Darktable 1.0 ist fertig und bringt Unterstützung für neue Kameras

15 März 2012 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)
Darktable 1.0

Darktable 1.0

Ich benutze für die Verwaltung und Entwicklung meiner Fotos zwar Corel Aftershot Pro, habe aber Darktable ebenfalls installiert und spiele derzeit mit den Tethering-Funktionen in Zusammenarbeit mit einer Canon EOS 7D herum. Aufnahmen via Rechner auszulösen funktioniert sehr gut mit gphoto2 und auch der GUI Entangle. Darktable ist aber wesentlich hübscher als Entangle und die Integration in die Software gefällt mir auch sehr gut. Es kann außerdem nie schaden, Alternativen in der Hinterhand zu haben.

Somit trifft es sich gut, dass Darktable 1.0 gerade frisch geschlüpft ist. Laut offizieller Ankündigung wurden die Übersetzungen aktualisiert und als Neuzugang begrüßen die Entwickler Chinesisch. Als neue Module sind Schatten und Highlights, sowie verbesserte Tonwertkurven.

Darktable 1.0 Farbwahl Snapshot Slider

Schnappschuss-Abgrenzung

Die Module Import, Snapshots und Metadata wurden ebenfalls überarbeitet. Für die Schnappschüsse lässt sich nun eine Zeile einfügen, die den Unterschied zwischen vorher und nachher zeigt. Das ist eine extrem angenehme Funktion, weil man die Änderungen sofort im Vergleich sieht.

Der Bild-Cache hat ebenfalls etwas Entwickler-Liebe bekommen. Er ist laut eigener Aussage schneller und braucht dafür weniger Speicher. Dafür speichert die Software mehr Thumbnails auf der Festplatte. Eingebettete JPGs werden für das Erschaffen der Vorschaubilder zu Rate gezogen, was sich positiv auf die Geschwindigkeit beim Import von Ordnern auswirkt.

Auch die allgemeine Geschwindigkeit von sqlite3 hat sich verbessert. Als Stichwörter verwenden die Entwickler Journal und Optimierung der Pagesize. Die Benutzerschnittstelle wurde ebenfalls modifiziert. Mir ist gegenüber 0.9 sofort aufgefallen, dass sich oben Rechts nun auch ein Schnellzugriff für Tethering befindet.

Darktable 1.0 Farbwahl

Farbwahl

Des Weiteren gibt es Unterstützung für Tastaturkürzel (GSoC) und für den Unity Launcher unter Ubuntu. Eine Quicktool-Leiste für Belichtung, Voreinstellungen und Styles ist auch enthalten. Als weitere Neuerung ist eine Farbwahl-Sektion vorhanden. Damit können Sie die exakte Farbe aus einem Pixel des Fotos herausfinden und das Histogramm nur für diese Farbe anzeigen lassen.

Wenn Du die Bilder als Web-Galerie exportierst, fügt Darktable 1.0 automatisch vorwärts- und zurück-Knöpfe pro Bild ein. gconf wurde entfernt, da man auf ein eigenes Backend setzt. Darüber hinaus haben die Entwickler diverse Fehler ausgemerzt.

Unterstützung für folgende Kameras enthalten:

Hinweis: kam via Kommentar, ist aber zu wichtig, um diesen nur unten stehen zu lassen

“Unterstützung für folgende Kameras enthalten” kann leicht missverstanden werden als “dt unterstützt diese Kameras”. In der Tat unterstützt darktable aber jedes RAW-Format, das entweder von Libraw oder von Rawspeed (den beiden Bibliotheken) gelesen werden kann. Die in der Ankündigung genannten Kameras sind somit nur die in Rawspeed neu hinzugekommenen.

  • Leica M9
  • NX100/NX5/NX10/NX11
  • Panasonic DMC-GX1
  • Pentax K-r
  • Canon Powershot S100
  • Olympus XZ-1
  • Olympus E-P3
  • Sony DSLR A330
  • Sony NEX-5N
  • Canon EOS 1000D
  • Canon EOS 600D
  • Sony Alpha 390
  • Fuji Finepix HS20EXR

Hinweise der Entwickler

Derzeit unterstützt die Software Fujis superccd nicht. Für Mac Builds wurde openmp per Standard deaktiviert, weil gcc auf dieser Plattform mit einige Schwierigkeiten zu kämpfen habe – Stichwort < 4.6. In Sachen libraw musste man einen Rücksprung auf Version < 14.5 machen- Aus diesem Grund funktioniert die Fuji X10 derzeit nicht. Wer kann sollte ein 64-Bit-System nutzen. Auf 32-Bit-Systemen habe es in der Vergangenheit Speicher-Probleme gegeben, die in jüngster Vergangenheit allerdings nicht mehr aufgetaucht sind.

Quellcode und Installation

Den Source-Code findest Du bei sourceforge.net. Für Ubuntu und dessen Derivate stehen zwei Launchpads zur Verfügung. Unterstützt werden derzeit Lucid, Natty, Oneiric und Precise. Für Maverick wurde die Unterstützung komplett eingestellt:

Ich habe das erste Launchpad vorhin unter Linux Mint 12, Oneiric-Basis, ohne Probleme installieren können. Der erste Eindruck ist sehr gut und Darktable gehört definitv zur Grundausstattung meines Rechners. Wer Fotos mag, sollte sich diese freie Software zumindest einmal ansehen – das tut nicht weh und kann auf keinen Fall schaden. Meine Tethering-Experimente mit der EOS 7D und Darktable werde ich gleich noch mal beginnen und mit Version 1.0 durchführen.

Das Foto mit der Koralle findest Du hier als kostenloses Hintergundbild.

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6 Kommentare zu “Darktable 1.0 ist fertig und bringt Unterstützung für neue Kameras”

  1. MiGo sagt:

    Hallo,

    schöner Bericht zu einer erstklassigen Software.
    Kennst Du die Software ANTIMIDGES? http://antimidges.sourceforge.net/

  2. _smn sagt:

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für deinen Post! Eine kleine Sache hätte ich: der Abschnitt "Unterstützung für folgende Kameras enthalten" kann leicht missverstanden werden als "dt unterstützt diese Kameras". In der Tat unterstützt darktable aber jedes RAW-Format, das entweder von Libraw oder von Rawspeed (den beiden Bibliotheken) gelesen werden kann.
    Die in der Ankündigung genannten Kameras sind somit nur die in Rawspeed neu hinzugekommenen.

    Viele Grüße,
    Simon

  3. Uwe sagt:

    Da Du auch AfterShot kennst und nutzt: Ich beobachte Darktable schon eine ganze Weile, kann mich aber nicht so recht damit anfreunden. Wahrscheinlich habe ich schon zu lange mit Bibble gearbeitet (bin seit den frühen B4-Releases dabei). Mich würde ein detaillierter Vergleich beider Lösungen interessieren. Vielleicht magst du ja irgendwann mal einen entsprechenden Artikel schreiben....

    • jdo sagt:

      Bei AfterShot gefällt mir das Dateimanagement wesentlich besser. Aber das Tethering von Darktable schaut super aus. Die HDR-Funktion semmelt mir unter Oneiric 64-Bit ab (Mint 12), aber ein anderer klagt auf der Homepage das selbe Problem an und der nimmt Lubuntu 11.10. Über das Tethering werde ich sicher demnächst was machen.

      Ich bin nur gerade über etwas gestolpert und da hat es mir den Schalter rausgehaun. Ich muss noch ein bisschen damit experimentieren, bevor ich darüber schreibe und die richtigen Bilder zum Nachmachen raussuchen. Gleichzeitig musste ich mich wieder so ärgern über diese verdammte Schatzsuche, die Open-Source und freie Software teilweise ist - beziehungsweise wie lieblos solche Schätze behandelt werden. Aber es scheint, ich habe GIMP in einer bestimmten Sache Unrecht getan ...

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