Erste Arch-basierte Distribution, die UEFI „Out of the Box“ unterstützt: Bridge Linux 2012.5

28 Mai 2012 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Bridge Linux Logo 150x150Wenn ich mich ein bisschen an den großartigen Komiker Loriot anlehnen darf, würde ich sagen: „Das ist aber mal eine übersichtliche Ankündigung„. Vicco von Bülow hat einmal (Ödipussi) so seinen nicht geraden vollen Teller in einem Restaurant bezeichnet: „Das sieht sehr übersichtlich aus!“.

Bridge Linux 2012.5 README

Vor Installation lesen! -> README

Die Entwickler sagen, dass Bridge Linux die erste auf Arch basierende Distribution ist, die UEFI unterstützt – Archboot und Konsorten nicht mitgezählt. Das 64-Bit-Abbild sollte nativ auf UEFI-Systemen laufen. UEFI wird derzeit auch nur von der 64-Bit-Version unterstützt. Für eine Installation sind allerdings einige spezielle Schritte notwendig. Wer das vorhat, möchte sich unbedingt die README-Datei auf dem Desktop durchlesen.

Die Entwickler haben außerdem einige kleinere Fehler ausgebessert. sudoers.d wurde durch sudoers ersetzt. Alle Editionen bringen nun die vbox-Erweiterungen mit sich. In der Xfce-Version wurde LightDM durch LXDM getauscht. Der leichtgewichtige Desktop-Manager Xfce ist außerdem als Ausgabe 4.10 enthalten.

Bridge Linux 2012.5 Desktop

Bridge Linux 2012.5: Xfce-Desktop

Ich habe mir die Xfce-Variante kurz angesehen. Das Betriebssystem lässt sich als Live-Betriebssystem starten – und das geht ziemlich flott. Also die Startgeschwindigkeit ist wirklich beeindruckend. Das Design ist in einem Grunge-Stil und recht dunkel gehalten. Das ist sicher Geschmacksache, aber mir persönlich gefällt das eigentlich recht gut.

In Sachen Internet-Applikationen setzen die Entwickler per Standard auf Chromium, Thunderbird und Transmission. Neueste Ausgaben von GIMP (2.8 mit Einzelfenstermodus) und VLC (2 – Twoflower) sind ebenfalls an Bord. Als Office-Anwendungen dienen Abiword und Gnumeric. Für das Organisieren von Fotos ist Shotwell vorhanden.

Das klingt ja alles ganz toll – und wo ist der Haken? Also wenn man überhaupt einen finden möchte, dann betrifft dieser nur Linux-Neulinge oder weniger erfahrene Anwender. Es gibt keinen grafischen Paket-Manager – zumindest habe ich keinen gesehen. Natürlich ist einer vorhanden, allerdings auf der Konsole und dieser ist logischerweise Pacman. Es ist kein Drama, damit die Software zu verwalten. Man muss nur wissen, wie! Abhilfe schafft hier das Arch-Wiki und die Anleitung gibt es sogar in Deutsch.

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Dank der vbox-Erweiterungen funktioniert die Distribution in VirtualBox komplett ohne Probleme. Somit lässt sich damit sehr unkompliziert spielen. Wer Arch Linux oder es ein bisschen düsterer mag, sollte sich Bridge Linux einfach mal ansehen. Die Live-CDs sind in englischer Sprache gehalten. Dem Hintergrundbild nach, könnte die Distribution auch „Der Hund von Baskerville Linux 2012.5“ heißen – aber Bridge macht irgendwie auch Sinn 🙂

Du findest Download-Links für die ISO-Abbilder im Download-Bereich der Projektseite. Neben der Xfce-Variante gibt es noch GNOME, KDE und Light: bridge-xfce-2012.5-i686.iso (650 MByte), bridge-xfce-2012.5-x86_64.iso (662 MByte)

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6 Kommentare zu “Erste Arch-basierte Distribution, die UEFI „Out of the Box“ unterstützt: Bridge Linux 2012.5”

  1. tomx3 sagt:

    Pacman ist jetzt allerdings auch nicht soooo schwer zu bedienen. 😉

    Und die grafischen Installer (z.B. apper) waren, gelinde gesagt, bisher alle leicht katastrophal.

    Wobei sich mir immer die Frage stellt, warum man das Ganze durch eine GUI verkomplizieren sollte.

  2. Mike sagt:

    Was soll das bedeuten: UEFI-Unterstützung?
    Ich betreibe hier Ubuntu auf einem UEFI-Board. Kann man mit Bridge Linux nun zusätzlich die "BIOS-Einstellungen" im Betriebssystem selbst modifizieren? Was bringt UEFI-Unterstützung durch das Betriebssystem, speziell auch in diesem Fall?

  3. Mike sagt:

    🙂
    Vielen Dank für die Aufklärung.
    Da sind Nutzer freier Systeme bestimmt äußerst scharf drauf!?
    Manches entzieht sich eindeutig meiner eigenen Vorstellungskraft ... 😉

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