LibreOffice kann nicht per KIO Slaves auf NAS oder Netzwerkfreigaben schreiben

3 Mai 2013 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

LibreOffice Logo 150x150Hier ein sehr sehr unangenehmes Problem, weil man es am Anfang vielleicht nicht einmal mitbekommt. Es tritt wohl unter GNOME nicht auf, aber unter KDE ist es ein Problem.

Was passiert?

Wenn ich mit Dolphin via SMB mein Synology anspreche und auf eine LibreOffice-Datei klicke, öffnet die Software die Datei nicht wirklich auf dem NAS und schreibt diese dorthin auch zurück. Stattdessen lädt es die Datei herunter und zwar in ein Verzeichnis, das in etwa so aussieht: /var/tmp/kdecache-username/krun.

Verändert man die Datei nun fröhlich und klickt auf Speichern, wird diese Datei in dem oben genannten Verzeichnis abgespeichert, aber nicht zurück auf das NAS. Möchte ich nun die Datei manuell auf das NAS speichern, funktioniert das nicht und es erscheint die Fehlermeldung: Sie können nur lokale Dateien auswählen.

Nur lokale Dateien!

Nur lokale Dateien!

Sehr blöd dabei ist, dass man nicht mal eine Nachricht erhält, dass sich meine Datei in einem temporären Ordner befindet. Speichere ich einfach, schließe LibreOffice und fahre den Computer herunter -> Datenverlust!

Neu ist der Fehler nicht und nach ein wenig Recherche stößt man auch schon mal auf einen Bug-Report aus dem Jahre 2011. Wenn man von GNOME kommt, kennt man das Problem nicht und rechnet auch nicht damit, weil dort funktioniert es. Grund ist wohl, dass LibreOffice KIO Slaves nicht nutzt.

Zwei bis drei Lösungsansätze

Dass dieser Umstand so nicht erträglich ist, braucht man nicht weiter erläutern. Ich müsste jedes mal auf Speichern unter klicken, die Datei in meinen Home-Ordner sichern und nach Beendigung der Arbeit wieder auf das NAS kopieren – viel umständlicher geht es nicht mehr.

Ich könnte natürlich alles lokal bearbeiten und dann via Cronjob und rsync auf mein NAS sichern, wie ich das hier beschrieben habe.

Weiterhin wäre es einen Versuch wert, die eigenen LibreOffice-Dialoge zu verwenden, um direkt auf die Samba-Freigabe zu schreiben. Ich hatte das mal bezüglich der ownCloud und LibreOffice erwähnt und das Prinzip ist gleich, nur eben nicht mit WebDAV. Das löst aber mein Problem nicht, dass die Datei zunächst in dem tmp-Ordner geöffnet wird.

Eigene Dialoge von LibreOffice nutzen

Eigene Dialoge von LibreOffice nutzen

Im Endeffekt habe ich mich für eine andere Lösung entschieden. Ich sichere diverse Ordner zwar zeitgesteuert mit rsync, möchte aber dann und wann Dokumente direkt auf dem NAS bearbeiten. Somit binde ich nun den Samba-Ordner beim Hochfahren über die Datei /etc/fstab automatisch ein – weil somit umgehe ich die Notwendigkeit der KIO Slaves, da das Dateisystem vom Kernel eingebunden ist und für LibreOffice wie ein ganz normaler Ordner aussieht.

Wie geht das?

Zunächst legen ich in meinem Home-Verzeichnis eie Datei mit Namen .smbcredentials an, die folgenden Inhalt hat:

username=Samba-Anwender
password=Samba-Passwort
domain=Domäne-oder-Arbeitsgruppe

Danach sichern wir diese Datei ab: chmod 0600 .smbcredentials

Nun fügen wir nachfolgende Zeile in der Datei /etc/fstab an:

//<IP-Adresse oder Servername>/Netzwerk-Freigabe(Share) /Einhaengepunkt cifs credentials=/home/Anwendername/.smbcredentials,uid=Anwender,gid=Gruppe 0 0

Sollte das eine Fehlermeldung bringen, brauchst Du smbfs installiert, dass sich bei Kubuntu 13.04 im Paket cifs-utils befindet: apt-get install cifs-utils.

Nun kannst Du entweder das System neu starten oder den Befehl mount -a mit root-Rechten ausführen. Nun kannst Du über dieses Netzwerk-Laufwerk Dateien mit LibreOffice direkt auf dem NAS bearbeiten. Ist ein bisschen Handarbeit, funktioniert aber am Besten. Der Bug gehört sich dennoch bereinigt – das ist ein echtes Problem und eigentlich ein ganz schöner Showstopper.



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