TDF wettert gegen LiMux-Entscheidung / Über 30 Linux-Spiele in einem Bundle

15 Februar 2017 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)
  • TDF hält Rückschritt von LiMux auf Microsoft in München für Verschwendung von Steuergeldern
  • Slackware ist die beliebteste Desktop-Distribution – zumindest bei LinuxQuestions.org
  • Humble Freedom Bundle bringt über 30 Spiele für Linux
  • Linux-Kernel 4.10 kommt eine Woche später
  • CCC möchte gerne die Wahl-Software auf Security-Risiken untersuchen
  • Die Nextcloud Box wird auf dem MWC (Mobile World Congress) vorgestellt – eine Kombination aus Raspebrry Pi und Festplatte in einer schmucken Box

Stellungnahme von The Document Foundation zur LiMux-Entscheidung

Weil die Stadt München offenbar einen Rückschritt auf Microsoft in Erwägung zieht, hat sich auch The Document Foundation (TDF / Entwickler von LibreOffice) dazu geäußert.

Das Logo von LiMux ist allen Open-Source-Fans bekannt

Das Logo von LiMux ist allen Open-Source-Fans bekannt

Man sei enttäuscht, dass eine kleine Gruppe an Politikern den Rat der Experten ignoriert und Richtung Microsoft schielt. Ein Wunder ist das nicht, denn seit der Wahl von Dieter Reiter als Oberbürgermeister ist LiMux der Sündenbock für alle IT-Probleme. Er selbst wurde auch schon mal als Microsoft-Fan bezeichnet. Passt aber in das schöne München und seine Spezl-Wirtschaft, oder?

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat Accenture (Microsoft-Partner) beauftragt, eine Analyse über die IT-Infrastruktur der Stadt München zu erstellen. Die 450 Seiten GUtachten stehen nun auch der Allgemeinheit zur Verfügung.

Je nach Anwendung hatten zwischen 18 und 28 Prozent der Anwender Probleme und die konnten durch Umstellung der Arbeitsplätze auf Windows und MS Office behoben werden. Allerdings hatten auch 15 Prozent der Anwender größere Probleme mit Microsoft Office. Rechnet man die Problemkinder nun gegen, bleibt ein doch recht kleiner Prozentsatz übrig.

Accenture schlägt außerdem eine Trennung von Betriebssystem und Anwendungen vor. Das ergibt Sinn, denn es werden die Abhängigkeiten reduziert. Deswegen sollten sowohl Windows als auch LiMux als Basiskonfiguration verfügbar sein.

Dieser Empfehlung zum Trotz diskutieren die Politiker am heutigen 15. Februar 2017 einen Rückschritt auf Windows 10 und MS Office 2016. Das soll bis zum Jahre 2020 abgeschlossen sein. Angeblich kostet das den Steuerzahler laut TDF 90 MIllionen Euro. Accenture hatte ursprünglich mit 66 Millionen hantiert.

Weitere 15 Millionen sind angeblich nötig, um die Computer entsprechend aufzurüsten. Läuft ja nicht jede Mühle mit Windows 10. Viele ältere Rechner würden mit LiMux laufen, aber nicht mit Windows 10.

Die Stadt München will sich also wieder in einen goldenen Käfig sperren lassen. Viele andere Länder wie zum Beispiel Großbritannien, Frankreich, Schweden, Holland und Taiwan tendieren immer mehr zu offenen Dokumentenformaten. In München hat man es eigentlich schon geschafft, es fehlt halt der Feinschliff. Da wären Teile der oben genannten Gelder besser aufgehoben. Aber Linux hat eben kein Büro in der Münchner Innenstadt. Mir fällt dazu nur der Spruch ein: Kurz vor dem Klo in die Hose geschissen.

The Document Foundation spricht von Rückschritt und Verschwendung von Steuergeldern. Stellungnahmen zum Reiter-Gate tauchen derzeit überall auf. Auch der KDE e.V. zeigt sich enttäuscht und besorgt. Ebenfalls schütteln die Entwickler der Nextcloud den Kopf.

LinuxQuestions.org-Umfrage für 2016 – einige Überraschungen sind schon dabei

LinuxQuestions.org ist eine sehr große Community und deswegen ist ein Blick auf die Umfrage für das Jahr 2016 ganz spannend. Die Stimmen sind nicht so üppig. Von knapp 50 Stimmen bis über 800 bewegen wir uns in diesem Bereich. Die Umfrage ist daher nur teilweise repräsentativ. Einige übliche Verdächtige haben ihre Stammplätze, es gibt aber auch ziemliche Überraschungen.

Bei der Desktop-Distribution sind Ubuntu und Linux Mint stark vertreten, gewonnen hat mit 16,03 Prozent aber Slackware. Bei der Server-Distribution ist Debian stark, gewonnen hat aber CentOS (23,86 Prozent). Die mobile Distribution des Jahres ist mit 68,24 Prozent ziemlich eindeutig Android. Desktop-Umgebung des Jahres ist KDEs Plasma Desktop (28,57).

Bei LinuxQuestions.org ist 2016 die beliebteste Linux-Distribution für den Desktop Slackware (Quelle: linuxquestions.org)

Bei LinuxQuestions.org ist 2016 die beliebteste Linux-Distribution für den Desktop Slackware (Quelle: linuxquestions.org)

Weitere wenig überraschende Gewinner in den entsprechenden Kategorien sind MariaDB (41,29), LibreOffice (89,60, Firefox (51,74), ownCloud (38,33), VirtualBox (55,10), Docker (64,94), Gimp (76,74) und rsync (46,04). VLC hat sowohl in der Kategorie Audio (33,60) als auch Video (64,36) gewonnen.

Open-Source-Spiel des Jahres 2016 ist SuperTuxKart (14.50) und der Linux-Server-Anbieter Dell (39.24).

Humble Freedom Bundle mit über 30 Spielen für Linux

Das Humble Freedom Bundle ist satt. Es kostet zwar mindestens 30 US-Dollar, dafür gibt es aber Spiele im Überfluss. 32 davon laufen auch unter Linux. Unter anderem findest Du darunter Day of the Tentacle Remastered, Stardew Valley, Overgrowth, The Swapper, Octodad, Invisible, Spirits, Human Resource Machine und so weiter. Viele der Spiele hast Du vielleicht schon aus früheren Humble Bundles. Aber der Preis für das Humble Freedom Bundle ist schon fair. Ist für jeden etwas dabei und Du findest viele gute Titel.

Linux-Kernel 4.10 verspätet sich eine Woche

Eigentlich sieht alles ganz gut aus, meint der Herr der Kernel und 4.10 hätte ausgegeben werden können. Allerdings will Linus Torvalds lieber auf Nummer Sicher gehen, auch wenn die Sache recht gut aussieht. Es gibt einige Regressions-Fixes, die in letzter Minute reingeschneit sind, aber alles nicht so wild.

Torvalds begibt sich aber bald auch auf Reisen und deswegen wollte der das Merge-Fenster nicht unbedingt aufmachen. Das ist ein weiterer Grund, warum er Linux-Kernel 4.10 um eine weitere Woche verschiebt. Er sieht keinen Grund, 4.10 überstürzt ausgeben zu müssen.

Linux-Kernel 4.10 bringt unter anderem verbesserte Unterstützung für den Raspberry Pi 3 mit sich. Für die Nutzung des TV-Ausgangs der Pi-Modelle ist zum Beispiel kein zusätzlicher Treiber mehr notwendig.

CCC bittet um Zusendung der Wahl-Software

In den Niederlanden wurde die Software zur Wahl-Auszählung in die digitalen Jagdgründe geschickt. Grund sind Sicherheitsmängel. In Deutschland kommt das gleiche Produkt zum Einsatz und deswegen forder der Chaos Computer Club eine entsprechende Security-Prüfung. Andernfalls könne Wahlfälschung nicht ausgeschlossen werden.

Der CCC bittet Menschen, die Zugriff auf die aktuelle Version von IVU.elect oder Konkurrenzprodukte haben, um eine Kopie. Dann könne man die Software auf Herz und Nieren testen. Es gibt dafür die spezielle E-Mail-Adresse wahlcomputer(at)ccc.de. Es werden aber auch braune Umschläge mit möglichst kleinformatigen Datenträgern genommen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

 

Kurz notiert

Geld endlich mal vernünftig ausgegeben! Wissenschaftler haben ein Rezept gefunden, wie vor zirka 5000 Jahren Bier in China gebraut wurde. Angeblich waren die Leute damals fortschrittliche Bierbrauer. Das Bier könnte etwas süß-sauer geschmeckt haben, meinen die Wissenschaftler. Ein chinesisches Lebensmittel, das süß-sauer ist?

Die Nextcloud Box wird auf dem MWC vorgestellt. Darin befindet sich eine 1-TByte-Platte von WD. Der Anwender muss noch einen Raspberry Pi reinstecken. Eine MicroSD-Karte kommt aber mit und darauf befindet sich Canonicals Snappy Ubuntu mit einem Nextcloud Snap. Bastler können das natürlich selber, bekommen aber keine so schmucke Nextcloud Box.

Die Nextcloud Box (Quelle ubuntu.com)

Die Nextcloud Box (Quelle ubuntu.com)

Die Entwickler von Ubuntu Kylin haben eine neue Desktop-Umgebung mit Namen UKUI (Ubuntu Kylin User Interface) vorgestellt. Sie lehnen sich daran stark an WIndows 7 an, weil diese Windows-Version in China noch oft eingesetzt wird. UKUI wurde auf dem MATE Desktop aufgesetzt und soll ab Ubuntu 17.04 Zesty Zapus per Standard eingesetzt werden. Weitere Informationen dazu gibt es unter ukui.org.

Das muss ich nicht weiter kommentieren, oder? 🙂

Hitman unter Linux live

Hitman unter Linux live

Nette Pi-Konstellation

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