Google Maps auf dem Land mit dem Rad ist eine Katastrophe

5 August 2019 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Als wir vor kurzer Zeit in Krakau unterwegs waren, hat Google Maps sehr weitergeholfen. Die Navigationsmöglichkeiten in Verbindung mit der Garmin vívoactive 3 Music (funktioniert mit Linux)  haben mir wirklich gefallen. Am sonnigen Sonntag gestern gab es eine längere Rad-Tour und die Route konnten wir uns mit Google Maps vorher angeben lassen und ich habe wieder versucht, mit der Smartwatch zu navigieren.

Ich nehme es vorweg: nachdem wir zum 3. Mal mitten im Wald gestanden haben, wurde es deaktiviert. Google Maps mag in einer fremden Stadt gut funktionieren, aber auf dem Land und mit den dafür ausgelegten Radwanderwegen kommt es (noch) nicht zurecht.

Ich möchte außerdem noch einmal darauf hinweisen, dass Google Maps zusammen mit Maps Nav auf der Smartwatch sehr viel Akku am Smartphone braucht. Bist Du länger unterwegs, solltest Du das im Hinterkopf behalten. Ein mobiles Solar-Ladegerät (das hier funktioniert ganz gut für kleine Geräte)* oder eine handliche Powerbank* schaden sicherlich nicht.

Übrigens kommt auch die Smartwatch aus meinem Nichtraucher-Budget. Über 4 Jahre sind es nun und ich bereue keine Minute!

Das Problem mit dem Rad

Mit dem Auto ist es ja egal, wenn Du ein paar Kilometer Umweg fahren musst. Es kann auch nerven, aber es ist kein Drama. Auf dem Fahrrad sind ein paar Kilometer Umweg nicht ganz so spaßig. Hinzu kommt noch, dass Dir mit dem Auto die Steigungen nicht ausmachen, aber wenn Du immer wieder auf und ab gelotst wirst. Das ist vielleicht ein gutes Training, aber das war gestern eigentlich nicht die Intention.

Wir wussten den Weg zum Glück grob und wollten auch de ausgeschilderten Radwanderweg benutzen. Bei der Planung hat das auf dem Smartphone auch noch so ausgesehen, als würde Google Maps den Weg kennen. Allerdings war das nur bedingt der Fall. Bis zum Fluss waren es bereits 10 km und dort hat sich die Navigation komplett verhaspelt.

Teilweise wurden in den Dörfern Abzweigungen mit den richtigen Straßen angezeigt. Wenn es heißt Raiffeisenstraße rechts und da ist eine solche Straße, dann folgst Du. Die Straße führt aber auf einen Feldweg. Das macht auch nichts, da Radwanderwege oft geschottert oder unbefestigt sind. Wenn Du aber dann plötzlich im Wald ohne Weg stehst, aber Google Maps fest behauptet, in 450 Meter geht es rechts, dann stimmt irgendwas nicht mehr.

Komisch kommt Dir auch vor, wenn Du am Fluss am Radwanderweg sicher die richtige Richtung hast und Google Maps meint, Du solltest nun besser wenden.

Rückweg mit r.485 geplant – nächstes Mal mit dynamic.watch

Das scheint besser zu funktionieren und die Richtungsanweisungen sind genauer. Allerdings hat mich die App nach ein paar Kilometer im Stich gelassen und gemeint, ich müsse die Premium-Version kaufen. Das ist sehr nützlich, hätte man auch vorher irgendwo erwähnen können, anstatt mitten in der Pampa abschalten.

Eine Sache hat mich an r.485 auch total gestört. Die Software gibt mir keine Alternativrouten. Von Google Maps kennst Du das vielleicht, dass meist mehrere Routen zur Auswahl stehen. Die errechnete Route ist blau, die Alternativen sind grau. Bei r.485 wird Dir eine vorgesetzt, die Du nehmen kannst oder nicht.

Klar hast Du die Option, alle Wegpunkte einzeln zu setzen, was beim Radfahren vielleicht auch nicht so schlecht ist. Wenn ich aber nicht über die Landstraße fahren will, sondern vorher wieder zum Fluss abbiegen möchte, ist das nicht so trivial. Dann ist manuelle Planung angesagt.

Muss ich aber manuell planen, dann tendiere ich fast zu dwMaps und dynamic.watch. Das nächste Mal werde ich diese Methode versuchen. Sie hat auch noch den Vorteil, dass Du die Route gleich komplett auf die Garmin vívoactive 3 * übertragen kannst und das Smartphone dann nicht mehr brauchst.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du Google Deine Daten nicht mehr gibst. In Krakau war ich echt hin- und hergerissen. Auf der einen Seite gibst Du Google Deine Daten, auf der anderen Seite ist es so praktisch. Hast Du nur eine Woche Zeit, willst Du das Maximum herausholen. Die meiste Zeit konnte man einfach via Google Maps sparen, weil Du sehr einfach Restaurants findest und so weiter.

Mit dwMap eine Route planen - gute Alternative zu Google Maps auf dem Fahrrad

Mit dwMap eine Route planen – gute Alternative zu Google Maps auf dem Fahrrad

Vielleicht ist es Geschmackssache, aber ich finde dynamic.watch angenehmer als r.485 und es verwirrt mich auch nicht mit etlichen Apps, die scheinbar das Gleiche machen.

cycle.travel

Zu Glück habe ich den Beitrag geschrieben, denn für mich hat er sich bereits gelohnt. In den Kommentaren wurde ich auf cycle.travel aufmerksam gemacht. Kannte ich vorher noch nicht, aber der Service hat mir im Gegensatz zu allen anderen auf Anhieb die von mir gewünschte Strecke ausgegeben. Wirklich die Radwege oder Radwanderwege benutzt und mich nicht per Standard über größere Straßen gelotst. Beeindruckend.

Die Planung damit ist echt angenehm, weil Du einfach Wegpunkte verziehen darfst. Danach gibt Dir der Service sofort eine neue Route aus.

GPS Download

GPS Download

Du hast die Möglichkeit, die Route auf mehrere Arten herunterzuladen. Also mit dem Service werde ich auf jeden Fall noch etwas mehr experimentieren. Das gefällt mir sehr gut.

Update: Bei der Methode gibt es auch ein Problem. Ich kann die GPX-Datei zwar bei Garmin Connect importieren, aber die Strecke nicht auf meine Smartwatch laden. Mein Gerät unterstützt laut Garmin Connect keine Strecken. Also bleibt mir wieder nur der Umweg über eine andere App. Ich kann die GPX-Datei aber bei dynamic.watch importieren. Will ich sie dann aber auf die vívoactive 3 nutzen, wäre die Premium-Version des Services angenehmer.

Nicht nur auf die Technik wie Google Maps verlassen

Ich habe es in meinem Beitrag zu den Navigationsmöglichkeiten schon erwähnt, dass Du Dich nicht nur und nicht blind auf die Technik verlassen solltest. Erstens kann die Technik ausfallen und zweitens komplett Unrecht haben.

Wenn Du Dich in einer Gegend nicht auskennst, dann ist es nie verkehrt, die Adresse auf einem Zettel zu haben oder sogar stichpunktartig die Meilensteine zu wissen. Am besten wäre natürlich für den Notfall eine altmodische Landkarte.

Eine Sache habe ich auf jeden Fall schon gelernt. Die digitale Streckenplanung für eine Rad-Tour ist nicht so schnörkellos, wie ich mir das wünsche. Auf jeden Fall sollte die Technik den gesunden Menschenverstand nicht abschalten. Ich wende zum Beispiel nicht, nur weil Google Maps glaubt, es hat recht.

Weiterhin habe ich vor, auch bekannte Strecken zu planen und zu fahren. Ich habe auch gemerkt, dass Du zuerst ein Gefühl dafür bekommen musst, was die Uhr Dir sagen will. Auf einem kleinen Bildschirm und mit sehr vereinfachter Anzeige sieht die Welt plötzlich anders aus.

Ich finde das Navigieren mit der Smartwatch echt spannend und angenehm. Das will ich weiter einsetzen. Aber ich muss mich tatsächlich erst daran gewöhnen.

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6 Kommentare zu “Google Maps auf dem Land mit dem Rad ist eine Katastrophe”

  1. Pit sagt:

    Wenn es OpenStreetMap basiert werden soll würde ich eher
    https://cycle.travel/map
    als fertige Lösung empfehlen
    Bike-Routing ist schwer und viele Router haben andere Ideen, aber damit hatte ich noch keine bösen Überraschungen

  2. Jœrg sagt:

    Die Sache bei Radrouten ist die, dass es sehr viele verschiedene Faktoren gibt, welche die Route beeinflussen. Das ist mit einer Navigation für Autos oder Fußgänger nicht direkt vergleichbar. Eine wichtige Sache ist z.B.der Radtyp...denn mit einem Rennrad kann man nicht die gleichen Wege fahren, wie mit einem Mountainbike. Der Untergrund ist also sehr entscheidend, wie die Route berechnet wird.
    Google kennt zwar Straßen und Wege - wenn diese in der Karte eingetragen werden - aber weiß meist nicht, inwiefern diese befahrbar sind oder in welchem Zustand der Weg ist. Deswegen ist das Routing wohl eher auf normale Straßen und glatte, ebene Strecken ausgelegt und macht dann oft auch unnötige Umwege.
    Die Karten von OSM sind dagegen extrem komplex und für solche Fälle entwickelt. Dort kann man all die verschiedenen Wegtypen mit den entsprechenden Oberflächen, Wegbreiten, Steigungen, ... in der Karte selbst eintragen. In einer Stadt ist soetwas im Prinzip auch weniger relevant, da dort die meisten Radwege geteerte Oberflächen haben und diese meist eine geringere Steigung bzw.ein geringeres Gefälle aufweisen und man beim Routing nicht auch die Fitness des Fahrers einberechnen muss. Auf dem Land oder speziell hier bei uns im Erzgebirge sieht das Ganze schon ganz anders aus. Das Kartografieren ist eine echte Herausforderung. Neben den offiziellen Straßen - richtige Radwegee gibt es hier bei uns leider sehr wenige - führen viele Wald- und Feldwege kreuz und quer durch die Landschaft und einige davon werden mit der Zeit auch wieder unbefahrbar. Bäume können umfallen und diese versperren, durch Bewuchs von Gras oder Sträucher kann ein Weg unpassierbar werden oder manche Wege werden durch Wasser extremst ausgespült, was das Befahren nur mit Geschick und entsprechendem/n Rad/Reifen zulässt (was die Karten von OSM berücksichtigen, wenn man den Wegen die entsprechenden Merkmale gibt 😉

    Mit der App 'Komoot' (offline OSM Karten, Routing leider nur Online) hab ich bzgl.dem Routing ziemlich gute Erfahrungen gemacht, da man dort die Art des Fahrrades (Fahrrad, Fahrrad mit Schotter, Rennrad, Mountainbike, Mountainbike Alpin) definieren kann und sein Fitnesslevel angeben. Die Strecken waren meistens sinnvoller als in anderen Apps (Osmand, Locus,)

    Rein Offline (wenn kein Netz) benutze ich meist 'Mapy.cz'.

    Inwiefern diese mit einer Smartwatch funktionieren weiß ich leider nicht, da ich solch eine nicht besitze.

    vG Jœrg und immer viel Freude beim Bewegen 🙂

    • jdo sagt:

      Danke für die ausführlichen Informationen. Aber egal mit welchem Rad sollte ich nicht komplett ohne Strecke mitten im Wald landen. Da war noch nie ein Weg und wird auch in absehbarer Zeit keiner hinkommen.

      Ich glaube, dass ich mir die Premium-Version von dwMaps zulege. Der Preis ist in Ordnung und man kann alle möglichen Formate importieren. Mit der App ist es dann möglich, die Strecken auf die Smartwatch zu laden. Das scheint mir die Lösung mit dem geringsten Widerstand zu sein. 🙂

      mapy.cz habe ich gerade getestet und auf diese Website gibt mir eine gute Rad-Route am Fluss entlang und führt mich nicht über Bundesstraßen. Sehr schick. Ich kann die Strecke auch wieder als GPX exportieren.

  3. it-frosch sagt:

    Auch wenn es vielleicht nicht so komfortabel wir Google ist, verwende ich OsmAnd+.
    Die Karten sind offline und in Holland hatten wir das komplette Fahrradnetz mit in der Karte. In DE wird das nicht anders sein. Du kannst Routen aufzeichnen.

    Kurz, schau es dir mal an.

    Grüße vom it-frosch

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