Linux Mint: Cinnamon 1.4 mit „Expo“-Übersicht ist veröffentlicht

14 März 2012 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Clement Lefebvre hat im Namen des Cinnamon-Teams eine neue Version mit einigen neuen Funktionen angekündigt. Man habe sich die Wünsche der Anwender zu Herzen genommen und viele davon haben es in Cinnamon 1.4 geschafft. Insgesamt gab es laut eigener Aussage 267 Commits.

Die neue Expo-Übersicht

Cinnamon 1.4 Scale

Cinnamon 1.4: Scale (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Cinnamon 1.4 Expo

Cinnamon 1.4: Expo (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Man war sowieso mit dem Workspace-Management nicht überglücklich und hatte das bereits angekündigt. So haben die Entwickler den Workflow komplett geändert. Cinnamon 1.4 bringt zwei Übersichts-Modi mit sich: Scale und Expo. Scale gibt es schon länger und es sieht ein bisschen dem Scale-Plugin von Compiz ähnlich.

Expo hingegen ist neu in Cinnamon 1.4. Es zoomt aus der derzeitg verwendeten Arbeitsfläche und zeigt alle Workspaces des Systems an. Von dort können Anwender nun die Arbeitsfläche wählen, die sie benutzen möchten. Ubuntu-Anwender oder Nutzer von Compiz-Expo kennen das Prinzip ebenso. Laut eigener Aussage wurde die Übersicht auch nach der Compiz-Vorlage benannt.

Mit Expo wird die neue Funktion Workspace-Management vorgestellt. Diese ist in Compiz eingebettet, fehlt aber in der GNOME Shell, weil die Arbeitsflächen vom Desktop automatisch verwaltet werden. In Cinnamon kann der Anwender nun selbst entscheiden, wie viele Arbeitsflächen er braucht. Man kann Workspaces hinzufügen oder auch wieder löschen. Für die Zukunft ist außerdem in Planung, dass der Anwender den Workspaces unterschiedliche Namen zuweisen kann.

Nachfolgend noch einige Tastatur-Kürzel:

  • STRG+ALT+PFEIL-NACH-OBEN öffnet das Expo
  • STRG+ALT+PFEIL-NACH-UNTEN öffnet den Scale-Modus
  • Die „heiße Ecke“, die Expo öffnet ist oben links – also Mauszeiger nach oben links schubsen
  • STRG+ALT+PFEIL-NACH-LINKS/PFEIL-NACH-RECHTS hüpft auf den linken oder eben rechten Workspace
  • STRG+ALT+SHIFT+NACH-LINKS/PFEIL-NACH-RECHTS verschiebt das aktive Fenster in die Arbeitsfläche links oder rechts.

Die „heiße Ecke“ für Scale oder Expo kann der Anwender auch selbst festlegen. Es gibt weiterhin eine Option, mit der sich Workspaces nur auf dem Primär-Monitor anzeigen lassen.

Neues „Settings Applet“ und „Panel Edit“-Modus

Die „Drag & Drop“-Unterstützung für verschiebbare Applets in Cinnamon 1.3 hat wohl etwas Verwirrung ausgelöst. Einige Applets waren wegen des internen Designs nicht gerade einfach zu verschieben. Aus diesem Grund gibt es nun ein Applet, das sich „Settings Applet“ nennt. (wie war das noch gleich, mit Verwirrung stiften? 🙂 )

Dieses Applet hat folgende Funktion:

  • Troubleshooting – Cinnamon neu starten oder auch die Einstellungen auf Standard zurücksetzen.
  • Edit-Modus für das Panel
  • Schnellzugriff auf die Einstellungen
Cinnamon 1.4 Settings

Cinnamon 1.4: Einstellungen (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Der Schnellzugriff soll es Einsteigern erleichtern, komplexe und dennoch manchmal notwendige Aufgaben durchzuführen. Als Beispiel nennen die Entwickler Cinnamon neu starten, ohne die Sitzung abzuschießen.

Der „Panel Edit“-Modus ist hingegen ein neues Konzept für Cinnamon 1.4. Applets lassen sich per Standard nicht mehr einfach verschieben. Wenn Du deren Position verändern möchtest, musst Du zunächst diesen Editier-Modus einschalten. Sobald dieser Modus aktiviert ist, ändert sich die Farbe der Zonen des Panels (Links, Rechts und Mitte). Nun kannst Du alle Applets da hinschieben, wo Du möchtest. Applets, die sich vorher nur mit Gewalt bewegen liesen erkennen diesen speziellen Modus und verhalten sich dementsprechend verschiebewilliger.

Verbesserungen beim Menü

Cinnamon 1.4 Alacarte

Cinnamon 1.4: Alacarte (Quelle: cinnamon.linuxmint.com)

Das Menü hat laut eigener Aussage zwei signifikante Verbesserungen erfahren: Volle Unterstützung für Drag & Drop und es lässt sich anpassen. Das Drag & Drop lässt sich benutzen, um Applikationen vom Menü zum Panel anzufügen. Ebenso kannst Du es benutzen, um Anwendungen von den Favoriten zu entfernen oder eben hinzuzufügen. Außerdem lassen sich die Favoriten damit in eine eigens gewünschte Reihenfolge bringen.

Ein Rechtsklick auf das Menü bietet „Edit Menu“ an und es lässt sich der niegelnagelneue Menü-Editor starten. Alacarte wurde überredet, mit Cinnamon zusammenzuarbeiten und wurde komplett in den Desktop integriert. Des Weiteren sind noch Verbesserungen bei der Fensterliste und diversen Applets verkündet.

Ich wollte gerade eben auf Cinnamon 1.4 aktualisieren, aber es hat anscheinend die Repositories für Linux Mint 12 noch nicht ganz ereicht. Nun weiß ich zumindest, was morgen Früh als erstes auf dem Plan steht – dann werden wir sehen, ob die Ankündigung hält, was sie verspricht. Cinnamon wird übrigens derzeit in alle möglichen Sprachen übersetzt. Helfer sind herzlich Willkommen.

Update: Cinnamon 1.4 hat den Weg in die Repositories von Linux Mint 12 gefunden!

Wer Theme-Entwickler ist, möchte sich vielleicht noch diese beiden Links zu Gemüte führen:

 

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2 Kommentare zu “Linux Mint: Cinnamon 1.4 mit „Expo“-Übersicht ist veröffentlicht”

  1. m3adow sagt:

    Für mich die wichtigste Frage: Kann man die Top- und Bottompanels endlich per Menü vergrößern? Per Hand ist das leicht unsauber, aber auf einem großen Monitor unerlässlich.

  2. markus sagt:

    Was mir sehr gefällt ist, dass das Programmsymbol bei der Übersicht gezeigt wird. Ich hoffe bei Gnome3-Shell wird das auch folgen.

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