Nautilus 3.6 ist eine Katastrophe: Linux Mint forkt den Dateimanager

4 September 2012 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Clownfisch Teaser 150x150Nemo wird der neue Dateimanager für Cinnamon, hat Clement Lefebvre angekündigt. Nun fragt sich der Linuxer zurecht – wer oder was ist Nemo? Es handelt sich hier um einen Fork von GNOMEs Dateimanager Nautilus (Version 3.4), den Lefebvre in Version 3.6 als eine Katastrophe bezeichnet hat. Die Entwickler würden Funktionen entfernen, die man im Linux-Mint-Lager als Voraussetzung betrachtet. In der Vorstellung zu Nemo hat man außerdem Canonicals Entscheidung begrüßt, weiter auf Nautilus 3.4 zu setzen – allerdings kam diese Entscheidung für Linux Mint zu spät, da man bereits erste Gehversuche mit Nemo hinter sich gebracht hat. Außerdem würde das nun eine temporäre Lösung für Ubuntu und Linux Mint sein.

Man hat auch mit Caja aus dem MATE-Projekt geliebäugelt und ist der meinung, dass dies ein wesentlich besserer Dateimanager ist. Allerdings ist Caja eben für MATE entwickelt und Cinnamon baue auf GNOME auf. Es handle sich schließlich nicht nur um einen Datei-Browser, sonder die Integration in das große Ganze sei ebenfalls sehr wichtig. Mit Cinnamon hat man sich zur Aufgabe gemacht, dass GNOME weniger und weniger sichtbar ist – eine kleine Vorschau zu Cinnamon 1.6 wurde vor wenigen Tagen ausgegeben.

Was Dolphin für KDE ist, soll Nemo für Cinnamon werden. Clement Lefebvre orakelt sogar, dass es nur eine Frage der zeit sei, bis Unity einen eigenen Dateimanager bekommt. Der Hauptentwickler von Liunx Mint erklärt auch brav die Unterschiede zwischen Nautilus 3.6 und Nemo 1.0.0:

  • Alle Funktionen, die Nautilus 3.4 hatte und die in Version 3.6 weggenommen werden. Als Beispiele gibt Lefebvre Desktop-Symbole, kompakte Ansicht und so weiter an.
  • Im Terminal öffnen
  • Als root öffnen
  • Eine Fortschrittsanzeige ebi Dateioperationen beim Kopieren und Verschieben von Dateien.
  • Vernünftige GTK-Bookmark-Management
  • Volle navigations-Optionen (zurück, vorwärts, hoch, neu laden)
  • Möglichkeit zwischen Pfaden und Breadcrumb Widgets zu wechseln (wie übersetzt man das eigentlich, Semmelbrösel-Dingsbums wird es ja wohl nicht sein 🙂 )
  • Viel mehr Konfigurations-Optionen.

Voraussichtlich wird man Nemo weiterhin spendieren:

  • Eine vernünftige Status-Leiste
  • Ein Layout, das sich mehr an Caja anlehnt
  • Konfigurierbare Toolbar-Knöpfe für versteckte Funktionen (view-selection, Zoom-Ebenen und so weiter).

Langfristig will man:

  • eine Actio-API haben, die eine Definition von context-menu-Aktionen erlaubt.
  • Bessere Widgets – man möchte hier von Marlin lernen
  • bessere Suchfunktion

Aussehen tut Nemo ähnlich zu Nautilus. Derzeit seien die sichtbaren Unterschiede lediglich die Tollbar und die Seitenleiste. Als größten Vorteil von Nautilus gegenüber Nemo bezeichnet Lefebvre, dass es GTK-Themes für den GNOME-Dateimanager gibt. Hier ist man noch nicht sicher, wie man das behandelt. Entweder muss jedes Theme Unterstützung für Nemo bekommen oder man versucht dem eigenen Dateimanager Unterstützung für Nautilus-Themes beizubringen.

Nemo mit Elementary (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Nemo mit Elementary (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Nemo mit Mint-X (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Nemo mit Mint-X (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Die Geschichte zur Namensgebung ist witzig, finde ich. Man hat sich für nemo entschieden, weil dieser unter anderem der Kapität von Nautilus war (Jules Verne) – wer anders als Nemo könnte Nautilus wieder in das richtige Fahrwasser bringen? Auf den berühmten Clownfisch wird ebenfalls referenziert.

Die Entwickler weisen darauf hin, dass sich Nautilus weiter mit Cinnamon benutzen lässt. Beim Einsatz einer Alternative rät man aber zu Marlin oder Caja. Man solle im Hinterkopf behalten, dass Cinnmon und Nemo noch starke Bindung zu Nautilus haben, was sich allerdings in der Zuknft ändern soll. Unter Cinnamon laufe jeder Dateimanager, aber es wird funktionabler mit Nemo.

Nemo wird offiziell veröffentlicht, wenn Cinnamon 1.6 debütiert. Höchstwahrscheinlich ist es auch der Dateimanager in Linux Mint 14 „Nadia“. Mit dem neuen Nautilus scheinen einige auf Kriegsfuß zu stehen, wie ich heute schon berichtet habe.

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4 Kommentare zu “Nautilus 3.6 ist eine Katastrophe: Linux Mint forkt den Dateimanager”

  1. tux. sagt:

    Breadcrumb-Widgets: Brotkrumen-Navigation. Gern geschehen.

  2. Mintkatze sagt:

    Also ich muss sagen: nemo gefällt mir deutlich besser als nautilus. Nemo hat mehr funktionen, zieht deutlich weniger CPU-Leistung bei besserer Funktionalität. Von daher fände ich es prima, wenn Clement Lefebvre dem nemo beibringen könnte, auch nautilus-themes und die gtk3-themes zu unterstützen.

    Die nemo muss hier angepasst werden, damit es nautilus-themes und gtk3-themes unterstützt.

    Den neuen Cinnamon-Dekstop kann man sehr schön themen, es kamen neue Funktionen, die ihn noch besser machen und daher hoffe ich mal, dass Cinnamon 1.6.1 und nemo es in LinuxMint 14 schaffen!! Nemo ist deutlich besser als nautilus. Deswegen habe ich bei mir nautilus bereits aus der Installation rausgeworfen. Tschüüß nautilus!

  3. Mintkatze sagt:

    Also: ich muss ehrlich nochmal sagen: Danke Clem für diesen super Filemanager. Meine CPU sagt echt total DANKE zu dir. Sie bleibt seit dem deutlich kühler und braucht nochmal weniger Power!! mach weiter so Clem!! Ich genieße jeden Tag mit dem neuen Filemanager nemo!

    Aber eine Frage: werden die ganzen nautilus-Scripte irgendwann zu nemo kompatibel sein? Ich vermisse da noch ein paar Funktionen aus diesen Scripts, die ich noch gerne zurückhätte. Ist dass auch noch geplant oder wie sieht es da aus??

    Grüße
    eure Mintkatze

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