Kleiner Test zu Fuduntu 2012.1

11 Januar 2012 23 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)
Fuduntu 2012.1 Desktop

Desktop

Der Name klingt schon einmal interessant, weil er sehr an Ubuntu erinnert. Das war auch so beabsichtigt. Die Entwickler hatten sich ursprünglich zum Ziel gemacht, eine Anwenderfreundliche Distribution wie Ubuntu zu erschaffen, aber Fedora als Basis zu nehmen. In der Zwischenzeit steht die Distribution allerdings auf eigenen Füßen und hat auch eigene Repositories. Gestern gab es eine neue Version: Fuduntu 2012.1. Nennenswert ist noch, dass es sich hier um eine so genannten „Rolling Distribution“ handelt. Anwender bekommen somit die neueste Version automatisch verpasst. Ich habe mir Fuduntu 2012.1 kurz angesehen und möchte einen schnellen Überblick geben.

Zunächst startet das Betriebssystem in Englisch. Das lässt sich umstellen, aber die entsprechende Unterstützung muss sich Fuduntu aus dem Internet nachladen. Dennoch handelt es sich um keine Raketenwissenschaft, auf System -> Administration -> Language zu klicken und dann Deutsch (German / Germany) einzustellen – sollte man meinen. Nach einer Umstellung ist zwar der Anmeldebildschirm in Deutsch, das System aber immer noch Englisch. Vielleicht ist auch nur speziell bei meiner Installation etwas fehlgeschlagen. Persönlich stört mich ein englisches Betriebssystem nicht.

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Als Browser dient Googles Chromium. In Sachen Internet und Büro-Software setzt Fuduntu 2012.1 per Standard auf Google-Dienste. So sind entsprechend Schnellzugriffe auf Google Mail und Google Docs integriert. Ebenso mit an Bord sind Brasero, VLC, Banshee und Empathy.

Fuduntu 2012.1 Ailurus

Ailurus

Die Desktop-Umgebung ist GNOME 2.32, die mit dem Dock-Manager Awn verziert ist. Datensicherung und Wiederherstellung lassen sich recht komfortabel via Déjà Dup durchführen. Mittels Ailurus steht ein Tweaking-Werkzeug zur Verfügung, mit dem Du unter anderem Einstellungen in GNOME durchführen kannst.

Durch den Software-Manager lassen sich nicht nur bekannte Open-Source-Projekte wie LibreOffice oder Gimp nachinstallieren. Du findest dort auch bekannte Server-Software. Dazu gehören Apache, Samba und MySQL.

Ich finde die Distribution persönlich sehr sympatisch. Sie ist schnell, schnörkellos und funktioniert bis auf die Sprachumstellung einwandfrei. Allerdings überzeugt sie mich nicht 100 Prozent. Dabei könnte ich nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Es ist einfach nur so ein Gefühl, wie: Ganz nett, aber das Verkaufs-Argument ist nicht da. Vielleicht kennen das andere auch. Sind wir gnädig – die Distribution ist noch jung.

Interessierte können installierbare Live-Abbilder für die Architekturen i686 und x86_64 bei sourceforge.net herunterladen: Fuduntu-2012.1-i686-LiveDVD.iso (893 MByte), Fuduntu-2012.1-x86_64-LiveDVD.iso (915 MByte)

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23 Kommentare zu “Kleiner Test zu Fuduntu 2012.1”

  1. tux sagt:

    Warum nicht gleich ein richtiges Fedora?

    • jdo sagt:

      Fedora != Rolling Distribution ... zum Beispiel ...

      • tux sagt:

        Fedora rawhide = Rolling Distribution, wenn man sie denn unbedingt haben will. Eigentlich haben außer Dummbuntu ziemlich alle "großen" Distributionen auch eine Rolling-Version.

        • jdo sagt:

          Rawhide ist ein Entwickler-Zweig. Die Entwickler raten sogar davon ab, diesen als produktiven Desktop einzusetzen.

          • tux sagt:

            Fuduntu setzt ebenfalls auf neueste Versionen.

          • jdo sagt:

            Zwischen neueste Versionen einsetzen und Zitat Rawhide "many changes are not heavily tested (or tested at all)" ist schon ein Unterschied ... ich gehe schwer davon aus, dass die Fuduntu-Entwickler ihr Zeug testen, bevor sie das ausgeben ...

          • tux sagt:

            Welche Distribution ist denn garantiert desktoptauglich? Selbst Ubuntu-Releases haben oft arge Stabilitätsprobleme.

  2. Didi sagt:

    Zur englischen/deutschen Sprache: Da Fuduntu auf Fedora basiert, könnte es daran liegen, dass system-config-language über den Paketmanager nachinstalliert werden muss. Siehe auch: http://dietmarjanowski.bplaced.net/wordpress/?p=9359
    Dort der 5. Absatz. Jedenfalls war dies bei mir die Lösung.

    • jdo sagt:

      Danke für den Hinweis. Wie ich schon geschrieben hatte, stört mich persönlich ein OS auf Englisch nicht und deswegen hab ich da gar nicht weiter nachgehakt.

  3. Ubukus sagt:

    Ein kurzer Kommentar zu dieser Disrtri:
    1. Spracheinstellung auf Deutsch funktioniert nach der Installation.

    2. VLC Player im Vergleich zu Ubuntu 11.x - Grobbeurteilung:

    Fuduntu 2012.1
    Normale Filme lassen sich ansehen, Sammelbox "King of Queens" leider nicht

    Ubuntu 11.x:
    Nach Installation übers Software Center läuft nichts.

    Windows XP:
    Nach Installation läuft alles

    • eisbaer sagt:

      was verstehst du unter "normale filme"?
      um dvd anzugucken brauchst du die libdvdcss...
      damit du unter ubuntu so ziemlich alles angucken kannst, brauchst du die entsprechenden codecs.
      die muss man nachinstallieren muss, oder du nimmst gleich die wincodecs, aus den medibuntu quellen.
      da es sich bei den codecs um unfreie software handelt, wird sie nicht mit installiert (ausgeliefert seitens vlc)
      oder du kompilierst dir selber dein vlc 😉
      zu windows vlc, da bringt der player die beötigten codecs gleich mit 😉

      @jdo

      dir ist ein kleiner fehler unterlaufen, google hat als browser CHROME, nicht CHROMIUM.
      chromium ist das freie gegenstück zu chrom.

      • tux sagt:

        Nein, Chromium stammt ebenfalls aus dem Hause Google.

        • eisbaer sagt:

          stimmt, man lernt nie aus.
          aber wir beide haben recht 😉 , zitat aus wikipedia

          "Offiziell bezieht sich der Name Chromium ausschließlich auf das Software-Projekt, während der Webbrowser den Namen Chrome trägt.[6] Allerdings gibt es auf Chromium-Code basierende Browser, die unter dem Namen Chromium bereitgestellt werden. Dies ist insbesondere bei den Versionen der Fall, die über die Paketverwaltung von Linux-Distributionen installiert werden."

          • tux sagt:

            Nein, du hast Unrecht. Du schriebst, Google habe nicht Chromium als Browser. Das ist nachweislich falsch.

      • Ubukus sagt:

        Danke, für den Tip.
        Ich habe nun im "Software Center" noch 2 "libdvdcss…" zusätzlich installiert, 2 von den insgesamt 4 vorhandenen "libdvdcss…" waren schon defaultmäßig installiert, und nun läuft 's.

        Frage: Warum ist das unter Ubuntu nicht möglich, dort sind solche Installationsversuche bislang immer gescheitert. Unter Ubuntu 10.x war noch die Installation über Kommandozeile möglich, jedoch kriege ich das unter Ubuntu 11.x nicht hin.

        Und hier noch eine Frage zu VLC Player und codecses:
        Ist folgendes richtig: Die Video Codecses werden von anderen zur Verfügung gestellt und der VLC Player arbeitet nur mit diesen, ohne selbst irgendwelche Codecses zur Verfügung zu stellen?

  4. frankk sagt:

    Ich habe es heute auch getestet und es sieht wirklich schick aus. Allerdings will ich ein richtiges Office und Mailprogramm.

    Dort hatte ich dann auch etwas Probleme, die Installation von Software läuft meiner Meinung nach nicht so rund wie unter Debian. Auch die Pakete sind nicht wirklich aktuell, dadurch kann man aber vorerst noch sehr gut Gnome3 vermeiden.

    Das Einstellungstool Aiurus für verschiedene Systemsettings gefällt mir auch, ist das bei Fedora auch dabei?

    • jdo sagt:

      Ob das bei Fedora in den Repos ist, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Aber auf der Projektseite gibt es ein noarch.rmp. Das sollte eigentlich funktionieren. Ich glaube, das ist eines meiner Probleme mit Fuduntu. Wenn ich GNOME 3 vermeiden möchte, würde ich lieber zu Xfce greifen ...

      • frankk sagt:

        Ich verwende Gnome 3 und bin zufrieden damit 🙂 , sollte nur ein Hinweis sein. Xfce ist schön aber irgendwie vermisse ich da was. Kann nicht mal sagen was aber wollte vor 2 Monaten migrieren und bin nach 2 Wochen zurück zu Gnome.

        UbuntuStudio verwendet jetzt übrigens auch Xfce ist mir vorhin aufgefallen.

    • tux sagt:

      Aiurus habe ich unter Fedora noch nie gesehen.

  5. elion sagt:

    Mich stört das ganze Google Gedöns, ansonsten interessant. Ein schönes Hintergrundbild würde aber nicht schaden 😉

    • Eddy sagt:

      @elion:
      Was man nicht benötigt kann man getrost risikolos deinstallieren. Auch das *Google Gedöns*
      linux Wallpaper gibts bei GOOGLE wie Sand am Mehr.

      Wegen LVM und dem wesentlich aktuelleren Kernel habe ich mir Fuduntu auf Platte installiert.
      Anders als bei Ubuntu, wurde meine komplette Hardware ohne anschließendes Gefrickel komplett erkannt. Z.B. der BCM4311 WLAN Chip.
      So muss es sein. Alles läuft "out of the box"

      Ich finde Fuduntu ne einfach geile Sache.

  6. Thomas sagt:

    Ich hab gefuehlt 1000000000000000 Distributionen auf dem Aspire One ZG5 gehabt aber keine læuft so perfekt wie Fuduntu... Eigentlich bin ich vøllig LXDE geprægt aber was die Jungs da abgeliefert haben ueberzeugt mich 100%

  7. Wolfgang sagt:

    Kann mich Thomas nur anschließen. Echt geiles Teil. Habe es vor 2 Tagen auf meinem Asus Netbook installiert. Läuft wirklich super und alles drauf was ich so brauche. Ich hoffe die Jungs machen weiter so. Werde mich in ein paar Wochen nochmal melden. Langzeittest.

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