Cloud-Vergleich: Dropbox, Stratos HiDrive und Ubuntu One

2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Strato HiDrive

Bei Stratos Cloud-Dienst handelt es sich um eine waschechte Online-Festplatte. Der Anbieter stellt keine installierbaren Dienst zur Verfügung, der sich dann um eine Synchronisation kümmert. Sie müssen natürlich auch gar nicht Synchronisieren, sondern können HiDrive wie ein Netzlaufwerk einbinden und dann direkt darauf arbeiten. Wie bei allen Wolken-Diensten brauchen Sie natürlich bei entsprechend großen Dateien dementsprechend dicke Internet-Leitungen. Sonst macht das Ganze einfach keinen Spaß und führt zu Frust.

Vorteile

Strato HiDrive Dateimanager

Des HiDrives Dateimanager

HiDrive bietet aber mehr als nur die Möglichkeit eines Windows- oder Samba-Netzlaufwerks. Sie können das Laufwerk auch mittels WebDav, FTP, FTPS, SFTP, FTPES und SCP ansprechen. Darüber hinaus lässt sich eine Datensicherung auch mit rsync durchführen. Ebenso können Sie sich zunächst via OpenVPN bei Strato einwählen, danach ihr Laufwerk einbinden oder ansprechen und die Daten dann verschlüsselt übertragen. Über den Browser haben Sie ebenfalls Zugriff auf die Daten, sollten Sie sich an einem Fremdrechner befinden.

Strato HiDrive Nautilus GNOME Windows Share

So verbinden Sie sich zum Beispiel mittels Samba zu HiDrive

Klar, so einfach wie Dropbox ist das nicht. Sehr schwer ist das aber für den etwas versierteren Computer-Benutzer auch nicht. Allerdings sind die Möglichkeiten für den Anwender ungleich höher. Ich kann mir selbst ein Backup-Szenario ausdenken und dementsprechend diese Strategie verfolgen. Wollen Sie die Daten Offline und Online bei sich haben, gleichen Sie zum Beispiel die Daten unter Linux mittels rsync Zeit-gesteuert zeit gesteuert via Cronjob ab.

Ein ganz klarer Vorteil ist, dass TrueCrypt funktioniert. Sie legen einfach den verschlüsselten Container auf die Online-Festplatte und arbeiten dann damit. Wollen Sie den Container online und offline haben – kein Problem. Binden Sie einfach beide Datentresore ein und gleichen diese dann mittels rsync ab.

Die Preise sind attraktiv. Sie fangen bei einem Speicherplatz von 20 GByte bei 1,99 Euro pro Monat an. Strato bietet auch einen Festplatte-Einsende-Dienst an. Somit müssten Sie ihre Daten nicht selbst auf das HiDrive kopieren. Der Anbieter lässt sich diesen Dienst allerdings bezahlen. Macht wohl auch nur bei mehreren hundert GByte Sinn.

Ab dem Paket mit 100 GByte können Anwender Daten auch vial E-Mail ablegen.

Nachteile

Ich kann zwar auch Dateien für andere Internet-Nutzer freigeben, muss dazu aber die Weboberfläche bemühen. Von daher ist das für mich unter Nachteile zu führen. Das geht mit Dropbox und Ubuntu One einfacher, weil ich das direkt aus dem Dateimanager erledigen kann. Und nun ein Punkt, der mich persönlich wahnsinnig stört. Je nach Paket kann ich Dateien nur eine bestimmte Zeit und mit einem maximalen Download-Zähler versehen. Im 20-GByte-Paket sind das zum Beispiel lächerliche zwei Tage und insgesamt darf die Datei zehn Mal heruntergeladen werden. Danach muss ich den öffentlichen Link neu „aufladen“. Lediglich im teuersten Pro-Paket, 5000 MByte – 149 Euro pro Monat, gibt es hier keine Begrenzungen. Warum, Strato? Das ist für mich kein Feature, sondern grenzt an Gängelei.

Wo wir nun bei den Paketen sind, worauf ich gar nicht näher eingehen möchte. Sonst müsste ich nun ein Hasstirade lostreten. Die Funktions-Übersicht der einzelnen Pakete ist echt gruselig. Je höher das Paket, desto mehr irgendwelche Funktionen bekomme ich. Die Telefonanbieter sind da teilweise übersichtlich dagegen. Während die Dropbox und Ubuntu One nur beim Speicherplatz unterscheidet und die Kunden bei größeren keine Vorteile außer mehr Platz haben, schießt Strato hier meiner Meiunng nach schon ein bisschen den Vogel ab. Unterteilt in Media– und  Pro-Pakete gibts es dieses Zuckerl drauf, dafür ist das langsamer und wenn Sie das Hyperpaket bestellen geben wir Ihnen gratis: „Diesen Wasskocher, diesen Toaster, diesen einmaligen Spüllappen und so weiter“ dazu. Also Homeshopping-Kanäle sind dagegen übersichtlich. Hätte das sein müssen, Strato? Wieso könnt ihr nicht auch einfach das per Speicherplatz festlegen und der Anwender benötigt keinen Hochschulabschluss: „Strato-Paketversteher“. Das war nun natürlich etwas übertrieben, aber nerven tut es trotzdem.

Beispiel mit rsync

Um HiDrive mit rsync ansprechen zu können, müssen Sie ssh zu Rate ziehen. Dies geschieht mit der Option -e „ssh“. Der Schalter -r sorgt dafür, dass rsync rekursiv, also alles was sich im Quellordner inklusive Unterverzeichnisse, synchronisiert. Nach /users/benutzername können Sie natürlich einen Unterornder für Ihre Sicherung angeben.

rsync -avze "ssh" /ordner benutzername@rsync.hidrive.strato.com:/users/benutzername

Beim ersten Aufruf müssen Sie noch den Schlüssel bestätigen. Danach fragt der Befehl nach Ihrem HiDrive-Passwort und schon geht die Post ab. Wollen Sie ein exaktes Abbild Ihres Ordners auf HiDrive haben, brauchen Sie noch den Schalter –delete. Dann löscht rsync alle Dateien auf dem Ziel, die auch in der Quelle nicht mehr vorhanden sind.

rsync -avze "ssh" /ordner benutzername@rsync.hidrive.strato.com:/users/benutzername --delete

Vorsicht!: rsync geht nur in eine Richtung. Mit dem Schalter –delete können Sie also viel Schaden anrichten, wenn Sie den Befehl von einem anderen Rechner gegen den selben HiDrive-Ordner laufen lassen.

Laut Strato ist rsync auch mittels FileAuth-Verfahren nutzen. Das wäre eine feine Sache, da man die Daten mittels rsync verschlüsselt übertragen kann, ohne ein Passwort einzugeben. Die von Strato beschriebene Methode funktioniert aber nicht, da mir die Möglichkeit nicht gegeben wird, einen OpenSSH-Schlüssel hochzuladen. Wobei sich nun gerade wieder einige schwarze Wölkchen über meinem Kopf zusammenbrauen. Ich hab wohl nicht das entsprechende Paket dafür? Schade, hätte gerne das Verfahren hier beschrieben.

Aber auch nicht so dramatisch, der Linux-Anwender weiß sich ja zu helfen. Ich binde einfach beim Systemstart HiDrive via fstab ein:

Tipp: Damit das funktioniert, muss das Paket smbfs installiert sein! Sonst gibt es eine Fehlermeldung der Art mount: wrong fs type, bad option, bad superblock on … .Das Verzeichnis /media/hidrive in den Befehlen können Sie durch den Pfad Ihrer Wahl ersetzen. Es muss lediglich existieren.

//cifs.hidrive.strato.com/root /media/hidrive cifs username=benutzername,password=geheim 0 0

und lasse rsync dann eben via cron lokal laufen. Vorsicht! Die Datei fstab ist Sysmteweit lesbar und an Rechnern, den nicht nur Sie benutzen, würde das Passwort im Klartext offen liegen. Ist dies der Fall, eignet sich folgende Methode besser:

//cifs.hidrive.strato.com/root /media/hidrive cifs credentials=/pfad/geheim 0 0

Die Datei geheim dann nur für root lesbar machen und zwei Zeilen einfügen:

username=benutzername
password=geheim

Bei Mac OS X und Linux ist rsync per Standard an Bord. Unter Windows können Sie zum Beispiel Grsync (das schlecht gelaunteste Backup-Programm aller Zeiten?) nutzen, das es auch für Linux und Mac gibt.

Zwischenfazit

Für den etwas anspruchsvolleren Anwender eine tolle und relativ günstige Möglichkeit, seine wichtigen Daten in der Datenwolke abzulegen. Viele verschiedene Zugriffsmöglichkeiten lassen HiDrive mit jedem Betriebssystem arbeiten. 20 GByte für 1.99 Euro im Monat ist nicht übertrieben teuer. Und man bringt eine Menge wichtiger Daten auf 20 GByte unter.

Strato HiDrive Pfade
Dienst|Server / PfadPortUser / BenutzernamePasswort
FTPftp.hidrive.strato.com21Ihr BenutzernameIhr Passwort
SFTPsftp.hidrive.strato.com22
FTPSftp.hidrive.strato.com989
FTPES (expl. SSL/TLS)ftp.hidrive.strato.com21
WebDAVhttps://webdav.hidrive.strato.com
oder
http://webdav.hidrive.strato.com
443

80

SMB/CIFS\\smb.hidrive.strato.com\root
oder
\\cifs.hidrive.strato.com\root
445
Rsyncrsync.hidrive.strato.com873
OpenVPNopenvpn.hidrive.strato.com1194
SCP Adressescp.hidrive.strato.com22
HiDrive Kundenservicebereichhttp://hidrive.strato.com
https://hidrive.strato.com
http://www.hidrive.strato.com
https://www.hidrive.strato.com

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2 Kommentare zu “Cloud-Vergleich: Dropbox, Stratos HiDrive und Ubuntu One”

  1. hubert sagt:

    Danke für den Vergleich.

    TrueCrypt geht wohl mit Dropbox. Ich benutzte es selbst. TrueCrypt 7.0a und Dropbox 1.2.46. Man muss nur bei TrueCrypt unter Settings->Preferences->Preserve modification timestamp of file containers ausschalten

  2. Anja Stahl sagt:

    Danke hubert, genau diese Einstellung hat mir geholfen (ich benutze filesync drive)

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