Krypto-Rubel: Putin führt den lückenlos überwachten Rubel ein

18 Oktober 2017 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit dem Thema Krypto-Währung, weil mich die Technologie dahinter interessiert. Außerdem habe ich ein klein wenig investiert, weil ich einfach dabei sein will 🙂

Als ich nun gelesen habe (Zeit), dass Putin den Krypto-Rubel einführt, der entscheidende Unterschiede zu Bitcoin aufweist, musste ich schon etwas lachen. Aus der Sicht eines autoritären Staates ergibt der Schachzug Sinn. Der Unterschied zum echten Rubel ist allerdings, dass sich der digitale komplett überwachen lässt.

Hinweis: Die nachfolgende Meinung stammt aus meinen persönlichen Eindrücken. Ich möchte an dieser Stelle auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Schicksal Krypt-Währungen derzeit komplett ungewiss ist – auch wenn immer mehr Bitcoins oder andere Coins akzeptieren und Japan den Bitcoin sogar offiziell abgesegnet hat. Man korrigiere mich bitte, wenn ich komplett daneben liege.

Ich renne auch nicht mit einem Alu-Hut durch die Gegend, aber die ganze Überwachung und die fadenscheinigen Begründungen gehen mir zusehends auf den Keks. Es ist oftmals blinder Aktionismus ohne jegliche Kenntnisse. Wenn ich heute schon wieder lese, dass ewig viel Geld gegen die Terrorabwehr – unter anderem das Knacken von verschlüsselten Nachrichten ausgegeben wird – dann fehlt mir das Verständnis dafür. Glauben die wirklich, dass die Bösewicht nicht auch aufrüsten? Wäre das Geld nicht besser in der Bekämpfung der Ursachen investiert? Also langfristig? Egal – viel Spaß beim Geldverbrennen.

Staaten und Banken werden langsam nervös

Ich habe wirklich viele Meldungen und Interviews zu Krypto-Währungen in den letzten paar Wochen gelesen und auch verfolgt. Interessant ist, dass lediglich ehemalig Bänker, ehemalige Fed-Chefs, aktuelle Bänker, Großaktionäre und Dagobert Duck über die Krypto-Währungen herziehen. Teilweise hat man das Gefühl, dass sie beleidigt sind, nicht früher eingestiegen zu sein. Weiterhin passt denen alle nicht, dass sie die Kontrolle verlieren. Das ist der absolute Knackpunkt, warum die alle so nervös reagieren: Sie haben Angst, die Kontrolle über das Geld zu verlieren!

Was den Bänkern zusätzlich nicht passt: Sie verdienen an Transaktionen nichts mehr. Hat schon jemand mal eine Auslandsüberweisung via PayPal gemacht? Ein Bekannter klagte mir vor ein paar Wochen sein Leid. Er hatte zirka 500 Englisch Pfund via PayPal auf sein Euro-Konto bekommen und hatte für Gebühren und Umtausch zirka 20 Euro an PayPal gezahlt. Das ist einfach unverschämt. In so einem Fall empfehle ich übrigens TransferWise, weil die echt faire Gebühren haben. Oder Krypto wäre eine Alternative gewesen, wenn derzeit auch eine sehr volatile.

Alles heiße Luft – aber dann auch der Euro und der US-Dollar

Sagen irgendwelche Bänker, dass Krypto-Währungen nur heiße Luft ist, haben sie die Technologie dahinter nicht verstanden. Gerade die Smart Contracts von Ethereum eignen sich für das immer stärkere werdende IoT wie Arsch auf Eimer.

Der Krypto-Token Ethereum ist sehr interessant

Der Krypto-Token Ethereum ist sehr interessant

Die Aktienmärkte sind aufgeblasen ohne Ende und da meckern die Bänker auch nicht, dass etliche Firmen komplett überbewertet sind. Selbst Elon Musk sagte vor ein paar Monaten, dass der Marktwert von Tesla ungerechtfertigt ist. Warum motzen die Großaktionäre und Bänker da nicht? Zu viel Geld reingesteckt?

Wenn nun Staaten wie Russland eine eigene Krypto-Währung einführen, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie die Technologie dahinter gut finden oder das Überwachungs-Potenzial. Die Blockchain verliert nämlich nichts und Transaktionen lassen sich lückenlos verfolgen. Gibt nun der Staat die Coins an Wallets von bekannten Bürgern aus … ich muss das nicht weiter ausführen, glaube ich. Wobei sich dann jeder beim Wirt gekaufte Wodka gleich an die Regierung berichten ließe. Der Krypto-Rubel steht im Gegensatz zu Allem, wofür die Bitcoin- oder Krypt-Bewegung steht – Dezentralisierung!

Ich höre immer wieder das Argument von Kriminalität und Schurken-Staaten. Hmmm … müsste man in diesem Fall den US-Dollar nicht auch verbieten? Meines Wissens wird auch der US-Dollar viel für kriminelle Machenschaften benutzt.

Die machen Geld aus Luft! … Zum Glück hat das nicht der Draghi gesagt … die olle Durckerpresse …

Ich muss dann doch eher meinen Hut vor Frau Lagarde ziehen, der die derzeitige Entwicklung auch nicht ganz gefallen kann, die aber anscheinend einen ehrlichen Weitblick durchblitzen lässt.

Was passiert denn, wenn plötzlich alle die Coins akzeptieren?

Ob sich Krypto-Währungen oder Bitcoins langfristig durchsetzen, hängt ganz einfach davon ab, ob sie akzeptiert werden oder nicht. Die Bänker reden immer von Regulierung und Blase, aber was wollen sie machen, wenn immer mehr Geschäfte Krypto-Währungen annehmen?

Wenn ich am Strand hübsche Muscheln sammle, damit zum Bäcker gehe und der mir Semmeln dafür gibt, dann ist es ein Tauschgeschäft, in dem keine Bank und auch nicht der Staat die Finger drin hat. Das passt denen natürlich nicht.

Sobald digitale Coins angenommen werden, gewinnen sie logischerweise an Wert. Wenn ich mein Haus streichen lasse, welchen Unterschied macht es dann wirklich, ob ich dem Handwerker Bitcoin oder bedrucktes Papier aus Draghis Presse gebe? Vor allen Dingen wenn der Handwerken das DIng dann anderweitig wieder ausgeben kann. Ist das immer noch heiße Luft?

Ich bin auch kein Verfechter von Kriminalität, aber genauso wenig kann ich es leiden, wenn einige wenige das Geld kontrollieren und damit alle gängeln können.

Natürlich fahren die Preise im Moment Achterbahn, weil die Richtung eine große Unbekannte ist. Mein Eindruck ist allerdings, dass die positiven Meldungen zur Technologie und Krypto-Währungen im Allgemeinen die grantigen Banker überwiegen. Einige davon bauen auch Luftschlösser und ich glaube nicht, dass ein Bitcoin im Jahre 2026 1 Million US-Dollar wert ist.

Bitcoin ist derzeit das Gateway zur parallelen Finanzwelt

Wenn die Beleidigten immer nach Regulierung plärren, dann sind sie sich vielleicht nicht ganz bewusst, was im Moment passiert. Wie schon erwähnt, könnten Leute plötzlich beschließen, Währung XYZ anzunehmen. Einige Regierungen wie Japan sind offener und gehen aktiv auf die Technologie zu – aber nicht so wie Russland.

Sobald eine Krypto-Währung oder ein Token akzeptiert wird, ist ein Gateway zur Krypto-Finanzwelt geschaffen. Solange sogenannte Exchanges oder digitale Wechselstuben die eine Währung in andere umtauschen (oder gleich sogenannte Atomic Swaps), ist die Geschichte sehr schwer regulierbar. Einige Coins werden explizit mit dem Ziel Datenschutz entwickelt und das ist auch gut so. Ich freue mich jetzt schon, wenn Wraith in Verge (XVG) einzieht. Solange ich mit den Altcoins zocken kann, werden sie auch nicht wieder verschwinden.

Für mich persönlich sind die Coins kein Ding, schnell megareich zu werden (auch wenn ich dazu nicht Nein sagen würde). Für mich ist es die Zukunft und ein Aufbäumen gegen die Mächtigen, die mit Geld die Welt kontrollieren. Die Open Source Blockchains können sie nicht kontrollieren (OK, da wäre der 51-Prozent-Angriff, aber das lässt sich nicht mal eben schnell aus dem Ärmel schütteln).

Lange Rede kurzer Sinn: Die Leute haben einfach die Schnauze voll und Krypto-Währungen sind eine Antwort darauf …

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