Was bedeutet Pump&Dump und warum das nur zu Verlusten führen kann?

3 Januar 2018 9 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ich lese derzeit sehr viel über Kryptowährungen, weil ich immer noch fest daran glaube, dass es das Finanzsystem und auch andere Bereiche revolutionieren wird. Es herrscht Aufbruchstimmung, das ist ganz klar. Solche Möglichkeiten locken aber auch Scharlatane an. Ein echt übler Scam und es fallen wohl zu viele Leute darauf rein: Pump&Dump! Übersetzt heißt das so etwas wie Aufblasen und Abstoßen.

Wichtig: Der Beitrag ist keine finanzielle Beratung, sondern meine persönliche Meinung. Du bist selbst für Deine Investitionen verantwortlich. Fakt ist, dass es ein gefährliches Spiel mit riesigem Potenzial ist. Informiere Dich aber gut, in welche Technologien Du investieren möchtest. Ja, Du investierst in eine Technologie und nicht nur in eine Coin. Investiere nur so viel Geld, wie Du Dir leisten kannst, zu verlieren! Ich persönlich gehe sehr vorsichtig an die Sache ran, lasse mich nicht von Emotionen leiten und werde auch nicht nervös, wenn es mal nach unten geht. Ein Komplettverlust wäre ärgerlich, aber ich setze nur Geld ein, dass ich verlieren kann, ohne mich in den Ruin zu treiben. Das gehört nun mal dazu.

Was ist Pump&Dump?

Ganz vereinfacht gesagt wird ganz gezielt und organisiert eine bestimmte Coin oder Münze gekauft. Es wird so viel Nachfrage produziert wie möglich, was logischerweise den Preis in die Höhe schießen lässt. Gleichzeitig werden falsche Nachrichten, oder alternative Fakten wie Trump sagen würde, via Twitter, reddit und andere soziale Medien verbreitet. Es wird also versucht, viele andere Leute schnell dazu zu bekommen, die Coin zu kaufen.

Das hier verwendete Prinzip nennt sich FOMO oder Fear Of Missing Out. Es bedeutet, Angst haben, den Aufsprung zu verpassen oder Angst haben, dass der Zug ohne Dich abfährt. Bist Du die Coin allerdings kaufen kannst, fangen die, nennen wir sie ruhig Betrüger an, die Coin zu hohen Profiten abzustoßen. Somit sinkt der Preis schnell wieder. Die Scammer stopfen sich also die Taschen voll und Du bleibst auf einem Verlust sitzen.

Ich habe Screenshots von einem solchen Pump&Dump gemacht und zeige Dir nun noch einmal in Bildern, wie das abläuft.

So funktioniert ein Pump&Dump

Zunächst einmal wir der Pump&Dump einige Zeit im Voraus angekündigt, damit sich alle darauf einstellen können. Kurz vor Frist gibt es dann letzte Instruktionen. Alle werden aufgefordert, die Coin so lange wie möglich zu halten, damit der Preis oben bleibt und so weiter. Zu diesem Zeitpunkt weiß noch keiner, um welche Coin es sich handeln wird. Bekannt aus einem vorherigen Post ist, dass der Handelplatz Binance dazu missbraucht wird.

Pump&Dump letzte Anweisungen

Pump&Dump letzte Anweisungen

Um 15:00 Uhr beginnt der Pump. Mit einem gefälschten Account des Krypto-Trumps (John McAfee – der echte hat keinen Unterstrich im Namen) wird eine Coin of the Day angekündigt und es handle sich um $OAX.

Pump startet

Pump startet

Der Pump startet

Der Pump startet

Hier nochmal, wie das auf Twitter aussieht.

Gefälschter McAfee Account

Gefälschter McAfee Account

Ebenso wird eine Meldung via reddit verbreitet. Davon habe ich keinen Screenshot, aber es wurde behauptet, dass die Handelsplattform Bittrex $OAX aufnehmen wird – das stimmte aber nicht. Hier noch ein Screenshot, dass Leute die Nachricht via Twitter geteilt haben.

OAX auf Bittrex - Falschmeldung

OAX auf Bittrex – Falschmeldung

Was passiert nun?

In diesem Moment ging auf Binance und $OAX natürlich die Post ab. Schlag 15:00 Uhr (meine Zeit) schießt der Preis in die Höhe.

Pump von $OAX bei Binance

Pump von $OAX bei Binance

Und wo ist das Problem? Sieht nach einem guten Geschäft aus!

Das Problem an der Sache ist, dass der ganze Spuk gerade mal 2 Minuten dauert. Du bist natürlich clever und siehst das Problem. Wer auch immer die Coin im Vorfeld hatte, hat sie zu einem hohen Profit verkauft. Du selbst wärst aber nicht da ganz unten reingekommen, sondern irgendwo in der Mitte. Ebenfalls hättest Du auch nicht ganz oben verkaufen können, sondern irgendwo in der Mitte. Bis das Ding vorbei war, hattest Du vielleicht gerade Zeit, die Order zu platzieren. Der Preis ebbt dann wieder ab und ist zunächst höher als vorher. Das bringt Dir aber wie gesagt nichts, weil Du mit Sicherheit höher eingekauft hast. Deswegen halten viele die Coin und hoffen, dass sie wieder steigt.

Nach 42 Minuten ...

Nach 42 Minuten …

Wer nimmt die Profite mit?

Ganz klar die Organisatoren. Sie sind die einzigen, die wissen, welche Coin aufgeblasen und wieder abgestoßen wird. Sie beruhigen die Massen mit Manche gewinne, manche verlieren oder Es können nicht immer alle gewinnen, aber die Organisatoren tun das. Die Coin wurde in den vergangenen Tagen heimlich in kleinen Portionen gekauft, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Weiterhin werben sie via Twitter und andere soziale Medien (wahrscheinlich mit Fake Accounts), dass sie durch Gruppe XYZ in den vergangenen Tagen 150% Profit erzielt hätte und so weiter.

Nicht nur Du verlierst Geld, sondern auch Leute, die ebenfalls aus reiner Gier darauf reingefallen sind. Solche Gruppen sind sogar sehr schlecht für den Ruf von Kryptowährungen. Es geht bei Blockchain-Technologie nicht um schnelle Gewinne, sondern um solide Technik für eine bessere Zukunft.

Es gibt allgemein ein ziemliches Hauen und Stechen. Falschmeldungen sind an der Tagesordnung und es geht echt zu wie im Wilden Westen. Willst Du in Kryptowährungen einsteigen, dann tue das in aller Ruhe und packe die Emotionen weg – das ist meine Empfehlung. Wissen ist Macht – also informiere Dich und springe nicht von der Klippe, nur weil es andere tun. Da kannst Du eigentlich nur Geld verbrennen. 

Tu Dir einen Gefallen und falle nicht auf Pump&Dump-Gruppen herein. Schicke mir lieber ein paar Verge weil ich Dich gewarnt habe (gerne auch via Wraith-Protokoll und Ja, es war eine Falschmeldung, dass IP-Adressen geleakt werden! … 😉

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Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!

 
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9 Kommentare zu “Was bedeutet Pump&Dump und warum das nur zu Verlusten führen kann?”

  1. tux. sagt:

    Bitcoin, das als Währung ungeeignet ist, mal außen vor gelassen: Das Problem bei diesem Kryptokram ist, dass der erfolgreichste genau so funktioniert wie normales Geld auch. Wie man das Finanzsystem revolutionieren will, indem man es (zum Beispiel bei Ripple: zentralisierte, monopolistische Geldschöpfung, wobei der Großteil bei den Gründern verbleibt) einfach abbildet, erschließt sich mir nicht.

    • jdo sagt:

      Bitcoin ist als Währung wohl geeignet, aber nicht um einen Kaffee um die Ecke zu kaufen. Wenn die Transaktionskosten 10 Euro sind und der Kaffee 2,50 kostet ... Bei sehr großen Geschäften mit viel Geld im Spiel, eignet sich Bitcoin aber schon eher.Da fallen die Transaktionskosten weniger ins Gewicht. Schau Dir nur mal die unverschämten Kosten von PayPal an. Auch wenn es funktioniert wie normales Geld, liegt die Kontrolle an anderer Stelle. Deswegen wettern nur reiche Banker und Aktien-Haie. Wenn mir diese Aktien-Heinis erzählen, Kryptos wären eine Blase aber die völlig aufgeblasenen Aktien-Märkte nicht, dann kann ich nur den Kopf schütteln und lachen. Dere 30x überbewerteten Firmen sind also kein Geld aus der Luft gegriffen? Die sollen sich mal mit den Aktionären von Air Berlin unterhalten, da stand auch eine Firma dahinter. Ich hoffe eigentlich auf einen kleinen Aktien-Crash in diesem oder nächstem Jahr, damit noch mehr Leute das Vertrauen in die so ehrlichen Banken und die soliden Firmen verlieren, in denen das Geld ach so sicher aufgehoben ist.

      Weiterhin sehe ich in Projekten wie IOTA, Golem und sogar FunFair (Du wirst lachen, aber ich weiß aus erster Hand, wie viel in Online Casinos gezockt wird und wie viel Geld da involviert ist) schon großes Potenzial für eben spezielle Bereiche.

      Ich glaube wir müssen aufhören, von unserem hohen Ross der westlichen Welt auf die Sache zu blicken. In vielen Ländern können sich Leute kein Konto leisten oder erstellen. Ein Smartphone hat jeder und somit potenziell auch ein Konto.

      Ripple ist mir auch etwas suspekt.

      P.S: Ich habe gerade nachgesehen, dass bei einer PayPal-Transaktion von 268 US-Dollar 14,24 US-Dollar Gebühren entstanden sind. Ab ein bisschen höher wäre mir dann Bitcoin lieber, da bleibt mehr übrig (abgesehen von der Sprunghaftigkeit im Moment)

  2. tux. sagt:

    Eine Währung, deren Transferdauer sozusagen vom Trinkgeld ("Transaktionsgebühr") abhängig ist und schon mal mehrere Stunden betragen kann _und_ die innerhalb dieser Stunden um mehr als zehn Prozent im Kurs steigen oder fallen kann, ist keine Währung, mit der man irgendwas sinnvoll bezahlen kann. Fliegt ja auch aus immer mehr Shops raus, der Käse; aus genau diesen Gründen.

    Ich habe spaßeshalber neben meinem Aktiendepot (danke für das Werturteil ;-)) ein paar Euro in NEMs und Litecoins investiert und theoretisch könnte ich damit in absehbarer Zeit sozusagen ausgesorgt haben, aber das ist ein Glücksspiel, auf das ich mich nicht verlassen möchte. Ja, spezielle Bereiche werden damit gut abgedeckt, im Gegensatz zu den meisten Aktien stehen hinter Kryptocoins aber keine tatsächlich abbildbaren Werte. Beispiel: Apple verdient scheißviel Geld und investiert das in scheißviel greifbares (anfassbares...) Eigentum (und wenig Steuern), deswegen sind die Aktien scheißteuer. Überbewertet? Klar - aber immerhin stecken tatsächliche Werte dahinter, nämlich im Zweifelsfall das Unternehmenskonto. Welche tatsächlichen Werte bildet Bitcoin ab? Das hat ja nicht mal bei "Second Life" - Lindendollar hieß das, oder? - geklappt.

    Coins sind eher so was wie Fidschimuscheln. Bitcoin-Futures (die in diesen ekligen klassischen Banken gehandelt werden, igittigitt!) haben dem Wert ja auch nicht gut getan. Überhaupt, Bitcoin-Futures: Das Vertrauen in die ach so ehrlichen Banken scheint bei Kryptogläubigen ja nun nicht das Kleinste zu sein.

    Im Übrigen: Wer sich ein Smartphone leisten kann, der kann so arm nicht sein. Ja, ich weiß, dass es "billige" Smartphones gibt - und ich weiß, dass ich von dem Geld immer noch viele Konten anlegen könnte. Mal ganz abgesehen von den Sicherheitsimplikationen von "Wallets", die in irgendeiner "Cloud" liegen. Mein Portemonnaie, salopp gesagt, ist deutlich besser gesichert als digitale "Währungen".

    • jdo sagt:

      Das sind alles gute Argumente und nun liegt es an den Entwicklern, die entsprechend zu lösen. Es gibt Coins, die übertragen binnen 30 Sekunden. Die Sprunghaftigkeit muss sich legen, das sehe ich auch so.

      Ich verlasse mich auch nicht nur auf die Kryptos und glaube trotzdem, dass sie eine gute Ergänzung zum jetzigen Finanzsystem bringen können. Die Lindendollar würde ich nun nicht mit Blockchain-Technologie vergleichen, sondern wirklich eher mit Monopoly-Geld.

      Ich glaube nicht, dass die Futures an der Korrektur von Bitcoin maßgeblich waren. Von 4000$ auf 20000$ in 3 Monaten könnte da schon eher für eine gesunde Korrektur ausschlaggebend gewesen sein.

      Du wärst erstaunt, wie viele Leute nicht mal ein Recht auf ein Konto haben oder einfach wirklich keine Möglichkeit. Wie gesagt reden sich Leute aus den reichen Industrieländern leichter. Klar war Bitcoin in Zimbabwe total überteuert und Leute haben daraus viel Profit gezogen. Es war teilweise aber die einzige Option, um überhaupt etwas ins Land importieren zu können.

      Aber ich hoffe für Dich, dass Du mit Deinen Kryptos bald ausgesorgt hast - ich habe zwar in andere investiert, aber die würden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch steigen. Fließt immer noch sehr viel Geld in den Markt.

  3. tux. sagt:

    "Es gibt Coins, die übertragen binnen 30 Sekunden" - ja, noch, weil deren Blockchain (ich kann das Wort nicht mehr hören, was eigentlich ein weiterer Grund ist, wieso der Stuss dringend scheitern soll ;-)) kurz genug ist. Bitcoin war auch mal schnell und effizient und hat nicht den Stromverbrauch ganzer Staaten verdoppelt.

    Dass immer noch "sehr viel Geld" da reinfließt, spricht für eine Blase. Es ist noch nicht so lange her, dass in den USA "jeder" Geld in Immobilien gesteckt hat. Die Folgen haben wir gesehen. Ansonsten streiten sich derzeit 902 (902!) von diesen "Coins" darum, das neue Bitcoin (Nummer 903) sein zu dürfen. Gewinner? Klar: Diejenigen, die die Währung halt entwickeln. Anonymus "Satoshi Nakamoto" wird auch nie wieder arbeiten müssen, der kauft sich eine Insel und die Welt kann ihn dann einfach mal am Hintern riechen, zumindest würde ich das an seiner Stelle so ähnlich machen. Niemand in den Industrienationen profitiert aber auch nur irgendwie von irgendwas in diesen Coins, außer natürlich in der gleichen Weise wie von einem vernünftigen Aktiendepot, nämlich durch Nochreicherwerden.

    Hinter Ethereum stecken u.a. JP Morgan, Microsoft und IBM, während NEM und Ripple vor allem von asiatischen Banken für interessant befunden werden. Warum, glaubst du, ist das so? Die machen das nicht aus Nächstenliebe. Die demokratische Zukunft des Kapitalismus, als die dieser Kram beworben wird, hätte, wäre er es, ganz andere Protagonisten.

    • jdo sagt:

      Dass die Banken nicht tatenlos zusehen, ist mir auch klar. Wir werden sehen. Um Dein Beispiel mit Apple zu verwenden: Als der Jobs damals in seiner Garage an so einem elektronischen Ding gelötet hatte, haben ihn auch viele nicht ernst genommen.

      Wenn es auf die Schnauze fällt, dann soll es eben so sein. Es wird mich nicht ruinieren. Wenn es funktioniert, dann werde ich mir ein paar schöne Urlaube leisten und mich freuen.

      Das Tangle von IOTA verbrennt nicht so viel Strom ...

  4. tux. sagt:

    IOTA ist ja auch noch erstaunlich klein für die Geldmenge, die da durchtransferiert wird. Abwarten. Jede "Blockchain" hat einen Flaschenhals.

  5. Ettore Atalan sagt:

    Hat hier eigentlich niemand ein Problem mit der Preisgabe der eigenen persönlichen Daten gegenüber US-amerikanischen Unternehmen wie Coinbase?

    Ohne persönliche Daten (inkl. Bankverbindung, Kopie einer amtlichen Urkunde zur Identitätsbestätigung mit Foto, Unterschrift, usw.) kann man seine Registrierung bei Handelsplätzen wie Coinbase gar nicht erst abschließen.

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