Xubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus auf dem PINE A64 ausprobiert

12 Juni 2016 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ich habe RemixOS 2.0 bereits auf dem PINE A64 getestet und auch Benchmarks laufen lassen. Zudem findest Du in diesem Beitrag eine Übersicht zu den für das PINE A64 verfügbaren Betriebssystemen. Xubuntu 16.04 ist eine Option, allerdings ist der Kernel 3.10.65-7-pine64-longsleep

Nun muss man aber dazu sagen, dass der Kernel aus der Sunxi Community kommt und für Allwinner optimiert ist. Das Sunxi-Projekt ist nicht über die GPL-Verletzungen von Allwinner nicht besonders glücklich und damit die Mali GPU funktioniert, ist ein Reverse Engineering möglich. Im Forum von PINE A64 ist zu finden: wer Hardware-Beschleunigung möchte, sollte auf Android setzen.

Info: Ich habe das PINE A64 mit zwei GByte RAM.

Xubuntu 16.04 für PINE A64 auf MicroSD-Karte installieren

Das funktioniert nach dem bekannten Schema, wie Du eben ein Abbild auf eine MicroSD-Karte schreibst. Ich nehme dafür in der Regel dd. Weitere Informationen zur Installation eines Images auf eine MicroSD-Karte findest Du in meinem Beitrag, wie Du Ubuntu MATE 16.04 LTS auf ein Raspberry Pi 2 installierst.

Xubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus für PINE A64 auf eine MicroSD-Karte installieren

Xubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus für PINE A64 auf eine MicroSD-Karte installieren

Xubuntu 16.04 auf einem PINE A64

Der Start bis zum Anmeldebildschirm dauert zirka 20 Sekunden. dann kannst Du Dich mit ubuntuubuntu anmelden. Nach zirka zehn weiteren Sekunden ist der Desktop bereit. Die meisten erkennen am Namen Xubuntu bereits, welche Oberfläche läuft – es ist natürlich Xfce 4.12.

Das Starten geht deutlich schneller als zum Beispiel Ubuntu MATE 16.04 auf einem Raspberry Pi 2. Ich verwende bei beiden Geräten eine gleichwertige MicroSD-Karte.

SanDisk Ultra - Class 10

SanDisk Ultra – Class 10

Netzwerk funktioniert

Dass die LAN-Schnittstelle funktioniert, davon konnte man sowieso ausgehen. Aber auch das WLAN-Modul wird erkannt und drahtloses Netzwerken ist ebenfalls möglich. Das ist Voraussetzung in der heutigen Zeit, deswegen wollte ich es erwähnt haben.

Desktop

Xubuntu 16.04 auf einem PINE A64 - Desktop

Xubuntu 16.04 auf einem PINE A64 – Desktop

Zunächst einmal sticht oben rechts ein Fehler heraus, der mit dem Energie-Management zu tun hat. Es sind zwei Applets für Akku und Energieverwaltung enthalten. Ist nur ein kosmetisches Problem und lässt sich schnell beheben, aber dennoch nicht sehr schön.

Der Dateimanager öffnet sich praktisch ohne Verzögerung und das System ist sehr reaktionsfreudig. Das macht durchaus Spaß, sich durch den Desktop zu klicken, die Systemeinstellungen aufzurufen und so weiter.

Es sind einige Software-Pakete vorinstalliert. Dazu gehören LibreOffice und als Browser Midori. Nach einer Weile wusste ich auch, warum Midori und kein Firefox oder Chromium zum Einsatz kommt. Chromium wird über den Software Manager gar nicht erst angeboten und Firefox lässt sich zwar installieren, stürzt aber dauernd ab. Entweder gleich beim Start oder es zeigt sich manchmal die Benutzeroberfläche ganz kurz und dann ist wieder Ende. Mozilla Thunderbird lässt sich hingegen verwenden. Warum das so ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht und habe auch nicht weiter nachgesehen.

Chromium wird gefunden - das Spiel ...

Chromium wird gefunden – das Spiel …

Firefox Crash

Firefox Crash

Thunderbird läuft - stürzt aber manchmal ab

Thunderbird läuft – stürzt aber manchmal ab

Nichts gegen Midori als Browser. Das ist ein sehr guter, leichtgewichtiger Browser. Er kann aber leider nicht alles. Versuche ich zum Beispiel damit eines meiner 360° Panoramas aufzumachen, bekomme ich die Meldung, dass weder Flash noch HTML5 abgespielt werden können.

Midori mag meine 360° Panoramas nicht

Midori mag meine 360° Panoramas nicht

Midori mag die Panos immer noch nicht

Midori mag die Panos immer noch nicht

Nun habe ich mir gedacht, dass vielleicht die Installation des Pakets browser-plugin-freshplayer-pepperflash Abhilfe schafft. Das führte aber nur zu einer andere Fehlermeldung. Na dann lassen wir die Übung erst einmal.

Software Manager

Der GNOME Software Manager funktioniert im Gegensatz zu Ubuntu MATE 16.04 auf dem Raspberry Pi 2. Es werden mir auch die System-Updates angezeigt und so weiter. Allerdings ist das Installieren von Paketen ein bisschen ein Glücksspiel. Manchmal funktioniert alles reibungslos und dann gibt es wiederum Pakete, die einfach hängen bleiben.

Updates für das System

Updates für das System

Xubuntu 16.04 LTS und die Software

Xubuntu 16.04 LTS und die Software

In so einem Fall hilft dann nur rohe Gewalt und die Kommandozeile, wobei das System dann sehr wahrscheinlich meckert und Du den Fehler mittels dpkg --configure -a beheben musst. Prinzipiell funktioniert der Software Manager, aber ich greife im Fall von Xubuntu 16.04 auf dem PINE A64 ehrlich gesagt lieber zur Kommandozeile, weil ich auf diese Weise wenigstens sehe, was passiert.

Für mich ist die Paketverwaltung via Kommadozeile kein Showstopper – Anfänger könnte es aber durchaus abschrecken.

Start von Programmen

Wenn Anwendungen laufen, dann geht das doch relativ flott, muss ich zugeben. LibreOffice Writer startet zum Beispiel in zirka sieben Sekunden und das Arbeiten damit geht sehr flüssig.

Auch GIMP startet in ungefähr sechs Sekunden und damit lässt sich arbeiten – also im Rahmen, was das PINE A64 eben hergibt.

GIMP unter Xubuntu 16.04 auf einem PINE A64

GIMP unter Xubuntu 16.04 auf einem PINE A64

Anmerkung: Mit Start der Programme meine ich, wenn diese nicht zum ersten Mal ausgeführt werden. Beim ersten Aufruf konfigurieren sich viele Programme zunächst.

Unterm Strich – taugt das PINE A64 als kleiner Desktop?

Die Frage ist nun, ob ein PINE A64 mit Xubuntu 16.04 als Mini-Desktop taugt oder nicht. Die Frage ist dummerweise auch nicht so einfach zu beantworten, denn die Antwort lautet: bedingt.

Wie schon erwähnt laufen manche Anwendungen richtig flott und damit lässt sich tatsächlich arbeiten. Andere Anwendungen scheinen aus unbekannten Gründen einfach ab und zu abzustürzen. Bei Thunderbird ist mir das einmal passiert. Aber LibreOffice, GIMP und so weiter laufen erstaunlich gut.

Das größte Problem stellt meines Erachtens der Browser dar. Ein Browser ist heutzutage so eine wichtige Komponente und auch wenn ich Midori mag, stoße ich beim Surfen durchs Web zu häufig an dessen Grenzen – das nervt einfach. Ich bin schon bereit, gewisse Kompromisse einzugehen. Mir ist schon klar, dass mit Xubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus auf einem PINE A64 keine Videobearbeitungs-Station entsteht. Aber der Browser ist eben eine sehr sensible Geschichte und da will ich so wenig Abstriche wie möglich machen.

Das ist der Stand jetzt. Potential für so kleine Rechner als Mini-Desktop ist auf jeden Fall da. Orakeln wir mal in die Zukunft und stellen uns ein stärkeres Raspberry Pi 4 mit Ubuntu MATE vor und wir haben unseren kleinen Desktop. Ubuntu MATE funktioniert auf dem Pi wirklich ausgezeichnet – das gilt natürlich auch für Raspbian – etwas schneller müssten die Pis noch werden. Seitens der Software gibt es da wesentlich weniger Probleme als auf dem PINE A64 (momentan – ich weiß nicht, ob sich das noch ändert).

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2 Kommentare zu “Xubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus auf dem PINE A64 ausprobiert”

  1. neonmaus sagt:

    Mein Pine ist letzte Woche endlich doch noch angekommen, bin noch nicht viel zum testen gekommen.
    Aber habe auch schon Ubuntu 16.04 getestet, allerdings die Server-Version also ohne Desktop. (http://forum.pine64.org/showthread.php?tid=376)
    Das Erste was mir gleich aufgefallen ist, Netzwerk über Kabel macht derbe Probleme, Ping vom Pine an mein Rechner geht aber andersherum bekomme ich gar keine Verbindung, Ping kommt nur alle paar Minuten mal einer durch und per SSH komme ich gar nicht rauf.
    Werde wohl nächste Woche wenn ich Zeit habe mal weiter testen müssen, hoffe das nicht mein Pine eine Macke hat. :-/

    • jdo sagt:

      Habe gerade mal hin- und her-gepingt und das klappt bei mir ohne Probleme. 0 Prozent Paketverluste und Antwortzeiten von zirka 4ms.

      Die Server-Version kommt bei mir auch noch dran ... 🙂

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