openSUSE 12.2 RC1 sollte Linus Torvalds besänftigen – KDE- und GNOME-Version kurz angetestet

14 Juli 2012 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

openSUSE LogoDer erste Veröffentlichungs-Kandidat von openSUSE 12.2 kommt mit Verspätung. Stefan Kulow hatte sich vor nicht allzulanger Zeit beschwert, dass openSUSE dringend ein neues Entwicklungs-Modell brauche. Nun ist aber RC1 da und die Entwickler beschreiben die wichtigsten Änderungen seit der Beta 2.

Grub wurde auf die finale Version 2.0 aktualisiert und es wurden Fixes in Sachen udev eingespielt. udisks und udisks2 verstecken nun LVM-RAID-Partitionen. Aus einem aktualisierten Upstream-Patch sind außerdem viele Fixes in autofs eingeflossen. Ebenso berichten die Entwickler von vielen systemd-Fixes. Viele Pakete würden systemd-Dateien enthalten und diese wurden somit aus dem systemd-Paket entfernt. Als Beispiel nennen die openSUSE-Macher in der offiziellen Ankündigung Plymouth, das auf Version 0.8.5.1 aktualisiert wurde. rpm ruft beim Installieren neuer init-Scripten systemctl daemon-reload auf.

In Sachen Paket-Management wurde zypper auf Version 1.7.3 aktualisiert und die Entwickler haben diverse Bugs, wie zum Beispiel bei ALSA ausgebessert. X.Org ist als Version 1.12.3 vorhanden und auch hier gab es viele Fixes.

Als Desktop-Umgebungen bieten die Entwickler installierbare Live-CDs mit GNOME oder KDE an. Alternativ kannst Du auf LXDE 0.5.1 oder Xfce 4.10 zugreifen.

  • Ubuntu 12.10 Quantal Quetzal Alpha 2
openSUSE 12.2 KDE-Version

Die KDE-Variante wirkt runder als die GNOME-Version ...

KDE 4.9 wird es nicht in openSUSE 12.2 schaffen. Man hat es durch die Verspätungen überlegt, wollte aber Stabilität in den Vordergrund stellen und deswegen ist es KDE 4.8.4 geworden. Ein schwerer Fehler in Soprano hatte viele KDE-Programme betroffen und ist ausgebessert. Ebenso haben die Entwickler bei GNOME nachgebessert. Als Beispiel ist aufgeführt, dass das Netzwerk-Applet private Verbindungen erstellen kann, wenn der Anwender keine Berechtigung hat, dies für systemweite zu tun. Updates gibt es unter anderem für Empathy, Tracker, Pidgin, Rhythmbox und Transmission.

openSUSE 12.2 KDE LibreOffice

openSUSE 12.2 KDE: LibreOffice

Als Bürosoftware-Sammlung dient LibreOffice 3.5.4.6 und ein Fehler, der GIMP abstürzen ließ ist ebenfalls behoben. Chromium ist als Ausgabe 22.0.1190 vorhanden, vorinstalliert ist allerdings Firefox 13.

Der weitere Plan sieht vor, dass es im August hauptsächlich um das Ausbügeln von Bugs geht. Am zweiten August soll ein zweiter Release-Kandidat verfügbar sein und die finale Version ist für Mitte September geplant.

Am Ende der Ankündigung noch ein Hinweis in Richtung Linus Torvalds. Der Linux-Vater hatte ja einen Wutausbruch wegen „dämlicher Linux-Sicherheit„, nachdem eines seiner Kinder anrufen und nach dem root-Passwort fragen musste, um in der Schule was ausdrucken zu können. Für alltägliche Aufgaben ein root-Passwort zu benötigen sei schlichtweg idiotisch. Nun haben sich die openSUSE-Entwickler diesen Wutausbruch zu Herzen genommen und die polkit-Privilegien für colord überarbeitet. Nun sollten auch Torvalds Familienmitglieder das Farbmanagement benutzen können, ohne dass danach die Fetzen fliegen. Manchmal bringt es also doch etwas, wenn Linus Torvalds Dampf ablässt. Ohne diese Einlagen wäre auch das ganze Linux-Umfeld wesentlich langweiliger, oder? 🙂

openSUSE 12.2 Applikationen

openSUSE 12.2 GNOME: Applikationen

Ich war ja lange Zeit kein Fan von openSUSE – oder besser gesagt SuSE Linux. Das ist aber schon lange her und war zu der Zeit, als die SuSE-Entwickler versuchten einen komplett eigenen Weg zu gehen (Konfigurations-Dateien). Wenn man von einer anderen Distribution (in meinem Fall damals Red Hat 9) kam, hat man erst einmal gar nichts gefunden. In der Zwischenzeit hat sich das aber gelegt und auch wesentlich verbessert.

Die Installation läuft recht geschmeidig ab und mir gefällt das Farbschema der Distribution recht gut – das Auge computert ja schließlich mit. Ich habe mit sowohl die GNOME- als auch die KDE-Version heruntergeladen und installiert. Auch wenn die GNOME-Version im Vergleich zu früheren openSUSE-Varianten besser geworden ist, bleibe ich dabei, dass sich openSUSE und KDE einfach besser vertragen. Vielleicht ist es nur so ein Gefühl, aber es wirkt einfach runder.

  • Parted Magic 2012_06_26
openSUSE 12.2 - GNOME-Edition

Die GNOME-Ausgabe der beliebten Linux-Distribution mit dem Chamäleon ...

ISO-Abbilder für die Architekturen x86 und x86_64 gibt es im Entwickler-Bereich der Projektseite (auch Torrents): openSUSE-KDE-LiveCD-i686-Build0050-Media.iso (665 MByte), openSUSE-GNOME-LiveCD-i686-Build0050-Media.iso (664 MByte), openSUSE-KDE-LiveCD-x86_64-Build0050-Media.iso (671 MByte), openSUSE-GNOME-LiveCD-x86_64-Build0050-Media.iso (672 MByte)

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2 Kommentare zu “openSUSE 12.2 RC1 sollte Linus Torvalds besänftigen – KDE- und GNOME-Version kurz angetestet”

  1. tux. sagt:

    Das Linux-Umfeld IST langweilig.

  2. Ich will ja nix sagen, aber den Wutausbruch vom Linus konnte ich seeeehr gut nachvollziehen! 😉
    Es ist ja wirklich hanebüchern, zum Drucken Vollzugriff zu benötigen.

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