Banana Pi M2 Zero (BPI-M2 Zero) vs. Raspberry Pi Zero 2 W und Zero W: Vergleich und Empfehlung

Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Der Banana Pi M2 Zero (BPI-M2 Zero) ist so groß wie ein Raspberry Pi Zero W und hat vier Kerne. Gegen den heutigen Raspberry Pi Zero 2 W verliert er trotzdem. Der Zero 2 W hat ebenfalls vier Kerne, startet ein 64-Bit-System und bekommt mit Raspberry Pi OS ein gepflegtes Betriebssystem. Der Banana Pi lohnt sich vor allem dann, wenn Du ihn schon hast und mit Armbian arbeiten willst.

Banana Pi M2 Zero vs. Raspberry Pi Zero: die Daten

Der Banana Pi M2 Zero misst 65 × 30 mm, genau wie die Zero-Modelle von Raspberry Pi. Laut Hersteller hat er dieselben Anschlüsse wie der Zero W und passt in fast alle Gehäuse für den Zero W. Alle drei Platinen haben Mini-HDMI, je einen Micro-USB-Anschluss für Daten (OTG) und Strom, einen microSD-Slot und 40 GPIO-Pins. Im Banana Pi arbeitet ein Allwinner H3 mit vier Cortex-A7-Kernen. Frühe Platinen tragen den Allwinner H2+, den Banana Pi als abgekündigt führt. Die Abbilder laufen auf beiden Chips.

Banana Pi M2 Zero mit Mini-HDMI, zwei Micro-USB-Anschlüssen und 40-poliger Leiste
Banana Pi M2 Zero (Bild: banana-pi.org)
Banana Pi M2 ZeroRaspberry Pi Zero WRaspberry Pi Zero 2 W
ProzessorAllwinner H3 (früher H2+), 4 × Cortex-A7Broadcom BCM2835, 1 Kern mit 1 GHzRP3A0 (BCM2710A1), 4 × Cortex-A53 mit 1 GHz
Architektur32 Bit32 Bit64 Bit
Arbeitsspeicher512 MByte DDR3512 MByte512 MByte LPDDR2
FunkWLAN und Bluetooth (Modul AP6212 oder K016)WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.1WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz), Bluetooth 4.2
Kamera24-poliger Anschluss für das Modul OV5640CSI-AnschlussCSI-2-Anschluss
Stromversorgung5 V, 2 A5 V5 V, 2,5 A
Produktionkeine Zusagebis mindestens Januar 2030bis mindestens Januar 2030

Gegenüber dem einkernigen Zero W hatte der Banana Pi 2017 mit vier Kernen einen klaren Vorteil. Raspberry Pi hat ihn im Oktober 2021 mit dem Raspberry Pi Zero 2 W aufgeholt. Laut Hersteller schafft der Zero 2 W bei Last auf allen Kernen das Fünffache des ersten Zero. Bei der Hardware liegt der wichtigste Unterschied heute in der Architektur: Der Cortex-A7 ist ein 32-Bit-Kern, der Zero 2 W startet auch 64-Bit-Systeme.

Raspberry Pi Zero W und Banana Pi M2 Zero nebeneinander im Größenvergleich
Raspberry Pi Zero W und Banana Pi M2 Zero im Größenvergleich (Händlerfoto von AliExpress, 2017)

Software: Raspberry Pi OS gegen Armbian

Hier liegt der eigentliche Unterschied: Raspberry Pi pflegt sein System selbst. Die aktuelle Fassung von Raspberry Pi OS basiert auf Debian 13 „Trixie“. Für den Zero 2 W gibt es sie in 32 und 64 Bit, für den Zero W nur in 32 Bit. Mit 512 MByte RAM wird der Desktop schnell zäh. Für Server und Bastelprojekte nimmst Du deshalb die Lite-Variante ohne Oberfläche.

Banana Pi M2 Zero: Hersteller-Abbilder und Armbian

Banana Pi bietet in seiner Dokumentation zum BPI-M2 Zero vor allem alte Abbilder an, etwa Ubuntu 16.04, Raspbian 9, Debian 9 und Android 4.4. Das neueste ist ein Armbian-Abbild von 2023. Zum Start im November 2017 gab es sogar nur ein Abbild mit Ubuntu MATE 16.04. Aktuelle Systeme kommen von Armbian. Auf der Armbian-Seite zum Banana Pi M2 Zero findest Du Ubuntu 26.04 mit Xfce und ein minimales Debian 13, beide mit aktuellem Kernel.

Der Haken: Armbian führt die Platine nur als Community-Board. Diese Abbilder entstehen automatisch, das Armbian-Team testet sie nicht und leistet keinen Support. Hilfe gibt es im Forum. So bringst Du Armbian auf den M2 Zero:

  1. Lade auf der Armbian-Seite das passende Abbild herunter. Für einen Server ohne Monitor reicht Debian minimal.
  2. Schreib das Abbild mit dem Armbian Imager auf eine microSD-Karte. Banana Pi nennt für den Slot Karten bis 64 GByte.
  3. Schließ für die Ersteinrichtung einen Monitor am Mini-HDMI und eine Tastatur per USB-OTG-Adapter an, alternativ ein USB-Seriell-Kabel an der UART-Leiste. Strom bekommt die Platine über den zweiten Micro-USB-Anschluss mit 5 V und 2 A.
  4. Beim ersten Start setzt Du das root-Passwort, legst einen Benutzer an und richtest das Netzwerk ein. Weitere Einstellungen erledigst Du mit armbian-config.

GPIO, HATs und Kamera

Die 40-polige Leiste hat laut Banana Pi dieselbe Belegung wie beim Raspberry Pi 3, mit UART, SPI und I2C. Programme und HAT-Treiber, die für die Raspberry-Pi-Hardware geschrieben sind, laufen auf dem Allwinner-Chip aber nicht automatisch. Unter Armbian schaltest Du I2C und SPI per Device-Tree-Overlay frei. Ergänze dazu in /boot/armbianEnv.txt diese Zeilen und starte neu:

overlays=i2c0 spi-spidev
param_spidev_spi_bus=0

Welche Overlays es für den H3 gibt, steht in /boot/dtb/overlay/README.sun8i-h3-overlays. Bei der Kamera passt nichts zusammen. Banana Pi unterstützt am eigenen 24-poligen Anschluss das Kameramodul OV5640. Die Kamera V2.1 des Raspberry Pi läuft laut einem Bericht im Banana-Pi-Forum dort nicht. Der Zero 2 W hat dagegen einen CSI-2-Anschluss für die Kameramodule von Raspberry Pi.

Preis und Verfügbarkeit

Raspberry Pi hat den Zero 2 W im Oktober 2021 für 15 US-Dollar vorgestellt. Viele Varianten von Pi 4 und Pi 5 sind seit 2025 wegen teurer Speicherchips mehrfach teurer geworden. Für Zero, Zero W und Zero 2 W hat Raspberry Pi bisher keine Preiserhöhung angekündigt, weil das Unternehmen genug LPDDR2-Speicher auf Lager hat. Knapp ist der Zero 2 W trotzdem: Raspberry Pi nennt ihn ein stark gefragtes Produkt, und viele Händler führen ihn zeitweise als ausverkauft.

Den Banana Pi M2 Zero führt der Hersteller weiterhin auf seiner Website. Einen Preis nennt Banana Pi dort nicht, Du fragst direkt an oder kaufst bei Händlern. Als Nachfolger nennt Banana Pi den BPI-M4 Zero: gleiches Format, Allwinner H618 mit 64 Bit, 2 oder 4 GByte LPDDR4, 8 oder 32 GByte eMMC, USB-C und je nach Funkmodul WLAN mit 5 GHz. Mit demselben Prozessor tritt der Orange Pi Zero 2W als Alternative zum Zero 2 W an.

Rückblick: der Banana Pi M2 Zero im Jahr 2017

Im November 2017 trat der Banana Pi M2 Zero gegen den einkernigen Raspberry Pi Zero W an, und vier Kerne klangen verlockend. Die Skepsis von damals gilt weiter: Immer wenn eine Konkurrenz für den Raspberry Pi vorgestellt wird, muss man das mit viel Vorsicht genießen. Die Hardware an sich mag schneller sein, aber Geschwindigkeit ist nicht alles. Du darfst niemals den Support unterschätzen, den die Raspberry Pi Community bietet und auch die komplette Unterstützung der Hardware.

Im ursprünglichen Beitrag diente ein Pine A64 als Warnung. Auch er wurde als schneller als der Pi angepriesen. Daraus folgte der Vorsatz, nur noch das Original zu kaufen. Beim Raspberry Pi ist die Dokumentation hervorragend und die Community riesig.

Welcher Zero passt zu Dir?

  • Raspberry Pi Zero 2 W: Du steigst ein, willst Anleitungen eins zu eins nachbauen oder HATs und Kamera nutzen. Raspberry Pi sichert die Produktion bis mindestens Januar 2030 zu.
  • Raspberry Pi Zero W: Er reicht für einfache Aufgaben mit wenig Rechenlast. Wie sparsam er ist, zeigen die Messwerte zum Stromverbrauch des Raspberry Pi Zero W.
  • Banana Pi M2 Zero: Du hast ihn schon und willst ihn ohne Monitor als kleinen Server mit Armbian betreiben. Rechne bei GPIO und Treibern mit Bastelarbeit.

Als Kodi-Mediacenter taugt keine der drei Platinen gut. Das LibreELEC-Projekt unterstützt offiziell nur Geräte mit mindestens 1 GByte RAM.

Nette Pi-Konstellation

Suchst Du ein VPN für den Raspberry Pi? NordVPN* bietet einen Client, der mit Raspberry Pi OS (32-Bit / 64-Bit) und Ubuntu für Raspberry Pi (64-Bit) funktioniert.

Aktualisiert am 14.10.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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Ein Kommentar zu “Banana Pi M2 Zero (BPI-M2 Zero) vs. Raspberry Pi Zero 2 W und Zero W: Vergleich und Empfehlung”

  1. Michael Buchholz says:

    Ich denke, die ganze Banana-Geschichte ist eine Totgeburt... Warum?
    Im Zusammenhang mit einem ADB-S Projekt hatte ich die Wahl zwischen einem RPI Zero oder aber dem Banana-Derivat BPI M2 Zero. Aufgrund der zu verarbeitenden Datenmengen hatte ich mich die Tage für den BPI entschieden, welcher auch zeitnah hier eingetroffen ist.
    Nach vielem Suchen habe ich dann einige Images gefunden. Diese sind aber allesamt 5 Jahre alt und älter! Was Aktuelleres gibt es schlichtweg nicht!
    Nach vielen Stunden Probieren ist es mir letztlich gelungen, das angebotene Ubuntu-Serverimage zum Laufen zu bringen. Beim üblichen Update/Upgrade tauchte dann bereits das nächste Problem auf, dass eine Source-Quelle speziell für den BPI nicht mehr existiert/erreichbar ist; nicht lustig...
    Ein weiteres Problem ist die mangelnde Unterstützung und Erreichbarkeit des Forums unter https://forum.banana-pi.org . Im Moment geht es wieder, aber gerade am Abend ist da meist keine Verbindung möglich.
    Wenn man sich dann die Beiträge und Hilfeersuchen nebst den teils arroganten und nicht hilfreichen Antworten auch der "Macher" anschaut, ist von der Seite wohl auch nicht viel zu erwarten. dennoch hatte ich einen Account erstellt, als die Seite mal erreichbar war und einen Beitrag geschrieben, welcher auch auf die uralten Images hinweist, mit der anschließenden Frage, ob da denn zeitnah Abhilfe zu erwarten ist.
    Dieser Beitrag von mir ist bis dato von der Administration nicht freigeschaltet worden; war wohl zu kritisch.

    Fazit:
    Die Hardware ist sicherlich jener der Raspberry-Reihe vorzuziehen. Aber was nutzt einem das als Anwender, wenn man dann ein Stück tolle Hardware in Händen hält, die am Ende des Tages zu nicht mehr taugt als ein Briefbeschwerer?
    Es ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, wie diese Firma bis heute überleben konnte, wenn man sich dieses "Marketing" (wenn man es denn so nennen mag) so anschaut...

    DLzG/73
    Micha

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