Tails 3.0 basiert auf Debian 9, Linux Mint 18.2 Beta KDE / Xfce und Firefox 54

14 Juni 2017 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)
  • Tails 3.0 basiert auf Debian 9 Stretch und bietet Tor Browser 7.0
  • Beta-Versionen von Linux Mint 18.2 Sonya KDE und Xfce sind fertig
  • Firefox 54 mit Electrolysis für alle
  • Tanglu 4 ist da
  • OMV (OpenMediaVault) 3 Erasmus stellt Unterstützung für i386 ein – Abbilder für Raspberry Pi sind aber vorhanden.
  • Linux.MulDrop.14 ist ein Trojaner für den Raspberry Pi
  • LibreOffice 6.0 wird auf 5.4 folgen
  • Vivaldi 1.10 ist so gut wie fertig
  • Ein RC für den Installer von Debian 9 wurde vorgestellt
  • Fedora 26 Beta ist veröffentlicht
  • Tor 7.0.1 friert nicht mehr ein

Tails 3.0 ist fertig – The Amnesic Incognito Live System

Die Entwickler der Linux-Distribution Tails haben Version 3.0 ausgegeben. Tails 3.0 ist die erste Variante der Distribution, die sich um Deine Privatsphäre kümmert, die auf Debian GNU / Linux 9 Stretch basiert.

Wie bitte? Debian 9 ist doch noch gar nicht da! – das stimmt, aber es wird am 17. Juni 2017 ausgegeben und deswegen lassen wir das gelten.

Der Desktop wurde damit aufgemöbelt, die Security verbessert und die Entwickler haben viele Software-Pakete auf den neuesten Stand gebracht.

Anwender sollen s bald wie möglich aktualisieren, denn gegenüber Tails 2.12 wurden einige Security-Löcher gestopft.

Kurz erklärt: Tails oder The Amnesic Incognito Live System schickt sämtlichen Traffic durch Tor. Das System versucht Deine Privatsphäre so gut wie möglich zu schützen. Tails 3.0 ist aber kein Freibrief und eine perfekte Lösung gibt es nicht. Bevor Du mit Tails hantierst, lies Dir die Warnhinweise durch. Dort sind die Grenzen von Tails aufgelistet und einige andere Fakten, die sehr wissenswert sind.

Neuer Startbildschirm und Verbesserungen beim Herunterfahren

Der Tails Greeter ist die Anwendung, mit dem Du Tails beim Start konfigurierst. Er wurde komplett überarbeitet. Du findest alle Optionen in einem einzigen Fenster. Die Einstellungen für Sprache und Region sind gleich an den Anfang gestellt. Funktionen für die Barrierefreiheit sind ebenfalls sofort erreichbar.

Tails 3.0 Greeter

Tails 3.0 Greeter

Tails 3.0 Greeter - zusätzliche Einstellungen

Tails 3.0 Greeter – zusätzliche Einstellungen

Barrierefreiheit bei Tails 3.0

Barrierefreiheit bei Tails 3.0

Ebenfalls gibt es Verbesserungen beim Herunterfahren. Bisher konnte es bei diesem Prozess auf diversen Computern zu ienem Absturz kommen und die Resultate waren nicht voraussagbar. Außerdem ist das Herunterfahren abstrakter. Der Bildschirm ist ab sofort komplett schwarz und man sieht nicht, was vor sich geht. Der Vorgang setzt die Funktion Freed Memory Poisoning des Linux-Kernels ein.

Back in Black und Security

Für GNOME wird das dunkle Thema verwendet. Erstens sieht das moderner aus und zweitens ist es nicht so laut. Tails 3.0 profitiert außerdem von den vielen anderen Verbesserungen, die eine moderne GNOME-Oberfläche mit sich bringt. Damit sind zum Beispiel der Dateimanager und die Benachrichtigungen gemeint.

GNOME mit dunklem Thema in Tails 3.0

GNOME mit dunklem Thema in Tails 3.0

Tails 3.0 unterstützt keine 32-Bit-Systeme mehr und funktioniert nur noch auch Rechnern mit 64-Bit. Die Entscheidung fiel den Entwicklern laut eigenen Angaben nicht leicht. Allerdings haben Argumente für Zuverlässigkeit und Security überwogen. Als Argumente geben die Macher der Linux-Distribution Unterstützung für das wichtige NX Bit an und die meisten Binärdateien sind mit PIE abgehärtet, was wiederum ASLR erlaubt.

Aktualisierte Software

Als Browser in Tails 3.0 ist Tor Browser 7.0 dabei, der auf Firefox 52 ESR basiert und Multiprozess-Funktion mit sich bringt. Somit ist der Weg für Sandboxing geebnet, was die Security abermals stärkt.

Weiterhin haben die Entwickler viele Software-Pakete aktualisiert. Nachfolgend ist eine Liste mit Beispielen:

  • KeePassX: von 0.4.3 auf 2.0.3 – die Passwort-Datenbank wird automatisch auf das neue Format KeePassX2 migriert
  • LibreOffice 5.2.6
  • Inkscape 0.92.1
  • Audacity 2.1.2
  • Enigmail 1.9.6 
  • MAT 0.6.1
  • Dasher 5.0
  • git 2.11.0

Das Tray-Symbol von Pidging befindet sich nicht mehr in der oberen Navigation, sondern die Software meldet sich nun via Pop-Up.

Icedove wurde in Thunderbird umbenannt, wie das bei Debian eben auch passiert ist. Im unsicheren Browser gibt es keine Suchfunktion via Adresszeilen mehr. Außerdem wurde die Nur-Lesen-Funktion im persistenten Storage entfernt. Das führte laut den Entwickler zu Verwirrung.

Bekannte und bereinigte Probleme

Tails startet auf einigen Rechnern mit Intel-Grafikkarten nicht. Einige Anwender haben Probleme bei der Migration von Icedove auf Thunderbird gemeldet, das dann nicht gestartet ist. Weiterhin ist die Liste mit den schon länger bestehenedn Problemen einen Blick wert.

Dafür wurde UEFI Boot auf einigen Rechnern repariert. Als Beispiel geben die Entwickler das ThinkPad X220 an. mac Spoofing sollte mit diversen Netzwerkkarten (zum Beispiel TP-Link WN725N) ebenfalls wieder funktionieren.

Der neue X.Org Display Server ist mit neueren Grafikkarten kompatibel. Weitere Details findest Du im Changelog.

Download Tails 3.0

Du kannst Tails 3.0 von der Projektseite herunterladen, beziehungsweise dem Installatiosassistenten folgen.

Linux Mint 18.2 Sonya Beta – KDE und Xfce

Nachdem nun auch die KDE- und Xfce-Editionen von Linux Mint 18.2 ausgeliefert sind, ist der Kreis geschlossen. Die Beta-Varianten für Cinnamon und MATE gibt es ja schon ein paar Tage.

Linux Mint 18.2 KDE wird mit Plasma 5.8 und Linux Kernel 4.8 ausgeliefert. Die Basis ist weiterhin Ubuntu 16.04 LTS. Genau wie bei der Editionen mit Cinnamon und MATE gibt es auch hier Verbesserungen beim Software- und Update-Management. Die Ankündigung und Download-Links für die KDE-Version findest Du hier.

Xfce-Version mit aktualisiertem Whisker Menü

Bei Linux Mint 18.2 Xfce wurde das Whisker Menü auf Version 1.7.2 aktualisiert. Unter anderem lassen sich Launcher nun aus dem Context-menü editieren. Weiterhin sind Desktop-Aktionen unterstützt.

Dem Fenstermanager xfwm4 wurde ein Upgrade auf 4.13 spendiert. Das bietet Unterstützung für VSync, was wiederum Tearing verhindert. Beim Zoom gibt es Unterstützung für ein Skalieren des Cursor.

Die Xfce-Version bietet nahezu identische Verbesserungen bei Bluetooth, Xed, Xplayer, Pix. Xreader, Xviewer, Update Manager und Software-Quellen wie die Varianten mit Cinnamon und MATE. Auch hier kommt LightDM als Login-Bildschirm zum Einsatz.

Download-Links und weitere Informationen zu Linux Mint 18.2 Xfce gibt es in der Ankündigung.

Firefox 54

Die wichtigsten Neuerung in Mozilla Firefox 54 ist die Multiprozess-Architektur. Sie wurde seit Firefox 48 Stück für Stück umgesetzt. Viele werden sichd aran erinnern, dass das Projekt unter dem namen Electrolysis vorgestellt wurde. Zu diesem Thema gibt es bei Mozilla eine ganz gute Erklärung. Auf jeden fall ist Mozilla Firefox 54 spürbar schneller.

Multiprozess-Architektur (Quelle: mozilla.org)

Multiprozess-Architektur (Quelle: mozilla.org)

Die Entwickler von Firefox arbeiten außerdem weiter an der Entwicklung der neuen WebExtension APIs. Diese APIs werden Browser-übergreifend funktionieren und ab Firefox 57 wird es keine anderen APIs mehr geben.

Ansonsten ist bis auf ein paar Bugfixes eher weniger passiert. Die Änderungen für Web-Entwickler sind eventuell noch interessant. Du kannst Firefox 54 von der Projektseite herunterladen. Die hier genannten Details findest Du auch in den Veröffentlichungshinweisen.

nmap 7.50

nmap 7.50 ist die erste große version seit Dezember 2016. Eine große Neuerung kommt für Windows-Anwender. Die Entwickler haben an einem Ersatz für WinPcap gearbeitet, die sich Npcap nennt.

Die von September bis März eingereichten Fingerprint-Erkennungen sind in nmap 7.50 integriert. Außerdem sind die Signaturen um 2,9 Prozent auf 11418 gestiegen. Weiterhin kann die Software 1193 Protokolle erkennen. Die Highlights sind in diesem Beitrag beschrieben. Weitere Details zu den neuerungen findest Du im Changelog.

nmap darfst Du kostenlos herunterladen. Für macOS und Windows gibt es entsprechende Installer.

Kurz notiert

Die auf Debian basierende Linux-Distribution Tanglu 4 ist veröffentlicht. Das hat wegen Personalmangel länger gedauert als geplant. Deswegen ist auch die aktuellste Software nicht mit an Bord. Gegenüber der Vorgängerversion gibt es aber trotzdem nennenswerte Änderungen. zum Beispiel sind KDE Plasma 5.8 und GNOME Desktop 3.20 dabei. Alle weiteren Neuerungen und Download-Links findest Du in der Ankündigung.

OpenMediaVault 3.0 (OMV) Erasmus unterstützt kein i386 mehr und SSH ist per Standard aktiviert. Die Ankündigung kannst Du hier nachlesen und ISO-Abbilder findest Du im Download-Bereich des Projekts. Dort gibt es auch Images für Raspberry Pi. OMV3 lässt sich auf jeder Debian-8-Basis, auch Raspbian, installieren.

Die nächste Version von LibreOffice wird wohl 6.0 und nicht 5.5. Zumindest hat das Team angefangen, die Veröffentlichungshinweise für Libreoffice 6.0 zu füllen.

Linux.MulDrop.14 ist ein Trojaner für den Raspberry Pi, gegen den Du Dich sehr einfach wehren kannst.

Der Installer für Debian 9 Stretch ist so gut wie fertig. RC 5 ist der letzte vor der finalen Version, steht zumindest in der Mailing-Liste.

Vivaldi 1.10 steht kurz vor der Veröffentlichung. Die Entwickler bügeln letzte Fehler aus und dann sollte es bald so weit sein. Die aktuelle Entwickler-Version ist derzeit 1.10.867.32.

Fedora 26 beta und Tor Browser 7.0.1

Fedora 26 Beta ist da. Die von Red Hat gesponserter Linux-Distribition bringt die neueste Version von GCC und Go 18 mit sich. Eine wichtige Neuerung ist im Installer und nennt sich blivet-gui. Damit können Systemadministratoren und fortgeschrittene Linux-Anwender das System mithilfe von Blöcken partitionieren.

blivet-gui (Quelle: fedoramagazine.org)

blivet-gui (Quelle: fedoramagazine.org)

Weitere Details gibt es in der Ankündigung. Du findest die Beta-Versionen von Fedora hier:

Tor Browser 7.0.1 behebt einen lästigen Bug, der beim Aufruf einiger Seiten zu einem Einfrieren führte. Du findest hier weitere Informationen dazu. Zum Download geht es hier.

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