Linux Mint stellt die KDE-Version ein – Cinnamon 3.6 ist da – Flatpak integriert

26 Oktober 2017 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Die Oktober-News von Linux Mint haben es in sich. Das Ende der KDE-Version ist angekündigt, Cinnamon 3.6 ist da und Linux Mint 18.3 wird Flatpack per Standard unterstützen. Aber mal von vorne.

KDE-Version wird eingestellt

Für Linux Mint 18.3 wird es noch eine KDE-Version geben, aber es wird die letzte sein. Die Entwickler loben KDE als großartige Umgebung, weisen aber auch darauf hin, dass es sich um eine komplett andere Welt handelt. Das Entwickler-Team von Linux Mint konzentriert sich einfach auf andere Sachen und damit haben die Apps, das Ökosystem und das Qt Toolkit von KDE wenig gemeinsam.

Arbeiten die Entwickler an Tools wie zum Beispiel Xed, Blueberry, Mintlocale und Slick Greeter, ist das für die Editionen Cinnamon, Xfce und MATE möglich, aber nicht für KDE.

Linux Mint 18.1 KDE Einstellungen und Paket-Manager

Linux Mint 18.1 KDE Einstellungen und Paket-Manager

Ich verstehe die Entscheidung und wundere mich, dass sie nicht schon länger gefallen ist. Wer eine KDE-Distribution nutzen möchte, dem stehen sowohl Kubuntu als auch KDE neon zur Verfügung. An diesen beiden Distributionen arbeiten Entwickler, die sehr nahe an KDE sind. Die freien Ressourcen können nun in die Kernprojekte von Linux Mint investiert werden.

LMDE 3

LMDE oder Linux Mint Debian Edition wird weiterhin unterstützt. Es ist eine Art Notfallplan, sollte Ubuntu aus irgendwelchen Gründen jemals wegfallen. Deswegen ist LMDE wichtig, aber nicht dringlich. Viel weniger Menschen benutzen die Linux-Distribution, verglichen mit den auf Ubuntu basierenden Varianten. Einige Leute fragen aber wohl nach LMDE 3 und es gibt ein paar Informationen zu diesem Thema.

LMDE 3 wird auf Debian Stretch basieren und der Codename wird Cindy sein. Die Veröffentlichung von LMDE 3 ist für das erste Quartal 2018 geplant. Es wird eine Einzelausgabe und als Desktop-Umgebung kommt Cinnamon 3.8 zum Einsatz.

Flatpack und Linux Mint 18.3

Ich brauche den meisten Lesern hier nicht zu erklären, was Flatpak, AppImage oder Snap ist. Du lädst damit eine Software oder ein Paket herunter, das bereits alle Abhängigkeiten mit sich bringt. Das Programm lässt sich als einfach ausführen und Du musst es nicht installieren. Das Programm läuft in einem Container und überschreibt auch keine anderen Anwendungen und so weiter. Sie wirken sich also in der Regel nicht auf die Stabilität des Systems aus.

Solche Anwendungen eignen sich unter anderem hervorragend für Testversionen. Für Entwickler ist die Technologie ebenfalls praktisch, da sie auf diese Weise recht einfach plattformübergreifende Anwendungen entwickeln können. Voraussetzung ist natürlich, dass Dein System Flatpack, AppImages oder Snap unterstützt.

Bei Ubuntu ist normalerweise Snap vorinstalliert. Linux Mint hat sich bisher mit so einer Implementierung aber zurückgehalten. Bei Linux Mint 18.3 wird sich das allerdings ändern, nur dass die Entscheidung auf Flatpack gefallen ist.

Die Entwickler begründen das, weil sich Flatpak so konfigurieren lässt, dass er auf mehrere Remotes zeigt. Mit Flatpak ist es einfach, sehr aktuelle Software zu installieren, die sich in der eingefrorenen LTS-Basis befindet. Außerdem könnten Entwickler auf diese Weise sehr einfach Software beisteuern, die nicht von der darunterliegenden Distribution abhängt.

Weiterhin ist Flatpack laut den Mint-Machern sehr flexibel und es muss zwischen dem Entwickler und dem Anwender kein Mittelmann stehen. Wegen dieser Flexibilität und der Möglichkeit, mehrere Repositories nutzen zu können, hat die Technologie den Vorzug gegenüber Snap bekommen.

So sind Flatpaks in Linux Mint 18.3 integriert

Flatpak wird in Linux Mint 18.3 vorinstalliert sein und per Standard auf zwei Flatpak-Repositories zwigen. Sie heißen Flathub and Gnome-apps. Dem Software Manager wurde eine neue Sektion für die Flatpaks spendiert. Das sieht so aus:

Flatpak-Integration in Linux Mint 18.3 (Quelle: linuxmint.com)

Flatpak-Integration in Linux Mint 18.3 (Quelle: linuxmint.com)

Es steht Dir aber frei, neben Flathub und Gnome-apps noch weitere Repositories anzufügen. Sie erscheinen dann ebenfalls in der Liste des Software Managers. Auch wenn die Pakete und die Flatpaks unterschiedlich sind, werden sie dem Anwender doch gleich präsentiert. Ob das zu Verwirrung führt, wird sich noch zeigen müssen.

Einen visuellen Unterschied gibt es aber schon. Flatpak Apps verwenden derzeit das Theme Adwaita GTK. Künftig sollen auch sie Mint-X oder Mint-Y verwenden, aber das ist für Linux Mint 18.3 nicht fertig.

GNOME Games 3.26 in Linux Mint 18.3 mit dem Theme Adwaita GTK (Quelle: linuxmint.com)

GNOME Games 3.26 in Linux Mint 18.3 mit dem Theme Adwaita GTK (Quelle: linuxmint.com)

Flatpaks werden beim Anmelden automatisch aktualisiert. Ob sich das auf manuelle Updates umstellen lässt, weiß ich nicht. Aber ich würde das nicht wollen, wenn ich mit einem Hotspot über mein Smartphone verbunden bin.

Weiterhin tauchen Flatpaks nicht unter den Installierten Anwendungen auf und werden auch vom Backup Tool nicht wieder installieren, wenn Du Paketauswahl wiederherstellst.

Wie das aussieht, muss man abwarten. Linux Mint 18.3 wird bekanntlich auch ein neues Backup Tool mit sich bringen.

Cinnamon 3.6

Cinnamon 3.6 ist fertig und bietet eine konfigurierbare Bildschirmtastatur.

Außerdem gibt es Untersützung für GNOME Online Accounts. Somit ist es möglich, mit Nemo direkt auf Google Drive und ownCloud zuzugreifen.

Die Cinnamon-Version in Linux Mint 18.3 wird außerdem den Libinput-Treiber mit sich bringen. Das bedeutet, Cinnamon 3.6 wird sowohl Synaptics als auch Libinput vollständig unterstützen. Eine automatisch Konfiguration sorgt dafür, dass sich das System an die meisten Touchpads anpassen sollte.

PIA im User Mode

Der PIA Manager benötigt ab sofort keine Admin-Rechte mehr. Du musst also kein Passwort mehr angeben, wenn Du den VPN Service Private Internet Access nutzen möchtest.

Einfach VPN mit PIA Manager (Quelle: linuxmint.com)

Einfach VPN mit PIA Manager (Quelle: linuxmint.com)

 

Der PIA Manager ist allerdings nicht vorinstalliert, Du findest die Software allerdings in den Repositories. Damit das funktioniert, brauchst Du natürlich auch ein Konto bei Private Internet Access. Du darfst Dich bei diesem Anbieter mit bis zu 5 Geräten gleichzeitig verbinden.

Redshift und Verbesserung der XApps

Per Standard wird in Linux Mint 18.3 auch Redshift installiert sein. Das Tool passt die Farbtemperatur im Laufe des Tages an. Gerade bei Dunkelheit ist das freundlicher und strengt die Augen nicht so stark an.

Xreader ist die Anwendung, die für das Anzeigen von PDF-Dokumenten zuständig ist. Sie erkennt ab sofort DPI und die Größe des Bildschirms. Bei einem Zoom auf 100 Prozent wird das Dokument dann wie auf dem Papier angezeigt.

Der Texteditor Xed bietet ab sofort eine Minimap.

Blog und Segfault

Der Blog von Linux Mint hat einen neuen Anstrich erhalten. Die Seite unterstützt nun HTTPS und kann mit verschachtelten Kommentaren umgehen.

Bisher wurden technische Neuerungen immer auf der separaten Website Segfault vorgestellt. Der Auftritt wird aber nicht mehr weitergeführt und die News gibt es auf dem normalen Blog.

Du findest diese Neuerungen und Änderungen in monatlichen News von Linux Mint.

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Ein Kommentar zu “Linux Mint stellt die KDE-Version ein – Cinnamon 3.6 ist da – Flatpak integriert”

  1. Al CiD sagt:

    Als langjähriger Nutzer von LMDE als "Arbeitslinux" begrüße ich die Weitsicht und die Arbeit der Mint-Entwickler, ein absolut stabiles System mit einer soliden Basis.
    Debian belastet das System (und mich) viel weniger als jegliche *buntu-Version.

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