Experimentelle Treiber von NVIDIA, AMD und Intel: Ubuntu bekommt weitere Unterstützung als Spiele-Plattform

12 Oktober 2012 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Der Stein kommt immer mehr ins Rollen und mehr und mehr Firmen interessieren sich für Linux, im Speziellen Ubuntu, als Spiele-Plattform. Dass Steam einen Client zur Verfügung stellen möchte, war sogar in der Zeit. Die Unity Game Engine wurde für Linux aufgemöbelt und mit Rochard gleich ein erster, sehr guter Titel zur Verfügung gestellt. Viele Spiele, die Cross-Platform anbieten und derzeit daran entwickeln, werden Unity als Engine verwenden. Darunter auch Wasteland 2 und Obsidians Project Eternity.

Ubuntus Grafik-Chef Bryce Harrington hat nun in seinem Blog eine weitere tolle Neuigkeit geteilt. Man habe hinter geschlossenen Türen eng mit NVIDIA und Intel zusammengearbeitet, um das Portieren von Spielen auf Ubuntu einfacher zu machen.

Kommerzielle Spiele brauchten oft Funktionen, die sich nicht in den stabilen Grafikkarten-Treibern befinden (bleeding edge). Bei Ubuntu sei man allerdings sehr vorsichtig, was das Ausliefern von neuen Treibern betrifft. Zusammen mit Valve hat man nun an einer Lösung gearbeitet, wie man neuere Grafikkarten-Treiber einbringen kann.

In Sachen NVIDIA wird man ein neue Pakete zur Verfügung stellen, die sich irgendwas „nvidia experimental“ nennen. Anwender können diese über die Hardware-Konfiguration einspielen. Einen Beispiel-Treiber gibt es für Precise Proposed. Es handelt sich hier um nvidia-experimental-304. Dieser ist allerdings derzeit lediglich eine Kopie des stabilen Treibers. Der erste echte beta-Treiber wird sich nvidia-experimental-310 nennen. Immer wenn NVIDIA eine neue Beta-Version zur Verfügung stellt, wird das auch auf die Ubuntu-Repositories übertragen. Diese Treiber wird es sowohl für die aktuellen Entwickler-Versionen, als auch für die LTS-Ausgaben geben. Jeden Beta-Treiber wird man vielleicht nicht zur Verfügung stellen. Sollte es neue geben, möchte man diese innerhalb von 3 Tagen nach NVIDIAs Ankündigung anbieten.

Man plant ähnliches mit AMDs FGLRX Beta-Treiber, hat aber bisher noch nicht damit begonnen.

Bei Intel wird man einen andren Weg gehen, um dieses Ziel zu erreichen. Anstatt des Hardware-Dialogs wird man die 12.04-Updates über die x-updates PPA zur Verfügung stellen. Man hat dies in der Vergangenheit benutzt, um Updates für DDX-Treiber, FGLRX und NVIDIA auszugeben. Viele werden das PPA kennen. Damit man aber den Intel-Treiber voll aktualisieren kann, brauche man nicht nur die DDX-Treiber, sondern müsse auch Mesa, die Kernel-Treiber und einige Abhängigkeiten zur Verfügung stellen. Zusammen mit Intel bastelt man an einer Lösung und diese befindet sich hier: intel-graphics-updates. Sobald diese in x-updates einfließt, wird man auch -nouveau und -ati neu bauen, damit das Gebilde konsistent bleibt.

Harrington merkt an, dass die oben genannten Lösungen für Entwickler gedacht sind (somit Benutzung auf eigene Gefahr!). Wer sein System lieber auf der stabilen Seite hat, muss sich noch eine Weile gedulden. Ein größeres Update ist für Ubuntu 12.04.2 geplant, das alle oben genannten Updates plus einige Extras enthält.

Durch diese Schritte erhofft man sich, dass Ubuntu für kommerzielle Spiele attraktiver wird. Das erhofft man sich nicht nur bei Ubuntu … eine ganze Linux-Community schart schon mit den Füßen und freut sich auf tolle Spiele unter Linux. Sie haben auch lange genug geduldig darauf gewartet. Vielleicht ist 2012 das erste Jahr, in dem seit 1743 nicht Battle of Wesnoth als bestes Strategiespiel unter Linux gewählt werden muss – nichts gegen Battle of Wesnoth, ist ein klasse Spiel (vor allen Dingen auf Reisen und dem Netbook), aber ein paar modernere Titel werden Linux sicher nicht schlecht tun.

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Ein Kommentar zu “Experimentelle Treiber von NVIDIA, AMD und Intel: Ubuntu bekommt weitere Unterstützung als Spiele-Plattform”

  1. killx_den sagt:

    Ich hoffe dass das nicht nur für Ubuntu ist sondern dann auch noch für andere Distros ermöglicht wird. Fände es ein bisschen doof wenn jetzt alles nur noch für Ubuntu raus käme :/

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