Chromixium 1.0: Eine Distribution macht auf Chrome OS

4 Mai 2015 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Bei Chromixium handelt es sich um ein Projekt, die Funktionalität, das Aussehen und so weiter von Google Chrome OS widerzuspiegeln. Nun könnte man sich natürlich fragen, was das soll. Als Entwickler würde ich möglicherweise antworten: Weil ich kann. Ab sofort gibt es eine erste stabile Version des Betriebssystems.

Chromixium 1.0: Desktop

Chromixium 1.0: Desktop

Chromixium 1.0

Chromixium basiert auf Ubuntu 14.04 LTS Trusty Tahr (Kernel 3.13), es gibt also fünf Jahre Unterstützung. Weiterhin setzen die Entwickler auf Openbox als Fenstermanager, Compton Desktop Compositor, Plank Dock, LXPanel, Files (Nautilus) und natürlich einen Webbrowser, in diesem Fall Chromium. Das Pepperflash Plugin ist ebenfalls mit von der Partie.

Files

Files

Das Betriebssystem läuft natürlich auf einer großen Bandbreite an Notebooks, Desktops und so weiter. Man kann es auf eine Festplatte installieren oder es aus Gründen der Portabilität auf einen USB Stick spielen. Da es auf Ubuntu basiert, kann man natürlich auch die Repositories zu Rate ziehen (die man erst eintragen muss, soweit ich gesehen habe) und weitere Software wie zum Beispiel LibreOffice, GIMP, andere Webbrowser, Media Player und und und installieren.

Rechtsklick

Rechtsklick

Die Security Update passieren im Hintergrund und der Anwender muss sich keine Sorgen darüber machen. Nun höre ich schon die ersten schreien: „Was? Ich will aber wissen, was mein System macht!“ – kannst Du ja auch, musst Dir halt ein anderes Ubuntu-Derivat holen. Chromixium ist eher etwas für Leute, die eine einfache Desktop-Umgebung wollen, mit der sie grundlegende Arbeiten verrichten können.

Chromixium 1.0 gestartet

Sobald man die Live-Version startet, wird man nach einem Passwort gefragt. Es ist user / user, um sich anzumelden. Genau genommen muss man nur das Passwort eintippen, also user.

anmelden

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In der Ankündigung wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass sich Chromixium an Anwender richtet, die in erster Linie das Web benutzen. Du findest Shortcuts zum Browser, zu Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen, YouTube, Google Drive und so weiter. Chromium kannst Du auch mit Deinem Google-Konto synchronisieren und so weiter. Natürlich ist das Ganze etwas Google-lastig, aber das hat ein Nachbau von Chrome OS wohl so an sich. Wer sich damit aus Gründen des Datenschutzes nicht wohl fühlt, für den ist dieses Betriebssystem selbstverständlich nichts.

Hinweis: Natürlich ist es bequem, alles in der Cloud zu erledigen und dort zu speichern. Das bringt allerdings auch mehrere Punkte mit, über die man nachdenken sollte:

  • Ist die Cloud nicht erreichbar, sind meine Daten auch nicht erreichbar. Kommt nicht oft vor, ist aber so. Das gilt auch für Datenverlust. Ein lokales Backup wichtiger Dokumente und Dateien ist immer ratsam.
  • Deine Daten werden in der Cloud gespeichert. Das bedeutet, dass Du sie in die Hände Dritter gibst, denen Du somit vertraust. Nach den ganzen Geheimdienst-Skandalen muss sich einfach jeder selbst überlegen, wie viele Daten er unter die Kontrolle anderer stellen möchte – denn genau genommen gibst Du die Kontrolle aus der Hand. Wer eine Cloud oder Cloud-Services nutzen und die Kontrolle vollständig behalten möchte, der muss auf eine Private Cloud setzen. In der Open-Source-Szene gäbe es da Seafile oder ownCloud. Bei Dokumentenerstellung sieht es allerdings noch nicht so gut aus – gut, die ownCloud kann bis zu einem gewissen Grade Text-Dokumente. Im LibreOffice-Lager schickt man sich derzeit aber an, ein Online-Version zu kreieren.
Chromixium 1.0: Apps

Chromixium 1.0: Apps

Installation

Der Installer ist etwas gewöhnungsbedürftig und auch nur in Englisch verfügbar. Man muss sich die Sache gut durchlesen. Das gilt zum Beispiel, wie man die root-Partition (/) setzt und so weiter.

Stellt man während der Installation die Sprache auf Deutsch um, ist das meiste auf Deutsch. Ein bisschen Mischmasch gibt es aber schon, wenn man zum Beispiel mit der rechten Maustaste auf den Desktop klickt.

Installer

Installer

Download

Wer sich Chromixium 1.0 selbst ansehen möchte, kann sich ein ISO-Abbild herunterladen. Derzeit gibt es nur eine 32-Bit-Version, die allerdings mit PAE. Somit ist Arbeitsspeicher von mehr als vier GByte kein Problem. Wobei man sich fragen muss, ob man für die paar Funktionen, die per Standard geliefert werden, überhaupt vier GByte RAM braucht. Die Entwickler wollen allerdings bald eine 64-Bit-Version zur Verfügung stellen.

Es gibt diverse Guidebooks und eine Wiki-Seite (beide Englisch), auf denen man sich weitere Informationen holen kann. Hilfe gibt es auch im Forum.

 

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