Manjaro Linux auf dem Raspberry Pi 4 installieren – Xfce oder KDE Plasma

2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Bei meinen Experimenten mit Manjaro Linux ist mir aufgefallen, dass es auch zwei Versionen für den Raspberry Pi 4 gibt. Die Entwickler stellen Xfce- und KDE-Varianten für den Pi 4 zur Verfügung.

Manjaro für Raspberry Pi gibt es als Xfce- oder KDE-Variante

Manjaro für Raspberry Pi gibt es als Xfce- oder KDE-Variante

Ich habe mir die Xfce-Version heruntergeladen und war einfach neugierig, wie gut Manjaro Linux auf einem Raspberry Pi 4 läuft.

Warum Manjaro Linux auf dem Raspberry Pi 4

Mir fallen da mehrere Gründe ein, warum Du die Linux-Distribution auf einem Raspberry Pi 4 installieren möchtest.

Es kann gut sein, dass Du Xfce oder KDE Plasma auf dem Winzling betreiben möchtest. Raspbian bietet PIXEL (LXDE Hack) und mit Ubuntu MATE bekommst Du eine MATE-Oberfläche. Nun hast Du zwei weitere Kandidaten.

Weiterhin sind bei Manjaro Linux neuere Software-Pakete enthalten, als bei den anderen. Die Distribution ist bekanntlich rolling und für einige Anwender könnte genau das ein Anreiz sein. Zum Beispiel ist LibreOffice Fresh vorinstalliert.

LibreOffice Fresh ist vorinstalliert

LibreOffice Fresh ist vorinstalliert

Ganz so rollen wie die Desktop-Version ist die Pi-Variante auf den ersten Blick allerdings nicht. Zum Beispiel fehlt bei den Einstellungen die Option mit dem Kernel. Manjaro-Pi setzt derzeit Linux-Kernel 4.19 ein, wie Raspbian eben auch.

Manjaro Linux installieren

Nach dem Download spielst Du das Abbild auf eine microSD-Karte. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, ich nehme Etcher. Je nach Geschwindigkeit der microSD-Karte dauert die Installation ein bisschen.

Manjaro Linux mit etcher auf die microSD-Karte installieren

Manjaro Linux mit etcher auf die microSD-Karte installieren

Ist der Vorgang abgeschlossen, steckst Du die microSD-Karte in Deinen Raspberry Pi 4 und startest Manjaro Linux. Es erwartet Dich ein Assistent, bei dem Du User hinterlegst sowie Zeitzone, Tastatur und so weiter konfigurierst.

Manjaro Linux auf dem Raspberry Pi 4: Installation abschließen

Manjaro Linux auf dem Raspberry Pi 4: Installation abschließen

Damit ist das System konfiguriert und Du darfst Dich am Desktop anmelden.

Manjaro Linux für Raspberry Pi 4 – Xfce-Variante

Manjaro Linux für Raspberry Pi 4 – Xfce-Variante

WLAN-Karte und so weiter funktioniert Out of the Box.

Update von Manjaro Linux schlägt fehl

Nach dem Anmelden haben sich die Repo-Datenbanken aktualisiert und das System hat mich darauf hingewiesen, dass es mehrere Updates gibt. Die neuen Pakete wurden auch sauber heruntergeladen, allerdings kam es beim Versuch der Aktualisierung zu einem Fehler:

In Konflikt stehende Dateien
nss: /usr/lib/p11-kit-trust.so existiert bereits im Dateisystem

Fehler beim Update

Fehler beim Update

Manchmal lösen sich solche Konflikte in Wohlgefallen auf, wenn Du den Vorgang einfach wiederholst. In diesem Fall war das aber nicht so. Also musste ich etwas suchen und bin hier auf die Lösung gestoßen. Das sagt mir aber auch wiederum, dass das Problem nicht Manjaro-spezifisch ist. Auf jeden Fall ging es ab auf die Kommandozeile und der nachfolgende pacman-Befehl hat die Sache dann erledigt.

pacman -Syu --overwrite /usr/lib\*/p11-kit-trust.so

Auf jeden Fall hat das funktioniert und ich konnte das System aktualisieren.

Die in Konflikt stehende Datei mit pacman überschreiben

Die in Konflikt stehende Datei mit pacman überschreiben

Das System ist auf dem neuesten Stand

Das System ist auf dem neuesten Stand

Man lernt nie aus und damit bleibt das Gehirn in Schwung, richtig? Sehen wir es positiv. 🙂

Sprachpakete nachinstallieren

Bei der Installation habe ich alles auf Deutsch eingestellt. Trotzdem ist mir aufgefallen, dass LibreOffice und Firefox Englisch mit mir gesprochen haben. Die Einstellungen haben mir allerdings schon ein paar Sprachpakete vorgeschlagen.

Es fehlen nachfolgende Sprachpakete ...

Es fehlen nachfolgende Sprachpakete …

LibreOffice hat sich nach der Installation der Sprachpakete von selbst auf Deutsch umgestellt. Bei Firefox musste ich manuell eingreifen.

Ich bleibe lieber bei Raspbian

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich beim Raspberry Pi lieber bei Raspbian bleibe, weil es eben ganz genau auf den Pi zugeschnitten ist. Ganz so rund wie die Desktop-Version läuft die Pi-Variante von Manjaro Linux gefühlt noch nicht.

Manjaro ist wie Ubuntu MATE eine Linux-Distribution, die auf dem Raspberry Pi läuft. Abgesehen von ein paar Ungereimtheiten läuft Manjaro auf dem Raspberry Pi 4 auch gar nicht schlecht.

Ich vermisse in der Grundinstallation aber zu viele Dinge, die ich bei Raspbian gewohnt bin. Alleine raspi-config, egal ob auf der Kommandozeile oder in der grafischen Version.

Mit Raspbian dürfte es auch wesentlich einfacher sein, Unterstützung für die verschiedenen HATs zu bekommen. Auf Anhieb habe ich zum Beispiel nicht gefunden, wie ich meinen Sense HAT zum Laufen bekomme. Wer mit dem Raspberry Pi basteln will, ist meiner Meinung nach mit Raspbian besser bedient.

Fängst Du gerade mit dem Raspberry Pi an, gibt es für Raspbian viel mehr Unterstützung und Bastel-Anleitungen. Außerdem funktioniert das System ohne manuelle Eingriffe.

Ob die Oberfläche von Manjaro schöner als die von Raspbian ist, bleibt Geschmackssache. Möchtest Du Xfce oder KDE auf dem Raspberry Pi 4 als Desktop-Oberfläche betreiben, dann ist Manjaro Linux aber auf jeden Fall ein guter Kandidat. Stelle Dich aber auf ein paar Stolpersteine ein.

Zweifelsohne ist das Setup auch eine günstige und ansprechende Variante, um sich mit dem Arch-Universum auseinanderzusetzen.

Was kannst Du sonst mit einem Raspberry Pi machen?

Es gibt zu viele Projekte, um sie alle aufzulisten. Hier ein paar Dinge, die ich derzeit mit Pis mache.

Einer meiner Pis schaltet ein Nachtlicht bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Das ist die uralte Kiste, für die ich noch ein PiFace habe. Ein normales Relais würde aber auch funktionieren, interessanter ist aber derzeit vielleicht das stapelbare Relais als direkten Aufsatz.

Einer meiner Raspberry Pis ist ein Hotspot und dient als VPN-Router, damit ich zum Beispiel auch den Chromecast in ein anderes Land bekomme.

Mein Bitcoin-Ticker hat ganz kurz grün angezeigt und ich hoffe, dass er nicht allzu ferner Zukunft dauergrün ist. Um nicht auf irgendwelche dubiosen Coronavirus-Tracker oder Malware hereinzufallen, habe ich mir einen eigenen Ticker gebastelt.

Eine simple Wetterstation kannst Du ebenfalls mit dem Raspberry Pi erstellen. Selbstverständlich eignet sich der Raspberry Pi auch als interne Nextcloud und das lässt sich sehr einfach mit NextcloudPi umsetzen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, den Pi einzusetzen. Man muss den Winzling einfach mögen.

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2 Kommentare zu “Manjaro Linux auf dem Raspberry Pi 4 installieren – Xfce oder KDE Plasma”

  1. DeepThought sagt:

    "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich beim Raspberry Pi lieber bei Raspbian bleibe,"
    Das kann ich nur Bestätigen, das ist auch die Erfahrung die ich gemacht habe.
    Vorallem die Bootzeit ist wesentlich länder als bei Raspbian.

  2. RB sagt:

    Hallo Zäma,

    ich habe gestern in kürzester Zeit Manjaro auf meine Pi 4 installiert. Das ging ratzfatz. Bootvorgang sehr sehr schnell - ähnlich Raspbian. Konfiguration sehr einfach; Software/Packetmanager viel besser als pi-packet oder Synaptic.
    Und FireFox funktionierte auf Anhieb (keine User-Agent)

    Also kurzum, ich kann das alles nicht verifizieren, was geschrieben wurde.

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