Alte Linux-Kernel löschen: Linux Mint, Ubuntu, Debian und Fedora

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Alte Linux-Kernel löschst Du unter Linux Mint über die Aktualisierungsverwaltung, unter Ubuntu und Debian mit APT. Fedora nutzt DNF. Behalte den laufenden Kernel und mindestens eine ältere, bereits erfolgreich gestartete Version als Reserve. Prüfe nach einem Kernel-Update erst durch einen Neustart, ob Netzwerk, Grafik und Deine Programme funktionieren.

Bei Firefox oder LibreOffice ersetzt ein Update normalerweise die alte Version. Beim Linux-Kernel ist das anders: Eine neue Version wird parallel installiert. So kannst Du bei Problemen zurückwechseln. Ohne Bereinigung sammeln sich jedoch Kernel, Module und Header an. Welcher Kernel gerade läuft, zeigt Dir:

uname -r

Unter Mint, Ubuntu und Debian listest Du die Kernel-Pakete so auf:

dpkg --list 'linux-image*'

ii am Zeilenanfang bedeutet vollständig installiert. Bei rc ist das Paket bereits entfernt, nur Konfigurationsreste sind übrig. Zähle die versionierten ii-Einträge, nicht Metapakete wie linux-image-generic.

Linux Mint: alte Kernel löschen und automatische Wartung aktivieren

In Linux Mint 22.x mit der bisherigen Kernelverwaltung gehst Du so vor:

  1. Öffne die Aktualisierungsverwaltung und wähle Ansicht → Linux-Kernel.
  2. Bestätige den Warnhinweis. Wähle eine installierte alte Version und Entfernen oder nutze Kernel entfernen … für mehrere Versionen.
  3. Kontrolliere die Auswahl. Der aktive Kernel und Deine funktionierende Reserve bleiben erhalten. Bestätige dann die Entfernung.

Den laufenden Kernel lässt der Dialog nicht entfernen. Möchtest Du einen problematischen neuen Kernel loswerden, starte vorher einen älteren. Dabei hilft die Anleitung zum Kernel-Downgrade und Wiederherstellen des Boot-Menüs in Linux Mint.

Für die automatische Bereinigung öffnest Du Bearbeiten → Einstellungen → Automatisierung → Automatische Wartung. Aktiviere Veraltete Kernel und Abhängigkeiten entfernen. Die Wartung ist wöchentlich vorgesehen und überspringt Pakete, die APT als manuell installiert führt.

Linux Mint: Veraltete Kernel und Abhängigkeiten entfernen in der automatischen Wartung
Automatische Wartung in Linux Mint, Aufnahme von 2021. Der Schalter gehört auch zum bisherigen Dialog in Mint 22.x.

Kontrolliere das Ergebnis trotzdem: Für Mint 22.x gibt es Fehlerberichte, bei denen alte Kernel trotz aktiviertem Schalter bleiben. Entferne sie dann über den Kernel-Dialog. Die angekündigte neue Verwaltung im Werkzeug zur Systemadministration ist eine Weiterentwicklung; sie ist kein Beleg, dass Deine installierte Mint-Version schon umgestellt wurde.

Ubuntu und Debian: alte Kernel mit APT entfernen

Beginne mit einem Probelauf. Er zeigt, welche automatisch installierten, nicht mehr benötigten Pakete entfernt würden:

sudo apt -s autoremove --purge

Prüfe die komplette Liste, denn autoremove betrifft auch andere Pakete. Werden der laufende Kernel, Deine Reserve oder noch benötigte Programme genannt, brich ab. Passt die Auswahl, führst Du die Bereinigung aus:

sudo apt autoremove --purge

APT schützt nach den Vorgaben für Ubuntu 24.04 und Debian 13 standardmäßig den laufenden und den neuesten Kernel. Ist das dieselbe Version, bleibt zusätzlich die zweitneueste. Weitere Pakete können wegen Abhängigkeiten oder manueller Markierung erhalten bleiben. Die Regel lautet also nicht pauschal „alles bis auf zwei löschen“.

Bleibt ein bestimmter alter Kernel übrig, kannst Du ihn gezielt entfernen. Ersetze PAKETNAME durch seinen vollständigen versionierten Namen aus der Paketliste. Unter Ubuntu endet dieser häufig auf -generic, unter Debian etwa auf -amd64. Prüfe zunächst die Simulation:

sudo apt -s purge PAKETNAME

Erst nach der Prüfung entfernst Du das Paket:

sudo apt purge PAKETNAME

Entferne keine Kernel-Metapakete wie linux-generic oder linux-image-amd64: Darüber erhältst Du künftige Kernel-Updates. Zugehörige alte Module und Header prüfst Du anschließend erneut mit dem autoremove-Probelauf.

Bei eingerichtetem unattended-upgrades steuert Unattended-Upgrade::Remove-Unused-Kernel-Packages "true"; in /etc/apt/apt.conf.d/50unattended-upgrades die Bereinigung ungenutzter automatisch installierter Kernel-Pakete. Die Option allein aktiviert keine automatischen Updates. Das Grundprinzip der Einrichtung erklärt der Beitrag zu unattended-upgrades unter Raspberry Pi OS.

/boot ist voll und APT bricht ab

Gerade eine kleine separate /boot-Partition kann voll sein, obwohl anderswo noch Platz ist. Prüfe zunächst Speicherplatz und Inodes:

df -h / /boot
df -i / /boot

Versuche zuerst die gezielte APT-Entfernung eines alten Kernels wie oben. Blockieren unerfüllte Abhängigkeiten APT, kann dpkg das ausdrücklich ausgewählte alte Image-Paket entfernen. PAKETNAME bezeichnet wieder den geprüften Paketnamen, niemals den laufenden Kernel oder die Reserve:

sudo dpkg -r PAKETNAME

Lehnt auch dpkg die Entfernung ab, erzwinge sie nicht. Die Fehlermeldung bestimmt den nächsten Schritt; die Ubuntu-Anleitung zur Kernel-Bereinigung behandelt diesen Sonderfall. Lösche keine Dateien wahllos aus /boot. Sobald wieder Platz vorhanden ist, vervollständigst Du die Paketinstallation:

sudo dpkg --configure -a
sudo apt --fix-broken install

Prüfe danach erneut den freien Platz und den autoremove-Probelauf.

Fedora: alte Kernel mit DNF verwalten

Bei Fedora mit DNF5 begrenzt installonly_limit die parallel installierten Kernel-Versionen. Standard sind drei; die Einstellung steht im Abschnitt [main] der Datei /etc/dnf/dnf.conf. Für eine Bereinigung nach diesem Limit:

sudo dnf remove --oldinstallonly

Prüfe vorher mit dnf --version, welche Generation Du nutzt, und lies die Entfernungsliste vor der Bestätigung. DNF4 behandelt denselben Schalter anders: Es behält die neueste und die laufende Version, was auch nur ein Kernel sein kann. Eine ältere funktionierende Reserve sollte bleiben. Kennt Dein DNF5 den Schalter noch nicht, nutze die Hilfe Deiner installierten Version.

Timeshift: Auch die Snapshots brauchen Platz

Timeshift kann alte Kernel-Dateien in vorhandenen Snapshots bewahren, auch nachdem Du die Pakete entfernt hast. Im Rsync-Modus teilen sich Snapshots unveränderte Dateien über Hardlinks. Der Platzverbrauch vervielfacht sich deshalb nicht pauschal mit jeder Sicherung. Ob ein separates /boot mitgesichert wird, hängt vom Modus und Partitionslayout ab.

Begrenze in Timeshift die Zahl aufbewahrter Snapshots und entferne überflüssige Sicherungen im Programm. Behalte einen brauchbaren Wiederherstellungspunkt. Das schafft Platz auf dem Snapshot-Laufwerk, nicht automatisch auf einer separaten /boot-Partition. Wo sonst Speicher belegt ist, zeigt Dir die Anleitung zum Finden der größten Ordner unter Linux.

Aktualisiert am 09.09.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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