Cinnamon 2.0 ist da: Wird Standard in Linux Mint 16 “Petra” – andere können via Launchpad installieren

11 Oktober 2013 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Cinnamon 150x150Cinnamon 2.0 wird per Standard mit Linux Mint 16 “Petra” ausgeliefert. Die auf Saucy Salamander basierende Linux-Distribution soll Ende November erscheinen. Danach wollen die Entwickler Cinnamon 2.0 auf LMDE und Linux Mint 13 LT zurück portieren.

Die Desktop-Umgebung wurde binnen der letzten fünf Monate kreiert und 28 Entwickler haben 856 Commits beigetragen. Neben Bugfixes gibt es auch viele neue Funktionen. Clement Lefebvre beschreibt die Highlights in der offiziellen Ankündigung. Gehen wir das mal durch.

Bessere Fenster-Aufteilung / Edge-Tiling und Edge-Snapping

Darunter versteht man die Aktion, ein Fenster in eine Ecke oder an einen Rand zu ziehen. Darauf hin positioniert sich das Fenster entsprechend und nimmt zum Beispiel den halben Bildschirm ein. Die Funktion gab es zwar schon immer, wurde aber verbessert.

Zum Beispiel muss das Fenster nicht mehr zwingend den halben Bildschirm einnehmen – Standard bleibt es allerdings. Weiterhin lassen sich die vier Ecken des Monitors nun als Tiling-Punkte verwenden. Zieht man ein Fenster in die Nähe eines solchen Punktes, zeigt sich dieser.

Cinnamon 2.0: Edge-Tiling (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: Edge-Tiling (Quelle: linuxmint.com)

Bei Edge-Snapping hat man sich von der XboxOne inspirieren lassen. Es ist ähnlich zum Edge-Tiling, allerdings überdecken maximierte Fenster die eingeschnappten nicht. Somit kann man immer ein Auge auf ein spezielles Fenster werfen. Wer mehr als einen Monitor hat, kann das Problem leicht umgehen. Anwender mit nur einem Bildschirm können davon einen Vorteil haben.

Ein Fenster einschnappen zu lassen funktioniert so: Das Fenster an einen Rand ziehen und dabei die Taste Strg drücken. Alternativ ginge es mit Strg + Super (Windows-Taste) + Pfeiltasten.

Cinnamon 2.0: Edge-Snapping (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: Edge-Snapping (Quelle: linuxmint.com)

Sound-Effekte

Das ist normalerweise eine Funktion, die ich bei jeden Betriebssystem mit maximaler Geschwindigkeit ausschalte: Sound-Effekte abspielen, wenn bestimmte Ereignisse eintreffen – zum Beispiel ein Fenster schließen. Cinnamon konnte das bisher nicht. Nun kann ich es aber auch dort abstellen – ich hoffe, es bleibt per Standard leise …

Screenshot-Cinnamon 2.0: Sound-Effekte - was für ein Glück (Quelle: linuxmint.com)

Screenshot-Cinnamon 2.0: Sound-Effekte – was für ein Glück (Quelle: linuxmint.com)

Besseres Benutzer-Management

Cinnamon 2.0 bringt ein komplett neues Tool für das Management der Anwenderkonten mit sich. Systemadministratoren haben nun Zugriff auf “Anwender und Gruppen” – sie können also beide Komponenten verwalten.

Cinnamon 2.0: User-Management (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: User-Management (Quelle: linuxmint.com)

Anwender können sich selbst verwalten:

Cinnamon 2.0: User-Management (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: User-Management (Quelle: linuxmint.com)

Mithilfe eines neuen Anwender-Applets können Anwender die häufigsten Aufgaben hinsichtlich einer Session erledigen. Dazu gehören Anwender wechseln, Bildschirmnachrichten deaktivieren und so weiter.

Cinnamon 2.0: Anwender-Applet (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: Anwender-Applet (Quelle: linuxmint.com)

Verbesserungen im Dateimanager Nemo

Vor allen Dingen das MIME-Handling in Nemo soll sich wesentlich verbessert haben. Das Zuweisen von Applikationen für bestimmte Datei-Typen ist laut eigener Aussage nun kein frustrierendes Erlebnis mehr.

Cinnamon 2.0: Nemo und MIME (Quelle: linuxmint.com)

Cinnamon 2.0: Nemo und MIME (Quelle: linuxmint.com)

Für Datei-Operationen gibt es System-Tray-Unterstützung. Zum Beispiel erscheint ein kleines Fenster, wenn man eine Datei kopiert oder verschiebt und zeigt den Fortschritt an. Wer vor Cinnamon 2.0 dieses Fenster geschlossen hat, konnte es nicht wieder anzeigen lassen. Bei Cinnamon 2.0 verschwindet es nun im System Tray.

Weiterhin soll sich die Geschwindigkeit verbessert haben.

Weitere Neuerungen

Vor Version 2.0 war Cinnamon ähnlich wie Shell ein Frontend des GNOME-Desktops. Ab sofort ist Cinnamon eine komplett eigene Desktop-Umgebung, die auf GNOME-Technologien aufgebaut ist. Die Software benutzt immer noch Bibliotheken wie GTK und Clutter und bleibt zu allen GNOME-Applikationen kompatibel. Allerdings muss GNOME nicht mehr länger installiert sein. Die Kommunikation läuft über eigene Backend-Dienste.

Damit verbessert man auch die Rückwärtskompatibilität. Cinnamon 1.8 wurde zum Beispiel für GNOME 3.6 erschaffen und hat daher mit Linux Mint 15 sehr gut funktioniert. Mit Vorgänger-Versionen war das etwas trickreicher. Lediglich Bluetooth hängt noch direkt von GNOME ab.

Für Theme-Entwickler

Mit der Ausnahme des HUD (Fenster-Tiling / -Snapping) sollten die meisten Themes für 1.8 erschaffen gut aussehen. Ein Changelog zwischen Cinnamon 2.0 und 1.8 gibt es hier: https://github.com/linuxmint/Cinnamon/blob/master/data/theme/theme-changelog.txt

Wer Probleme damit hat, darf sich gerne an die Entwickler wenden: #linuxmint-dev (irc.spotchat.org)

Wer nicht auf Linux Mint 16 warten möchte, oder eine andere Linux-Mint-Version am laufen hat, kann sich Cinnamon 2.0 via Launchpad installieren. Sollte in den nächsten Tagen / Stunden eintreffen, bei meinem Linux Mint 15 wird es mir noch nicht angeboten.



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5 Kommentare zu “Cinnamon 2.0 ist da: Wird Standard in Linux Mint 16 “Petra” – andere können via Launchpad installieren”

  1. sanmiguel9 sagt:

    ich bin einfach froh, dass sie den Dateimanager Nemo "erschaffen" haben...

  2. ws (@ginnietom) sagt:

    gibt es irgendwo schon eine Alpha oder Beta von PETRA zum Download ???

    man dankt...

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