Minimalisitische Linux-Distribution TinyMe „Acorn“ Alpha 2012.03.05 kurz angetestet

9 März 2012 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

TinyMe Logo 150x150Es handelt sich um eine Alpha-Version, was die Entwickler in der Ankündigung auch klar herausstellen. Anwender sollen mit Ecken und Kanten rechnen. Allerdings ist TinyMe „Acorn“ Alpha gut genug, um das Ziel der Distribution zu sehen. Zum Beispiel ist das root-Konto noch nicht vollständig ausgearbeitet – es funktioniert aber grundsätzlich.

TinyMe „Acorn“ basiert auf Mandriva Cooker und Unity Linux und richtet sich an ältere Computer oder Anwender, die ein leichtes und schnelles Betriebssystem wollen. Eine Besonderheit von Version 2012.03.05 ist – es gibt die Distribution auch erstmalig in einer 64-Bit-Ausgabe.

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Die Distribution bringt Linux-Kernel 3.2.7 mit sich und SLiM sorgt für die Anmeldung. Session- und Fenster-Manager ist Openbox, während sich Nitrogen um die Wallpaper kümmert und LXPanel die Leiste anzeigt. Es gehört fast schon zum guten Ton, dass Abiword bei leichtgewichtigen Distributionen die Textverarbeitung der Wahl ist. Mit MuPDF lassen sich PDF-Dateien betrachten und DeaDBeef spielt Audio-Dateien ab. Bilder lassen sich mit Viewnior ansehen und mit MEdit ist ein Text-Editor mit Tabs verfügbar. Osmo dient als persönlicher Informations-Manager (PIM).

TinyMe 2012.03.05 Netsurf kein JavaScript Google Plus

Kein Google+ mit Netsurf möglich

Netsurf als leichtgewichtiger Browser ist zwar gut gemeint, aber leider völlig unbrauchbar. Der Browser unterstützt kein JavaScript. Ganz ehrlich – wie viele Seiten im Internet lassen sich heutzutage ohne JavaScript vernünftig betrachten? Man nehme nur als Beispiel das ganze Social-Media-Gedöns. Google Mail läuft auch nur auf drei Zylindern damit. Zum Glück kann man über den Smart Package Manager einen vernünftigen Browser nachinstallieren. Zum Beispiel findest Du Firefox 10.0.2 oder Chromium im Repository.

Sehr angenehm ist das Kontroll-Zentrum. Von vielen minimalisitischen Linux-Distribution ist man eher rudimentäre Kontrollzentren gewohnt. Diese funktionieren zwar auch gut, sehen aber weit nicht so hübsch aus, wie das von TinyMe. Hier merkt man deutlich den Mandriva-Hintergrund und in Sachen Anwenderfreundlichkeit ist das natürlich ein Plus. Die Standard-Anmeldedaten sind übrigens root / root und guest / guest.

TinyMe 2012.03.05 Menü

TinyMe mit LXPanel

Ansonsten kommt die Distribution nach dem Start mit weniger als 100 MByte Arbeitsspeicher aus. Die enthaltenen leichtgewichtigen Programme starten in Blitzgeschwindigkeit. Wie schon erwähnt, gibt es hier und da noch Fehlermeldungen und für den täglichen Gebrauch ist TinyMe doch noch zu Alpha. Aber ich finde die Entwickler sind auf einem guten Weg, eine wirklich schöne und schnelle Distribution zu erschaffen, die sich auch gut für ältere Rechner eignet.

Ob es langfristig schlau ist, auf Mandriva zu bauen sei dahingestellt. Es ist derzeit sehr ungewiss, wie es mit Mandriva weitergeht. Vielleicht täten die Entwickler besser daran, auf die Mandriva-Abtrünnigen von Mageia zu setzen.

Das Hintergrundbild auf den Screenshots ist nicht in der Distribution enthalten. Du findest es aber in niegelnagelneuen Wallpaper-Sektion als kostenlose Download ohne sichtbare Wasserzeichen oder andere störende Elemente. Testwillige können ISO-Abbilder aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen. Es stehen Abbilder für die Architekturen i586 und x86_64 zur Verfügung: TinyMe-Acorn-Alpha-2012.03.05.i586.iso (230 MByte), TinyMe-Acorn-Alpha-2012.03.05.x86_64.iso (238 MByte)

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Ein Kommentar zu “Minimalisitische Linux-Distribution TinyMe „Acorn“ Alpha 2012.03.05 kurz angetestet”

  1. Ikem sagt:

    "Von vielen _minimalistischen_ Linux-Distribution"

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