Libre Computer Board – Nächster Angriff auf den Raspberry Pi – würde ich den SBC kaufen?

30 Juni 2017 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Zugegeben ist der Name Libre Computer Board Le Potato aus Marketing-Sicht relativ klug for den SoC gewählt. Blicke ich aber hinter die Kulissen, dann schrillen die Alarmglocken aber.

Was ist Libre Computer Board Le Potato?

Es handelt sich beim Libre Computer Board um eine Kickstarter-Kampagne von einer Firma aus China. Der Winzling ist mit einer ARM Cortex-A53 Quad Core CPU und einer ARM Mali-450 GPU ausgestattet. zur Abwechslung ist der SBC mal keine Frucht, sondern ein Gemüse.

Dann folgt in der Beschreibung das übliche mit 4K, H.265 und so weiter. Das Libre Computer Board Le Potato gibt es mit einem oder zwei GByte. Als Betriebssystem werden Linux 4.9 oder Android Nougat 7.1 mit Kodi-Unterstützung versprochen.

Die Betreiber der Kampagne stellen sogar einen direkten Vergleich mit dem Raspberry Pi 3 an. So hat das Libre Computer Board laut Angaben der Entwickler folgende Vorteile:

  • 50 Prozent schneller in Sachen CPU und GPU als der Raspberry Pi 3
  • Der Stromverbrauch ist geringer
  • Bessere Unterstützung für Android 7.1 und Kodi
  • und noch ein paar andere Sachen

Siehst Du aber genau hin, dann fehlen Le Potato die WLAN-Karte und die Bluetooth-Schnittstelle. Außerdem verfügt das Board über keine Gigabit-Netzwerkkarte (LAN), was den Vergleich mit dem ODROID C2 etwas Wind aus den Segeln nimmt. Klar sind die Kosten geringer. Aber bessere Kompatibilität mit dem Raspberry-Pi-Ökosystem muss sich erst noch zeigen. Es sind auch ein bisschen Kartoffeln mit Birnen verglichen. Die Leute, die ich kenne und sich einen ODROID zulegen, nutzen den Winzling als kleinen Server und nicht zum Basteln.

Weiterhin wird der Stromverbrauch nur mit dem Raspberry Pi 3 verglichen, aber nicht mit dem Raspberry Pi Zero W, der aber wohl WLAN und Bluetooth hat. 

Libre Computer Board (Quelle: kickstarter.com)

Libre Computer Board (Quelle: kickstarter.com)

Würde ich mit das Libre Computer Board kaufen?

Ganz klar – Nein. Ich habe mich beim PINE A64 blenden lassen und das Marketing vom Libre Computer Board erinnert mich sehr stark an diese Kampagne. zu viele Nebelkerzen schwirren mir da in der Beschreibung. Die Unterstützung für Betriebssysteme lässt mehr als zu wünschen übrig und dort haben die Entwickler auch wild mit bekannten Namen um sich geworfen. Damals warb man auch, dass das Board schneller als ein Raspberry Pi 2 sei. Das war auch nicht verwunderlich, denn der Pi 2 hatte schon ein paar Monate auf dem Buckel. Gleiches Szenario haben wir mit Le Potato und dem Raspberry Pi 3. Wenn dann irgendwann der Raspberry Pi 4 rauskommt, dann sieht die Sache eh wieder anders aus. Das Pine-Ding steht bei mir im Schrank, nachdem es verspätet ausgeliefert wurde und ich finde vielleicht irgendwann einen Zweck dafür.

Klar ist das Libre Computer Board mit 25 US-Dollar günstig, kostet aber in der Variante mit zwei GByte RAM schon 35 US-Dollar. Für das Geld bekomme ich fast schon einen Raspberry Pi 3 mit WLAN und Bluetooth plus den Support einer riesigen Community. Außerdem kann ich mir sicher sein, dass Raspbian aktualisiert und gepflegt wird – es wurde ja sogar mit Raspbian für x86 ausgeweitet. Ich habe es schon öfters geschrieben und bleibe felsenfest bei meiner Meinung, dass mir nur noch das Original in Frage kommt. Einen ODROID habe ich auf dem Radar, sobald meine treue und in der Zwischenzeit uralte ZBOX die Grätsche macht.

Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass bei Umfragen der Raspberry Pi kommt, dann lange nichts, dann der Pi, dann ein RasPi und ODROID sowie Arduino sind auch noch irgendwo mit dabei. Ich wiederhole mich gerne: Mit einem Raspberry Pi habe ich mich bisher am wenigsten geärgert.

Wer sich trotzdem für das Libre Computer Board Le Potato interessiert, der findet weitere Informationen bei Kickstarter.

Nette Pi-Konstellation

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2 Kommentare zu “Libre Computer Board – Nächster Angriff auf den Raspberry Pi – würde ich den SBC kaufen?”

  1. Matt Erdoesnot sagt:

    Tja. Was die ganzen Klone leider nicht attraktiv macht ist die Tatsache das sie die größte Schwachstelle des Pis nicht verbessern: das FastEthernet only...

    Bin sehr zufrieden mit meinem Odroid C1 und überlege den C2 zu kaufen als Upgrade. Das schöne ist - und das hätte dieses Board hier auch - der eMMC Slot. eMMC ist dem reinen SD Slot aller RasPi Modelle deutlich überlegen!

    Wlan? HDMI? Bluetooth? Meh... das ding steht im Keller headless und hängt am Switch.

    • jdo sagt:

      Ganz genau ... ich werde mir als Server-Ersatz auch irgendwann einen ODROID holen. Zum Basteln reicht mir ein Raspberry Pi völlig und damit muss ich mich nicht ärgern.

      Wobei der Pine A64 eigentlich mit einer Gbit-Ethernet-Schnittstelle wirbt. Dafür hat der ganz andere Tücken.

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