Zotac ZBOX: Ein idealer Heimserver mit Linux
Vor kurzer Zeit wollte mein treuer Server nicht mehr richtig funktionieren. Hat sich einfach von selbst ausgeschalten. Ein Hitzeproblem konnte ich allerdings nicht feststellen. Der Gedanke war nun, versuchen, den Fehler zu finden und noch mal Geld in eine 6 Jahre alte Kiste – mit einem hervorragenden Celeron! đ – zu investieren, oder sich nach etwas anderem, modernerem, leiserem, kompakterem umzusehen, was auch noch weniger Strom braucht.
Meine Wahl fiel auf die Barebone-Ausgabe der Zotac ZBOX ID12. Dieses GerĂŒst bringt IntelÂź Atom D525, IntelÂź NM10 Express, IntelÂź Graphics Media Accelerator 3150, Gigabit-LAN, WLAN, HD-Sound, 2x DDR3-RAM (SO-DIMM), 1x SATA 3Gb/s, 1x eSATA, 6x USB 2.0 und einen SD-Kartenleser mit sich. Die Abmessungen des GehĂ€uses sind 188 x 44 x 188 mm. Das GerĂ€t kostet zirka 166 Euro. Nun haben ich noch 2 GByte Arbeitsspeicher fĂŒr 12 Euro und eine 1-TByte-Festplatte (2,5″) fĂŒr 80 Euro reingesteckt und schon war mein Server in Sachen Hardware fertig.
ZunĂ€chst einmal habe ich den Rechner mit einem Live-System (Xubuntu 12.04) getestet, ob auch alles funktioniert. Das tut es: WLAN, SD-Kartenleser und so weiter. Ich bin von der Geschwindigkeit des kleinen Rechenknechts durchaus angetan. Ein Rechner fĂŒr aufwendige Video- und Bildbearbeitung ist es zwar weniger, ganz zu Schweigen von Hardware-hungrigen 3D-Spielen, aber das ist auch nicht der Anspruch dieses Computers.
Ich habe mich dann fĂŒr Xubuntu 12.04 gleich als Basis fĂŒr meinen Server entschieden. Eigentlich gibt es 2 HauptgrĂŒnde, keinen kopflosen (Headless) Server zu erstellen.
Der erste ist, dass die ZBOX einen HDMI- und einen VGA-Ausgang hat. Mein Bildschirm hat einen HDMI- und einen VGA-Eingang. Am HDMI hĂ€ngt das Notebook und am VGA nun die ZBOX. Wenn ich nur schnell mal was nachschauen möchte, kann ich das mit Xubuntu auch schnell tun, ohne meinen Notebook hochfahren zu mĂŒssen. Der Server lĂ€uft sowieso durch.
Zu den USB-AnschlĂŒssen ist zu sagen, dass sich hinten 4 davon befinden. Ein USB-GerĂ€t lĂ€sst sich vorne einstecken und ein Anschluss befindet sich auf der Oberseite. Also egal, wie man die ZBOX aufstellt, man kommt immer an einen USB-Anschluss.
Der zweite Grund ist Calibre. Man kann die Verwaltungs-Software fĂŒr eBooks zwar auch headless verwenden, aber ich mag die OberflĂ€che. AuĂerdem ist die Konfiguration einfacher, wenn man sich zum Beispiel die FrĂŒhstĂŒckszeitung automatisch zusammestellen lassen möchte.
Weiterhin habe ich auf dem Server ownCloud 4.5 am Laufen. Meine Freundin hat den Sync-Client auf dem Mac und ich auf Linux. Normalerweise sichern wir beide abgeschlossene Projekte auf externe Festplatten in ein Archiv – also jeder hat da seine eigene Verwaltung. Bei laufenden Aufgaben oder noch nicht gesicherten Daten ist eine automatische Synchronisation schon sehr angenehm. Man muss sich einfach nicht mehr dauernd eine Datensicherung sorgen. Allerdings ist der Sync-Client fĂŒr den Mac wirklich unglaublich langsam. 10 GByte haben zirka 24 Stunden gedauert. Das Problem besteht wohl auch bei Windows-Clients und ist hier im Forum von ownCloud.org beschrieben. Eine Lösung habe ich bisher nicht gefunden. Gut, die Daten des Mac sind nun durch die erste Synchronisation durch und nun sollte der Fehler vorerst ein kleineres Problem sein. Via Browser funktioniert der Upload normal schnell.
ZusÀtzlich lÀuft Samba auf dem Serverchen. Hier ist ein Ordner eingerichtet, auf den wir beide gemeinsam genutzte Dateien ablegen. Des Weiteren dient die schuckelige Kiste als Proxy-Server (Squid), um Internetzugriffe etwas zu beschleunigen. HÀufig liest man die selben Nachrichten und warum doppelt aus dem Internet holen, wenn man es schneller aus dem internen Netzwerk realisieren kann. Das ist zwar nciht unbedingt notwendig, aber wenn der Server schon da ist, nutze ich diese Funktion auch.
Der einzige nachteil gegenĂŒber meinem alten Server ist, dass die ZBOX nur eine Festplatte hat. NatĂŒrlich möchte ich meinen Server auch sichern. Das reicht mir an dieser Stelle einmal pro Tag. Die wichtigsten Daten befinden sich auf meinem Arbeitsrechner und in der ownCloud. Um ein Backup der ZBOX zu machen, verwende ich mein Script, das rsync abfeuert, sobald ich eine externe USB-Festplatte einstecke.
Die ZBOX selbst ist angenehm leise. Ist es ganz still, hört man den LĂŒfter zwar, aber im normalen Tagesbetrieb ist der KĂŒhlmechanismus eigentlich nicht wahrzunehmen. Der Rechner sieht dazu noch schick aus. Ein weiteres groĂes Plus ist, dass man die ZBOX ohne Schraubenzieher öffnen kann. Man dreht hinten einfach zwei Schrauben auf und schiebt die Abdeckung nach vorne. Die gleiche Schraube befindet sich auch im Inneren fĂŒr die Festplatten-Halterung. An den Arbeitsspeicher kommt man natĂŒrlich genauso einfach.
Super angenehm ist auch, dass der Hersteller einen Standfuà mitliefert. Damit lÀsst sich die ZBOX platzsparend aufstellen. Noch besser ist aber die vorhandene Wandhalterung. Damit könnte man die kleine Kiste komplett aus dem Weg rÀumen und zum Beispiel hinter dem Schreibtisch an die Wand hÀngen.
Ich habe das GerÀt nun seit 3 Wochen am Laufen und es funktioniert alles vollstÀndig nach meiner Zufriedenheit. Ich wollte nicht gleich nach Erhalt in Jubel ausbrechen und dann spÀter feststellen, dass es Probleme gibt. Bisher konnte ich keine feststellen. Ich mag mein kleines Serverchen.
Die ZBOX macht sich bestimmt auch gut fĂŒr Office-Rechner, Surfstationen und so weiter. Wie weiter oben erwĂ€hnt ist es kein Hochleistungs-Rechner, aber ein solide schneller und gĂŒnstiger Computer mit jeder Menge Anschlussmöglichkeiten. Und Linux lĂ€uft 1a darauf. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht … ZBOX? đ



























Du erwÀhnst im ersten Absatz, dass du etwas mit weniger Stromverbrauch haben wolltest, lÀsst dann aber keine Zahlen folgen. Wie viel verbraucht das Teil?
Ich habe es nicht gemessen - habe aber gelesen, dass die ZBOX im Leerlauf 15 Watt braucht (und meine langweilt sich die meiste Zeit). Auf jeden Fall wird diese Konstellation wesentlich weniger brauchen als mein Uralt-Celeron mit 2x 3,5" Festplatten und einer 2,5" - ich schÀtze mal, hier darf man wohl einen Leerlauf von 40 - 60 Watt annehmen - ich kann mich aber auch tÀuschen.
Hallo JĂŒrgen,
vielen dank fĂŒr den Artikel. Kannst du etwas zur Wiedergabe von HD-Videos sagen?
Der VorgÀnger ZBOX ID11 kam wohl unter Ubuntu 10.04 etwas ins stocken. Ist das mit der ID12 auch der Fall?
GruĂ
Christian
Hallo Christian,
ich hab es gerade eben mal laufen lassen. Also Full-HD (1920x1080) geht gar nicht - das wird zur Diashow. HD (1280x720) zuckt auch in einer Art, dass es eigentlich unbrauchbar ist. Das trifft auf die Dateien zu, die direkt aus meiner Canon EOS 7D kommen und die sind im MOV-Format (Quicktime h.264) abgespeichert.
Wandle ich die Clips mit ffmpeg2theora in ogv-Dateien, wird es fĂŒr Full HD auch nicht besser, aber HD lĂ€uft dann ohne Ruckeln. Das gilt fĂŒr ffmpeg2theora Standard mit Video-QualitĂ€t 6. Stelle ich ffmpeg2theor mittels -v auf die höchste QualitĂ€t 10, gibt es wieder kleine Ruckler - allerdings nicht so schlimm wie mit der MOV-Datei. Beim Ansehen nervt es trotzdem.
Alle Clips wurden mit VLC und Parole angesehen. Ich hoffe das hilft Dir weiter.
Wie bereits erwĂ€hnt ist die ZBOX kein Supercomputer und fĂŒr Video- oder Bildbearbeitung (groĂe Bilder, viele Ebenen) sicherlich zu schwach auf der Brust. Aber als Office-Rechner, Surfstation und kleiner Heimserver taugt das Ding locker.
Hey, vielen Dank fĂŒr die schnelle und ausfĂŒhrliche Antwort. Mich hatte es interessiert, ob man die ZBOX eben auch parallel als Mediacenter einzetzen kann, wenn sie sowieso schon lĂ€uft. Vielen dank fĂŒrs Ausprobieren!
GruĂ
Christian
Die ZBOX gibt es ebenfalls auch mit ATI Grafikship diese hat keine Probleme beim darstellen von HD Filmen đ
Hallo,
inspiriert u.a. von deiner Website möchte ich meine Zbox CI320 als Homeserver betreiben. Ich habe ihn auch entsprechend eingerichtet ud solange Bildschirm und Tastatur angeschlossen sind funktioniert auch alles wunderbar. Ich möchte den Server natĂŒrlich headless betreiben. Im BIOS habe ich die Einstellungen nicht gefunden; kannst du sie mir verraten?
Danke und GrĂŒĂe,
pendecho
Steck den Bildschirm ab und schon ist der Rechner headless.
Hi,
dann bootet die Zbox nicht! Ich dachte, du hĂ€ttest vielleicht im BIOS eine Einstellung Ă€ndern mĂŒssen!
Also meine bootet ohne Bildschirm ohne zu meckern.