Mir Display Server wird Standard in Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“

28 Juni 2013 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Ubuntu hat angekündigt, dass der eigens entwickelte Mir Display Server als Standard in Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ zum Einsatz kommen wird. Unity 7 wird unter XMir zum Einsatz kommen. Das ist zwar nicht nativ, aber es funktioniert. Erst kürzlich hat ein Canonical-Entwickler zur Schau gestellt, dass auch GNOME, LXDE und Xfce unter XMir lauffähig sind.

Mir und XMir sollen mit Ubuntu 13.10 per Standard ausgeliefert werden. Aber nicht jeder wird das benutzen können. Wer proprietäre Grafikkarten-Treiber von NVIDIA oder AMD benutzt, wird als Fallback-Modus einen traditionellen XServer serviert bekommen. Im Moment unterstützen GPU-Hersteller Mir und XMir nicht mit ihren proprietären Treibern. Bis Ubuntu 14.04 LTS erwartet man, dass es hierfür eine Lösung gibt.

Auch dieses Video zeigt, dass andere Desktop-Umgebungen mit XMir umgehen können.

Mir mit Ubuntu 13.10 auszuliefern scheint sehr früh zu sein. Allerdings will Canonical den Mir Display Server in Ubuntu 14.04 LTS einsetzen und bis dahin muss das Ding ausreichend getestet sein. Es gibt aber mit Ubuntu 13.10 nur noch eine Ausgabe dazwischen und so viel Zeit zum Testen ist da nicht mehr. Der Display-Server ist nicht nur wichtig, sondern auch ein ganz schöner Brocken an Software.

Der Canonical-Entwickler Olli Ries hat gegenüber OMG Ubuntu gesagt, dass Mir Display Server schon so ausgereift ist, das man die Software als Kernkomponente in Ubuntu 13.10 einsetzen kann.

Canonical hat Mir Display Server erschaffen, weil man damit ein Stück Software „to rule them all“ zur Hand haben möchte. Also Smartphones, Tablets, Fernseher, Desktops und so weiter. Der Alleingang wird nicht von allen begrüßt und hier und da fliegen schon mal die Fetzen. Gerade aus dem KDE-Lager kam scharfe Kritik. Mark Shuttleworth hatte einfach behauptet, dass KDE mit Mir Display Server laufen wird. Martin Gräßlin und andere KDE-Entwickler haben widersprochen und klipp und klar gemacht, dass sch KDE auf Wayland konzentrieren wird.

Die bloße Ankündigung von Mir Display Server, der heimlich hinter verschlossenen Türen entwickelt wurde, führte zu einem mehr oder weniger kleinem Aufstand der Community. In der Zwischenzeit scheinen sich die Wogen etwas geglättet zu haben und Canonical hat künftig mehr Transparenz versprochen. Ganz durch ist die Geschichte aber noch lange nicht und es wird auch schon Chaos bezüglich Kubuntu prophezeit. Die Zeit wird es zeigen.

XMir kann man mit XWayland vergleichen. Diese Komponente verspricht Backwards-Kompatibilität für Applikationen und Dienste, die X unbedingt brauchen.

Somit wird Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ wohl eine sehr spannende Ausgabe, auch wenn es keine LTS-Version ist. Viele Augen werden sich auf die Distribution – genau genommen den enthaltenen Mir Display Server richten. Vor einigen Ubuntu-Abkömmlingen gibt es seit kurzer Zeit erste Alpha-Version von 13.10.

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Ein Kommentar zu “Mir Display Server wird Standard in Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“”

  1. Georg sagt:

    Nun ja, Alleingang...würde ein unabhängiges Team einen eigenen Display Server entwickeln, hätte wohl niemand ein Problem damit. Aber bei den Ubuntu-Leuten...ich denke, im Falle des Display Managers löst sich das Problem von selbst. Sollten 99% der Programme auf einem Display Manager nicht laufen, werden die Leute ihn nicht nutzen. Laufen dagegen alle Programme auf X, Mir und in Zukunft Wayland problemlos stabil, wird es dem Endnutzer total egal sein, welchen Server er einsetzt. Open Source sind sie alle.

    Ich bin gespannt, wie gut der Manager funktionieren wird. Eigentlich ist für mich nur die Frage relevant: Zeigt er meine Anwendungen an, oder nicht?

    Ich frage mich bei allen Entwicklungen sowieso, warum nicht X genommen wird? Wozu brauche ich denn Wayland, oder Mir, oder den Android-DM? X läuft auf Netbooks mit 7" und Displays mit 30, es sollte mit Anpassungen auch auf TVs und Tablets laufen...never touch a running system, nicht wahr? 😉

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