Linux Mint 17.2 Cinnamon und MATE sind veröffentlicht

1 Juli 2015 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Die Entwickler von Linux Mint haben Linux Mint 17.2 Rafaela zur Verfügung gestellt. Es gibt Varianten mit den Desktop-Umebungen Cinnamon und MATE.

Linux Mint 17.2 Rafaela Cinnamon

Die sichtbarste Neuerung ist ohne Zweifel Cinnamon 2.6. Bei der Desktop-Umgebung gibt es sehr viele Verbesserungen. Sowohl optisch als auch bei der Performance haben sich die Entwickler mächtig ins Zeug gelegt. Dem Dateimanager Nemo wurde eine Warteschlange spendiert und so weiter.

Linux Mint 17.2 enthält Cinnamon 2.6 und Nemo hat eine Warteschlange

Linux Mint 17.2 enthält Cinnamon 2.6 und Nemo hat eine Warteschlange

Seit den Release-Kandidaten von Linux Mint 17.2 hat sich in Sachen neuen Funktionen nichts mehr getan – das ist auch wenig verwunderlicht.

Im Tool für die Anwendungspaketquellen lassen sich PPA-Archive öffnen und man kann die darin enthaltenen Pakete inspizieren. Weiterhin kann das Tool fremde Pakete auflisten und diese auf Wunsch downgraden. Fremdpakete sind ein neues APT-Konzept in Linux Mint. Der Ursprung ist nicht bekannt und es gleicht keinem Paket, das in den Repositories vorhanden ist.

Ein Downgrade auf die offiziellen Versionen kann manchmal von Vorteil sein. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man Romeo (instabiles Repository) temporär aktiviert hat und man möchte eine Rolle Rückwärts machen. Die Funktion ist auch dann hilfreich, wenn man aus Versehen Repositories aktiviert hat, die zum System nicht kompatibel sind.

Die Prozedur ist sehr einfach. Man löscht einfach das PPA oder Repository, das man nicht mehr länger verwenden möchte. Danach frischt man den APT Cache neu auf. Nun kann man via Wartung ein Downgrade durchführen.

Linux Mint 17.2: Fremdpakete (Quelle: linuxmint.com)

Linux Mint 17.2: Fremdpakete (Quelle: linuxmint.com)

Bessere Unterstützung für UEFI, NVIDIA und Optimus-Grafikkarten

Grub wurde bei Linux Mint 17.2 aktualisiert. Somit gibt es verbesserte Unterstützung für UEFI und verbesserte Kompatibilität zu neueren Computern. Viele Boot-Probleme und grafischer Schluckauf sind laut Angaben der Entwickler ausgemerzt.

Die Grafikkarten-Treiber von NVIDIA wurden von Version 331.113 auf 346.72 aktualisiert. Damit unterstützt Linux Mint 17.2 neuere Chipsätze von NVIDIA.

MDM hat bessere Unterstützung für NVIDIA Prime. Sind in Computern NVIDIA Optimus-Grafikkarten verbaut, kann man nun mit einem einfachen Abmelden und Anmelden zwischen Intel und NVIDIA umschalten. Man muss den Rechner nicht mehr neu starten.

Ein Symbol in der Systemleiste zeigt außerdem an, welche Grafikkarte im Moment aktiv ist. Über das Symbol lässt sich auch umschalten.

Linux Mint 17.2: Cinnamon und Prime (Quelle: linuxmint.com)

Linux Mint 17.2: Cinnamon und Prime (Quelle: linuxmint.com)

Das Theme MintX GTK ist nun auch in grau verfügbar und es gibt neue Hintergrundbilder / Wallpaper. LibreOffice wurde auf Version 4.4.3 aktualisiert und das Tool für die USB-Abbilderstellung kann mit einer größeren Vielfalt an USB-Sticks umgehen. HPLIP hat man als Version 3.15.2 integriert, womit mehr HP-Drucker unterstützt werden.

HAL wurde für DRM-Playback in Adobe Flash wieder eingeführt. Das hilft bei bestimmten Video-Seite, aber nicht allen. Es gibt ein Tutorial mit einem Workaround bei Problemen mit DRM / Flash.

Zu den Minimalanforderungen von Linux Mint 17.2 Cinnamon gehören

  • 512 MByte RAM (ein GByte ist empfohlen).
  • Neun GByte Festplattenplatz (20 GByte empfohlen).

Linux Mint 17.2 basiert auf Ubuntu 14.04 Trusty Tahr und ist somit eine LTS-Version (Langzeitunterstützung / Long Term Support). Updates und Security-Upgrades gibt es bis 2019. Die offizielle Ankündigung  für Linux Mint 17.2 Cinnamon findest Du hier.

Linux Mint 17.2 MATE

Fast alle der bei der Cinnamon-Version beschriebenen Funktionen treffen ebenfalls auf die MATE-Variante zu. Der große Unterschied liegt natürlich bei der Desktop-Umgebung. In diesem Fall ist MATE 1.10 enthalten.

Neu ist zum Beispiel, dass man beim Dateimanager Caja die Erweiterungen in Echtzeit aktivieren und deaktivieren kann.

Dank einer neuen Audio-Bibliothek (libmatemixer) kann MATE nun die Mixer-Funtionalität komplett ausnutzen und kann außerdem selbständig PulseAudio, ALSA und OSS erkennen und verwenden.

Linux Mint 17.2 und libmatemixer (Quelle: linuxmint.com)

Linux Mint 17.2 und libmatemixer (Quelle: linuxmint.com)

Du findest die offizielle Ankündigung für Linux Mint 17.2 MATE hier.

Download Linux Mint 17.2

Linux Mint 17.2 gibt es in den Varianten Cinnamon und MATE für jeweils die Architekturen x86 und x86_64. Es stehen viele Spiegel-Server zur Verfügung, die Du in den offiziellen Ankündigungen findest. Persönlich bevorzuge ich Torrent.

Cinnamon:

MATE:

Upgrade auf Linux Mint 17.2

Wer den Veröffentlichungs-Kandidaten installiert hat, muss lediglich die Level-1-Updates via Aktualisierungsverwaltung (Update Manager) einspielen.

Wer Linux Mint 17 oder Linux Mint 17.1 im Einsatz hat, der möchte sich ein paar Tage gedulden. Es wir eine neue Version der Aktualisierungsverwaltung geben und dann die Option auf das Upgrade. Sobald das soweit ist, wird man eine entsprechende Ankündigung tätigen.

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2 Kommentare zu “Linux Mint 17.2 Cinnamon und MATE sind veröffentlicht”

  1. Tore sagt:

    Danke für den ausführlichen (deutschen) Artikel mit den Änderungen. Man muss nicht darauf warten, bis in der Aktualisierungsverwaltung die Möglichkeit zum UPgrade angeboten wird. Um manuell upzugraden, muss man nur in /etc/apt/official-repories.list.d (genauen Dateinamen kann ich grad nicht nachschauen)die einträge von qiana bzw. rebecca auf rafaela ändern. Dann im Terminal ein "sudo apt-get update && sudo apt-get-distupgrade" und das System wird aktualisert. Alternativ geht natürlich auch die Aktualisierungsverwaltung oder Synaptic.
    Btw. auf linuxmintusers.de werden neben den englischen Isos auch deutsche ageboten. Das ist für Einsteiger vielleicht etwas vorteilhafter und allemal besser als Downloads von Chip.de etc..

    Gruß
    Tore

  2. Tore sagt:

    Korrektur: Es muss "sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade" heissen.

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