Speedtest NordVPN – WireGuard (NordLynx) gegen OpenVPN

8 August 2019 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Geschwindigkeitsmessungen oder neudeutsch Speedtests bin ich generell eher skeptisch eingestellt. Der Grund ist einfach. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die schwanken können, um nur den Speedtest als Kriterium für einen guten VPN Service zu nehmen.

Ich vergleiche das gerne mit den Megapixel bei Kameras. Müsste ich zwischen einer Knipse mit 21 Megapixel oder einer guten alten Canon 5D mit 12 Megapixel und einem hochwertigen Objektiv wählen, lasse ich die Knipse liegen. 21 Megapixel alleine sind einfach keine Aussage für Qualität.

Was spielt bei einem Speedtest eine Rolle?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da es so viele Einflüsse gibt.

Es kommt auf die Tageszeit an. Abends ist hier die Internet-Verbindung meist schon langsamer. Sie ist brauchbar, aber eben nicht so schnell wie morgens. Merken tust Du das aber auch nur, wenn Du direkt einen Speedtest machst.

Dann kommt es auf die Server an. Dabei ist nicht nur der Test-Server gemeint, gegen den getestet wird. Es spielt natürlich auch der VPN-Server eine Rolle, bei dem Du eingewählt bist. Es kann immer zu Überlastungen kommen.

Wie viele Leute benutzen die gleiche Internet-Verbindung? Machst Du einen Speedtest und im gleichen LAN streamen noch 2 andere Netflix oder Amazon Prime, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig.

Verbraucht Dein Rechner im Hintergrund Bandbreite? Machst Du einen Speetest und es läuft gleichzeitig ein Torrent Client, ist das natürlich Blödinss.

Au jeden Fall habe ich meine Tests zwischen 6 und 8 Uhr morgens CET durchgeführt. Kein anderes Gerät hat die Internet-Verbindung genutzt. Auf meinem Rechner wurde alles deaktiviert, was Bandbreite schlucken könnte. Zum Beispiel ist damit der Nextcloud Client gemeint.

Ist das VPN schnell genug?

Wie gesagt bin ich nicht so ein großer Fan dieser generischen Speedtests. Was Du bei einem VPN aber sehr wohl testen kannst, ob es meist schnell genug oder nicht ist. Ganz ehrlich. Wen kratzt es, ob die Verbindung nun 33,4 oder 36,2 Mbps ist. Die meisten Anwender nutzen beides nicht aus. Es reicht zum Streamen, zur Video-Telefonie und so weiter. Es reicht sogar, wenn mehrere im Haus streamen. Surfen, E-Mails und Messaging brauchen wir bei den Geschwindigkeiten erst gar nicht mehr separat testen.

NordVPN hat vor kurzer Zeit mit NordLynx Unterstützung für das VPN-Protokoll WireGuard implementiert. Nach etwas anfänglichem Schluckauf funktioniert der Service nun auch mit CyberSec (integrierter Adblocker / Malware-Schutz von NordVPN).

Was mich nun interessiert hat: Merkst Du einen Leistungsunterschied zwischen OpenVPN und WireGuard?

OpenVPN mit UDP

Wireguard setzt per Standard auf UDP und der Fairness halber wurde auch OpenVPN mit UDP eingestellt. Hier die Einstellungen des Linux Clients für OpenVPN und NordLynx.

Einstellungen für OpenVPN

Einstellungen für OpenVPN

Einstellungen für nordLynx / WireGuard

Einstellungen für nordLynx / WireGuard

Du siehst, die beiden sind fast identisch. Obfuscate gibt es bei NordLynx nicht, aber für meinen Speedtest ist das nicht relevant.

Wie habe ich getestet?

Damit Du die Schuld nicht auf einen Anbieter schieben kannst, habe ich mehrere Speedtests benutzt. Es wurde immer ohne VPN-Verbindung, mit NordLynx und OpenVPN getestet. Bei den Test-Servern habe ich geguckt, immer gegen die gleichen zu testen. Du kannst beim Linux Client von NordVPN zwischen den beiden Technologien so umschalten:

nordvpn set technology NordLynx
nordvpn set technology OpenVPN

Bei den VPN-Verbindungen durfte bis auf einen Test der Client entscheiden, mit welchem VPN-Server er sich verbinden will.

nordvpn c

Das hat eigentlich immer nach Frankfurt geführt, obwohl NordVPN auch Server in Berlin betreibt. Es ist nicht so relevant in diesem Test.

Legen wir los?

Der Klassiker: Speedtest von Ookla

Ookla ist wohl so etwas wie der Quasi-Standard bei den Speedtests. Dorthin hat mich auch mein erster Weg geführt.

Der erste Test ist komplett ohne VPN-Verbindung. Das ist schon ganz ordentlich. Es reicht auf jeden Fall.

Speedtest ohne VPN-Verbindung

Speedtest ohne VPN-Verbindung

Aktiviere ich NordLynx, bin ich nicht weit weg von der ersten Verbindung. Der Ping geht etwas hoch und die Geschwindigkeit bricht um 10 Prozent ein. Beim Upload sind die Unterschiede noch geringer.

Speedtest mit WireGuard / NordLynx

Speedtest mit WireGuard / NordLynx

Die Verbindung mit OpenVPN ist ebenfalls nicht weit weg.

Geschwindigkeitsmessung mit OpenVPN

Geschwindigkeitsmessung mit OpenVPN

Sagen wir so: Egal ob mit oder ohne VPN, der Speed reicht locker aus!

OpenVPN gegen WireGuard – 0 : 1 (wenn auch knapp)

Wie sieht es mit einem Server in den USA aus?

Nun wollte ich wissen, wie gut die Geschwindigkeit ist, wenn ich einen Server in Los Angeles nehme. Willst Du Netflix USA entsperren, brauchst Du einen Server in den USA. Möglicherweise würdest Du einen an der Ostküste nehmen, da die Entfernung geringer ist. Ich habe absichtlich einen an der Westküste genommen, um eben für noch mehr Distanz zu sorgen. Du kannst die Stadt so erzwingen:

nordvpn c Los_Angeles

Der Test ohne VPN hat mich beeindruckt. Es gibt kaum einen Geschwindigkeitsverlust. Lediglich der Ping zieht deutlich an. Aber alles unter 200 ms reicht locker für VoIP.

Speedtest ohne VPN nach Los Angeles

Speedtest ohne VPN nach Los Angeles

Noch besser gestaunt habe ich bei der Aktivierung von NordLynx. Bei einem weiteren Test war der Download sogar noch etwas höher. Das Ergebnis ist kein Einzelfall. Allerdings ist der Upload deutlich langsamer. Für Streaming brauchst Du aber Download und nicht Upload.

NordLynx nach Los Angeles

NordLynx nach Los Angeles

Auch OpenVPN kann sich noch sehen lassen, liegt aber deutlich hinter den beiden anderen Verbindungen. Es schlägt WireGuard beim Upload, aber der Download ist schon arg langsamer. Ich habe noch ein paar weitere OpenVPN-Tests laufen lassen, weil ich einen Ausreißer ausschließen wollte. Über 17 Mbps bin ich aber nicht gekommen.

OpenVPN nach Los Angeles

OpenVPN nach Los Angeles

OpenVPN gegen WireGuard – 0 : 2

Geschwindigkeitstest mit T-Online

Da ich wie gesagt Ookla nicht alleine trauen wollte, habe ich die Speedtests mit Servern in Deutschland auch bei T-Online durchgeführt.

Ohne VPN war wieder am schnellsten. Das Ergebnis ist beim Download gleich zu Ookla, aber der Download ist schon etwa höher.

Geschwindigkeitsmessung von T-Online ohne VPN

Geschwindigkeitsmessung von T-Online ohne VPN

Teste ich mit NordLynx, bricht der Download wieder zirka 10 Prozent ein, aber den Upload ist im Endeffekt gleich. Der Ping ist auch marginal höher, aber das kannst Du vernachlässigen.

Speedtest von T-Online mit NordLynx / Wireguard

Speedtest von T-Online mit NordLynx / Wireguard

Knapp 20 Prozent beim Download büßt OpenVPN ein. Das reicht immer noch dicke, aber WireGuard ist ein bisschen schneller.

Speedtest von T-Online mit OpenVPN

Speedtest von T-Online mit OpenVPN

OpenVPN gegen WireGuard – 0 : 3

Geschwindigkeit mit Unitymedia testen

Weil wir gerade so schön beim Testen sind, nehmen wir auch noch den Seedtest von Unitymedia mit.

Also langsam bin ich davon überzeugt, eine 50-er Leitung zu haben. Der Speed ohne VPN wird auch hier bestätigt.

Speedtest von Unitymedia ohne VPN-Verbindung

Speedtest von Unitymedia ohne VPN-Verbindung

Mit NordLynx büße ich hier beim Download gar keine Geschwindigkeit ein. Allerdings ist der Upload ein wenig geringer. Erstaunlich, dass der Ping deutlich unter der Verbindung ohne VPN liegt.

Geschwindigkeit mit WireGuard und Unitymedia

Geschwindigkeit mit WireGuard und Unitymedia

Die Verbindung mit OpenVPN ist im Grunde genommen identisch zu der mit WireGuard. In diesem Fall würde ich sogar ein Unentschieden gelten lassen.

OpenVPN von NordVPN und Unitymedia

OpenVPN von NordVPN und Unitymedia

OpenVPN gegen WireGuard – 1 : 4

Speedtest von Chip

Machen wir weiter? Ich denke schon, auch wenn sich langsam ein Bild abzeichnet. Auch die Chip bietet einen Speedtest, durch den wir ein paar Daten laufen lassen können.

Der Server in Limburg hat gute Werte zurückgegeben. Vor allen Dingen Ping und Jitter erfreuen hier.

Geschwindigkeitsmessung ohne VPN

Geschwindigkeitsmessung ohne VPN

NordLynx mit WireGuard kann im Download die Verbindung ohne VPN zum zweiten Mal in diesem Beitrag überholen. Auch Ping und Jitter sind besser als bei der normalen Verbindung.

WireGuard und der Speedtest von der Chip

WireGuard und der Speedtest von der Chip

Die VPN-Verbindung mit OpenVPN ist alles andere als eine Schnecke. Trotzdem ist sie langsamer als die WireGuard-Variante. Die Werte sind natürlich immer noch vollkommen OK.

Speedtest der Chip mit OpenVPN

Speedtest der Chip mit OpenVPN

OpenVPN gegen WireGuard – 1 : 5

Speedtest mit wget

Ein relativ banaler Speedtest ist, einfach eine größere Datei mittels wget herunterladen. Dafür habe ich die aktuelle Version des Nextcloud-Archivs auf meinen Server bei Contabo gelegt und sie mir dann einfach mit folgendem Befehl geholt:

wget -O /dev/null https://<Pfad-zur-Datei>

Wie gesagt ist der Test nicht sehr komplex, aber untermauert die bisherigen Ergebnisse.

Ohne VPN dauert der Download 11 Sekunden. Aktiviere ich NordLynx, dauert es eine Sekunde länger – also 12 Sekunden. Mit OpenVPN muss ich 14 Sekunden warten. Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich die VPN-Verbindungen in einem zweiten Fenster umgestellt und aktiviert.

Speedtest via wget

Speedtest via wget

Du kannst die Geschichte auch mit einem einfachen ping weiterführen. Auch hier gewinnt ohne VPN, gefolgt von WireGuard und dann OpenVPN. Die Werte sind für alle drei Methoden echt gut, da muss man gar nichts mit Gewalt schlechtreden.

Speedtest mit ping

Speedtest mit ping

OpenVPN gegen WireGuard – 1 : 5

WireGuard ist durchwegs performanter

OpenVPN hat bisher getaugt und ist eine etablierte und sichere VPN-Lösung. Es ist schnell genug, wenn wir ganz ehrlich sind. Trotzdem muss man neidlos anerkennen, dass WireGuard performanter, also schneller ist. das gilt für jeden Test.

Wahrscheinlich fallen für den einzelnen die Unterschiede gar nicht so ins Gewicht. In der Summe ist es sicherlich etwas anderes.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass NordVPN (top Preis-Leistung!)* erstklassige Geschwindigkeiten liefert. Sie reichen für Streaming locker aus. Beim erstklassigen Preis-Leistungs-Verhältnis von NordVPN ist es mir auch ehrlich gesagt egal, wenn andere behaupten schneller zu sein, aber das dreifache kosten.

Sollte ein Server des Providers dennoch langsam sein, nimm einfach einen anderen. Es gibt mehr als 5500 Server in 60 Ländern.

Geschwindigkeit ist kaum noch ein Problem

Dank moderner Internet-Verbindungen ist die Geschwindigkeit heutzutage meiner Meinung nach das geringste Problem bei einem Premium-Anbieter. Mich interessieren vielmehr Funktionen wie Kill Switch, CyberSec und Schutz vor DNS- sowie IPv6-Lecks. Für eine zuverlässige und stabile Leitung opfere ich auch gerne ein paar Mbps. Es reicht ja immer noch.

Wer P2P und Torrents nutzen möchte, auch das unterstützt der Anbieter. Das Aushebeln von Geoblocking ist jetzt kein Muss für mich, aber auf jeden Fall ein nettes Extra.

NordVPN erlaubt übrigens Installation auf Routern und Du darfst den Service auf bis zu 6 Geräten gleichzeitig einsetzen. Der Linux Client funktioniert übrigens auch auf dem Raspberry Pi.

NordVPN testen – 30-tägige Geld-Zurück-Garantie!*

Für andere Betriebssysteme wie Android, Windows oder macOS findest Du grafische Oberflächen, die außerordentlich benutzerfreundlich sind.

Die Android App von NordVPN ist sehr benutzerfreundlich

Die Android App von NordVPN ist sehr benutzerfreundlich

Was verwende ich derzeit für VPNs?

Die meiste Zeit setze ich ehrlich gesagt auf NordVPN *. Das hat mitunter den Grund, dass es sich um eines der günstigsten VPNs (2,99 US-Dollar pro Monat) handelt, das sehr viele Funktionen bietet. Sowohl Anfänger als auch Profis kommen hier auf ihre Kosten.

Suchst Du einen VPN-Anbieter, mit dem Du WireGuard testen kannst, dann sieh Dir Mullvad an. Der VPN Service richtet sich zwar eher an Profis, vor allen Dingen für Mobile, bietet aber viel.

Einen der schönsten grafischen Clients für Linux hat übrigens PIA (Private Internet Access) *. Es gibt ihn auch auf Deutsch.

AirVPN * ist übrigens auch eine gute Alternative. Vor allen Dingen für kurzfristige Nutzung ist der Anbieter top, weil es ein 3-tages-Paket gibt, das nur 2 Euro kostet.

Benutze ich kostenlose VPNs? Nicht mehr. Die anderen Angebote sind so günstig und bei einem kostenlosen Service habe ich immer im Hinterkopf, das Produkt zu sein. Deswegen lasse ich die Finger davon.

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