Tor bald fester Bestandteil in Mozilla Firefox?

30 September 2014 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ein Beitrag auf The Daily Dot lässt mutmaßen, dass Tor (The Onion Router) bald fester Bestandteil des Mozilla-Browsers Firefox sein könnte. Damit würde das Anonymisier-Netzwerk plötzlich einige Millionen neue Anwender auf einen Schlag bekommen.

Es seien einige große Technologie-Firmen in Gesprächen mit Tor, die Software in eigenen Produkten zu integrieren. Eine spezielle Firma möchte Tor als “privaten Browsing-Modus” in einem bekannten Web-Browser integrieren. Somit könnten Anwender Tor ohne große Anstrengungen aktivieren und deaktivieren. Beliebte und große Web-Browser gibt es ja nicht so viele. Sehr nahe liegt doch Mozilla Firefox.

TAILS 1.1: Browser - TOR - Vidalia

Tor könnte bald fester Bestandteil von Firefox sein …

Der Leiter des Tor-Projekts schrieb, dass “sie Tor Browser sehr gerne mögen und dies an Ihre Stammkundschaft ausliefern wollen. Das Produkt habe zehn bis 20 Prozent Marktanteile.”

Wir sprechen hier sogar von einige Hundert Millionen Anwendern, die aber wahrscheinlich nicht alle im privaten Browsing-Modus unterwegs sind. Aber selbst ein Bruchteil davon würde das Tor-Netzwerk enorm wachsen lassen.

Tor bald in Firefox?

Diese Beschreibung passt eigentlich wie die Faust aufs Auge zu Mozilla Firefox, der bekanntlich zwischen zehn und 20 Prozent Martkanteile hält. Der Internet Explorer wird es höchstwahrscheinlich nicht, Chrome ebenfalls nicht und Opera ist hinsichtlich der Zahlen zu klein.

The Onoin Router in Firefox würde in Sachen Privatsphäre natürlich ein enormer Sprung sein.

The Daily Dot wollte eine Stellungnahme von Tor oder Mozilla. Aber beide Firmen haben es weder bestätigt noch abgestritten.

Tor muss ich wohl auf dieser Seite nicht weiter erklären. Die EFF (Electronic Frntier Foundation) macht das sehr gut mit diesen Grafiken.

So funktioniert TOR (Quelle: torproject.org)

The Onion Router einfach erklärt (Quelle: torproject.org)

So funktioniert TOR (Quelle: torproject.org)

So funktioniert das Anonymisier-Netzwerk (Quelle: torproject.org)

Wer bisher The Onion Router nutzen wollte, konnte ein Projekt mit Namen Tor Browser herunterladen. Das ist sowieso schon eine Heirat zwischen Firefox und der Anonymisierungs-Software.

Alternativ dazu kann man die Linux-Distribution Tails (The Amnesic Incognito Live System) zu Rate ziehen. Diese vergessliche Linux-Distribution schickt per Standard jeglichen Daten-Transfer über das Tor-Netzwerk und schützt die Privatsphäre so gut wie möglich.



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5 Kommentare zu “Tor bald fester Bestandteil in Mozilla Firefox?”

  1. Bernd sagt:

    Interessante Nachricht, das dürfte Google & Co. ja garnicht gefallen, wenn man zukünftig anonym die Googlesuche benutzen könnte und auch das Tracken via Google Analytics nicht mehr hinhaut. Falls man das für spezielle Seiten fest einrichten könnte, dann würde ich sogar Google wieder als Standard-Suchmaschine benutzen. ^^

    • Struppi sagt:

      Genau das ist ein Riesenproblem, das Tracken wird mit Tor an sich ja nicht verhindert und die meisten Wissen das nicht.

      Um Tor sinnvoll zu Nutzen - zur Anonymisierung - müssen alle anderen "aktiven" Inhalte deaktiviert sein, was aber heutzutage beim "normalen" surfen kaum möglich ist.

      ein weiteres Problem, bei Millionen neuen Nutzern, ist die Geschwindigkeit bzw. müsste dann für viele neue Knoten gesorgt werden. Was aber auch nicht einfach ist.

      • Antares sagt:

        Tracking wird nicht das große Problem, Firefox wird ab Version 34 (kommt am 25.11.) mit einer fest verbauten Blacklist für Tracker ausgeliefert und wird die auch so blockieren.

        Trotzdem frage ich mich, was der oder die geraucht haben muss, die eine feste Integration von Tor ernsthaft in Erwägung zieht. Jeder, der sich mit dem Netzwerk mal halbwegs beschäftigt, der weiss auch, dass darüber sehr viel Kriminalität und vor allem auch Viren wie Cryptolocker vertrieben werden und in den letzten Monaten in den IT-Magazinen auch genug Berichte über Angriffe publiziert wurden, die Tor zumindest teilweise schlichtweg plattmachen könnten. Ganz zu Schweigen von der Entdeckung der Langsamkeit bei dem Haufen. Hat nen guten Grund, wieso ich ein privates VPN bevorzuge.

        Wenn es als Addon umgesetzt wie Lightbeam, wäre ich damit einverstanden. Aber eine feste Integration ist ziemlich undurchdacht. Wie will Firefox vor allem dann die Sicherheit vor den Cryptolockern etc. gewährleisten? Logisch, man hat seit Firefox 31 Safe Browsing an Bord, aber das wurde ja von Google entwickelt, auch wenn es in Firefox etwas anders funktioniert, und dass das bei denen mit der Abwehr von Spyware etc. nicht immer so gut klappt, sieht man ja daran, was die Studien u.a. beim CWS ergeben haben. Ich hab da jedenfalls kein gutes Gefühl bei...

        • Struppi sagt:

          Was hat das mit meiner Antwort zu tun?

          Ich hab nicht gesagt, das Tracking ein Problem ist, sondern dass Tracking mit Tor nicht verhindert wird. Ebensowenig durch ein VPN

          Und das Tor ohne deaktivierte Aktive Inhalte, wie vor allem Javascript, wenig Sinn macht schrieb ich auch. Ansonsten ist die Gefahr sich etwas einzufangen gross. "Safe"-browsing nützt in dem Fall auch wenig, da die Sicherheit dort ja nur darin liegt, dass Google manche Seiten als "böse" markiert.

          Es bleibt aber wirklich dir Feage, wem das dienen soll. Die, die Tor benutzen, weil sie es brauchen, werden sich nicht darauf verlassen, dass die Integration im Firefox zuverlässig ist und bei allen anderen herrschen, wie man sieht, viele Mythen um das wofür Tor geeignet ist.

      • Bernd sagt:

        Im Tor-Browser ist JavaScript deaktiviert, ich gehe mal fest davon aus, dass die bei Mozilla ebenfalls dran denken und eine Funktion zum Ein- und Ausschalten mit einbauen - ansonsten könnte man sich in der Tat den Einbau von Tor sparen.

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