Linux-Kernel 3.9 ist veröffentlicht – Merge-Fenster für 3.10 offen

29 April 2013 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Tux Logo 150x150Linus Torvalds hat eine Woche später als zunächst geplant Linux-Kernel 3.9 ausgegeben, der einige Neuerungen und Änderungen mit sich bringt. Mit dem Device-Mapper dm-cache lassen sich Massenspeicher als Cache für andere Geräte konfigurieren. Damit könnte zum Beispiel eine schnelle SSD-Karte als Cache für eine Herkömmliche Festplatte genutzt werden.

Weiterhin bringt das Dateisystem Btrfs experimentelle Unterstützung für RAID 5 und 6 mit sich. RAID 0 und 1 kann es schon. Weiterhin wurde ein Geschwindigkeits-Problen bezüglich JBD2 in ext4 ausgebessert. Weiterhin unterstützt ext die Funktion“Punch Hole / Löcher stampfen“. Damit lässt sich ein gewisser Teil einer Datei als nicht mehr länger benötigt markieren und der Platz kann wieder frei gegeben werden. XFS und Btrfs beherrschen diese Technologie ebenfalls. Samsung hat weitere Verbesserungen des eigens entwickelten Dateisystems F2FS (Flas Friendly File-System) eingereicht.

TCP- und UDP-Sockets bringen Unterstützung von SO_REUSEPORT mit sich. Damit können mehrere Sockets auf dem selben Port horchen. Wenn mehrere Web-Server-Prozesse individuelle Socket auf Port 80 loslassen, wird der Kernel für eine Verteilung sorgen. Somit will man die Arbeit auf verschiedene CPU-Kernel verteilen.

Die Radeon- und Nouveau-Treiber von Kernel 3.9 unterstützen weitere Hardware. Dazu gehören zum Beispiel die Serien 8500 und 8600 Radeon, die kommenden Richland APUs von AMD. Der Noveau-Treiber hat experimentelle Unterstützung für das Kontrollieren der Lüfter. Ebenso sind die prime helpers integriert. Diese werden auch in einer Beta-Version des NVIDIA-Treibers verwendet, der native Unterstützung für Optimus-Karten liefern soll. Bisher sind Anwender, wie auch ich, auf Bumblebee angewiesen.

Wie üblich gibt es jede Menge Treiber- und Architektur-Updates. Der KVM-Hypervisor des Kernel unterstützt die Virtualisierungs-Funktionen des Cortex A15-Prozessors. Somit lässt sich erstmalig KVM auf ARM-CPUs betreiben. Auch sonst gibt es diverse Verbesserungen für die Unterstützung von ARM SoCs.

In Sachen Xen unterstützt der Kernel nun Hotplugging von Prozessoren und SPeicher-Komponenten. Allerdings ist ein Entfernen derzeit nicht möglich. Weiterhin wurden Treiber für VMwares VMCI  (Virtual Machine Communication Interface) und VMCI Sockets aufgenommen. Somit soll sich die Kommunikation mit Virtualisierungs-Lösungen von VMware beschleunigen.

In Sachen Energieverwaltung unterstützt Kernel 3.9 „lightweight suspend“ oder „suspend freeze“. Der Kernel schickt damit HArdware-Komponenten in einen Tiefschlaf. Der Unterschied zu „Suspend to RAM“ ist, dass die Komponenten nicht komplett vom Strom abgenabelt werden und somit wesentlich schneller wieder aufwachen. Das hört sich zunächst nach mehr Stromverbrauch an. Allerdings kann sich die CPU so schneller schlafen legen und sollte dann weniger Strom verbrauchen als im Leerlauf. Hier müsste man wohl genaue Tests durchführen und es hängt sicher auch davon ab, welches Gerät wie eingesetzt wird.

Linux-Kernel 3.9 im Detail solltest DU wie immer bei kernelnewbies.org finden. Allerdings bekomme ich im Moment einen Timeout auf der Seite und sie scheint ein bisschen überlastet zu sein. Einfach später noch mal vorbeisehen. Mit der Herausgabe von Kernel 3.9 ist auch das Merge-Fenster für 3.10 offen. Den Quellcode der neuesten Version des Linux-Kernel findest Du auf kernel.org. Willst Du nicht selbst kompilieren, musst Du wohl warten, bis eine Distribution mit dem neuesten Herzstück verfügbar ist.

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Ein Kommentar zu “Linux-Kernel 3.9 ist veröffentlicht – Merge-Fenster für 3.10 offen”

  1. Matthias sagt:

    Was hilft jetzt eigentlich dieser SSD Cache - wieso nicht gleich das System ganz einfach auf die SSD und /home auf eine HDD?

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