Ubuntu verliert an Popularität? Schaut mal über den Tellerrand liebe Leitmedien!

25 November 2011 37 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Da haben wohl einige einen Schnellkurs auf der Bildzeitung-Akademie gemacht und sich gedacht, reißerische Überschrift, Skandal-Teaser und es brummt. DerStandard.at berichtet, dass Ubuntu rasant an Popularität verliert und Golem schränkt es zumindest noch ein, dass die Beliebtheit bei Distrowatch zurückgegangen ist.

Sorry das so sagen zu müssen, aber das halte ich für absolut grottenschlecht recherchiert und es grenzt an Schmieren-Journalismus.

Distrowatch zeigt zwar Trends, aber zählt lediglich die Distributionen, die Distrowatch auch besuchen. In der Regel war es immer so, dass sich bei Neuausgaben großer Distributionen hier leichte Verschiebungen zeigen konnten. Linux Mint wird hier zwar deutlich belohnt, aber gleichzeitig strafen die Anwender auch Unity ab, das ist noch richtig.

Dass Ubuntu selbst auf Distrowatch etwas nach unten gerutscht ist, steht auch in Zahlen da. Das gilt aber nur für die Hauptversion mit Unity. Die offiziellen Derivate gehen alle nach oben.

Was mich persönlich an diesen Berichten aber stört ist, dass man sich schon die Mühe machen könnte, über den Tellerrand zu schauen. Hat sich mal jemand den Spaß gemacht die Distributionen zu zählen, die ohne Ubuntu gar nicht möglich wären oder darauf basieren? Ich rede hier nicht nur von den offiziellen Derivaten wie Lubuntu, Xubuntu, Kubuntu, geschweige denn von den Server-Installationen, die mit Sicherheit bei Distrowatch gar nicht auftauchen.

Linux Mint 12 Menü

Linux Mint 12: MSGE-Menü (Quelle: linuxmint.com)

Ich selbst mag Unity auch nicht besonders und habe mich bei Einführung mit 11.04 doch sehr darüber geärgert – da wurden die Anwender als Beta-Tester missbraucht. Persönlich nutze ich derzeit Mint 11, beziehungsweise Xubuntu auf dem Netbook – das ist kein Geheimnis. Linux Mint 12 „Lisa“ (die offizielle Ankündigung muss in Kürze kommen) basiert nicht nur auf Ubuntu 11.10 und sollte somit in die Zählung einfließen, überzeugt mich aber auch nicht 100 Prozent. Mit der eigens entwickelten Oberfläche gibt es einfach zu viele Sachen, die mich stören. Die Mint GNOME Shell Extensions (MGSE) ist zwar eigentlich eine gute Idee, aber noch etwas unreif umgesetzt.

Vielleicht hätte man hier einfach mal den Mut besitzen sollen, wie es die Entwickler von der Ubuntu-basierenden Distribution PinguyOS machten. Diese sind mit PinguyOS 11.10 nicht ganz glücklich und deswegen wird diese den Beta-Status nie verlassen. Das nenne ich an den Anwender gedacht: „Schau mal, wir haben zwar eine neue Version, aber wenn Du nicht mit Problemen konfrontiert werden willst, bleib bei der alten“ ist diese Ansage.

Auch wenn Canonical derzeit etwas mit Unity und eine daraus resultierende Unzufriedenheit einiger Anwender zu kämpfen hat, sollte man sich immer im Hinterkopf behalten, was dieser Linux-Distributor für die Community und die Popularität von Linux auf dem Desktop geleistet hat. Ein Blick in die Zukunft schadet auch nicht. Tablets schießen wie Schwammerl (Pilze) aus dem Boden und ich behaupte mal, dass sich Unity auf so einem Gerät wesentlich besser bedienen lässt als Mints MSGE.

Mein Hauptgrund Unity einen Korb zu geben ist übrigens GIMP, was aber an den multiplen Fenstern liegt, die die Software öffnet und ich nicht in der Taskleiste zwischen diese wechseln kann – das ist richtig nervig und ich brauche GIMP oft. Mint 12 gefällt mir aber nicht und meine persönlicher Favoriten im Moment sind Xubuntu oder Lubuntu. Die haben alles, was ich brauche und sind schön leichtgewichtig.

So, dass war mein verfrühtes Wort zum Sonntag und nun hör ich wieder auf mit Schimpfen. Liebe Ubuntu-Fans, lasst Euch von solchem Geschreibsel nicht ärgern. Ubuntu ist eine tolle Distribution und wer mit Unity nicht kann, dem stehen offiziell unterstützte Alternativen zur Verfügung. Mit 12.04 LTS „Precise Pangolin“ gibt es dann sogar auch für den Desktop fünf Jahre Unterstützung. Und da Linux Mint auf Ubuntu basiert finde ich, dass Ubuntus Popularität rasant ansteigt – aber das wäre ja kein Skandal und somit uninteressant, oder?

P.S: Ich will keineswegs die Arbeit der Mint-Entwickler mindern. Das Team um Clemente Levebfre machte und macht immer noch einen Wahnsinns-Job und versucht, sich in den Anwender zu versetzen. Auch wenn es sich um verschiedene Distributionen handelt, ziehen doch irgendwie alle an einem Strang: Linux populärer zu machen. Das Schönste an Linux ist eben, die Wahl zu haben – was zugegeben auch manchmal ein bisschen Qual sein kann.

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37 Kommentare zu “Ubuntu verliert an Popularität? Schaut mal über den Tellerrand liebe Leitmedien!”

  1. enolive sagt:

    Danke für den Beitrag! Der Artikel bei golem war schon schlecht, der bei standard schießt aber den Vogel ab. Ich habe seit längerem das Gefühl, dass golem über Gnome3 und Unity bei jeder Gelegenheit rumtrollt 😉

    Ich persönlich bin mit Unity eigentlich recht zufrieden, das alte gnome-panel finde ich mittlerweile einen Graus. Gebe aber zu, dass ich so gut wie nie mit GIMP rumkämpfen muss. Alles wäre besser, wenn endlich die single-window-Variante rauskäme 😉

    Naja, im Prinzp Geschmackssache 😉

    • jdo sagt:

      Ein stabiler GIMP mit einem Einzelfenster ... *träum* ...

      • Marco sagt:

        Gimp 2.7 aus dem PPA von Matthaeus funktioniert bei mir sehr stabil. ppa:matthaeus123/mrw-gimp-svn

        Da habt ihr einen Einfenstermodus. Also mal teste, ob das für eucht was ist.

        • JohnDoe sagt:

          Also bei mir läuft die 2.7er Gimp aus dieser PPA stabil. Ich sag Euch Gimp in einem Fenster ist schon was feines. 😉

          • jdos sagt:

            Ich habs auch gerade versucht ... was für ein Segen, nur ein Fenster zu haben ... das Fenster-Rumgeschubse in GIMP nervte echt fürchterlich 🙂

    • Verändert sagt:

      Mir ist auch schleierhaft, was alle gegen Unity haben: Ich finde es ungemein praktisch. Das mag daran liegen, dass ich vom Mac komme und

      a) es gewohnt bin, dass mein Desktop gut aussieht. Das kann Windows nicht. Und das können 95% der Linux-Distros out of the box auch nicht.

      b) Eine Schicht haben will, mit der ich täglich arbeite und die mir die dazu notwendigen Einstellungen ermöglicht und eine, die mir das Feintuning möglich macht. Ich will nicht permanent an allem rumfrickeln.

      c) mich an ein Dock gewöhnt habe. Und daran, einmal etwas anzuklicken. Und nicht mich durch irgendwelche Untermenüs zu wühlen.

      So ziemlich jede Distro hat jetzt ihren Weg auf meine Rechner gefunden. Und wirklich, Arch ist spitze. Schnell, stabil. Aber ich habe keine Lust mehr, am Wochenende mein System neu zu installieren, weil irgendwas mit irgendwas inkompatibel ist. Ja, ich gestehe: Ich will mit meinem System arbeiten. Ich will müde mit dem ersten Kaffee in der Hand mit der Maus auf irgendwas klicken können und ins Internet kommen. Ich will nicht irgendwelche Befehle in einen Terminal eingeben müssen. Auch wenn ich dazu grundsätzlich in der Lage bin: Ich bin es nicht ohne Kaffee. Und ich habe auch keine wirkliche Lust dazu, immer irgenwo hinterherputzen zu müssen.

      Deswegen schätze ich Ubuntu. Gerade WEGEN Unity.

  2. husten-hugo sagt:

    also fakt ist erstmal, das distrowatch nicht als alleinige quelle genutzt wurde um diesen "trend" zu ermitteln, sondern diese daten mit goole trends u.ä. korreliert wurden. fakt ist auch, dass belastbare zahlen ohnehin keiner vorweisen kann und das in allen artikeln auch deutlich so formuliert wurde. fakt ist aber auch, dass mein subjektives empfinden diesen trend widerspiegelt. in meinem freundeskreis haben nahezu alle ubuntu verlassen oder sind gerade dabei. die switchen dann i.d.R. zu mint, arch oder fedora. alles in allem denke ich schon, dass sich die "kundschaft" von ubuntu ändert. die nerds die bislang ne pflegeleichte distro wollte wandern ab, weil ubuntu sich langsam aber stetig zu nem zweiten MacOS entwickelt, dafür kommen evtl neue kunden hinzu. bin gespannt wie ubuntu in zukunft weiterläuft, aber die dynamik von einst ist in jedem falle raus.

    • jdo sagt:

      Da geb ich Dir Recht. Allerdings suggerieren die Artikel von Golem und DerStandard, dass Ubuntu nun so um den vierten Platz rumkrebst. Google Trends zeigt zwar, dass Mint aufsteigend ist, aber Ubuntu immer noch die klare Nummer 1.

      Es ist ja auch nicht mal schlecht, wenn die Anwender Ubuntu eine "Nachricht" zukommen lassen. Was mich stört ist diese "Ubuntu ist weg vom Fenster"-Schreibweise.

      Die Zeiten ändern sich und Ubuntu hat sich was getraut. Ging erst einmal nach hinten los. Das heißt aber nicht, dass die Entwickler aus den Fehlern lernen und es verbessern.

      Wenn die Nerds umsteigen, ist das verständlich. Otto Normalanwender will aber, dass sein OS nach der Installation "Out of the Box" funktioniert. den Frickel-Status loswerden ist meiner Meinung nach eines der Ziele Ubuntus. Genau da hat Canonical unglaublich viel getan. Golem erwähnt zumindest noch, dass Mint ein Ubuntu-Derivat ist - DerStadard tut das nicht einmal. Es gehört sich aber schon, die Basis zu erwähnen, die verrichten schließlich auch einen Großteil der Arbeit und haben somit einen massiven Anteil am Erfolg.

      • Setsuna sagt:

        Wenn wir schon von Derivaten und dergleichen sprechen, sollten wir aber auch Debian nicht vergessen auf dem Ubuntu basiert. Alle 6 Monate nimmt sich Canonical Debian Sid und entwickelt es weiter. Debian ist auf Distrowatch immer konstant hinter Ubuntu. Bedeutet das, dass Debian immer mehr in Vergessenheit gerät?

        Bei Google Trends sieht man ebenfalls eine Flatline für Debian und ein Kammerflimmern für Ubuntu. Interessantes Detail: über die letzten Jahre hat sich, laut Google Trends Ubuntu zum Synonym für Linux gewandelt. (Natürlich mit regelmäßigen Ausschlägen alle 6 Monate.)

        • enolive sagt:

          Ich könnte mich täuschen, aber zählt Google Trends nicht die Suchanfragen zu einer Distro, in diesem Fall zu Ubuntu? Könnte man die Abnahme in Google Trends mit der Abnahme von Problemen in dieser Distribution werten? Meine persönliche Erfahrung mit Ubuntu ist, dass Probleme in Folge von Distributionsupgrades in den letzten Jahren erheblich abgenommen haben.

          Der Verlauf in Trends korreliert halt nicht nur mit der Popularität, sondern auch mit der Notwendigkeit, nach Hilfelösungen zu googlen 😉

          • jdo sagt:

            der Gedankengang ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, aber ich mag ihn sehr ... 🙂

          • Setsuna sagt:

            Mein Beitrag sollte auch eher sarkastisch sein. Weder Distrowatch noch Google Trends können aufschlussreich darüber Auskunft geben, warum eine bestimmte Distri mehr oder weniger gesucht wird, bzw. ob eine bestimmte Distri öfter oder seltener genutzt wird.

            Die einzige Möglichkeit dies zu tun wäre: jede Person auf diesem Planeten nach allen PCs im Besitz fragen und erkunden welches OS darauf läuft. Und das ungefähr jede Minute ...

    • Marco sagt:

      Google Trends wurde mit dem Keyword "ubuntu linux" benutzt. Wenn man sich mal bei Google Trends das Keyword "ubuntu" anschaut sieht die Sache doch ganz anders aus.

  3. frank sagt:

    "Einführung mit 10.04" hast du wohl "Einführung mit 11.04" gemeint. Ansonsten guter Artikel.

  4. Daniel sagt:

    Nochmal für alle, die die Zählweise von DW nicht verstanden haben: »The DistroWatch Page Hit Ranking statistics are a light-hearted way of measuring the popularity of Linux distributions and other free operating systems among the visitors of this website. They correlate neither to usage nor to quality and should not be used to measure the market share of distributions. They simply show the number of times a distribution page on DistroWatch.com was accessed each day, nothing more.« Sprich, das Ranking basiert ausschließlich darauf, wie häufig die Seite einer Distribution bei DW angeklickt wurde. Es wird _nicht_ ausgewertet, welche Distribution die User der Seite im UserAgent haben. Wenn Ubuntu im Ranking fällt, heißt es erstmal nur, dass weniger Leute die Seite anklicken.

  5. PlanetLeser sagt:

    Das ist eben das Risiko. Wenn man auf kurzzeitige Hypes wie Tabletts und Smartphones setzt. Meine Devise ist eher schnell, funktionell, stabil, beständig und zuverlässig...

  6. Linuxfan sagt:

    Mann oh Mann!

    Du übertriffst in deinen Tiraden ja sogar Golem und den Standard noch!

    "Und da Linux Mint auf Ubuntu basiert finde ich, dass Ubuntus Popularität rasant ansteigt"

    d.h. Und da Ubuntu auf Debian basiert finde ich, dass Debians Popularität rasant ansteigt

    ROFL

    • jdo sagt:

      Wenn Du so willst, ja. Durch Ubuntu hat Debian als Basis in meinen Augen deutlich an Wichtigkeit zugenommen, von der die Distribution vorher Stück für Stück an Distributionen wie Fedora oder openSUSE abgeben musste.

  7. bostaurus sagt:

    Hallo, um wieviel sich der Anteil von Ubuntu verändert, wird sich ernsthaft kaum feststellen lassen ... aber dass sich die Zielgruppe aus Sicht von Canonical ändert, halte ich für klar. Ich selbst bin weder mit Unity noch mit Gnome 3 wirklich glücklich; am ehesten noch mit Mint Lisa. Produktiv setzte ich Xubuntu ein.
    Allerdings entdecke ich im Moment - auch beruflich bedingt - Windows 7 wieder.

    Das hat Gründe auf der Software-Ebene: Ich brauche und habe dann auch ein Programm, mit dem ich meine Texte diktieren kann (Dragon), und so etwas hat richtig Zukunft und Linux oder Ubuntu sind da nirgendwo zu sehen. Dann brauche ich Videobearbeitung und mache die Erfahrung, dass auch KDEnlive mit DVDAuthor in der Bedienerfreundlichkeit und Verständlichkeit weit hinter verschiedenen unter Windows angebotenen Anwendungen zurückbleibt.

    Das hat Gründe in der Oberfläche: Ich arbeite mit vielen virtuellen Desktops. Unter Win 7 mit kleinem Zusatzprogramm stabil machbar, aber nicht mit Unity oder Gnome (jedenfalls bekomme ich es nicht hin).
    Ich brauche einen Zwischenablagespeicher; das ist kein Linux-Privileg verschiedener Distributionen mehr.
    Die Startleiste oben - kein zwingender Grund für Ubuntu.
    Große Bandbreite an Tastenkombinationen - auch unter Windows machbar.
    Allenfalls die Fenstersteuerbuttons links - da finde ich nichts wirklich Zuverlässiges für Win.

    Open Source, Community, freie Wahl statt Microsoft-Zwangswirtschaft; diese Ziele werden erreichbar sein, wenn die Produkte leistungsfähiger sind. Canonical und Gnome setzen meiner Ansicht nach zu sehr auf die Veränderung der Darstellung (sicherlich typisch für unsere Zeit); Canonical, das wünsche ich mir, sollte mehr Kraft und Energie auf die Verbesserungen der Anwendungen verwenden.

    MfG, Bostaurus

    • bostaurus sagt:

      Einige Tage später ... Hallo, an einem Punkt korrigiere ich mich: Die Einrichtung von mehr als 4 virtuellen Bildschirmen geht auch mit Unity. Ich habe es trotz der entsprechenden Einstellungen in CCSM nicht hinbekommen, weil die Treiber der Grafikkarte das nicht beherrschten. Nachdem ich nun den Nvidia-280.13-Treiber habe, klappt e so, wie ich es mir vorstelle. Meine Kritik an den „programmatischen“ Schwächen erhalte ich aufrecht. Einziger Trost: Der vielgelobte Mac meines Sohnes konnte das Videoformat unserer Kamera weder lesen noch fand er überhaupt die Kamera ... Selbst mattpoliertes Alu hilft nicht immer weiter.

  8. nobbert sagt:

    Ein sehr schöner Artikel,
    auch wenn ich Unity Fan bin!
    Das mit GIMP stört mich auch es gibt jedoch seit Ubuntu 11.10 die Möglichkeit zwischen mehreren Fenstern eines Programms (Bsp. Gimp) mit Alt + ^ zu wechseln, dann braucht man keine Tsakleiste dafür!

    Gruß
    nobbert

  9. ms sagt:

    Der Userschwund ist nicht zu verschweigen. Ob es so dramatisch wie in der Presse beschrieben stattfindet kann keiner sagen. Von Canonical kommen ja auch keine Zahlen. Unity ist imho eine Lösung für Ubuntu- und nicht für Linuxleute, das hat viele User erschreckt und zum abwandern bewegt. Dein Argument unter der Haube von Mint steck Linux zählt für mich nicht, sonst müßte man Ubuntu ja auch Debian zurechnen und diese Zahlen deutlich nach oben korrigieren;). Ich habe in meinem Bekanntenkreis sehr vielen "casual usern" Ubuntu aufgespielt, weil es für ihre Bedürfnisse absolut ausreichend, sehr gut zu bedienen und für mich noch leichter zu installieren war, aber mit Unitiy ist die Sache auch wieder vom Tisch. Im Vergleich zu Gnome2 (und auch Gnome3) ist die Oberfläche zu komplex.
    In diesem Segement bekommt Ubuntu auch massive Konkurrenz in Form von iOS und Android Geräten. Das sollte man auch bedenken.

  10. ruder sagt:

    Hallo Jürgen,

    danke für deinen Artikel, auch wenn dir die Begründung dafür nicht gefallen mag ...

    ich arbeite mit ubuntu seit hardy, unity für Netbooks fand ich eine charmante Idee, auf dem Desktop kann ich es aber nicht gebrauchen, da ich sehr mit der systemadministration zu tun habe, ich bin von maverick auf lucid zurückgegangen und suche seitdem Ersatz.

    mint 11 ist mit zu unergonomisch was das Startmenu angeht, aber jetzt habe ich mint 12 (mate) ausprobiert und das tut genau das was ich will, ich muß nur noch die Uhr auf 24-Stunden ohne Datum umstellen und basta ... deswegen danke.

    Ich möchte auch anmerken, daß mir die Alleinherlichkeit eines Shuttleworth gemein auf den Senkel geht (um in deinem Duktus zu bleiben) ich kann Torvalds verstehen wenn er von Desktop-N**is Spricht.
    In meinen augen ist es unnötig den Benutzer zu entmündigen und ihn allgemein für unterbelichtet zu halten, gerade wenn es um Linux geht. Diese Alleingänge wie Unity machen Linux nich populärer, ganz im Gegenteil. Sich so Mac OSX anzubiedern ist sinnlos, jemand der sich einen hochpreisigen Apple zulegt wird kaum auf eine Linx Distribution wechseln.

    • jdo sagt:

      Hallo,

      nur so in eigener Sache: ob mir Deine Begründung gefällt oder nicht, ist nicht relevant, diesen Beitrag freizugeben. Solange es kein Spam ist gebe ich (fast) alles frei.

      Ich stimme Dir zu, dass Shuttleworth eine gewisse Arroganz hat. Allerdings braucht es auch solche Leute. Davon lebt Innovation. Viele wissen nicht einmal. wie es früher war.

      Seien wir ehrlich, 95% der Anwender sind unmündig. Ich wohne in Ägypten und habe so viele meiner Freunde hier auf Linux umgestellt. Die wollen Facebook aufrufen, Mails prüfen, mit VLC Videos ansehen und dann un wann eine Dokument schreiben (LibreOffice). Sie alle lieb das System. Aussagen: "Schneller bereit", "Internet-Einwahl schneller", "keine lästigen Pop-Up-Fenster" und so weiter ...

      Wenn also eine Distri Leute "entmüdigt", ist das weniger dramatisch als die Mac-Faschisten (Deine Nazis hätte ich übrigens auch stattgegeben, der Torvalds halt ... ). Wer sich auskennt, hat so viele andere Möglichkeiten. Um die Großen anzulocken, ist allerdings ein Köder notwendig. Das mag den "Alles Frei Alle Frei"-Schreiern gefallen oder nicht - aber Geld will geködert werden. Mit einer großen Anzahl an Benutzern, steigt auch die Auswahl.

      Persönlich wäre ich zum Beispiel einer der Ersten, Adobe Lightroom oder Photoshop für Linux zu kaufen, sollte es portiert werden. Shotwell und Gimp sind nett, aber für meine Fotos und Videos schalte zu 95% ich den Mac ein. Meine tägliche Arbeit erledigt ausschließlich Linux.

      Ich hab das schon ein paar Mal erwähnt: Ich hoffe, dass Apple mit seiner Knechtung und Arroganz ein zweites Mal auf die Fresse fällt. Dann brauchen Anwender eine einfache Alternative ... viele Anwender wissen einfach immer noch nicht, dass Linux eine sein kann ...

      • sniper sagt:

        "...aber für meine Fotos und Videos schalte zu 95% ich den Mac ein".

        iiiiiiiiiiiiii ein MAC!?!? Wie man sich auf so ein s...... einlässt ist mir ein Rätzel..

        Zum Thema: Benutze Ubuntu 11.04 mit Gnome 2.. Unity kommt mir nicht in die Tütte! Jetzt und in der Zukunft auch nicht!! Denke über ein Umstig auf Xubuntu nach.

        • jdo sagt:

          Hat sich Dank Corel AfterShot Pro zum Glück teilweise geändert 🙂

          Für Photoshop gibt es allerdings keinen gleichwertigen Ersatz unter Linux. Ich hab eine neuere Version unter Wine zum Laufen bekommen, da gibt es aber noch grafisch Problemchen, was bei de Fotobearbeitung natürlich etwas lästig ist.

  11. paule sagt:

    ...So ist das mit den Abhängigkeiten.... Was wäre Ubuntu ohne Debian 😉 Von mir wird der Weg von Ubuntu auch langsam kritisch gesehen. Was soll dieses Unity? Warum jetzt Thunderbird als Standard? Ich finde sie haben sich seiner Zeit auf Gnome eingeschworen und sollten diesen Weg auch weiter konsequent gehen. Ich will nicht jedes mal wenn ich eine andere Distribution in den Fingern habe mich an die Eigenheiten gewöhnen müssen...

    IMHO

    • jdo sagt:

      Ja aber bei Ubuntu selbst hast Du ja auch noch die Wahl. Wer unbedingt Oldschool will, warum nicht Xubuntu oder Lubuntu einsetzen und Unity den Laufpass geben?

      Thunderbird als Standard begrüße ich persönlich. Evolution ist eine Katastrophe - IMAP funktioniert immer noch nicht vernünftig (vor allen Dingen mit langsamen oder instabilen Internet-Verbindungen, wie ich eine habe).

      Ich bin eigentlich auch großer Fedora-Fan. Vor allen Dingen, weil die immer die Nase mit vorn in Sachen neue Technologien haben. Aber persönlich hab ich für meinen Arbeits-Rechner keine Zeit, erst einmal Tonnen an Dingen manuell nachzuinstallieren. Ich bin halt einer, der ein "Out of the Box"-Linux will. Den Abkömmling Kororaa find ich aber ganz gut gemacht, also als Anwender-freundliches Fedora.

  12. Simuraliwa sagt:

    Kann mir jemand helfen?

    Ich verwende im Moment Xubuntu 11.10. Ih habe einen Laptop mit einem 2.1 Soundsystem eingebaut. HDA Intel und Realtek. Ich bekomme aber einfach überhaupt keinen vernünftigen Sound raus, jedenfalls nicht so wie unter Windows mit dem Realtek Treiber.

    Jetzt habe ich noch festgestellt, da sich nicht mehr Scannen kann mit meinem Brother DCP-195C.
    Habe dies befolgt, http://forum.ubuntuusers.de/topic/brother-dcp-195-bekomme-ich-nicht-ans-drucken/?highlight=Tbaustell+Zdcp#post-2824349

    Drucken geht.

    Auch kriege ich keine sudo Rechte: gksudo gedit /lib/udev/rules.d/40-libsane.rules
    Passiert einfach nicht, bei Ubuntu klappts.

    Würde mich über Tipps freuen.

    • jdo sagt:

      hast Du schon mal probiert, erst root zu werden und dann die Datei zu editieren?: sudo su, dann mit vi/vim oder nano oder einem Editor die Datei bearbeiten

  13. Ubukus sagt:

    Ja, auch ich, Windows Nutzer, trage zum Popularitätsverlust von Ubuntu bei.
    Bis zur Version 10.10 war ich enthusiastischer Ubuntu- Verbreiter im Freundeskreis.
    Seit der Einführung von Unity nehme ich, aus Gewissensgründen, leider davon Abstand.

  14. Ikem sagt:

    Ich benutze Linux Mint LXDE. Und das schon recht lange. ^^

  15. Ikem sagt:

    Vom "Look and Feel" her ist es ein bischen wie Windows XP.

    Mit ein paar Stärken hier und ein paar Schwächen dort.

    (Sorry für den Doppelpost. Vielleicht führst du die Kommentare ja zusammen.)

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