Tor Project ruft zur Unterstützung gegen russische Zensur auf

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Das Tor Project hat berichtet, dass seit 1. Dezember einige ISPs in Russland angefangen haben, den Zugriff auf Tor (The Onion Router) zu sperren. Kurz darauf wurde die Hauptseite (torproject.org) des Projekts gesperrt, wie es zuvor vom Federal Service for Supervision of Communications, Information Technology and Mass Media (Roskomnadzor) angedroht wurde.

Tor in Russland gesperrt (Quelle: torproject.org)
Tor in Russland gesperrt (Quelle: torproject.org)

Russland ist das Land mit der zweithöchsten Anzahl an Anwenderinnen und Anwendern. Laut eigenen Angaben tummeln sich dort täglich 15 % aller Tor-Userinnen und -User – das sind immerhin mehr als 300.000 Leute. Da es nun eine landesweite Tor-Blockade gibt, ruft das Tor Project auf, den Russinnen und Russen zu helfen.

Wie funktioniert das?

Betreibe eine Tor Bridge oder Tor-Brücke

Die Kampagne Help Censored Users, Run a Tor Bridge läuft bereits seit einem Monat und soll Leute dazu animieren, mehr Brücke zu betreiben. Das Ziel war 200 neue obfs4 Bridges und das Ziel wurde bereits erreicht. Stand heute gibt es 400 weitere Brücken. Durch die neue Zensur in Russland braucht man allerdings viele weitere Brücken, damit Russinnen und Russen ohne Zensur auf das Internet zugreifen können.

Der Tor Browser funktioniert wohl nicht in einigen Teilen Russlands. Das gilt auch für Snowflake- und obfs4-Brücken, die dynamisch via Moat zugewiesen werden. Einwohnerinnen und Einwohner Russlands sollen deswegen dem Leitfaden folgen, wie man Bridges benutzt, die nicht blockiert sind. Das kannst Du Dir vielleicht auch merken, wenn Du in ein Land mit Internet-Zensur reist und Dein VPN nicht funktioniert, solltest Du eines haben.

Viele VPNs funktionieren in Russland übrigens nicht. Dort dürfen nur Services operieren, die den Behörden Zugriff auf die Server geben, was wiederum den Sinn eines VPNs aushebelt.

Das Tor Project bittet deswegen mehr Leute, Brigdes zu betreiben. Ich selbst habe noch einen VPS, der momentan nicht viel tut. Ich werde heute Abend eine Tor-Brücke aufsetzen. Verständliche Installations-Anleitungen findest Du hier. Es sind nur wenige Schritte notwendig.

Vorteil einer eigenen Tor Bridge ist außerdem, dass ich sie selbst nutzen und manuell eintragen kann.

Informiere über Tor-Brücken

Das Tor Project bittet außerdem darum, Leute von Tor-Brücken zu erzählen und zu erklären, was das ist. Das habe ich hiermit gemacht.

Ebenso kannst Du Leuten erzählen, wie sie via GetTor oder einem Spiegel-Server in zensierten Gebieten an den Tor Browser kommen.

Ich bin der Meinung, dass jeder Reisende einen Tails-Stick im Gepäck haben sollte. Tails ist eine Linux-Live-Distribution, die sämtlichen Datenverkehr über Tor schickt. Die Distribution bringt außerdem den Tor Browser vorinstalliert mit sich.




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