Schlammschlacht: NVIDIAs Antwort auf Torvalds “Fuck You!”

22 Juni 2012 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

NVIDIA LogoDa ist mal mal ein paar Tage nicht da und schon fliegen die Fetzen. Wenn man im unteren Video auf Minute 49 springt, dann wird Torvalds die Frage nach NVIDIAs Hardware-Unterstützung für Linux gefragt. Torvalds ist ja bekannt für seine unverblümten Aussagen und gibt der Fragestellering Recht, dass die Zusammenarbeit mit NVIDIA nicht einfach sei.

NVIDIA sei mehr eine Ausnahme als eine Regel bei den Hardware-Herstellern in Sachen Linux-Unterstützung. Er nennt NVIDIA öffentlich die schlimmste Firma, mit der er jemals zu tun gehabt hätte, hebt dann noch schmunzelnd den Mittelfinger mit den Worten “NVIDIA: FUCK YOU!”. Jetzt muss man aber der Fairness halber sagen, dass diese Wort im Englischen zwar nicht nett sind, aber auch nicht überbewertet werden sollten und Torvalds hat es mit einem doch recht schelmischen Gesichtsausdruck gesagt.

Nun hat sich NVIDIA zu Torvalds Schimpftirade gemeldet und eine Pressemitteilung ausgegeben. Linux-Unterstützung sei NVIDIA wichtig. Gerade in letzter Zeit würden immer mehr Stimmen laut wegen der Optimus-Technologie, die nur für Windows 7 Unterstützung finde. Die Open-Sourcler seien aber nicht faul gewesen und hätten einen Workaround mit dem Bumblebee-Projekt geschaffen. NVIDIA selbst hätte Änderungen im Installer in den R295-Treibern gemacht, um die Interaktion mit Bumblebee zu vereinfachen.

Einige Leute würden natürlich lieber sehen, wenn NVIDIA etwas offener entwickle oder gar aktiver in der Linux-Kernel-Entwicklung sei. Allerdings sei das nicht der eingeschlagene Weg, auch wenn das nicht jedem schmeckt. Man wolle alle Plattformen oder Betriebssysteme mit gleich gute GPU-Erfahrungen beliefern.

Linux-Anwender würden von der selben täglichen Unterstützung für GPUs profitieren. Die OpenGL-Performance sei unter NVIDIA Linux und NVIDIA Windows gleich.

Man unterstütze eine breite Anzahl an GPUs unter Linux. Dazu gehören die neuesten GeForce-, Quadro- und Tesla-GPUs. Dies gelte für Desktops und Notebooks. Es gebe regelmäßig Treiber-Updates und in diesem Jahr seien bereits 7 Aktualisierungen für Linux ausgegeben worden. 

Man würde aktiv am ARM-Linux-Kernel mitentwickeln. NVIDIA sei auf Rang 2, wenn es um geänderte Code-Zeilen ginge.

Hmmm, stimmt schon, dass der proprietäre Linux-Treiber für NVIDIA eigentlich immer besser war als ATI/AMD. Aber zur Optimus-Unterstützung hält man sich irgendwie vornehm zurück, beziehungsweise zeigt auf einen Workaround. Dieser funktioniert zar ganz gut – ist aber eben nur ein Workaround, bei dem eine zweite X-Instanz gestartet werden muss, um die NVIDIA-Karte abzufeuern. Glücklicherweise kann Bumblebee in der Zwischenzeit die NVIDIA-Karte komplett abschalten, wenn sie nicht gebraucht wird und das spart zumindest Strom. Dabei war sogar im Gespräch, dass es offizielle Unterstützung für Optimus geben würde.

Im Endeffekt kann man nur abwarten und es wie der Kaiser handhaben: “Schau ma mal …”



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5 Kommentare zu “Schlammschlacht: NVIDIAs Antwort auf Torvalds “Fuck You!””

  1. SilenceMessiah sagt:

    Immer wieder medienwirksam so eine Schlammschlacht, zumindest in den einschlägigen Kreisen.

  2. johannes sagt:

    Naja, ich empfinde das nicht als eine Schlammschlacht, hätte wohl niemand mit bekommen wenn es die Medien nicht hoch gepusht hätten...

    Naja, ich finde Nvidia gut, habe auch schon Intel und ATI probiert aber die sind mindestens genau so schlecht - leider. Allein schon das ATI zwei Controll-Programme unter Linux installeirt ist der Witz - Eines für mit, eines für ohne Amin Rechte...

    • stfischr sagt:

      Hi.

      Intel ist ja wohl der unproblematischste von den Dreien. Wenn man mal von den ATOM-Grapikchips absieht.

      Bei AMD wird nur ein CCC installiert mit 2 Icons, so dass man die Wahl hat, ob man mit Admin-Rechten oder ohne startet. Keine Ahnung was daran schlecht sein soll.

  3. bostaurus sagt:

    Linus liebt den drastischen Ausdruck ... Tatsächlich bin ich mit den proprietären Treibern von Nvidia sehr zufrieden und kann Linus Schelte nicht nachvollziehen. Ebenso geht es mir mit seiner Kritik an KDE, was für mich ein hoch anpassungsfähiges System ist, das ich als Nutzer nach meinen Bedürfnissen gestalten kann.

    • jdo sagt:

      Torvalds hat vor etlichen Jahren die GNOME-Entwickler auch schon mal als Interface-Nazis bezeichnet :) ... Wäre um einiges langweiliger, wenn der Linux-Vater es nicht ab und an krachen ließe ...

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