Threema: Kosten, Perfect Forward Secrecy und Gruppenanrufe im Überblick

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Threema kostet für Privatleute einmalig zwischen 6,49 und 7,99 Euro, ein Abo gibt es nicht. Perfect Forward Secrecy (PFS) ist seit 2023 automatisch aktiv, Du musst dafür nichts einschalten. Gruppenanrufe sind mit bis zu 16 Teilnehmern möglich.

Threema gibt es seit 2012. Der Schweizer Messenger ist eine abhörsichere Alternative zu populären Diensten wie WhatsApp und respektiert die Privatsphäre der Nutzer. Nicht einmal eine Telefonnummer benötigst Du, um den Messenger nutzen zu können. Als Kennung dient eine zufällig erzeugte Threema-ID.

Was kostet Threema?

Für den privaten Gebrauch zahlst Du einmal. Danach fallen laut Threema keine wiederkehrenden Kosten an. Wie viel Du zahlst, hängt vom Store und vom Land ab:

BezugswegPlattformPreis (einmalig)
Google Play (Deutschland)Android6,49 Euro
App Store (Deutschland)iPhone und iPad7,99 Euro
Threema ShopAndroid (APK und Threema Libre)6,49 Euro oder 5,99 Franken

Im Threema Shop kaufst Du ohne Google-Konto und kannst sogar anonym mit Bargeld bezahlen. Du bekommst einen Lizenzschlüssel und lädst die APK direkt bei Threema herunter. Die App braucht Android 7.0 oder neuer. Für Huawei-Geräte ohne Google-Dienste gibt es Threema in der AppGallery.

Beim Wechsel des Systems gilt: Apple und Google tauschen keine Lizenzdaten aus. Ziehst Du von Android auf das iPhone um oder umgekehrt, kaufst Du Threema neu. Einen Schlüssel aus dem Threema Shop kannst Du auf demselben Gerät dagegen auch für Threema Libre verwenden.

Firmen nutzen Threema Work. Das kostet laut Preisseite von Threema ab 3 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung. Threema Broadcast und API-Zugriff gibt es im teureren Tarif Professional. Threema Work lässt sich 30 Tage lang mit bis zu 30 Nutzern kostenlos testen.

Threema, Threema Libre und Threema Work: die Unterschiede

  • Threema (bei Threema heute „Private“) ist die App für den Privatgebrauch mit Einmalkauf. Du bekommst sie über Google Play, den App Store, den Threema Shop und die Huawei AppGallery.
  • Threema Libre ist eine Android-Version ohne proprietäre Bibliotheken wie die Google Play Services und damit komplett quelloffen. Es gibt sie nur über F-Droid, und Du brauchst eine Lizenz aus dem Threema Shop. Benachrichtigungen kommen über Threema Push.
  • Threema Work ist eine eigene App für Unternehmen. Admins verwalten Nutzer zentral im Management-Cockpit, Lizenzen lassen sich übertragen. Organisationen ab fünf Nutzern empfiehlt Threema die Work-Variante statt einzelner Privatlizenzen.
  • Threema OnPrem bringt Threema Work auf die eigene Infrastruktur. Server und Daten bleiben komplett beim Unternehmen.

Gruppenanrufe fassen bei Work und OnPrem bis zu 32 Teilnehmer, in der Privat-App 16.

Perfect Forward Secrecy in Threema

Perfect Forward Secrecy schützt alte Nachrichten. Erbeutet jemand später Deinen privaten Schlüssel, kann er damit keine Nachrichten entschlüsseln, die Du früher gesendet oder empfangen hast. Dafür handelt die App im Hintergrund laufend neue, kurzlebige Schlüssel aus. Threema erklärt das Prinzip in seiner FAQ zu Perfect Forward Secrecy.

Auf der Transportschicht nutzt Threema PFS schon immer. Auf der Ende-zu-Ende-Ebene sorgt das Protokoll Ibex dafür, das Threema Ende 2022 eingeführt hat. Jede Nachricht bekommt einen neuen Schlüssel, aus dem sich frühere Schlüssel nicht ableiten lassen. Einzelanrufe waren schon vorher mit PFS abgesichert. Bei Gruppenanrufen erzeugt Threema neue Schlüssel, sobald jemand dazukommt.

Muss ich Perfect Forward Secrecy in Threema aktivieren?

Nein. Seit Threema 5.1 für Android und 5.4 für iOS ist PFS standardmäßig aktiv. Beide Versionen erschienen im August 2023, nachdem Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg das Ibex-Protokoll formal geprüft hatten. Voraussetzung ist, dass beide Chatpartner eine aktuelle App nutzen. Ein Update aus dem Store genügt.

Eine Ausnahme ist die Beta von Threema 2.0 für Desktop. Laut Threema-FAQ unterstützt Threema bei ihrer Verwendung kein PFS. Zeigt ein Chat den Hinweis, dass Perfect Forward Secrecy deaktiviert ist, prüfe zuerst, ob Du oder Dein Gegenüber diese Beta nutzt. Die Nachrichten bleiben trotzdem Ende-zu-Ende-verschlüsselt, ihnen fehlt nur die zusätzliche PFS-Schicht.

Rückblick: Threema 5.0 im November 2022

Ende November 2022 brachte Threema 5.0 für Android zwei Neuerungen: Audio- und Video-Gruppenanrufe mit bis zu 16 Teilnehmern und die erste Version von PFS für Nachrichten. PFS gab es damals nur für Einzelchats, und Du musstest es selbst einschalten. Dazu hast Du auf das Profilbild des Empfängers getippt und dort Perfect Forward Secrecy aktiviert. PFS musste auf beiden Clients unterstützt werden, sonst war die Option ausgegraut. Die iOS-App bekam beides mit späteren Updates.

Threema 5.0 (2022): Perfect Forward Secrecy pro Kontakt einschalten
Threema 5.0 (2022): Damals ließ sich PFS nur pro Kontakt einschalten, heute ist es automatisch aktiv

Gruppenanrufe in Threema starten

Gruppenanrufe sind wie die direkten Threema-Anrufe Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Eine Einladungs-URL brauchst Du nicht, jedes Mitglied der Gruppe entscheidet selbst, ob es beitritt. So startest Du einen Gruppenanruf:

  1. Öffne den gewünschten Gruppenchat.
  2. Tippe rechts oben auf das Kamera-Symbol (Android) oder das Telefon-Symbol (iOS).
  3. Alle Mitglieder des Gruppenchats werden per Push-Benachrichtigung über den Anruf informiert.
  4. Die Mitglieder tippen auf „Teilnehmen“. Die Schaltfläche erscheint in der Benachrichtigung, in der Chatübersicht und im Gruppenchat.

Der Anruf bleibt aktiv, bis der letzte Teilnehmer auflegt. Threema leitet Gruppenanrufe über einen Server. Dadurch sehen die Teilnehmer die IP-Adressen der anderen nicht. Damit die Verzögerung klein bleibt, können die Medienrouter auch außerhalb der Schweiz stehen.

Am Computer klappen Gruppenanrufe mit der Beta von Threema 2.0 für Desktop. Einzelanrufe am Desktop fehlen dort noch. Threema arbeitet daran, nennt aber keinen Termin.

Threema 5.0 mit Gruppenanrufen (2022)
Threema 5.0 brachte 2022 die Gruppenanrufe auf Android

Threema auf mehreren Geräten und am Desktop

Dieselbe Threema-ID auf zwei Handys parallel geht noch nicht. Am Computer hast Du zwei Wege. Die klassische Desktop-App und der Web-Client spiegeln die App auf Deinem Handy, das dafür online sein muss. Die Beta von Threema 2.0 für Desktop arbeitet dagegen eigenständig. Sie verknüpft ein Mobilgerät mit bis zu zwei Computern und setzt Threema ab Version 6.0 (Android) oder 6.4 (iOS) voraus.

Die aktuelle Threema-App läuft ab Android 7 und iOS 17. Die Desktop-App gibt es als 64-Bit-Version für macOS ab 12, Windows ab 10 (21H2) und Linux.

Backups mit Threema Safe

Threema speichert Kontakte und Gruppen nur auf Deinem Gerät. Geht das Handy verloren, hilft Threema Safe. Es sichert regelmäßig und verschlüsselt Deine Threema-ID samt Schlüsseln, Nickname, Profilbild, Kontakte, Gruppenzugehörigkeiten und Privatsphäre-Einstellungen. Chatverläufe und Medien sind nicht enthalten, dafür brauchst Du ein Daten-Backup.

Unter Android aktivierst Du Threema Safe über das Menü mit den drei Punkten unter „Backups“. Unter iOS findest Du es unter „Profil“ und „Backups“. Ohne Passwort lässt sich das Backup nicht wiederherstellen, lege es deshalb in einem Passwortmanager ab. Das Safe-Backup funktioniert plattformübergreifend: ID, Kontakte und Gruppen ziehen also auch von Android aufs iPhone um. Chats lassen sich zwischen Android und iOS nicht übertragen.

Du kannst Threema übrigens super in die eigene Nextcloud sichern, falls Du nach einer Backup-Methode suchst. Nötig ist ein WebDAV-Server mit gültigem TLS-Zertifikat, der aus dem Internet erreichbar ist. Wer keine Nextcloud selbst betreiben möchte, schaut sich Nextcloud-Hosting an.

Aktualisiert am 12.10.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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