Rettung nach dem Crash mit der kostenlosen SystemRescueCd

17 April 2010 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

An eigene Bedürfnisse anpassen

Da es oft gewünscht wurde, haben die Entwickler die SystemRescueCd anpassungsfähig gemacht. Somit können Sie eigene Scripte oder Programme, die Sie oft brauchen oder gerne an Bord hätten, der sysrcd.dat hinzufügen. Allerdings ist es icht möglich, den Kernel auszutauschen. Wollen Sie eigene Anpassungen vornehmen, brauchen Sie mindestens 128 MByte Arbeitsspeicher und 850 MByte freien Festplattenplatz. Letzterer muss auf Grund der Unterstützung für symbolische Links mit einem Linux-Dateisystem formatiert sein und Sie brauchen logischerweise Lese- und Schreibrechte darauf.

Zunächst binden Sie die Arbeits-Partition nach /mnt/custom ein und extrahieren danach das SystemRescueCD-Abbild

mount /dev/sdaX /mnt/custom
/usr/sbin/sysresccd-custom extract

Nun können Sie das System nach Herzenslust anpassen. Sie müssen alle Änderungen im Verzeichnis/mnt/custom/customcd/files/ vornehmen. Wollen Sie eigene Pakete hinzufügen können Sie das mittels Gentoo-Paketmanager realisieren. Die SystemRescueCd unterstützt alle von Gentoo unterstützten Pakete. Hierfür dienen die Befehle emerge und equery. Dazu laden Sie am besten einen aktuellen Portage-Snapshot herunter. Sinn macht der vom Vortag, da dies der aktuellste Schnappschuss ist. Diesen packen Sie dann aus. Für die bzip2-Version geht das so:

tar xfjp /portage-YYYYMMDD.tar.bz2 -C /mnt/custom/customcd/files/usr/

Danach schaffen wir eine so genannte chroot-Umgebung. In dieser müssen wir im Anschluss arbeiten und die eigenen Pakete installieren.

mkdir -p /mnt/custom/customcd/files/proc
mount -o bind /proc /mnt/custom/customcd/files/proc
chroot /mnt/custom/customcd/files /bin/zsh
gcc-config $(gcc-config -c)

Um das Programm ihrers Wunschen zu finden wechseln Sie in der chroot-Umgebung zunächst nach /usr/portage:

cd /usr/portage

Dort finden Sie alle unterstützten Pakete. Nun weiß man manchmal vielleicht nicht, in welchem Verzeichnis die zu erweiternde Software liegt. In unserem Fall hätten wir gerne das Dateiaustausch-Programm gftp mit an Bord. Sie können nun entweder stöbern oder das Programm mit dem Befehl find aufspüren:

find ./ -iname "gftp"

Nachdem wir nun wissen, dass es sich im Unterverzeichnis net-ftp befindet können wir das Paket einspielen. Dieser Schritt kann abhängig von der Hardware etwas dauern.

emerge net-ftp/gftp

Vor der Erschaffung eines neuen ISO-Abbildes wollen wir zunächst etwas aufräumen. Gerade das entpackte Portage-Verzeichnis nimmt einiges an Platz weg.

rm -rf /usr/portage/*

Sollten Sie unterwegs keine Entwickler-Werkzeuge brauchen, können Sie diese ebenfalls entfernen.

sysresccd-cleansys devtools

Das gilt auch für die graphische Oberfläche. Die CD wird dadurch kleiner, aber Sie können das System nur noch von der Konsole aus benutzen.

sysresccd-cleansys x11tools

Nun ist es an der Zeit, das neue SquashFS-Abbild zu erstellen. Zunächst verlassen wir die chroot-Umgebung. Danach erzeugen wir das angepasste System. Dieser Schritt kann einige zeit in Anspruch nehmen:

exit
umount /mnt/custom/customcd/files/proc
/usr/sbin/sysresccd-custom squashfs

Sie können auch das Tastatur-Layout per Standard auf deutsch einstellen. Dazu ist folgender optionale Schritt notwendig:

/usr/sbin/sysresccd-custom setkmap de

Ebenso könnten Sie an den Boot-Optionen schrauben. Dies würde die Datei /mnt/custom/customcd/isoroot/isolinux/isolinux.cfg erlauben. Das neue ISO-Abbild erzeugen Sie mit nachfolgendem Befehl. Wobei Sie <meine_CD> mit einem beliebigen Namen ersetzen können:

/usr/sbin/sysresccd-custom isogen <meine_CD>

Sie finden das neue Abbild im Verzeichnis /mnt/custom/customcd/isofile/. Vor einem Neustart oder einem Ausschalten des Systems empfiehlt es sich grundsätzlich, die Festplatten zu synchronisieren. So lässt sich Datenverlust vermeiden.

cd / ; umount /mnt/custom ; sync

Fazit und Test der Eigen-Kreation

Mit gftp erweiterte SystemRescueCd

Unsere Erweiterung mit gftp hat funktioniert.

Ein Test des selbst geschaffenen Systems zeigt, dass sich gftp nun tatsächlich an Bord befindet. Wie Sie Ihr Rettungs-System anpassen, bleibt wirklich komplett der eigenen Fantasie überlassen. Sie sollten lediglich aufpassen, dass die ISO-Größe nicht den Platz der handelsüblichen CDs übersteigt. Alles in Allem ist die SystemRescueCd ein wertvoller Begleiter für den Notfall. Die Entwickler geben sich wirklich sehr viel Mühe und stellen alle Werkzeuge zur Verfügung, die man zu einer erfolgreichen Datenrettung benötigt. Am Besten ist natürlich, dass die ganze Sache kostenlos erhältlich ist.

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