem welcher Traffic gehört.

Sagen wir so: Theoretisch lässt sich alles überwachen, aber mit einem VPN wird es für die neugierigen Augen wesentlich schwieriger.

Kann der VPN Provider keine Daten abgreifen?

Das könnte er theoretisch auch. Seriöse VPN-Anbieter tun aber genau das nicht. Viele haben sogar eine strikte Zero-Logs-Richtlinie. Sie besagt, dass absolut keine Daten bezüglich Traffic und DNS-Anfragen gespeichert werden. Das heißt aber nicht, dass gar keine Daten gespeichert oder überwacht werden. Die meisten VPN-Anbieter protokollieren nur die nötigsten Daten. Sonst könnten sie zum Beispiel nicht feststellen, mit wie vielen Geräten Du gleichzeitig verbunden bist. Solche Daten werden allerdings mit Beendigung der Sitzung sofort wieder gelöscht. Zero-Logs solltest Du deswegen mit Vorsicht genießen.

Einige Anbieter haben den Hauptsitz in Ländern, in denen es keine Gesetze für Vorratsdatenspeicherung gibt. Erstens haben die neugierigen Regierungen keine Handhabe gegen die VPN Provider und zweitens können keine Daten herausgegeben werden, wenn keine vorhanden sind.

Kann ich ein VPN auch anderswo brauchen?

Oh ja! Immer wenn Du unterwegs bist und ein fremdes Netzwerk nutzt, schützt Dich ein VPN! Damit sind Hotspots, öffentliche WLANs und so weiter gemeint. Du weißt nicht, wer das Netzwerk aufgesetzt hat und ob der Besitzer Daten erschnüffelt.

Auch in diesem Fall gilt, dass Du eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server des VPN Providers Deines Vertrauens herstellst und über einen Tunnel surfst. Der Besitzer des Netzwerks kann nicht schnüffeln.

Mir fallen hier so viele weitere Beispiele ein. AirBNB, ICE, WLAN-Verbindung im Café und so weiter und selbstverständlich auch im Urlaub. Bist Du auf Reisen und nutzt das WLAN im Hotel oder am Flughafen? -> Nicht ohne VPN!

Schützt ein VPN nur vor Datenkraken?

Einige VPN Provider bieten Apps an, die Tracker und so weiter blockieren. Daten über Dich werden überall im Internet gesammelt, um zum Beispiel personalisierte Werbung einzublenden. Egal, ob Facebook, Google, Amazon oder sonst irgendwer – Daten sind das neue Gold. Verwendest Du in einem Haushalt zum Beispiel verschiedene Geräte über den gleichen Router, dann weiß Google oder Facebook, dass sich alle im gleichen Netzwerk befinden, inklusive relativ genauer Standortbestimmung. Solche Daten werden heutzutage ausgewertet. Das Stichwort dafür ist Big Data.

Auch Regierungen diskutieren schon darüber, Daten zu verkaufen. Zwar anonymisiert, aber im Zeitalter von Big Data könnten sich mit genügend Daten Rückschlüsse ziehen lassen. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern es ist möglich. Deswegen willst Du es den Datenkraken so schwer wie möglich machen und Deine Privatsphäre so gut wie möglich schützen.

Weiterhin kommt es immer wieder vor, dass Router gehackt werden. Durch sogenanntes DNS Poisoning leiten Dich Angreifer auf gefälschte Websites um, blenden Werbung ein, verteilen Malware und so weiter. Hier hilft ein Virtual Private Network ebenfalls, da Du normalerweise die DNS Server vom VPN Provider nutzt. Die gelten in der Regel als sicher, beziehungsweise haben seriöse Anbieter ein Security-Team, das sich um solche Dinge kümmert. Das Steh-Café um die Ecke wird sich so ein Spezialteam nicht leisten.

Im Netzwerk zu Hause könntest Du Dich auch mit Projekten wie Pi-hole schützen. Das blockiert ebenfalls die meisten Tracker und so weiter. Eine Kombination aus Pi-hole und VPN wäre ebenfalls möglich, aber da musst Du aufpassen, dass Du kein DNS-Leck erzeugst. Du müsstest dem Pi-hole praktisch sagen, den DNS-Server des VPN-Anbieters zu benutzen.

Das Ding mit dem Standort – umgehe ich damit Geoblocking?

Ja, das tust Du. Geoblocking oder geografische Sperren sind eine echte Seuche, aber es hat etwas mit Lizenzen zu tun. Oder anders gesagt, geht es um den schnöden Mammon. Im Endeffekt ist es auch eine Art regional bedingte Zensur. Ist ein Service mit einer Geoblockade behaftet, kannst Du ihn nur mit einer IP-Adresse aus einer bestimmten Region nutzen.

Ein Beispiel: Läuft Fußball via Streaming beim ZDF, kannst Du das Programm in Deutschland angucken. Bist Du aber im Ausland, bekommst Du eine Fehlermeldung, dass die gewünschte Sendung nicht zur Verfügung steht.

Befindest Du Dich auf Reisen und willst dennoch auf Netflix, Eurosport, Amazon Prime oder die Champions League auf Deutsch und so weiter gucken, funktioniert das meist mit einem VPN. Du wählst Dich bei einem Server in Deinem Wunschland ein und legst los. Anders gesagt umgehst Du mit einem VPN das Geoblocking. Die Streaming Provider bekämpfen zwar VPNs aktiv, aber es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Wobei Du im Urlaub sowieso nicht vor der Internet-Glotze hängen solltest! 😉

In der EU ist das dämliche Geoblocking seit 1. März 2018 nun teilweise aufgehoben. Das gilt aber nur für kommerzielle Dienste wie Netflix, Amazon Prime und Konsorten, wenn sich der Kunde temporär im EU-Ausland aufhält. Kostenlose Mediatheken wie die von ARD und ZDF sind aber nicht eingeschlossen. Wie dämlich die Regel mit dem Geoblocking ist, sieht man am Tatort. Bist Du im Ausland, kannst Du die deutschen Tatorte in der Mediathek angucken. Ermitteln aber die TV-Kommissare in Österreich oder der Schweiz, dann gibt es die Meldung zum Geoblocking. Mit einem VPN bin ich bisher aber immer zum Krimi-Abend gekommen!

Selbst wenn es nicht um Geoblocking geht, willst Du auf Reisen aber Deine Privatsphäre schützen, stimmt’s?

Provider um den Erdball drosseln – Stichwort: Netzneutralität

Es kommt aber noch dicker. Provider um den Erdball drosseln gewissen Traffic. Du hast sicher schon die Diskussion zum Thema Netzneutralität gehört. Netzneutralität bedeutet, dass sämtlicher Traffic gleich behandelt wird. Kann der ISP den Traffic mitlesen, ist er in der Lage, den Datenverkehr zu priorisieren oder zu drosseln. Bestimmte Services oder Anwendungen könnten demnach bevorzugt und andere logischerweise benachteiligt werden.

Wie das geregelt ist, hängt von den Ländern oder den Providern ab. Das lässt sich nicht pauschalisieren. In den USA ist die Netzneutralität auf jeden Fall gekippt. Es gibt Widerstand, unter anderem von der EFF (Electronic Frontier Foundation), aber ob der Erfolg hat, ist noch nicht abzusehen. Natürlich geht es auch hier ums Geld. Wer zahlt, wird bevorzugt behandelt. Die Sorge ist nun groß, dass der Schritt in einem Zwei-Klassen-Internet enden könnte. Die einen Daten würden auf bezahlten Überholspuren ausgeliefert und die anderen müssten sich mit der Landstraße zufrieden geben.

ISP drosselt Traffic Netzneutralität

Der ISP kann Traffic priorisieren oder drosseln.

Verwendest Du ein VPN, ist der Internet Service Provider nicht in der Lage, Deinen Traffic zu klassifizieren. Somit kann er bestimmten Traffic auch nicht priorisieren. Was allerdings auch schon anderswo passiert, dass Provider den gesamten OpenVPN Traffic gedrosselt haben, der über das Protokoll UDP läuft. Eine Umstellung auf TCP hilft in diesem Fall oder einige Provider bieten auch OpenVPN via SSL oder OpenVPN via Tor oder andere Verbindungsmöglichkeiten an. Diverse VPN Provider bieten Technologien zur Verschleierung an. Damit werden die Metadaten des OpenVPN-Protokolls verzerrt. In diesem Fall sieht der Provider nicht mehr so einfach, dass es sich um VPN Traffic handelt.

Die Drosselung nach dem Aufbrauch eines erlaubten Datenvolumens hat übrigens nichts mit der Netzneutralität zu tun. Ist Dein erlaubtes Datenvolumen erschöpft, kommst Du auch mit einem VPN nicht wieder an die volle Geschwindigkeit.

Und? Von den Vorteilen überzeugt?

Fassen wir noch einmal kurz zusammen. Ein VPN:

  • ist vorteilhaft für die Privatsphäre und den Datenschutz.
  • verhindert, dass Dein Internet Service Provider und Regierungen schnüffeln können.
  • schützt Dich in fremden Netzwerken vor Hackern.
  • kann vor Malware und kompromittierten DNS Servern schützen.
  • hilft gegen das verhasste und lästige Geoblocking

Hier ein kleiner zusätzlicher Tipp: Mit einem VPN kannst Du unter Umständen sogar Geld sparen. Es gibt Services, die legen den Preis nach dem Standort fest, an dem Du Dich befindest oder besser gesagt mit dem Deine IP-Adresse assoziiert ist. Verlagerst Du Deine IP-Adresse in ein anderes Land, bekommst Du vielleicht bei einem Hotel einen besseren Preis oder das Flugticket wird günstiger. An dieser Stelle musst Du einfach ein bisschen spielen und schön den privaten Modus des Browsers nutzen, damit Dich keine Cookies verraten. Zwischen den Anfragen den Browser immer wieder schließen! Glaubst Du nicht? Funktioniert zum Beispiel auch bei Eurosport! Vielleicht geht mit der Einwahl in andere Länder noch mehr, haben wir nicht ausprobiert. Aber beweisen können wir es … 😉

Eurosport globaler Preisunterschied

Willst Du bei Eurosport sparen, könnte ein VPN helfen …

WOW! Das muss bestimmt teuer sein, oder?

Nein! Toll ist, dass VPNs heutzutage wirklich erschwinglich sind. Es ist je nach Anwendungsfall für jeden Geldbeutel etwas dabei. Manche bieten mehr Funktionen oder das Umgehen von Geoblocking ist damit besser möglich, andere dienen einfach dazu, neugierigen Augen zu entgehen. Ich selbst benutze jeden Tag aktiv NordVPN (derzeit zum Schnäppchenpreis) und AirVPN (gibt ein Paket für nur 1 Euro), sowie hin und wieder Eigenlösungen, weil ich einen eigenen Server habe. Deine Privatsphäre sollte die paar Euro wert sein.

Update: Ich durfte die WireGuard-Implementierung von NordVPN testen und das ist erste Sahne, ganz echt. WireGuard könnte die Zukunft von VPN sein, da das Protokoll schneller und einfacher als OpenVPN ist.

Nachschlag zum Thema gefällig? Passen noch ein paar Informationen rein? Ausgezeichnet!

Was ist ein Notauschalter (Kill Switch) und warum ist der wichtig?

Ein Notausschalter, von vielen auch als Kill Switch bezeichnet, ist ein Mechanismus, der alle Netzwerkverbindungen sofort trennt, sollte die VPN-Verbindung unterbrochen sein.

Fällt nur die VPN-Verbindung aus, würde Dein Gerät wieder ganz normal die Verbindung des Internet Service Providers nutzen. Wie oben beschrieben, gibt es dann Datenlecks oder der ISP kann Dich verfolgen und so weiter.

Der Kill Switch überwacht also, ob die Verbindung zum VPN Server aktiv ist. Ist das nicht mehr der Fall, kappt die Funktion sofort alle Verbindungen. Sobald das VPN wieder läuft, ist der Notausschalter zufrieden und macht die Leitung wieder auf. Die Clients und Apps vieler VPN Anbieter enthalten eine Funktion, dass eine Verbindung nach Abbruch automatisch wiederhergestellt wird.

Häufig ist der Kill-Switch per Standard nicht aktiviert. Möchtest Du die Funktion nutzen, überprüfe bitte, ob sie aktiv ist! Der Screenshot stammt von PureVPN, von denen ich Mal ein lebenslanges Paket gekauft habe und das angebotene SSTP-Protokoll hat mir schon häufiger gute Dienste geleistet.

VPN Internet Kill Switch

Willst Du den Kill-Switch nutzen, überprüfe, ob die nützliche Funktion aktiv ist!

Umgehen einer Firewall teilweise auch möglich

Bei fast allen Netzwerken gibt es eine Firewall und sicherlich hast Du den Begriff schon einmal gehört. Mit einer Firewall lassen sich gewisse Ports und auch andere Services blockieren. Dazu muss das Firewall-Gerät aber ebenfalls Deinen Traffic untersuchen können. Es ist tatsächlich ein ähnlicher Mechanismus, wie ihn Internet Service Provider einsetzen, wenn nicht sogar der gleiche.

Sobald Du mit einem VPN verbunden bist und sämtlicher Datenverkehr über den Server des VPN-Anbieters läuft, hast Du die Firewall im Prinzip ausgehebelt. Du kannst ohne Einschränkungen surfen. Wie vorher schon erwähnt, versuchen manche Firewalls auch VPN-Traffic zu blockieren. Meist kommst Du um so eine Einschränkung ebenfalls herum. Ein kleiner Trick könnte sein, SSTP anstatt eines möglicherweise blockierten OpenVPN zu benutzen. Einige VPN Provider bieten weiterhin bestimmte Mechanismen an, den VPN Traffic vor einer Firewall zu verschleiern – das haben wir bereits erwähnt.

Tipp: Hast Du Probleme mit Deinem VPN, gibt es vielleicht in diesem Beitrag eine Lösung.

Was sind die Ursprünge eines VPN?

Nur kurz noch zur Erklärung. VPNs wurden früher in erster Linie von Firmen genutzt, um zwei Standorte miteinander zu verbinden. Lange Kabel funktionieren nicht länderübergreifend und feste Leitungen sind sehr teuer. Herkömmliche Internet-Leitungen sind wesentlich günstiger und damit lassen sich eben virtuelle, private Leitungen etablieren. Natürlich kann die Performance leiden, wenn ich die Leitung mit vielen anderen teile.

Heutzutage verwenden Firmen oft eine Kombination aus festen Leitungen (MPLS), Internet-Verbindungen mit VPNs und auch das sogenannte DMVPN (Dynamic Multipoint Virtual Private Network) wird immer beliebter. Damit lassen sich bei Bedarf Verbindungen direkt zwischen Standorten einrichten, ohne über eine Zentrale (Hub-Spoke-Netzwerk) gehen zu müssen. Bei Unternehmensnetzwerken und großen Rechenzentren kommen dann auch noch SDN (Software-defined Network) und andere Technologien zur Optimierung des Traffics zum Einsatz. Kannst Du Dir merken und genauer recherchieren, wenn es Dich interessiert. Das Thema ist aber sehr komplex und würde an dieser Stelle zu weit führen.

Weißt Du, was ebenfalls toll an VPN ist? Wir müssen uns nicht verbiegen, um die Abkürzung einzudeutschen. Aus Virtual Private Network wird einfach virtuelles privates Netzwerk und die Buchstaben passen einfach so. 🙂

Was ich derzeit für VPNs benutze?

Im Moment benutze ich entweder NordVPN, AirVPN oder ich gehe über meinen eigenen Server. NordVPN ist derzeit mein Favorit, weil sie mir einen Testzugang zur WireGuard-Implementierung gegeben haben und das ist der Hammer.

Suchst Du ein VPN für Linux mit einem grafischen Client, dann empfehle ich Dir PIA (Private Internet Access). Der Client ist top und es gibt ihn sogar auf Deutsch.

Von kostenlosen VPNs nehme ich komplett Abstand. Habe ich früher benutzt, mach ich aber nicht mehr. Kostet es nichts, bist Du meistens das Produkt!

Nette Pi-Konstellation

Swift ist ein bedingungsloses Krypto-Einkommen - ich hole mir jeden Tag meine 100 ab.

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6 Kommentare zu “Was ist ein VPN oder Virtual Private Network und wozu brauche ich es?”

  1. Didi sagt:

    NordVPNs sog. Schnäppchen ist ein Lockangebot auf drei Jahre. Danach wird es deutlich teurer als etwa ein 2-Jahres-Paket bei Perfect Privacy, dessen Preis, sofern sich nichts ändert, auf Dauer stabil bleibt.

    • jdo sagt:

      Also ein Lockangebot auf 3 Jahre ist aber eine lange Zeit - zumindest ist es so lange ein ziemliches Schnäppchen, danach kannst Du es ja kündigen - es zwingt Dich ja keiner, es zu behalten. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht, mehr kann ich dazu nicht sagen.

      Support antwortet super schnell - Linux Client wird derzeit aktiv entwickelt und es gibt regelmäßig Updates und die WireGuard-Implementierung funktioniert super --- ich hoffe, dass sie bald auf mehr Servern kommt.

  2. Schöner Artikel, der die Grundlagen gut erklärt. Ich bin schon seit Jahren mit Mullvad unterwegs und sehr zufrieden. Bietet bereits seit längerem WireGuard an. Die früher etwas spartanische Oberfläche wurde kürzlich völlig neu geschrieben.

    • jdo sagt:

      Hat Mullvad verschleierte Server? Brauche ich unbedingt, da ich mich viel in Ländern aufhalte, die VPNs sperren ... Mit NordVPN und AirVPN klappt das bisher ...

      Update: Laut deren Website tun die das ... auf jeden Fall interessanter Anbieter, kann man nicht meckern ...

  3. Didi sagt:

    Natürlich kann man mich nicht zwingen. Genau deshalb benötigt man ja ein Lockangebot. Ich nehme so etwas grundsätzlich nicht an, mag es auch noch so verlockend sein. Denn ich bevorzuge gleich von vorne herein klare Verhältnisse. Die Qualität stelle ich zudem gar nicht in Abrede.

    • jdo sagt:

      Es ist wohl auch die Frage, wie jemand Lockangebot definiert. Für mich sind 3 Jahre für a 2,99 Euro pro Monat ein Schnäppchen. Ein Lockangebot wäre für mich persönlich, 2,99 für die ersten 3 Monate und dann viel teurer. In 3 Jahren finde ich dann wieder ein anderes Schnäppchen. Aber jeder, wie er meint 🙂

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