Raspbmc: XBMC auf dem Raspberry Pi, Android als Fernbedienung, Daten von Samba-Share geholt

6 März 2013 17 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Raspbmc Teaser 150x150So ein Raspberry Pi ist ein feines Spielzeug. Nachdem ich durch die ersten Gehversuche bin, wollte ich mir die Distribution Raspbmc genauer ansehen. Es handelt sich hier um eine Linux-Distribution, die das Multimedia-Center XBMC für Raspberry Pi zugeschneidert enthält.

Die Installation ist ziemlich einfach, da die Entwickler einen Installer zur Verfügung stellen. Diesen kleinen Python-Assistenten holen wir uns unter Linux mit: wget http://svn.stmlabs.com/svn/raspbmc/testing/installers/python/install.py chmod +x install.py

Danach können wie die Datei mittels root-Rechten aufrufen: sudo ./install.py

Raspbmc: Installieren

Raspbmc: Installieren

Nach der Wahl der richtigen Speicherkarte – in meinem Fall sdb – lädt das Script zirka 20 MByte herunter und bereitet die SD-Karte weiter vor. Ist dies abgeschlossen, musst Du die SD-Karte in das Raspberry Pi stecken und den Mini-Rechner starten. Eine Verbindung zum Netzwerk ist bei dieser Prozedur Voraussetzung. Hier folgen dann die nächsten Schritte und die kleine Kiste fängt an, das root-Dateisystem herunterzuladen. Je nach Internet-Verbindung dauert das eine Weile – der Hinweis mit dem Kaffee ist gar nicht schlecht … 🙂

Raspbmc: installieren

Raspbmc: installieren

Das ist eigentlich schon alles. Wenn das fertig ist, startet das Gerät neu und Du kannst auswählen, wie XBMC zu Dir sprechen soll.

XBMC auf dem Raspberry Pi

XBMC auf dem Raspberry Pi

Da auf die SD-Karte nicht so viele Filme oder andere Multimedia-Dateien passen und ich als Server die ZBOX am Laufen habe, soll sich Raspbmc die Daten von dort holen. Auf dem Server läuft Samba und wir wollen den Mini-Rechner nun daran anbinden.

Entfernte Speicher

Das funktioniert genau wie bei XBMC auch. Einfach nach Bilder, Videos oder Dateimanager und dann ein Doppelklick auf Quelle hinzufügen. Hier kannst Du nun unter anderem einen Samba-Server auswählen. Sollte sich der unter suchen nicht automatisch finden lassen, kannst Du immer noch die IP-Adresse direkt verwenden.

Raspbmc: Windows-Netzwerk

Raspbmc: Windows-Netzwerk

Android als Fernbedienung

XBMC Remote: Einstellungen

XBMC Remote: Einstellungen

Im Google Play Store gibt es kostenlos die offizielle Fernbedienung von XBMC, die ich auch genommen habe. Wenn Du hier einen Host hizufügst, gibst Du einfach die IP-Adresse des gestarteten Raspbmc an. Du findest das unter den Systeminfos. Allerdings musst Du bei den Ports aufpassen. Raspbmc steht per Standard auf 80 und die Remote-Software auf 8080. Eines davon musst Du eben ändern.

Es ist auch sinnvoll, Raspbmc mit einer fixen IP-Adresse auszustatten. Dann musst Du nicht jedesmal die Fernbedienung anpassen. Das kann man entweder im DHCP-Server machen, aber einfacher ist es bei Raspbmc Programme anzuklicken, dann einen Rechtsklick auf Raspbmc Settings -> Plugin-Einstellungen und dann den Haken bei Use DHCP entfernen. Am Besten gibts Du hier eine IP-Adresse an, die vom DHCP-Server nicht verwendet wird, oder eben ziemlich weit hinten ist (und so vom DHCP-Server in einem Heim-Netzwerk wahrscheinlich nicht benutzt wird).

Raspbmc: fixe IP-Adresse vergeben

Raspbmc: fixe IP-Adresse vergeben

Nun kann man sein Android-Smartphone bequem als Fernbedienung verwenden. Das Video ist nicht so toll. Ich habe mein Stativ verliehen und musste das mit dem Tablet filmen – inklusive krude Improvisation, um das Ding auf den Schreibtisch zu stellen. Aber man soll nur sehen, dass es funktioniert.

Dass die Bilder ein bisschen zum Laden brauchen liegt zum einen daran, dass Sie sich auf meinen Server befinden und Raspbmc darauf via Samba zugreift und zum anderen, dass die Bilder dort in einer Auflösung von 18 Megapixeln liegen. Und für diese Umstände ist das Raspberry Pi mehr als schnell genug, finde ich.

Wenn Du nur Musik hören möchtest, kannst Du das auch headless (ohne Bildschirm) laufen lassen. Musik kannst Du auch mit dem Android-Client abspielen lassen und das Lied ändern.

Komplette Zeit zum Einrichten (die Download-Phasen nicht mitgerechnet): unter 10 Minuten …

In diesem Beitrag findest Du einen Vergleich, welche Medien sich am besten zum Abspielen von Videos eignen – USB, Samba oder NFS?

Nette Pi-Konstellation

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17 Kommentare zu “Raspbmc: XBMC auf dem Raspberry Pi, Android als Fernbedienung, Daten von Samba-Share geholt”

  1. Michael sagt:

    Coole Sache. Ich glaube das wäre was für mich. Muss mich nur nochmal mit Externen Platten und Samba auseinandersetzen, und Nen Raspi besorgen hinterher... 🙂

    Aber auf jedenfall Danke für die tolle Anleitung.

    • jdo sagt:

      Wenn Du nur Musik hören möchtest, kannst Du das auch headless laufen lassen. Musik kannst Du auch mit dem Android-Client abspielen ... ich glaube, das schreib ich oben noch rein 🙂

  2. Steve sagt:

    Einigen Berichten zufolge haben NFS shares eine höhere Übertragungsrate als Samba. Außerdem hat das Pi einen recht langsamen LAN port, WLAN könnte daher bessere Geschwindigkeiten bringen. Da jedoch alles per USB2 verbunden ist, ist das noch nicht so sichert. Konnte es selbst noch nicht probieren. Aber vielleicht kannst Du ja eins von beiden einmal ausprobieren, so könnten die Bilder schneller laden.
    Man kann übrigens codec Lizenzen kaufen um VC1 und ich denke x264 per Hardware dekodieren zu lassen. So laufen auch HD- Filme flüssig! 🙂

    Als Fernbedienung kann ich übrigens nur Yatse empfehlen (aus dem Playstore).

    Sollen nur ein paar Anregungen für raspbmc sein... 😉

  3. [...] heute hat BITblokes eine Anleitung veröffentlicht, wie man ein Smartphone als Fernbedienung benutzt, um ein Raspbmc zu [...]

  4. Kalle sagt:

    Ich bin zufällig auf deine Beschreibung der Android App gestoßen und habe es direkt mal selber getestet. Es funktioniert wirklich sehr gut. Danke für deine Ausführliche Beschreibung.

    Gruß
    Kalle

  5. Marco sagt:

    Hi!

    Ich steh grad vor dem Problem, dass ich den Pi an kein Display anschließen kann. Raspbmc ist installiert und läuft. Android-Handy als Fernbedienung mit Yatse geht auch...

    Nur - wie lass ich Musik abspielen, die auf nem USB-Stick bspw. gespeichert ist?

    Über die Remote-Apps kann ich dahingehend nicht viel steuern... =(

  6. [...] habe durch den Post hier entdeckt, dass es mittlerweile eine offizielle Android App gibt um XBMC fern zu Steuern. Da auf [...]

  7. Andreas sagt:

    Tja, wegen Blog-Einträge wie diesem kommen halt viele RasPi Nutzer nicht auf ihre Kosten 🙂 Bisschen Benchmarking zuvor und ein wenig lesen ist hilfreich, ehe man Anleitungen schreibt, die Leute in Zukunft dazu zwingen, alles neu aufzusetzen.

    a) NFS nutzen. Samba ist Müll, war's immer und wird's immer sein. Den Windows Kram nutzt man nur, wenn es wirklich nicht anders geht und man Windows Shares machen muss(!)
    b) Nicht auf die SD Card installieren. Auf USB installieren, tausend mal schneller, da der Cardreader der RasPi sehr sehr langsam ist. Guter USB 3.0 Stick (ja, die RasPi kann nur 2.0, aber die Sticks haben dennoch bessere Zeiten) bringt einen performance boost um ein vielfaches
    c) bei einem DHCP Server muss man gar nix anpassen. Die MAC Adresse merkt er sich und vergibt wieder die gleiche IP.
    d) Yatse verwenden. Tausend mal besser als die XBMC remote.
    e) Vielleicht die Nutzer mal auf ein vernünftiges Netzteil hinweisen 🙂 http://raspbmc.com/power - sinnvoll.
    f) filesystem alignment? OC Setting? Du hast NULL performance tweaks erwähnt, die notwendig sind, um das Ding vernünftig zu bedienen 🙂

    http://blog.lux-medien.com/2013/08/raspberri-pi-raspbmc-raspbian-and-performance/ - Darfst dich gerne bedienen. Ich hab' ohne Ende getestet und benchmarks gefahren, weil es einfach viel zu lahm war.

    Sorry für die deutlichen Worte, aber solche "Howtos" mit Halbwissen geschrieben tun keinem einen wirklichen Gefallen.

    • jdo sagt:

      Tja und wegen Besserwissern wie Dir, die im Oberlehrerstil kommentieren, ohne sich anscheinend den kompletten Beitrag und die weiterführenden Links durchlesen überlegt man sich dann und wann, die Kommentarfunktion zu deaktivieren.

      a) dass NFS die beste Netzwerk-Variante ist, steht in diesem Beitrag.

      b) Eine Class 10 SD-Karte ist absolut ausreichend - zumindest für meine Zwecke.

      c) Ein DHCP-Server hat eine Lease-Time, die allerdings konfigurierbar ist. Wenn das Gerät eine gewisse Weile nicht aktiv war, kann es sein, dass die IP-Adresse anderweitig vergeben ist. Von daher ist eine fixe IP-Adresse wesentlich wasserdichter.

      d) Mir taugt XBMC Remote und es tut genau das, was ich will und was es soll. Yatse ist auch gut, aber es ist in diesem Fall reine Geschmacksache: De gustibus non est disputandum!

      e) Auch mit einem simplen USB-Kabel am Rechner eingesteckt, ist mein System schnell genug, Full-HD abzuspielen. Mir ist gerade nicht ganz klar, warum ich Geld für ein extra Netzteil rauswerfen soll.

      f) Ich brauche nichts weiter tunen, weil mein RasPi schon Full HD abspielt. Warum soll ich frickeln, wenn das Gerät tut, was ich will?

      Aber widmen wir uns doch mal Deinem Blog mit Deinem Vollwissen:

      a) USB-3.0-Stick an einer USB-2.0-Verbindung? Aja ...

      b) Yes use NFS - vor allen Dingen, wenn man ein NAS im Netzwerk hat und am RasPi keine 400 extra Kabel haben möchte. NFS und RasPi spielt Full HD!

      c) Ausführliche Benchmarks? Wo? Ergebnisse?

      Oder Deiner Agentur - ich helf Dir mal ein bisschen, vor der eigenen Türe zu kehren:

      a) bei den Referenzen eine Seite angeben, die offenbar von einer Islamistischen Vereinigung gehijackt wurde. Glaubst Du nicht? Hier ein Screenshot - darfst Dich gerne bedienen.

      b) Bei mindestens einer Referenz kommt man sich in die frühen 90er zurückversetzt. Es fehlen lediglich die blinkenden GIFs zum perfekten Relikt. Aber da würde ich zu etwas mehr Recherche und lesen raten und nicht irgendwelches Design-Halbwissen nutzen, um Webseiten zu erstellen. Sorry für die deutlichen Worte. Bei meinem Beitrag habe ich wenigstens angegeben, dass ich das RasPi erst kurz habe und mein Setup funktioniert aber immer noch genau wie es soll. Für "solche Webseiten oder Dienste" Geld zu verlangen kann eine ganze Branche in Verruf bringen und das tut wirklich keinem einen Gefallen.

      Ich habe nirgends geschrieben, dass dieses Setup das "Allerbeste und Allertollste" ist. Allerdings funktioniert es und tut genau das, was es soll. Weiterhin gibt es Anwendern einen Schubs in die richtige Richtung und von dieser Basis aus kann man dann frickeln und es für die eigenen Bedürfnisse optimieren. Ich bin auch immer dankbar für Hinweise und Tipps. Aber Deine Ton ist, mit Verlaub, zum Kotzen!

  8. Andreas sagt:

    b) der SD-Karten Bus ist einfach extremst lahm. Nutz' das Ding mal nur entfernt als Linux-Kiste, lass _irgendwas_ laufen, meinetwegen nur ein SCP neben Videodarstellung... Oder einfach nur ein lib update... Du wirst sehen, wie das Ding in die Knie geht. Wenn dir DAS reicht, dann aua.
    c) Lease time ist bei den meisten Routern auf mehrere Wochen gesetzt, in vielen wird nur geflusht, wenn die Liste voll ist. Für Newbies sicherlich nicht die schlauste Entscheidung, sowas zu empfehlen.
    d) Kann ich nicht widersprechen, nur ist Yatse auch stabiler, was WiFi disconnects usw. anbelangt. Außerdem weitaus feature-reicher.
    e) Video Darstellung macht auch der BCM Chip, die CPU ist da nur nebenbei tätig. Klar reicht die Power dafür so gerade eben aus. Hängst du aber auch nur eine USB Tastatur dran, ist schon Feierabend. Das Ding an der Grenze zu betreiben ist jedenfalls nicht toll.
    f) Weil die meisten es als mehr als nur den Mediaplayer benutzen, was eigentlich auch der SINN dieses Systems ist. Ansonsten holt man sich ein AppleTV.

    Benchmarks: Ich hab's auf's wesentliche beschränkt. Warum sollte ich da noch lange Auswertungen aus Flashbench etc. raus hauen, die nur MICH beeinträchtigen? Ich habe die Ergebnisse geposted, warum soll ich dann direkt die iperf Ausgabe dazu packen? Als "Beweis"? 🙂 Ergebnisse interessieren, mit Mikrosekunden Ladezeiten kann wohl kaum einer was anfangen.

    Zu dem anderen unnötigen Kram:

    Ferienhaus: Ewig kein Kunde mehr, Referenzenrelikt, aber tut nix zur Sache. Domain zeigt auf irgendeine Hetzner IP, wo vermutlich der Islamistenserver steht 🙂 Keine Ahnung, wer dahinter steht... Aber danke für den Tipp, vielleicht sollten wir die mal löschen 🙂

    Zurück in die 90er versetzt? Welche Seite denn bitte? Wir machen hauptsächlich Software-Entwicklung, Web-Entwicklung ist zwar auch hier und da mal dabei, aber nicht das Kerngeschäft. Wenn man schon Referenzen liest, dann bitte auch das, WAS wir gemacht haben.

    Kritik von meiner Seite kam hier nur, weil das Raspberry Forum voll mit Leuten ist, die Anleitungen wie deiner gefolgt sind und Performance Probleme haben, sobald sie IRGENDWAS machen, außer ihre Drei-Filme-Bibliothek anzuschauen.

    • jdo sagt:

      Warum sollte ich SCP benutzen, wenn ich das Ding wie im Beitrag beschrieben als Mini-Kino benutze? Deine Kritik vergleicht Äpfel und Birnen und Dein Beitrag, bei dem ich mich bedienen dürfte zeigt außer "häng ein USB-3.0-Gerät an einen 2.0-Anschluss" keinerlei Lösungen. Mein Beitrag geht nur um XBMC mit RasPi und nichts anderes. Wie man Raspian und andere Betriebssysteme tweaken kann steht hier nicht zur Sprache. In einem anderen Beitrag auf dem Blog zu RasPi ist erwähnt, dass USB schneller ist (Berry Boot) - in dem Zusammenhang ist das auch sinnvoll. Wahllose Besserwisserei am Thema vorbei nervt mich einfach ...

    • Jan sagt:

      zu f) Hast Du dir mal die Preise vom Apple TV angeschaut? Warum soll ich über 100€ für etwas ausgeben das ich auch bequem für weniger Geld erhalte: http://store.apple.com/de/ipod/ipod-accessories/apple-tv
      Und ja, den raspberry pi kann man für viele Sachen verwenden. Dazu muss ich einfach nur die SD Karte wechseln, völlig unkompliziert!

      Danke für das Tutorial!

  9. deallor sagt:

    Auf meinem HTC-Desire X gibt mir die App immer ne Fehlermeldung 🙂

    ----------
    I/O Exception (java.io.FileNotFoundException)

    http://192.168.0.111:80/xbmcCmds/xbmcHttp?command=GetSystemInfo(120)
    ----------

    Was soll mir das sagen?

  10. daniel sagt:

    Also mir hat das Tutorial sehr geholfen. Danke erst mal! Das entscheidende war wohl der DHCP Server da ich das ganze in einem Schul -Netzwerk ausprobiert habe. Erst als ich nach etlichen Versuchen den DHCP ausgeschaltet habe hat es funktioniert.

    Eigentlich wahnsinn was ich alles ausprobiert habe nur um ein par Musikfiles per Android Handy abspielen zu können..

    Ein Problem bleibt jedoch. Ich habe auf meinem 3.5mm Audio Jack Ausgang ein permanenter Piepston drauf. Das nervt total. Weiss jemand wie man das weg kriegt?

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