500.000 Anwender: ownCloud befeuert Universitäten in NRW

14 Juni 2014 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Wow, das ist ein toller Erfolg, den ownCloud da verbuchen kann: Deutsche Universitäten haben sich für die ownCloud entschieden und versrogen damit zirka eine halbe Million (500.000) Studenten und Angestellte. Sowohl für Synchronisation als auch für das gemeinsame Nutzen von Daten. Das ist eine Hausnummer, die man sich noch mal auf der Zunge zergehen lassen sollte.

“Sync & Share NRW” ist ein Interessenverband aus 18 wissenschaftlichen Universitäten in Nordrhein Westfalen. Mit bis zu 500.000 Anwendern handelt es sich hier um eines der größten Cloud-Projekte in Deutschland.

Raimund Vogl von der Universität Münster ist Konsortium-Manager. Er sagte, dass man Pionier-Arbeit für Universitäts-IT leisten und deswegen ein übergreifendes Cloud-Storage für Forschung und Unterricht zur Verfügung stellen möchte. Man könne den Client von mehreren Plattformen und Betriebssystemen verwenden und jeder End-Anwender wird 30 GByte freies Storage haben. Da bekommt man dann doch das eine oder andere LibreOffice-Dokument unter … :)

Laut Vogl habe man sich für ownCloud wegen Open-Source entschieden. Auch die Erweiterungs-Möglichkeiten und die intuitive Bedienung hätten zur Entscheidung beigetragen.

Vogl fügte an, dass wegen des NSA-Skandals Cloud Storage Services wie Dropbox doch eher einen faden Beigeschmack in Bezug auf die Privatsphäre hätten. ownCloud biete hingegen eine sichere Alternative, die sich ähnlich einfach bedienen lässt. In dieser privaten Cloud würden sensible Daten komplett unter der Kontrolle der akademischen Einrichtungen bleiben (der Service läuft im eigenen Haus) und das lasse sich auch mit den Datenschutz-Gesetzen in Deutschland vereinbaren.

In diese Kerbe schlägt auch Markus Rex, CEO und Mitgründer von ownCloud. Die Studenten und Mitarbeiter in Nordrhein Westfalen haben einfachen Zugriff auf ihre Daten und könnten sicher sein, dass man ihre Privatsphäre respektiert. Auf letzteres lege man in Deutschland sehr viel Wert (was unseren Politikern anscheinend scheißegal ist, sonst würden Sie nicht solche Gesetze verabschieden:Adressauskunft: Widerspruchsrecht abgeschafft)

Ich muss ganz ehrlich sagen: Seitdem ich ownCloud auf einem internen Server und nicht bei einem Web-Hoster einsetze, läuft das Ding wie geschmiert. Ich glaube allerdings, dass nicht nur der Standard-Web-Hoster das Problem war, sondern auch meine langsame Internet-Verbindung mit teilweise extremen Latenzen. Nun schnurrt die ownCloud-Instanz auf meiner ZBOX, die als Server dient und ich synchronisiere damit zwei Rechner – einen mit Kubuntu 14.04 LTS und eine mit Linux Mint 17 “Qiana”, sowie ein Android-Tablet und ein -Smartphone. Man muss halt den Router / Firewall entsprechend konfigurieren (Port Forwarding), wenn man unterwegs ist (also die interne ownCloud von außen erreichen möchte) oder wartet einfach, bis man wieder Zuhause ist. Wie gesagt ist meine Internet-Verbindung doch eher “gemütlich” und meist sichere ich meine Daten unterwegs auf einen USB-Stick.

War der Synchronsations-Client anfangs ein Ressourcen-Fresser und mit doch einigen Frust-Momenten verbunden, haben die Entwickler stetig Verbesserungen eingepflegt. Die derzeit aktuelle Version 1.6 ist richtig gut. Das ownCloud-Client überwacht mittlerweile das Dateisystem und reagiert sofort auf Änderungen.

Das gute an Projekten dieser Größenordnung ist, dass die ownCloud offensichtlich erwachsen geworden ist. Weiterhin liefert das Ressourcen in Form von Geld und Feedback, womit sich das Produkt weiter verbessern lässt. Ganz toller Erfolg, den ownCloud da vorweisen kann. Gleichzeitig ist es auch ein Erfolg für Open-Source an sich.

ownCloud 6: Profilbild zuschneiden

ownCloud 6: Profilbild zuschneiden

ownCloud Documents: Zwei Leute arbeiten am zeitgleich am selben Dokument

ownCloud Documents: Zwei Leute arbeiten am zeitgleich am selben Dokument



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6 Kommentare zu “500.000 Anwender: ownCloud befeuert Universitäten in NRW”

  1. maltris sagt:

    Hat den Anschein, dass es jetzt mit owncloud erst richtig losgeht. Mit kollaborativem Dokumente bearbeiten usw.

    Nett. Vielleicht probiere ich es demnächst mal wieder aus.

  2. asche sagt:

    Mich würde ja interessieren wie es mit der Performance mit so vielen Anwendern aussieht weil owncloud auf meinem vserver (1-2 Anwender) schon ziemlich viel CPU verbraucht wenn man damit arbeitet. Aber da könnte es nun auch Verbesserungen geben.

  3. Arne sagt:

    Mit der Neugründung meiner Hochschule Lausitz mit der BTU Cottbus haben wir auch neue Accounts bekommen. Beim herumstöbern auf den dazugehörigen Informationsseiten habe ich auch entdeckt, dass es bei uns (jetzt BTU Cottbus-Senftenberg) auch eine Owncloud für jeden Studenten und Mitarbeiter gibt. Ich weiß jetzt nicht mehr das Speichervermögen. Es waren aber glaube ich 10 GB, die jeder bei uns zur Verfügung hat.

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