Kodi 14.0 „Helix“ ist veröffentlicht (früher XBMC)

24 Dezember 2014 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Pünktlich zu Weihnachen ist Kodi 14.0 erschienen. Die meisten werden das Multimedia-Center kennen, allerdings als XBMC. Der Name schien allerdings nicht mehr zeitgemäß, da die Software auf den neueste XBox-Versionen nicht einmal mehr läuft. Aus diesem Grund wurde das Projekt in Kodi umbenannt, die Nummerierung allerdings beibehalten.

Kodi 14.0 liegt unter dem Weihnachtsbaum (Quelle: kodi.tv)

Kodi 14.0 liegt unter dem Weihnachtsbaum (Quelle: kodi.tv)

Was bringt Kodi 14.0 mit sich?

Wie gesagt hat sich der Name des Projekts geändert, es gibt ein neues Logo und Kodi 14.0 bringt auch neue Funktionen mit sich. Unter der Haube befindet sich allerdings im Großen und Ganzen weiterhin die Software, die so viele als Multimedia-Center zu Hause einsetzen. Wegen XBMC habe ich mir ein OUYA gekauft und das Multimedia-Center läuft darauf prächtig.

Kodi 14.0: Splash

Kodi 14.0: Splash

Kodi 14.0 mit verbesserten Video-Codecs

Kodi 14.0 wurde dahingehend aktualisiert, dass die Software ab sofort FFmpeg 2.4.4 einsetzt. Somit können Anwender Videos mit den Codecs h.265 (auch als HEVC bekannt) und VP9 abspielen. Die Verwendung von HEVC und VP9 sollte sich gravierend und positiv auf die Größe von Video-Dateien auswirken. Die Dateien sind bei gleicher Qualität also wesentlich kleiner. Vor allen Dingen dürfte sich das für Anwender auszahlen, die mit 4K-Videos hantieren.

Der Haken an der Sache ist allerdings, dass das Dekodieren von h.265 komplett Software-basiert ist. Die meisten Android- oder iOS-Geräte dürften damit Probleme haben – auch meine OUYA. Wer Kodi 14.0 allerdings auf einem Rechner mit einem Desktop- oder Notebook-Prozessor betreibt, der wird von dieser Neuerung profitieren.

Verbesserung bei der Bibliothek

Das Scannen der Bibliotheken geht laut eigenen Angaben schneller vor sich. Vor allen Dingen auf Android- oder iOS-Geräten soll sich der erstmalige Scan deutlich schneller abspielen.

Weiterhin arbeitet man stetig an UPnP weiter. Kodi 14.0 ist nun wesentlich kompatibler zu Servern wie PlayOn und MediaBrowser. Viele Client-seitige Bugs hat man ausgebügelt. Ebenso haben sich die Entwickler um die verbesserte Kommunikation zwischen Kodi-Clients und Kodi-Servern gekümmert. UPnP-Suchfunktionen kommen auch langsam aber sicher.

Mehr Anwender-Kontrolle für Kodi 14.0

Mithilfe zwei neuer Funktionen sollen Nutzer mehr Kontrolle über Kodi 14.0 haben. Anwender können nun verhindern, dass sich Add-Ons automatisch aktualisieren oder auch unterdrücken, dass die Add-Ons Mitteilungen ausgeben. Man kann dieses Verhalten in den Systemeinstellungen für die Add-Ons festlegen.

Weiterhin kann der Anwender die virtuelle Tastatur nun ändern. Bisher war das immer QWERTY und man kann das Layout nun an seine eigene Sprache anpassen. Auch das ist in den Systemeinstellungen hinterlegt.

Ebenso gibt es Verbesserungen für Android und iOS. Wer Kodi 14.0 auf einem Tablet einsetzen möchte, darf sich über ein neues Skin (Anwenderoberfläche) freuen. Das etwas angestaubte Touched wurde durch Re-Touched ersetzt.

Re-Touched (Quelle: kodi.tv)

Re-Touched (Quelle: kodi.tv)

Verbesserungen für Linux, Windows und Mac OS X

Sowohl für Linux, Windows als auch Mac OS X gibt es Verbesserungen. Bei Linux haben die Entwickler Hilfe von Chris Wilson von Intel bekommen. Zusammen hat man einen Firmware-Bug ausgebessert, der Kodi 14.0 nach einer gewissen Zeit abstürzen ließ. Weiterhin gibt es Hardware-Deinterlacing für Live TV und andere Inhalte mit Interlacing unter Linux, weil Kodi 14.0 eine neue Implementierung von VAAPI-Video-Verarbeitung für Intel-Grafikkarten mit sich bringt.

Die PVR-Funktion wurde auch verbessert.

Einmal auf Kodi umgestellt macht die Rolle rückwärts schwierig

Die Entwickler warnen, dass bei einem Update alles auf Kodi umgestellt wird. Somit ist der Schritt zurück auf 13.2 schwierig. Deswegen sollten Anwender vor der Installation von Kodi 14.0 ein Backup der Bibliothek und der Einstellungen durchführen.

Wer nicht das Standard-Skin Confluence einsetzt, möchte sich schlau machen, ob es ein Update für Helix gibt. Ansonsten kann das zu Problemen führen. Kodi 14.0 prüft zwar auf Updates, allerdings kann man den Prozess beschleunigen, indem man die Überprüfung manuell anstößt.

Weiterhin schlägt man sich noch mit kleineren Bugs herum, die man mit Kodi 14.1 ausbügeln möchte. Die Windows-Version stürzt manchmal einfach ab, wäre ein Beispiel.

Wer die Änderungen ganz genau wissen möchte, kann die Milestones im Code-Repository unter die Lupe nehmen.

Download Kodi 14.0 und Installation unter Ubuntu

Du kannst Kodi 14.0 aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen. Dort gibt es Versionen für Linux, Windows, Mac OS X, ARM, Raspberry Pi und auch ein 32-Bit-Abbild von KodiBuntu (früher XBMCbuntu)

Anwender von Ubuntu können das offizielle PPA für eine Installation verwenden:

  • sudo apt-get install python-software-properties pkg-config
  • sudo apt-get install software-properties-common
  • sudo add-apt-repository ppa:team-xbmc/ppa
  • sudo apt-get update
  • sudo apt-get install xbmc (für XBMC 13.2)
  • sudo apt-get install kodi (für Kodi 14.0 und höher)

OpenELEC 5 und Kodi 14.0

Wer OpenELEC einsetzt, muss wahrscheinlich nicht mehr lange auf OpenELEC 5 mit Kodi 14.0 warten. Vor wenigen Tagen ist ein dritter Veröffentlichungs-Kandidat erschienen. OpenELEC ist eine spezielle Linux-Distribution, die in Kodi 14.0 bootet und nur für den Zwecke Multimedia-Center entwickelt wird.

Auch hier rät man wegen der Umstellung von XBMC auf Kodi zu einem kompletten Backup der Bibliothek.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die OpenELEC-Entwickler von Kernel 3.16 auf 3.17 umgestiegen sind und ab sofort anstelle OpenSSL die Krypto-Software (oder den Fork) LibreSSL einsetzen. Bei LibreSSL sei die Lizenzierung einfacher und für OpenELEC ist es einfacher, andere Krypto-Bibliotheken wie zum Beispiel GnuTLS zu entfernen.

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