Warnung: Mögliche Versuche, das Tor-Netzwerk zu deaktivieren

21 Dezember 2014 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Dem Tor-Projekt ist zu Ohren gekommen, dass es möglicherweise Versuche geben wird, das Tor-Netzwerk zu deaktivieren. Der „Angriff“ soll dabei in den kommenden Tagen stattfinden. Man spricht dabei von der Pfändung oder der Beschlagnahmung spezieller Server innerhalb des Tor-Netzwerks, die man auch als Directory Authorities bezeichnet.   Diese Directory authorities helfen den Tor-Clients, um sich über die Liste mit den Relays im Tor-Netzwerk ein Bild zu machen. Man habe bereits Schritte eingeleitet, um die Anwender und deren Anonymität bestmöglich zu schützen. Das gelte auch dann, wenn das Netzwerk angegriffen würde.

Man hofft natürlich, dass der Angriff erst gar nicht stattfindet. Sollte das Tor-Netzwerk in irgendeiner Form kompromittiert werden, informiert man die Anwender sofort via Blog und Twitter (@TorProject). Natürlich wird man so viele Informationen über die potenziellen Risiken wie vorhanden ausgeben.

Das Tor-Netzwerk wird von vielen Leuten benutzt, die damit Zensur, Überwachung und so weiter umgehen. Menschenrechtsaktivisten in zum Beispiel Iran, Syrien und Russland setzen auf das Tor-Netzwerk, damit Online-Aktivitäten so schwer wie möglich oder gar nicht verfolgt werden können. Dabei geht es um Twitter, Facebook, andere soziale Medien, E-Mail und so weiter. Auch in Internet-Cafes würde Tor häufig eingesetzt.

So funktioniert TOR (Quelle: torproject.org)

So funktioniert TOR (Quelle: torproject.org)

So funktioniert das Tor-Netzwerk (Quelle: torproject.org)

So funktioniert das Tor-Netzwerk (Quelle: torproject.org)

Weiterhin setzen laut Angaben der Tor-Betreiber auch Banken, Diplomaten, Gesetzeshüter, Blogger und viele andere das Tor-Netzwerk ein. Deaktivierungs-Versuche würden weitreichende Konsequenzen haben.

Jeder habe das Recht auf Privatsphäre. Auch wenn es einigen Regierungen nicht passt, muss die freie Meinungsäußerung bewahrt werden. Journalisten müssen vertrauliche Quellen anonym halten können und Menschrechtsaktivisten über Missstände berichten können, ohne in Angst vor Konsequenzen leben zu müssen. Dafür müssen die Kommunikations-Kanäle für alle offen sein – und zwar sicher und anonym.

Das Tor-Netzwerk stellt eine solche Anonymität und Privatsphäre zur Verfügung. Genau wie freie Meinungsäußerung sei a auch Online-Privatsphäre ein Grundrecht.

Das Tor-Netzwerk einfach nutzen

Nun muss man beim Tor-Netzwerk allerdings sagen, dass sich die Nutzer an gewisse Regeln halten sollten, um die Anonymität zu gewährleisten. Benutzt man den Service und meldet sich dann mit seinem echten Namen bei zum Beispiel Facebook an, ist das eher nicht im Sinne des Erfinders. Am besten verwendet man Tor mit einer Linux-Distribution wie zum Beispiel Tails (The Amnesic Incognito Live System). Dennoch gibt es auch hier Fallstricke, auf die die Tails-Entwickler hinweisen und auf dieser Seite aufklären.

Tails im WIndows-8-Tarnmodus verwendet das Tor-Netzwerk

Tails im Windows-8-Tarnmodus verwendet das Tor-Netzwerk

Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren




Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

Ein Kommentar zu “Warnung: Mögliche Versuche, das Tor-Netzwerk zu deaktivieren”

  1. Freiheit stirbt sagt:

    Und dann wundert sich die Regierung das ihr niemand mehr vertraut ... Vertrauen funktioniert nur in beide Richtungen, wenn der Staat (als Organ, nicht die Bürger als Gemeinschaft, das ist ein wichitger Unterschied) dem Bürger immer mehr misstraut (Beseitigung des Bankgeheimnisses, Vorratsdatenspeicherung, automatiserte Kontrolle des Verkehrs, DE-Mail mit eingebauter Abhörschwachstelle, ...), dann kann ich diesem Staat einfach kein Funken Vertrauen mehr entgegen bringen. Es ist dann nicht mehr mein Staat.

Antworten