Wheezy ist da! Debian GNU/Linux 7.0

5 Mai 2013 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Debian Logo 150x150Die Entwickler der Linux-Distribution Debian haben nach vielen Monden (27 um genau zu sein) Entwicklung eine neue stabile Version zur Verfügung gestellt – Debian GNU/Linux 7.0 „Wheezy“. Laut Angaben der Entwickler enthält die neueste Ausgabe viele neue Funktionen. Gleich am Anfang hebt man die gleichzeitige Unterstützung mehrerer Architekturen hervor (Multiarch). Damit können Anwender Pakete unterschiedlicher Architekturen auf einem System installieren, wobei sämtliche Abhängigkeiten automatisch aufgelöst werden.

Multiarch ist eine Hauptverbesserung von Debians Fähigkeit, das Versprechen des universellen Betriebssystems zu erfüllen. Es wird nicht nur den architekturübergreifenden Paketbau erleichtern, sondern auch die Unterstützung von alten 32-Bit-Programmen auf neuen 64-Bit-Installationen optimieren und in Zukunft sogar Live-Migrationen von 32-Bit- auf 64-Bit-Systeme ermöglichen.

Weiterhin gibt es Multimedia-Codecs, damit Anwender nicht mehr auf die Repositories von Drittanbietern zurückgreifen müssen. Alle frei verfügbaren Codecs lassen sich bequem über den Paket-Manager installieren. Weiterhin wurde die Multimedia-Bibliothek ffmepg durch den Fork libav ersetzt. Grund dafür ist Stabilität.

Auch in Sachen Installation hat sich einiges verbessert. Debian lässt sich nun mit Hilfe von Sprachsynthese installieren. Das kommt in erster Linie sehbehinderten Personen entgegen, die keine Braille-Zeile benutzen. Debians Installations-Assistent steht in insgesamt 73 Sprachen zur Verfügung. Mehr als ein Dutzend davon sind mit Sprachsynthese verfügbar.

Debian GNU/Linux 7.0 „Wheezy“ lässt sich auch auf 64-Bit-Rechnern mit UEFI installieren. Unterstützung für Secure Boot ist allerdings nocht nicht enthalten. Wie gewohnt haben die Entwickler viele Software-Pakete aktualisiert. Dazu gehören unter anderem:

  • Apache 2.2.22
  • Asterisk 1.8.13.1
  • GIMP 2.8.2
  • eine aktualisierte Version der GNOME-Arbeitsumgebung 3.4
  • GNU Compiler Collection 4.7.2
  • Icedove 10 (eine abgewandelte Version von Mozilla Thunderbird)
  • Iceweasel 10 (eine abgewandelte Version von Mozilla Firefox)
  • KDE Plasma Workspaces und KDE-Anwendungen 4.8.4
  • kFreeBSD-Kernel 8.3 und 9.0
  • LibreOffice 3.5.4
  • Linux-Kernel 3.2
  • MySQL 5.5.30
  • Nagios 3.4.1
  • OpenJDK 6b27 und 7u3
  • Perl 5.14.2
  • PHP 5.4.4
  • PostgreSQL 9.1
  • Python 2.7.3 und 3.2.3
  • Samba 3.6.6
  • Tomcat 6.0.35 und 7.0.28
  • Xen Hypervisor 4.1.4
  • die Xfce-4.8-Arbeitsumgebung
  • X.Org 7.7
  • mehr als 36.000 weitere gebrauchsfertige Softwarepakte, erstellt aus fast 17.500 Quellpaketen.

Debian GNU/Linux 7.0 „Wheezy“ unterstützt IPv6 komplett. Als Standard-Dateisystem setzen die Entwickler wie viele andere Distributionen auf ext4. Früher war das noch ext3. Wenn Du eine separate Boot-Partition (/boot) anlegst, kannst Du auch Btrfs benutzen.

Weiterhin bringt Wheezy OpenStack und die Xen-Cloud-Platform (XCP) mit sich. Somit kannst Du einen eigenen Cloud-Infrastruktur auf die Beine stellen. Debian ist natürlich auch bei den öffentlichen Cloud-Anbietern zu finden. Dazu gehören Amazon EC2, Google Compute Engine und Windows Azure.

Die neueste Version von Debian GNU/Linux unterstützt insgesamt neu Archtekturen: 32-Bit PC/Intel IA-32 (i386), 64-Bit PC/Intel EM64T/x86-64 (amd64), Motorola/IBM PowerPC (powerpc), Sun/Oracle SPARC (sparc), MIPS (mips (Big-Endian) und mipsel (Little-Endian)), Intel Itanium (ia64), IBM S/390 (31 Bit s390 und 64 Bit s390x) und ARM EABI (armel> für ältere Hardware sowie armhf für neuere Hardware mit Gleitkomma-Einheit.

Die beiden FreeBSD-Varianten enthalten Kernel-Version 8.3. 9.0 kannst Du optional installieren. Unterstützung für das Dateisystem ZFS ist wieder vorhanden und ZFS-Pools kannst DU ebenfalls benutzen.

Die Entwickler von Debian stellen außerdem Live-Abbilder zur Verfügung, mit denen Du die Distribution einfach ausprobieren kannst. Diese sind derzeit allerdings nur für die Architekturen i386 und x86_64 verfügbar. Die Live-Images lassen sich auch für eine Installation verwenden. Du findest weitere Informationen dazu hier: Debian-Live-Homepage.

Natürlich gibt es wie immer komplette Installations-Abbilder. Es stehen DVD-Images, Netinstaller und CD-Sätze zur Verfügung. Hier kannst Du Dich zwischen verschiedenen Dektop-Umgebungen entscheiden: GNOME, KDE, LXDE, Xfce. Die entsprechenden Abbilder kannst Du hier herunterladen (Live-Abbilder für Wheezy habe ich aber keine gefunden, nur für 6.0.7).

Es gibt natürlich auch direkte Installations-Medien in Form von DVD oder kompletten CD-Sätzen. Diese Abbilder kannst Du ebenfalls herunterladen. Die Entwickler empfehlen hier den Einsatz von BitTorrent.

Debian 7.0 bringt außerdem anfängliche Unterstützung für systemd. Diese Software wird als Ersatz zu sysvinit entwickelt, lässt sich aber denonch parallel einsetzen. Wer es benutzen möchte, muss einfach den Kernel-Parameter init=/bin/systemd beim Systemstart angeben. Derzeit bieten bereits ungefähr 50 Pakete native Unterstützung für systemd an. Darunter befinden sich Kernpakete wie udev, dbus und rsyslog.

Viele Debian-Pakete wurde mit aktivierten Hardening-Flags gebaut. Es handelt sich hier um Compiler-Markierungen, um erstellte Programme gegen bestimmte Sicherheitslücken zu stählen. Die Entwickler haben speziell solche Pakete aus dem Grundsystem und solche, die über das Netzwerk erreichbar sind mit den Extra-Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Hardening-Flags sind in gcc nicht per Standard aktiviert, falls Du eigene Software kompilierst. Das Paket hardening-wrapper bietet einen gcc, bei dem diese Flags aktiviert sind.

Anwender von Debian GNU/Linux 6.0 „Squeeze“ können einfach mittels Paketverwaltung apt-get aktualisieren. Dennoch schadet natürlich ein Blick in die sehr umfangreichen Veröffentlichungs-Hinweise nichts.

P.S: Telekom-Kunden aufgemerkt! Jetzt noch schnell zuschlagen, bevor die Drosselkom die Leitung dichtmacht!

Grafischer Installations-Assistent

Debian 7 Wheezy: Bootscreen

Debian 7 Wheezy: Bootscreen

Debian 7 Wheezy: Sprachwahl

Debian 7 Wheezy: Sprachwahl

Debian 7 Wheezy: Komponenten laden

Debian 7 Wheezy: Komponenten laden

Debian 7 Wheezy: Netzwerk einrichten

Debian 7 Wheezy: Netzwerk einrichten

Debian 7 Wheezy: Festplatten-Belegung

Debian 7 Wheezy: Festplatten-Belegung

Debian 7 Wheezy: Paket-Manager konfigurieren

Debian 7 Wheezy: Paket-Manager konfigurieren

Debian 7 Wheezy: Software-Auswahl

Debian 7 Wheezy: Software-Auswahl

Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren




Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

Ein Kommentar zu “Wheezy ist da! Debian GNU/Linux 7.0”

  1. Matthias sagt:

    Live Abbilder für Wheezy und alle verfügbaren DE hier: http://live.debian.net/cdimage/release/stable/i386/iso-hybrid/

Antworten