Danke, DSGVO! Viele News-Portale in den USA blockieren Europa

5 September 2018 Kein Kommentar Autor: JDO

Man kann sicherlich darüber streiten, ob die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung), die am 25. Mai 2018 in Kraft getreten ist, nun etwas gebracht hat oder nicht. Ein Fazit fällt ehrlich gesagt schwer. Auf der einen Seite sind wir natürlich für Datenschutz und die Anwender haben ein Recht auf Privatsphäre und müssen besser geschützt werden. Daten sind das neue Gold und es kann nicht sein, dass große Unternehmen ohne das Wissen der User wahllos Daten sammeln und monetarisieren.

Auf der anderen Seite liest sich wirklich keiner die Datenschutzbestimmungen von Facebook, WhatsApp und Google durch. Das Problem ist eigentlich nicht, dass irgendein Karnickelzuchtverein die 24 E-Mail-Adressen seiner Mitglieder nur mit Genehmigung sammelt. Das Problem ist vielmehr, dass sich die großen Konzerne die Verarbeitung der Daten genehmigen lassen. Entweder funktionieren bei einer Ablehnung die Services nicht mehr oder die betreffenden Formulierungen sind so schwammig, dass der Nutzer einfach auf ok klickt. Das ist beim Facebook Messenger und der Synchronisation der Telefonkontakte der Fall, weil damit auch eingehende SMS und Anrufe getrackt werden. Genau aus diesem Grund benutze ich lieber Threema und nicht WhatsApp oder den Facebook Messenger.

Irgendwie hat die DSGVO das Geschmäckle, dass die Politiker Aktionismus und Augenwischerei betrieben haben. Die DSGVO ist schon wieder aus den Köpfen der meisten Anbieter verschwunden. Facebook, Google und Konsorten können bald weitermachen wie bisher, bei WhatsApp gibt es bald personalisierte Werbung und die kleinen Website-Betreiber dürfen sich mit dem Bürokratie-Monster DSGVO plagen.

Etliche News-Portale aus den USA zeigen der DSGVO den digitalen Stinkefinger

Natürlich lässt sich argumentieren, dass die Portale aus den USA lange genug Zeit hatten, um die DSGVO zu implementieren. Die Preisfrage ist aber, ob sie sich den Aufwand wirklich antun wollten, weil sie damit vielleicht gegen ihre Geschäftsmodelle vorgehen würden. In den USA nimmt man es mit dem Datenschutz nicht so genau und sogar Provider dürfen die Daten der Anwender nutzen, um sie zu monetarisieren.

Hinzu kommt wohl noch die Einstellung, was juckt es den Riesenmammutbaum, wenn sich die Sau an ihm reibt. Laut niemanlab.org sind einigen News-Portalen die paar Anwender aus Europa egal. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass sich der Aufwand, um konform zur DSGVO zu sein, nicht lohnt.

In dem Bericht ist zu lesen, dass ein Drittel der 100 größten Magazine aus den USA den Zugriff aus Europa blockieren. Insgesamt sperren mehr als 1000 News-Portale und 40 TV-Stationen und Radiosender die User aus Europa aus. Dazu gehören auch Chicago Tribune, New York Daily News, Dallas Morning News, Newsday und LA Times.

Mit einem VPN (Virtual Private Network) kannst Du die Nachrichten aus den USA wieder lesen!

Kosmopoliten oder auch digitalen Nomaden lesen aber ganz gerne die News aus aller Welt und solche Sperren sind mehr als lästig. Zum Glück hilft ein VPN in diesem Fall. Links im Bild ist die LA Times, aufgerufen aus Deutschland und rechts mit einem VPN. Wann die LA Times und andere wieder ohne VPN aus Deutschland lesbar sind, steht in den Sternen. Wie gesagt dürften viele gar kein Interesse daran haben, die Richtlinien der DSGVO umzusetzen.

Die LA Times lässt sich in Deutschland schon lesen, aber nur mit VPN - Schuld ist die DSGVO

Danke, DSGVO! LA Times und viele andere nur noch mit VPN (rechts) erreichbar!

Toll an der Sache ist, dass die News-Portale VPNs nicht so streng blockieren wie das Netflix, Amazon Prime oder BBC iPlayer tun. Es reicht eine Einwahl bei einem Server in den USA und schon kannst Du Deine Nachrichten wieder lesen. Im Endeffekt setzen die News Websites auf relativ schwaches Geoblocking, aber lästig ist es trotzdem.

Ist das legal? ich bin kein Anwalt. Da es sich aber nicht um Lizenzverletzungen handelt, sondern um eine Absicherung seitens der Verlage, ist der Einsatz eines VPNs, um die Nachrichten auf den US-News-Seiten zu lesen wohl legitim. Zumindest kann ich mit nicht vorstellen, dass Dich jemand aktiv daran hindern wird. Es ist ja eine Win-Win-Win-Situation. Du kannst Deine News lesen, der Verlag hat einen Seitenaufruf zu verbuchen und der VPN Provider freut sich über neue Abonnenten.

Wer wie ich viel unterwegs ist, hat natürlich sowieso ein VPN im Gepäck. Es schützt uns in offenen WLANs oder wir umgehen damit Zensur in Ländern wie China, der Türkei, Russland oder Ägypten. Auch Drosselung lässt sich teilweise damit umgehen.

Wie beschäftigt wir auch sind, wollen wir dennoch auf diverse Sportereignisse (wie die UEFA Champions League - kostenlos!) in der Muttersprache nicht verzichten. Auch der Tatort (Österreich und Schweiz haben Geoblocking!) Sonntag gehört irgendwie dazu oder sonstiges deutsches Fernsehen. Warum ich dafür einen Server in der Schweiz benutze, erfährst Du in diesem Beitrag.

Ich benutze derzeit folgende VPNs - ja, mehr als eines 🙂

Im Moment benutze ich entweder NordVPN *, AirVPN * oder ich gehe über meinen eigenen Server. NordVPN ist derzeit mein Favorit, weil es sehr viele Funktionen bietet und der Anbieter hat mir einen Testzugang zur WireGuard-Implementierung gegeben haben und das ist der Hammer.

Für WireGuard ist aber auch Mullvad ziemlich gut!, auch wenn der Anbieter eher etwas für technisch versiertere Anwender ist.

Suchst Du ein VPN für Linux mit einem grafischen Client, dann empfehle ich Dir einen Blick auf PIA (Private Internet Access) *. Der Client ist top und es gibt ihn sogar auf Deutsch.

Von kostenlosen VPNs nehme ich komplett Abstand. Habe ich früher benutzt, mach ich aber nicht mehr. Kostet es nichts, bist Du meistens das Produkt!

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