Frohe Ostern – April, April oder unterschlagene Fotos aus Raja Ampat?

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Mit Ostern, das auf den 1. April fällt, tut man sich etwas schwer. An Ostern soll man ja nett sein, am 1. April aber auch Flausen im Kopf haben. Faule Eier zu verstecken, würde wohl nicht sehr gut ankommen. Den Leuten „Frohe Weihnachten“ wünschen, ist ein bisschen zu auffällig. In der jüngeren Vergangenheit ist ja in Sachen Open Source und Grafik einiges passiert. Es gab neue Versionen von digiKam und RawTherapee sowie einen Release-Kandidaten von Gimp 2.10. Dabei bin ich auf ein paar unterschlagene Fotos aus Raja Ampat gestoßen, die ich eigentlich schon länger nachliefern wollte. Den Raspberry-Pi-Fisch SoFi habe ich leider nicht getroffen.

Was? Unterschlagene Fotos aus Raja Ampat?

Auf der Tauch-Safari in Raja Ampat fand ein Foto-Wettbewerb statt und ich hatte einige Fotos eingereicht. Die Fotos konnte ich damals in meinem Bericht zu der unglaublichen Safari nicht verwenden. Da es sich aber um meine besten (Unterwasser-)Fotos aus diesem Urlaub handelte (glaube ich, sonst hätte ich sie nicht eingereicht), möchte ich sie nun ebenfalls veröffentlichen. Gewonnen habe ich übrigens nichts, aber das macht nichts. Der olympische Gedanke zählt und ich habe wenigsten ein Thema, mit dem ich das 1.-April-Ostern überbrücken kann. 🙂

Bei Auswahl und Nachbearbeitung hat mir zum Glück auch noch eine echte Profin (oder wie man eben einen weiblichen Profi nennt) geholfen. Vielen Dank!

Schlangensterne / Feather Star

Bei dem Foto handelt es sich um Schlangensterne. So eine Konstellation ist typisch für Raja Ampat. Man sieht es relativ oft im Riff, dass sich die Schlangensterne um so einen Korallenblock scharen. Wesentlich weniger häufig ist, dass sie alle so schön offen sind, die Strömung gleichzeitig aber so moderat ist, dass man in aller Ruhe ein Foto machen kann. Der Tauchgang war relativ früh am Morgen, deswegen ist die Stimmung des Fotos ansonsten noch etwas schläfrig.

Schlangensterne - typisch für Raja Ampat

Schlangensterne – typisch für Raja Ampat

Stachelmakrele / Jackfish

Auch dieses Bild ist relativ frühe entstanden. Wir sind ins Wasser gehüpft und der Schwarm Stachelmakrelen ist an uns vorbeigezogen. Verhältst Du Dich sehr ruhig im Wasser, kommt es vor, dass Dich die Fische umschließen. Sie schwimmen dann überall an Dir vorbei und Du befindest Dich in einem Raum, von Fischen umgehen. Ich kann das schlecht beschreiben, weil es einfach irre ist. Ein Schwarm bewegt sich dann auch noch fast synchron – einfach tolles Erlebnis.

Ein Schwarm Stachelmakrelen

Ein Schwarm Stachelmakrelen

Drachenkopf / Scorpionfish

Will ich einen Drachenkopf sehen, muss ich nicht bis nach Indonesien fliegen. Die gibt es zum Beispiel auch im Roten Meer, zusammen mit Steinfischen und anderen getarnten Gesellen. Der hier hatte das Prinzip nicht gesehen werden wohl noch nicht ganz so kapiert. Drachenköpfe, Steinfische und auch Anglerfische warten im Prinzip, bis ihnen die Mahlzeit vor die Nase schwimmt. Mit einem sehr schnellen Schnapp ist die Beute dann gefressen. Damit das klappt, tarnen sich die Fische in der Regel sehr gut. Sie sind teilweise richtig schwer zu finden, aber der hier … dafür war der Unterwasser-Kumpel hier sehr fotogen.

Der weniger gut getarnte Drachenkopf

Der weniger gut getarnte Drachenkopf

Riff und Taucherin

Das ist ein Klassiker, den Du Dir als angehender Unterwasser-Fotograf merken kannst. Tuacher(in) schaut ins oder aufs Riff. So ein Foto machst Du, wenn Dir gar nichts besseres einfällt. 🙂

Das soll nun auf keinen Fall die Attraktivität von Taucherin und Riff schmälern. Aber so ein Foto kann man an den meisten tropischen Plätzen machen, in denen man ein buntes Riff hat. Es zeigt die Dimensionen, weckt die Sehnsucht nach Urlaub und es gibt keine nervigen, unruhigen Fische, die nicht an der Stelle bleiben, an der man sie gerne im Foto hätte.

Möchtest Du so ein Foto machen, sprich Dich unbedingt vorher ab. Denn das ist auch kein einmal abdrücken und gut ist es. Mit leichter Strömung haben wir auch hier mehrere Anläufe gebraucht. Zu hoch, zu niedrig, Augen geschlossen … wir hatte alles … 🙂

Riff und Taucherin

Riff und Taucherin

Rote Koralle in Mangroven

Raja Ampat besteht aus sehr vielen kleinen Inseln und da gibt es natürlich etliche Mangroven. Wir hatten an einer Stelle geankert, an der die beiden nächsten Bilder entstanden sind. Im seichten Wasser hatte sich eine rote Koralle an der Wurzel eines Mangrovenbaums niedergelassen. An dieser Stelle schlug das Glück gleich mehrmals zu.

  1. Die Koralle war nicht besonders groß, deswegen war es schon mal Glück, sie zu sehen.
  2. Korallen sind nicht den ganzen Tag geöffnet. Es hätte auch sein können, dass diese rote Schönheit so ein kleines Schrumpelding ist.
  3. Nachdem wir wieder aus dem Wasser waren, meinte die Crew, dass es hier vor einem Jahr noch Krokodile in den Mangroven gab – seitdem hat man aber keine mehr gesehen … Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das ein Scherz war – viel gelacht haben sie während und nach der Aussage nicht.

War nicht ganz einfach, das Foto zu schießen

Auf jeden Fall brauchte ich nur einen Schnorchel für dieses Bild. Du siehst ja, wie flach die Sache ist und auch die Bäume an der Oberfläche sind zu sehen. Schwierig war aber, dass ich nicht so tief runter kam, um den Sucher der Kamera im Blick zu haben. Unter mir waren ebenfalls Korallen. Weiter ins Flache schwimmen hätte dazu geführt, sehr viel Sand aufzuwirbeln. Dann hätte es Schneesturm im Flachwasser gegeben. Somit hielt ich die Kamera in einer Position, in der ich vermutete, dass das Foto was sein könnte und habe danach überprüft. Das Foto hier hat ungefähr 20 Anläufe gebraucht.

Da ich mich dann doch relativ viel bewegt hatte, gab es dann einen milden Schneesturm auf dem Bild. Deswegen wurde es entsprechend gesäubert. Das funktioniert zum Beispiel mit Gimp und der Funktion Heilen oder für größere Bereiche würde auch Heal Selection (Content Aware Healing / ist sich der Umgebung bewusst) funktionieren.

Rote Koralle in Mangroven

Rote Koralle in Mangroven

Der jagende Adler

Ich hatte in meinem Bericht über Raja Ampat die Flugshow bereits erwähnt, die uns ein paar Adler geliefert hatten und auch Bilder dazu veröffentlicht. Mein schönstes Bild ist von einem Weißbauchseeadler (Haliaeetus leucogaster) entstanden. Die Flug-Show fand nur wenige Meter entfernt von der roten Koralle in den Mangroven statt. Das sind einfach Tage, die vergisst Du nicht mehr so schnell – wenn überhaupt. Hätte ich ein bisschen weiter rausgezoomt, dann wäre vielleicht die komplette Spiegelung des Adlers im Wasser zu sehen. Dafür würde er dann das Bild nicht so schön ausfüllen. Hinzu kommt noch, dass sich die Sache in Bruchteilen von Sekunden abspielt. Überlegen kannst Du da nicht viel.

Auf jeden Fall passt der Weißbauchseeadler wunderbar zu meinem Seeadler, den ich in Schottland geschossen habe.

Weißbauchseeadler

Weißbauchseeadler

Verwirrung beim Wettbewerb

Dass ich das Bild eingereicht habe, ärgert mich ein bisschen. Allerdings ist es nicht ganz meine Schuld. Ich hatte explizit nachgefragt, ob mit der Kategorie Environment das Thema Umweltschutz / Verschmutzung unter Wasser (hätte da auch ein paar Fotos gehabt) oder allgemeine Umgebung über und unter Wasser gemeint ist. Man hatte mir versichert, dass auch letzteres OK ist – was aber im Endeffekt nicht stimmte. Der Veranstalter wollte wirklich Verschmutzung unter Wasser / Umweltverschmutzung. Hätte ich das gewusst, wäre dieses Foto eingeflossen – aber egal.

Einsiedlerkrebs neben einer Kippe

Einsiedlerkrebs neben einer Kippe

Ich habe zum Glück das Rauchen aufgehört, aber wenn Du immer noch am Glimmstängel hängst, wirf bitte die Kippen nicht sorglos weg und schon gar nicht ins Wasser. Die Filter sind voller Gifte und es kann bis zu 10 Jahren dauern, bis ein Zigarettenstummel zersetzt ist.

Kaiserfisch / Emperor Fish

Der Tauchgang war unser frühester überhaupt, glaube ich. Wir sind ins Wasser gesprungen, da war es fast noch dunkel. Der Grund dafür war, dass wir die ersten im Wasser sein wollten. An diesem Tauchplatz gab es Unmengen von Sardinen in diesem Jahr und das zieht Teufelsrochen oder Mobulas an. Hat man Glück, gibt es eine echte Show unter Wasser mit vorbeiziehenden Mobulas. Wir haben zwar ein paar Teufelsrochen gesehen, aber die große Show blieb leider aus. Ist eben unter Wasser und man muss nehmen, was man bekommt – ein bisschen Glück gehört immer dazu.

Am Anfang des Tauchgangs wollte ich meine Kamera einstellen und dafür musste ein roter Schwamm herhalten. Dabei schwamm mir immer ein Kaiserfisch vor der Nase herum. Also habe ich einfach mal abgedrückt. Ich präsentiere: Den Kaiser auf seinem purpurroten Thron unter einem Sternenhimmel aus Sardinen. Das sind zugegeben keine 10 Mobulas, die in Formation fliegen, aber das Bild soll mir auch erst mal einer nachmachen! 🙂

Kaiserfisch

Kaiserfisch

Koralle unter dem Steg

Rot macht sich unter Wasser einfach gut, vor allen Dingen, wenn die Korallen offen sind. Wie schon gesagt kannst Du bei einer Weichkoralle das Pech haben, dass sie zusammengezogen ist. Dann sieht das wirklich wie so ein verschrumpeltes Gemüse aus. Sind die Dinger aber offen, lassen sich irre Fotos machen.

Das nächste Unterwasser-Foto ist außerdem ein weiterer Beweis, dass Du nicht tief tauchen musst, um ein schönes Bild zu schießen. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber ich schätze das waren so 4 Meter unter Wasser. Die Sicht war entsprechend gut und der alte Steg hat einfach ins Bild gepasst. Also tauchst Du in dem Fall leicht unter die rote Weichkoralle und schießt nach oben. Viel Rot, etwas Grün, eine gute Prise Steg und etwas Himmelblau und mehr braucht es nicht, oder?

Koralle unter dem Steg

Koralle unter dem Steg

Nun kann ich das Kapitel abschließen

Das waren also meine besten Fotos aus Raja Ampat. Nun kann ich die Aufgabe endlich von der Liste streichen. Ich sehe gerade, dass da noch die Bilder von der Weiterreise nach Thailand fehlen. Das war auch eine tolle Erfahrung. Naja, das nächste Ostern kommt bestimmt … April, April!

Ich will zusehen, dass ich zumindest in diesem Monat die anderen Fotos noch nachliefern kann. Dir wünsche ich auf jeden Fall schöne Ostern und genieße den Feiertag!

Mit welcher Ausrüstung sind die Bilder entstanden?

Alle meine Unterwasserfotos sind mit einer Sony RX100 MKIII geschossen. Die ist in einem Gehäuse von Nauticam untergebracht und ich verwende außerdem zwei S2000-Blitze von Inon. Am Gehäuse selbst ist über das M67-Gewinde noch der Weitwinkelaufsatz UWL H100 (Nassobjektiv) mit entsprechendem Dome-Port angebracht. Das UWL H100 gibt mir an Land einen Winkel von 179° und unter Wasser fast 101°. Mit dem Dome-Aufsatz komme ich auf über 140° unter Wasser.

Der Adler wurde mit meiner treuen Canon EOS 7D aufgenommen, allerdings befand sich daran das hochwertige Objektiv Canon EF 70-200 mm 1:2,8 L IS II USM. Die Kamera ist wirklich nicht mehr die jüngste, aber zum Großteil macht eben das Objektiv die Musik.

Sony RX100

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