NordVPN unter Linux und auf dem Raspberry Pi: Installation, GUI, CLI und Tipps

3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

NordVPN hat seinen Linux-Client seit dem ersten Bitblokes-Test von 2018 stark verändert. Die App ist nicht mehr auf ein Debian-Paket und die Kommandozeile beschränkt. Es gibt Pakete für Debian- und RPM-Systeme, ein Snap, eine grafische Oberfläche für GNOME und KDE sowie weiterhin eine umfangreiche CLI. Stand September 2026 ist Version 5.4.0 aktuell, die GUI ist quelloffen und wird seit Version 5.3.0 automatisch mitinstalliert. Raspberry Pi OS gehört laut NordVPN zu den unterstützten Systemen.

Diese Anleitung zeigt Dir, wie Du NordVPN aktuell unter Linux und auf dem Raspberry Pi installierst, Dich anmeldest und typische Fehler behebst. Wenn Du mehrere Anbieter vergleichen willst, ist unser Artikel über die besten Linux-VPNs 2026 die passendere Seite, die Grundlagen stehen in unserer VPN-Übersicht. Hier geht es ausschließlich um NordVPN.

Tipp: NordVPN* funktioniert unter Linux und auf dem Raspberry Pi prima. Links mit Sternchen sind Partner-Links: Schließt Du darüber ein Abo ab, bekommt Bitblokes eine Provision, für Dich ändert sich der Preis nicht.

Welche Linux-Systeme werden offiziell unterstützt?

Die Support-Seite von NordVPN nennt Debian 11 oder neuer, Ubuntu 20.04 oder neuer, Linux Mint 21 oder neuer, Fedora 32 oder neuer und Raspberry Pi OS. Die Release Notes sind strenger: Seit Version 5.3.0 vom August 2026 verlangt die App glibc 2.35, Ubuntu 20.04, Debian 11 und Fedora bis Version 42 hat NordVPN aus dem Support genommen. Praktisch heißt das Debian 12, Ubuntu 22.04, Linux Mint 21, Fedora 43 und Raspberry Pi OS Bookworm oder jeweils neuer. Die App wird als DEB- und RPM-Paket sowie als Snap angeboten, im Repository liegen Pakete für amd64, arm64 und armhf. GNOME und KDE werden für die grafische Oberfläche unterstützt. Community-Distributionen können funktionieren, erhalten laut Anbieter aber nur eingeschränkte Hilfe bei distributionsspezifischen Fehlern.

Die jeweils aktuelle Liste steht in der offiziellen Linux-Installationsanleitung, die Versionsänderungen in den Release Notes auf GitHub. Prüfe beides vor einem größeren Systemwechsel. Ein unterstützter Pakettyp bedeutet nicht automatisch, dass jede ältere CPU-Architektur funktioniert.

GUI oder CLI: Welche Variante passt?

Auf einem Desktop mit GNOME oder KDE ist die grafische Oberfläche bequem. Du wählst den Standort aus einer Liste, änderst Einstellungen, pausierst das VPN für eine wählbare Zeit und startest die Verbindung ohne Terminal. Auf einem Server, einem Raspberry Pi ohne Desktop oder bei Automatisierung bleibt die CLI die bessere Wahl. Beide Varianten können auf demselben System installiert sein, seit Version 5.3.0 ist das sogar der Normalfall.

Die GUI ist keine separate VPN-Technik. Sie steuert denselben Dienst im Hintergrund, und einige Funktionen gibt es weiterhin nur in der CLI. Für Fehlersuche und Skripte sind die CLI-Befehle deshalb weiterhin nützlich. Auf einem Headless-System solltest Du außerdem ein Token für die Anmeldung vorbereiten.

NordVPN mit grafischer Oberfläche installieren

NordVPN nennt für die GUI folgenden Installationsbefehl:

sh <(wget -qO - https://downloads.nordcdn.com/apps/linux/install.sh) -p nordvpn-gui

Der Befehl lädt ein Skript des Anbieters und führt es aus. Das ist bequem, verdient aber einen kurzen Sicherheitscheck. Öffne die offizielle Anleitung selbst, prüfe die Domain und verwende keinen kopierten Befehl aus einem unbekannten Forum. Seit Version 5.3.0 installiert das Skript die grafische Oberfläche ohnehin zusammen mit dem Hintergrunddienst, der Zusatz -p nordvpn-gui bleibt dokumentiert und schadet nicht. Nach der Installation startest Du NordVPN aus dem App-Menü, meldest Dich im Browser an und wählst „Verbindung schützen“. Der Code der Oberfläche ist inzwischen quelloffen und liegt im GitHub-Repository von NordVPN.

Alternativ bietet NordVPN ein Snap-Paket an, das inzwischen ebenfalls die GUI enthält und sich automatisch aktualisiert. Welche Paketquelle Du bevorzugst, hängt von Deiner Distribution und Deinen Update-Regeln ab. In einer streng verwalteten Umgebung ist ein geprüftes Repository oft besser als ein spontanes Installationsskript.

NordVPN als CLI installieren

Für die Kommandozeilen-App nennt NordVPN diesen Befehl:

sh <(curl -sSf https://downloads.nordcdn.com/apps/linux/install.sh)

Ist curl nicht installiert, gibt es eine Variante mit wget:

sh <(wget -qO - https://downloads.nordcdn.com/apps/linux/install.sh)

Nach der Installation meldest Du Dich an und stellst die Verbindung her:

nordvpn login
nordvpn connect
nordvpn status

nordvpn login öffnet normalerweise einen Browser. Auf einem Rechner ohne grafische Oberfläche ist ein Zugriffstoken sinnvoll. Erzeuge es nur in Deinem Nord-Account unter „Erweiterte Einstellungen“. Der Befehl lautet:

nordvpn login --token DEIN_TOKEN

Behandle dieses Token wie ein Passwort. Speichere es nicht im Shell-Verlauf, in einem öffentlichen Skript oder in einem Git-Repository. NordVPN weist darauf hin, dass die Nummer nur einmal angezeigt wird. Du kannst ein Token mit 30 Tagen Laufzeit oder ohne Ablauf erzeugen, für das unbefristete empfiehlt NordVPN die Zwei-Faktor-Anmeldung im Nord-Account. Ein normales nordvpn logout macht das Token ungültig, mit nordvpn logout --persist-token bleibt es für die nächste Anmeldung gültig. Die offizielle Token-Anleitung erklärt auch den Widerruf.

Wichtige Befehle für den Alltag

nordvpn countries
nordvpn connect Germany
nordvpn disconnect
nordvpn status
nordvpn settings
nordvpn set killswitch on
nordvpn set autoconnect on
nordvpn set technology NordLynx
nordvpn set pq on

Mit nordvpn help oder man nordvpn rufst Du die aktuelle Hilfe auf. Das ist verlässlicher als eine lange statische Befehlsliste. Funktionen und Namen können sich mit der App-Version ändern. Beispiel: Seit Version 5.4.0 heißt Threat Protection Lite „Real-time protection“ und wird mit nordvpn set protection on eingeschaltet, ältere Versionen kennen dafür nordvpn set threatprotectionlite on. Seit 5.3.0 gibt es zusätzlich nordvpn pause und nordvpn diagnostics für Support-Anfragen, und die CLI ignoriert Groß- und Kleinschreibung. Die Grundidee ist seit 2018 gleich geblieben: Jeder Befehl beginnt mit nordvpn, danach folgt ein Parameter wie connect, disconnect oder settings.

Ausgabe von nordvpn settings und nordvpn status im Linux-Test von 2018
So sahen settings und status im Test von 2018 aus. Die Befehle gibt es bis heute, die angezeigten Optionen haben sich erweitert.

Der Kill Switch ist ein Notausschalter. Bricht die VPN-Verbindung ab, kappt er sämtliche Netzwerkverbindungen und verhindert damit Datenlecks. Sinnvoll ist das zum Beispiel in einem öffentlichen WLAN. Aktiviere ihn aber erst nach einem Test. Auf einem entfernten Raspberry Pi kann eine falsche Einstellung Deine SSH-Verbindung abschneiden. Unser älterer Bericht zum NordVPN Kill Switch und SSH zeigt, warum Du einen zweiten Zugangsweg bereithalten solltest.

NordVPN auf Raspberry Pi OS

Auf einem Raspberry Pi mit aktuellem Raspberry Pi OS funktioniert die Installation grundsätzlich wie auf Debian. Seit Version 5.3.0 muss es Bookworm oder neuer sein, ein altes Bullseye-System fällt wegen der glibc-Anforderung raus. Im Repository liegen Pakete für arm64 und armhf, also auch für 32-Bit-Installationen. Prüfe vorher Architektur und Betriebssystemversion, führe Systemupdates aus, sichere wichtige Konfigurationen und installiere den Client über die offizielle Quelle. Auf einem Pi ohne Desktop verwendest Du die CLI und den Token-Login. Allgemeine Tipps zum Thema stehen in unserem Beitrag VPN auf dem Raspberry Pi.

NordVPN-Repository mit armhf-Paketen für Debian und Raspbian aus dem Test von 2018
Schon 2018 lagen armhf-Pakete im NordVPN-Repository. Der Client lief damit auf dem Raspberry Pi 3, heute ist Raspberry Pi OS offiziell unterstützt und es gibt arm64- wie armhf-Pakete.

Wenn der Pi als normaler Rechner ins VPN soll, reichen nordvpn connect und die passenden Einstellungen. Soll er den Verkehr anderer Geräte weiterleiten, baust Du dagegen einen Router. Dafür brauchst Du IP-Forwarding, NAT, eine saubere Firewall und Regeln für den LAN-Verkehr. Unser Projekt zum Raspberry-Pi-VPN-Router mit RaspAP behandelt diesen eigenen Anwendungsfall.

Seit Version 3.18.4 blockiert die Linux-App den Verkehr aus dem LAN standardmäßig, sobald das VPN verbunden ist. NordVPN nennt dafür die LAN-Erkennung und Allow-Listen, seit 5.3.0 lässt die LAN-Erkennung auch mDNS durch, damit Drucker und andere Geräte im Netz gefunden werden. Prüfe die Hilfe Deiner installierten Version:

nordvpn set lan-discovery --help
nordvpn set lan-discovery enable
nordvpn whitelist add subnet 192.168.178.0/24
nordvpn settings

Übernimm keine alte Firewall-Regel ungeprüft. Seit Version 5.0.0 arbeitet die App mit nftables statt iptables und einer strikten Default-Deny-Regel. Netzbereich, Interface-Namen und NordVPN-Version müssen zu Deinem System passen.

NordLynx, OpenVPN und Spezialfunktionen

NordLynx basiert auf WireGuard und ist meist die schnelle Standardwahl. Nur mit NordLynx gibt es die Post-Quanten-Verschlüsselung, die Du mit nordvpn set pq on aktivierst. OpenVPN kann in Netzen helfen, in denen andere Protokolle gestört werden. Bei OpenVPN kannst Du zusätzlich zwischen UDP und TCP wählen. UDP ist meist schneller, TCP hilft in restriktiven oder instabilen Netzen. Seit Version 5.4.0 beschleunigt Data Channel Offload den OpenVPN-Durchsatz, sofern das passende Kernelmodul installiert ist. Als dritte Technologie gibt es NordWhisper für Netze, die VPN-Verkehr erkennen und bremsen. Welche Technologien Deine Version kennt, zeigt nordvpn set technology --help.

NordVPN* bietet unter Linux auch verschleierte Server an. Sie tarnen den VPN-Verkehr in Netzen, die VPNs aktiv blockieren. Wie Du sie aktivierst, zeigt unser Beitrag zu den verschleierten Servern von NordVPN unter Linux. In normalen Heimnetzen brauchst Du sie nicht, dort ist die Standardverbindung meist stabiler.

Zwei Funktionen sind seit dem Sommer 2026 dazugekommen oder geblieben: Seit Version 5.1.0 unterstützt die App dedizierte Server inklusive Port-Weiterleitung. Meshnet, das private Netz zwischen Deinen eigenen Geräten, bleibt Teil der Linux-App. NordVPN hatte die Abschaltung zum Dezember 2025 angekündigt und die Entscheidung nach Protesten im September 2025 zurückgenommen. Einschalten kannst Du es mit nordvpn set meshnet on.

Mehr Hintergrund zu WireGuard, OpenVPN und anderen Verfahren findest Du in unserem Vergleich der VPN-Protokolle. Wähle nicht automatisch die exotischste Einstellung.

Fehler: keine Berechtigung für nordvpnd.sock

Bei der Meldung „Permission denied accessing /run/nordvpn/nordvpnd.sock“ empfiehlt NordVPN, den Benutzer zur Gruppe nordvpn hinzuzufügen:

sudo usermod -aG nordvpn $USER

Danach ist ein Neustart oder eine neue Sitzung nötig. Prüfe mit groups, ob die Mitgliedschaft aktiv ist. Führe die NordVPN-App nicht dauerhaft mit sudo aus, nur um die Gruppenregel zu umgehen.

Weitere typische Probleme

Browser-Login funktioniert auf dem Server nicht

Nutze den offiziellen Token-Weg. Kopiere keine Session-Dateien von einem anderen Rechner.

SSH bricht nach der Verbindung ab

Deaktiviere den Kill Switch vor dem Test und erlaube das lokale Netz gezielt. Arbeite bei einem entfernten System über eine Konsole oder mit einem zweiten Zugangsweg.

Lokale Geräte sind nicht mehr erreichbar

Prüfe LAN-Erkennung und Allow-Liste. Die App kann lokalen Verkehr absichtlich blockieren. Öffne nur den nötigen Bereich und keine unnötig großen Netze.

Die Verbindung wechselt von selbst den Server

Das ist seit Version 5.2.0 gewollt: Geht Dein Server in die Wartung, wechselt die App automatisch auf einen anderen im selben Land, in derselben Stadt oder Gruppe. Der Kill Switch bleibt während des Wechsels aktiv.

Die Distribution wird nicht unterstützt

Nutze eine dokumentierte manuelle OpenVPN-Verbindung oder einen anderen Anbieter. Ein Paket mit Gewalt zu installieren macht Updates und Support schwieriger.

Was aus dem ursprünglichen Test von 2018 bleibt

Historische NordVPN-CLI-Hilfe aus dem Linux-Test von 2018
Historischer Stand: Jürgens NordVPN-Linux-Test von 2018.

Jürgen testete den damals neuen Linux-Client 2018 mit einem kostenlosen Testkonto, das NordVPN für den Bericht bereitgestellt hatte. Er probierte die DEB-Installation, CLI-Befehle, CyberSec und den Betrieb auf einem Raspberry Pi 3 aus. Diese Transparenz und die praktische Perspektive bleiben Teil der Artikelgeschichte.

Die damaligen Ergebnisse sind heute jedoch keine aktuelle Produktbewertung. Aus CyberSec wurde Threat Protection, unter Linux seit Version 5.4.0 „Real-time protection“. Die App unterstützt mehr Paketformate, eine GUI und zehn gleichzeitige Geräte. Auch Serverzahl und Funktionsumfang ändern sich laufend. Seine Zero-Logs-Richtlinie hat NordVPN inzwischen mehrfach extern prüfen lassen, zuletzt Ende 2025 zum sechsten Mal durch Deloitte. Was das bedeutet, erklärt unser Beitrag zur Zero-Logs-Richtlinie. Für eine aktuelle Gesamtbewertung mit Preisen verweisen wir auf den NordVPN-Test 2026.

Häufige Fragen

Hat NordVPN inzwischen eine Linux-GUI?

Ja. NordVPN bietet eine grafische Oberfläche für unterstützte GNOME- und KDE-Systeme. Seit Version 5.3.0 wird sie automatisch mitinstalliert, ihr Code ist quelloffen. Die CLI bleibt parallel verfügbar.

Läuft NordVPN auf Raspberry Pi OS?

Raspberry Pi OS steht auf der offiziellen Liste, seit Version 5.3.0 braucht die App aber Bookworm oder neuer. Pakete gibt es für arm64 und armhf. Prüfe trotzdem Version und Architektur Deines Geräts.

Wie viele Geräte darf ich gleichzeitig verbinden?

NordVPN nennt aktuell bis zu zehn Geräte. Ein Router zählt dabei als ein Gerät, schützt aber alles dahinter. Prüfe die Tarifbedingungen erneut, falls diese Zahl für Deine Kaufentscheidung wichtig ist.

Ist das Installationsskript die einzige Möglichkeit?

Nein. Es gibt DEB-, RPM- und Snap-Wege sowie manuelle OpenVPN-Konfigurationen. Nutze die Methode, die zu den Paket- und Sicherheitsregeln Deines Systems passt.

Aktualisiert am 07.09.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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3 Kommentare zu “NordVPN unter Linux und auf dem Raspberry Pi: Installation, GUI, CLI und Tipps”

  1. Helmut says:

    Hallo, Danke für den guten Bericht, eine Frage - kann man die NordVPN App am Raspberry auch für den Start automatisieren oder geht das nur über Openvpn? Danke!

    lg

  2. Helmut says:

    Danke für die Antwort - das ist ja cool, gekauft 🙂

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