Linux Mint auf einem iMac installieren – das läuft wunderbar

20 Juli 2017 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ich habe einen iMac aus dem Jahre 2011 geschenkt bekommen, der sich in sehr gutem Zustand befindet. Freunde brauchen ihn nicht mehr und ich könne das Gerät haben, hat es geheißen. Sie haben mir erzählt, dass ein Start mehrere Minuten dauert und das System auch so sehr langsam ist. Irgendwann wurde der iMac auf Yosemite (10.10) aktualisiert und ab da ging es wohl mit der Performance bergab. Das wundert mich im Nachhinein ehrlich gesagt auch gar nicht, denn der iMac ist nur mit 4 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet.

Die Hardware

Fangen wir aber erst einmal mit der Hardware im Allgemeinen an. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um einen iMac 21,5″ handelt, der aus dem Jahre 2010 ist. Wir bestätigen das mithilfe dieses Befehls, sobald Linux installiert ist:

sudo dmidecode --type 1
Es ist also ein iMac11,2

Es ist also ein iMac11,2

Wie bereits erwähnt, hat der iMac 4 GByte RAM. Als Prozessor dient ein Intel Core i5 mit 3,6 GHz. Der Massenspeicher ist eine Festplatte mit einem TByte Storage (7200 rpm). Als Grafikkarte ist eine AMD/ATI Mobility Radeon HD 5730/6570M verbaut. Der Bildschirm hat eine Auflösung von 1920×1080.

Die Hardware des iMac verständlich

Die Hardware des iMac verständlich

Weiterhin sind vier USB-2.0-Ports, FireWire 800, Thunderbolt und eine GBit-Netzwerkkarte enthalten. WLAN und Bluetooth verstehen sich von selbst. Webcam und eingebautes Mikrofon hat der iMac ebenfalls.

Installation von Linux Mint 18.2 Cinnamon

Die Installation von Linux Mint 18.2 Sonya verlief absolut ohne Probleme. Du erstellst Dir wie bekannt einen bootfähigen USB-Stick, zum Beispiel mit Etcher, und startest davon. Du musst beim iMac lediglich die Taste Option (Alt) beim Einschalten drücken, damit Du ein anderes Startmedium auswählen kannst. Da Linux Mint 18.2 und andere moderne Distributionen mit EFI umgehen können, ist der Rest ein Kinderspiel.

Die Hardware wird, soweit ich das sehen kann, vollständig erkannt. Selbst WLAN-Karte läuft ohne weiteres Eingreifen. Die Installation dauert je nach Internet-Geschwindigkeit (falls Du Pakete gleich während der Installation herunterlädst) etwas.

Die Webcam funktioniert, das eingebaut Mikrofon ebenfalls. Nachdem Yosemite von der Platte geputzt war, ist das Gerät echt schnell. Es könnte sogar noch viel schneller sein, aber …

Sämtliche Hardware funktioniert

Sämtliche Hardware funktioniert

Viele meiner ersten Schritte nach der Installation von Linux Mint 18 kannst Du auch hier anwenden.

Die Falschenhälse oder Bottlenecks

Ich möchte noch kurz auf die offensichtlichen Flaschenhälse eingehen.

USB 2.0 ist nicht ideal. Meine meisten externen Datenträger sind bereits mit USB 3.0 ausgestattet. Ganz so wild ist es aber auch nicht, da ich in der Regel nicht so große Daten habe, die man nicht abwarten könnte. Die meisten Daten synchronisieren sich sowieso über die Nextcloud. FireWire tue ich mir nicht an, weil ich nur dieses Gerät mit der Schnittstelle habe.

4 GByte RAM sind wenig. Linux Mint 18.2 läuft sehr flüssig und gut drauf. Selbst mit einigen offenen Browser Tabs, LibreOffice, Thunderbird, Rambox, Nextcloud Client und was eben so offen ist, hat der Rechner keine Probleme und lagert nicht auf die Festplatte aus. Ganz übliche Office-Aufgaben erledigt der iMac mit Linux Mint 18.2 ohne mit der Wimper zu zucken. Sobald ich aber anfange, Fotos damit zu bearbeiten, sieht die Sache anders aus. Das Gute ist, dass sich RAM bei diesem iMac sehr einfach nachrüsten lässt. Dafür wird unten lediglich eine kleine Platte (drei Schrauben) entfernt und dann kann man das Gerät mit bis zu 16 GByte RAM nutzen. Eine Aufrüstung des Arbeitsspeichers überlege ich mir.

Die Festplatte zu wechseln und ein SSD einzubauen, ist schon mit mehr Aufwand verbunden. Dazu musst Du die Glasplatte abnehmen, das Display entfernen und kommst dann erst an den Datenträger. Das lasse ich sein, glaube ich. Wenn es mal richtig schnell sein muss, dann habe ich noch mein InfinityBook.

Die besten Seiten am iMac und kurzes Fazit

Der Bildschirm ist schon sehr hübsch. Alles ist gestochen scharf und die Farben kommen Klasse rüber (habe auch kalibriert). Nur ein einziges Problem habe ich derzeit. Die Helligkeit lässt sich nur umständlich regeln. Der Bildschirm selbst hat keine Regler und über die in Linux Mint eingebauten Mechanismen funktioniert es nicht. Mit xbacklight klappt es ebenfalls nicht. Lediglich eine Steuerung über die Konsole mit xrandr funktioniert. Bei mir sieht das so aus:

xrandr --output eDP --brightness 0.5

Vielleicht belege ich ein paar Tastaturkürzel mit einigen vorgefertigten Werten. Vielleicht finde ich auch ein optimale Einstellung und lasse das gleich beim Anmelden regulieren. Ich weiß es noch nicht.

Der iMac ist sehr leise. Er kühlt sich über das Aluminiumgehäuse, wird dadurch aber echt gut warm.

Ich habe zum Spaß auch Kodi 17.3 installiert und das macht bei dem Bildschirm richtig Spaß. Daraus wird aus dem iMac ein kompaktes Heimkino. Storage ist ja mit einem TByte genug vorhanden. Die eingebauten Lautsprecher sind ebenfalls gar nicht mal so schlecht. Das Gerät ist wirklich schick, kaufen würde ich es mir aber trotzdem nicht – als Geschenk habe ich den iMac natürlich sehr gerne genommen. Ich kann und werde ihn einsetzen. Für viele tägliche Aufgaben ist der etwas ältere iMac mehr als schnell genug.

Eigentlich würde ich ihn ganz gern als externen Bildschirm nutzen, aber das ist leider nicht so einfach.

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6 Kommentare zu “Linux Mint auf einem iMac installieren – das läuft wunderbar”

  1. Ingo sagt:

    Hallo,

    der Einbau einer SSD ist gar nicht schwer. Habe ich bei meinem 2010er 27" iMac auch gemacht. Ist kein Hexenwerk. Ich habe dafür das DVD-Laufwerk ausgebaut, einen entsprechenden Rahmen für die SSD eingebaut (gibt's bei amazon) und das war es auch schon. Die Frontscheibe bekommt man mit jedem Saugnapf (z.B. Auto-Handyhalterung) ab.

    Gruß Ingo

  2. Sergio sagt:

    Für Applebasteleien am besten vorher bei ifxit vorbeischauen. 🙂

    https://www.ifixit.com/Device/iMac_Intel_21.5%22_EMC_2389

    Das müsste Dein Rechner sein.

  3. jke sagt:

    Kann das Upgrade auf eine SSD auch nur empfehlen, außerdem kann man bei der Gelegenheit sogleich innen alles reinigen. Beim Zerlegen aber auf die kleinen Käbelchen des Displays achten. Und wenn man das DVD-Laufwerk ersetzt (und es stattdessen außen betreibt), kann man die 1TB HDD drin lassen. Auf der steckt nämlich ein Tempsensorkabel, und wenn das nicht drinsteckt, dann läuft der Lüfter auf Max. Bisher aber auch nur unter OSX beobachtet. Daher ist die Variante mit dem DVD-Laufwerk die bessere Option, zumal auch der Umbau leichter ist (viele günstige 2,5" Halterungen passen nicht in der 3,5" Halterung).

    Übrigens wenn es mal nicht läuft (schwarzer Bildschirm), ist meistens nur die Grafikkarte defekt. Die kann man aber mit Heißluft nachlöten und mit neuer Wärmeleitpaste bestücken. Die Dinger sind dankbare Hardware, machen Spaß beim Reparieren.

  4. Matthias Schuster sagt:

    Vielleicht postest du ja ein follow-up, über den Einbau der SSD und so

    • jdo sagt:

      Habe derzeit ehrlich gesagt nicht vor, ein SSD einzubauen. Die Kiste macht, was sie soll. Habe RAM nachgerüstet und wenn der iMac Mal gestartet ist, kratzt er nur noch wenig auf der Platte. Also mir ist es schnell genug

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