Salix OS 14.0 “Xfce” ist freigegeben

27 November 2012 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Salix OS Logo 150x150Die Entwickler der auf Slackware basierenden Linux-Distribution Salix OS haben eine neue Xfce-Variante zur Verfügung gestellt. Als Desktop-Umgebung setzt man genau genommen Xfce 4.10 ein.

Das Betriebssystem installiert Linux-Kernel 3.2.29. Weiterhin setzt man auf Midori 0.4.7 als Web-Browser und Claws-Mail 3.8.1. Als Bürosoftware-Sammlung bringt Salix OS 14.0 “Xfce” LibreOffice 3.6.3 mit sich. Ebenfalls an Bord ist GIMP 2.8.2 für Bildbearbeitung. Standard-Bildbetrachter ist Viewnior 1.3. Für Video und Musik sind Parole 0.3.0.3 und Exaile 3.3.0 vorhanden.

Wer ein Paket vermisst, kann sich in den Salix-Repositories umsehen. Dort befinden sich viele weitere Programme, die sich via Paket-Manager Gslapt oder slapt-get auf der Kommandozeile installieren lassen. Die Änderungen gegenüber 13.37 sind ziemlich groß. Allein der Sprung von Xfce 4.6 auf 4.10 macht einen Unterschied.

Salix OS 14 Xfce: Midori

Salix OS 14 Xfce: Midori

Midori hat den Vorzug vor Firefox bekommen, weil der auf Webkit basierende Browser leichtgewichtiger ist. Weiterhin ist man laut eigenen Angaben mit dem Entwicklungs-Modell von Firefox nicht ganz glücklich, weil jede neue Version Inkompatibilitäten mit sich bringe. Wer dennoch den Mozilla-Browser einsetzen möchte, kann diesen über die Repositories installieren.

Die Standard-Auswahl der Applikationen musste man ebenfalls anpassen. Früher hatte man einige GNOME-Programme an Bord, die nun GTK+3 voraussetzen. Xfce setzt allerdings weiter auf GTK+2 und die Entwickler hoffen, dass das auch so bleibt. Mit GNOME3 kann man sich gar nicht anfreunden. Somit gibt es nur GTK+2-Applikationen und man hat die GNOME-Versionen mit den entsprechenden Xfce- und MATE-Paketen ersetzt. Beispiele hierfür sind: file-roller wurde durch mate-file-archiver (engrampa) ersetzt, evince durch mate-document-viewer (atril) und Brasero durch Xfburn. GTK+3 und einige dafür geschriebene Applikationen, wie Brasero, befinden sich in den Repositories.

Salix OS 14 Xfce: Xfs ist Standard-Dateisystem

Salix OS 14 Xfce: Xfs ist Standard-Dateisystem

Die 32-Bit-Abbilder unterstützen nur i686-CPUs oder neuer, die auch mit PAE (Physikal Address Extension) umgehen können. Der Grund hierfür ist, dass man das Abbild auf CD-Größe halten wollte und man hat keinen wirklichen Vorteil mehr darin gesehen, sehr alte Prozessoren zu unterstützen.

Andere Versionen von Salix OS, deren Abbild-Größe kleiner ist, werden die alten CPUs weiterhin unterstützen. Das gilt zum Beispiel für die LXDE-Ausgabe. Hier will man sogar den Slackware-Kernel non-smp non-PAE i486 zur Verfügung stellen. Das System sollte auch auf Rechnern laufen, die zu Methusalems Zeiten hergestellt wurden.

Eine komplette Installation von Salix OS beinhaltet nun auch Unterstützung für 3G-Internetverbindungen. Sakis3g ist ein Script, mit dem sich mobile Breitbandverbindungen ganz einfach herstellen lassen. Wicd kümmert sich um die anderen Netzwerk-Verbindungen (Ethernet, WiFi).

Salix OS 14.0 Xfce

Basiert auf Slackware 14 ...

OpenJRE 7 ist in der Installation vorhanden. OpenJDK 7 befindet sich in den Repositories. Das Plugin icedtea-web ist auch mit an Bord. Somit sollten Java-Applets im Browser problemlos laufen. Ein weiteres Ziel dieser Version ist, Salix OS eine stabile Arbeitsumgebung für Programmierer zu machen. Deswegen ist die Anzahl der verfügbaren Programmiersprachen in den Repositories gestiegen. Als weitere Optionen sind zum Beispiel Ruby 1.9.3, Python 3.3.0 (das sich neben Python 2.7.3 installieren lässt), Go 1.0.3, D, Haskell, Vala, Fortran, Objective C, Ada und so weiter vorhanden.

Der Installer bringt wie immer die Möglichkeit mit sich, Salix OS in Full, Basic oder Core zu installieren. Die Standard-Methode ist Full-Modus. Basic installiert nur Xfce, den Paket-Manager Gslapt, die System-Tools und Midori. Der Core-Modus ist für Experten gedacht und bringt keine grafische Oberfläche mit sich. Das Standard-Dateisystem ist nun Xfs.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass es sich hier nicht um eine Live-CD handelt. Du kannst Salix OS damit installieren oder während der Installation einen bootfähigen USB-Stick erzeugen.

Salix OS lässt sich auch auf Deutsch installieren. Das Betriebssystem ist schnell und die Auswahl der Software ist gut. Wer ein Slackware-basiertes System mit einer hübschen Oberfläche und Xfce sucht, sollte sich Salix OS 14.0 “Xfce” einfach mal genauer ansehen.

Während der Installation kannst Du optional auf Btrfs, ext2, ext3, ext4, ReiserFS und JFS wählen. Du kannst Salix OS 14.0 “Xfce” für die Architekturen i686 und x86_64 bei sourceforge.net herunterladensalix-xfce-14.0.iso (664 MByte, torrent), salix64-xfce-14.0.iso (680 MByte, torrent)



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5 Kommentare zu “Salix OS 14.0 “Xfce” ist freigegeben”

  1. Marcus sagt:

    Das Festhalten an alten Technologien finde ich grundsätzlich schlecht. Xfce plant übrigens auch die Migration auf GTK3. Nach meinem Wissen ist das bisher nur aus Ressourcengründen noch nicht passiert.

    • jdo sagt:

      Wenn man sich die Ankündigung der Entwickler so durchliest bekommt man das Gefühl, dass sie eigentlich nichts gegen neue Technologien haben. Sie bemängeln den "Saustall" bei GNOME3 - und sind damit bekanntlich nicht die Einzigen.

      • Marcus sagt:

        Die Kritik an GNOME kann ich nicht nachvollziehen. Ich finde den Schritt zu GNOME 3 konsequent und durchdacht. Irgendwann muss man mal alte Zöpfe abschneiden.

        • Georg sagt:

          Tatsache ist aber auch das Gnome sehr schnell sehr viele Dinge ändert. Da wird mal schnell der Dateimanager verstümmelt, das Suchfeld verändert seine Position, da finden sich plötzlich neue Buttons im System und andere verschwinden, und das in jeder Version. Je nach Betrachtungsweise ist dies bei Gefallen eben eine gewünschte schnelle Modernisierung und bei Nichtgefallen "Verstümmelung", unnötiger Bloat usw. Da kann schnell der Eindruck entstehen das die Entwickler selber nicht wissen wohin sie wollen. Wer gewohnt ist das Software über viele Jahre in der Benutzerführung und einigen technischen Aspekten mehr oder weniger gleich bleibt wird mit Gnome 3 wohl kaum glücklich. Umsteiger kennen es dagegen kaum anders...XP->Vista->Win7, da wahren die Änderungen von Version zu Version nicht viel geringer, während man bei Linux allenfalls zwischen zwei Debian-Versionen mit dem immer gleichen Gnome switchen musste.
          Wenn man es mal von dieser Seite betrachtet, kann man auch für die Kritiker Verständnis haben. Ich persönlich komme mit Gnome 3 klar, ebenso wie mit LXDE, XFCE und einem reinen Openbox. Hat alles seine Vor- und Nachteile.

  2. Georg sagt:

    Ich fände es gut wenn es von Salix eine "Minimal"-ISO gäbe. GIMP und Midori z.B. brauche ichn icht bzw. würde es durch andere Software ersetzen. Da der Paketmanager aber keine Abhängigkeiten kennt würde wohl jede Menge Gedöns wie z.B. Webkit übrigbleiben. Ist zwar nicht wirklich schlimm bei heutigen Festplattengrößen und nach dem KISS-Prinzip wohl total Banane, ich habe es aber lieber wenn nur das auf der Platte ist was ich nutze und bewusst installiert habe.

    Auch die Installation des icedtea-Plugins sehe ich kritisch. Ich kenne nicht viele Webseiten die es benötigen jedoch fällt Java im Webbrowser oft als Sicherheitslücke auf. Ich denke mal es wäre sinnvoller wenn das Plugin nur in den Repos verfügbar wäre.

    Wird XFS etwa nicht unterstützt? Würde mich sehr wundern. JFS und ReiserFS sind doch soweit ich weiß noch seltener genutzte Dateisysteme und XFS ist seit 2.6 Teil des Kernels.

    Ansonsten ist Salix ein super System, auf meinem Notebook läuft es genauso gut wie Debian, Fedora und Ubuntu.

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