Nein, Humble Store verletzt vermutlich keine Verbraucherschutzgesetze!

26 Januar 2019 14 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Zumindest stimmt der Grund des Vorwurfs nicht. Ich durfte einen Blog-Beitrag lesen, bei dem behauptet wird, dass der Humble Store vermutlich haufenweise Verbraucherschutzgesetze verletzt. Interessant ist schon Mal das vermutlich, denn ein Beweis ist das nicht und wir streuen einfach Mal ein Gerücht.

Gleich zum Thema: Angeblich wird einem nicht mitgeteilt, dass das kostenlose Spiel Deponia via Steam Key ausgeliefert wird. Das ist aber kompletter Quatsch, denn es steht groß und breit da:

Deponia: The Complete Journey is provided via Steam key for Windows, Mac, and Linux. For key redemption, a free Steam account is required.

Deponia wird via Steam Key ausgeliefert

Deponia wird via Steam Key ausgeliefert

Datenschutz in allen Ehren, aber langsam geht es mir auf die Nerven

Wir sind echt Weltmeister darin, alles komplett zu übertreiben. Natürlich haben es die großen Datenkraken auch übertrieben und durch die jüngsten Datenschutzverletzungen ist das Thema heiß. Allerdings macht Humble echt keinen Hehl daraus, dass die kostenlosen Spiele für Werbezwecke ausgeliefert werden.

Du bekommst das Spiel auch dann, wenn Du Werbe- und Tracker-Blocker aktiviert hast. Die Verknüpfung zwischen Steam und dem Humble Bundle gibt es in meinem Fall schon lange und meine E-Mail-Adresse haben sie auch schon ewig.

Halten wir also noch Mal fest:

  • Auf der Seite steht groß und breit, dass Du Dich für den Newsletter anmelden musst. Das bedeutet: gültige E-Mail-Adresse, aber die E-Mail-Adresse ist meines Wissens nach nicht mit dem Key verknüpft. Ich habe ja vor kurzer Zeit eine Steam-Schlüssel verschenkt, der mit meiner E-Mail-Adresse erstellt wurde und der hat auch bei dem Empfänger funktioniert. Das bedeutet, Du könntest eine Adresse nehmen, die Du genau für solche Zwecke einrichtest. Zum Beispiel bei Protonmail oder was weiß ich.
  • Weiterhin wird alles andere als verschwiegen, dass es sich bei dem kostenlosen Spiel um einen Steam-Schlüssel handelt.

Wir befinden uns momentan auf einem Weg, hinter allem das absolut Schlechteste und Böseste zu sehen. Wie der Blogger vorwirft, dass Humble Bundle wie Trump nur Dinge zu seinem Vorteil macht, könnte ich nun auch schlussfolgern, dass der Blogger genau wie Trump einfach Paranoia verbreitet, ohne die Fakten richtig zu stellen?

Ja, Datenschutz ist wichtig und wir sollten uns damit wirklich mehr befassen. Aber es ist nicht alles schlecht und übel auf der Welt!

Es ist sogar kontraproduktiv, wenn Du mich fragst. Gehst Du den Leuten mit einem Thema komplett auf die Nerven, werden sie nicht sensibilisiert, sondern ergreifen genervt die Flucht!

Die gesetzlosen, bösen Blogger, die auf solche Angebote verweisen!

Den Gipfel finde ich aber, dass in diesem Zusammenhang gleich die Keule der Mitstörerhaftung geschwungen wird. Man verweist also auf ein kostenloses Angebot und ist damit automatisch schon der Gangster.

Aus reiner Bosheit (weil ich absolut nichts davon habe) verweisen andere und ich auf solche Angebote, weil wir nichts anderes im Kopf haben, als Euch den bösen Trackern und Datensammlern ausliefern zu wollen. Das machen wir noch schnell und danach übernehmen wir die Weltherrschaft! MUHAHAHAHAHA!

… a plan so cunning you could stick a tail on it and call it a weasel! (Blackadder)

Wenn ich an dieser Stelle noch Knorkator zitieren darf:

Und gibt es nur noch 2 Wurstscheiben
Dann nehm ich genau diese beiden
Böööööse!

Solche Gesetze sind natürlich notwendig, aber es würde nichts schaden, wenn wir die Kirche im Dorf lassen.

Ich kann von einer/einem mündigen Computer-User(in), die/der berechtigt ist, sich das kostenlose Spiel zu holen, schon erwarten, dass sie/er sich die Bedingungen dafür selbst durchliest. Kann sie oder er das nicht, dann plädiere ich für ein Gesetz pro Computer-Führerschein! Auf jeden Fall würde ein Gesetz gegen Fake News ebenfalls nichts schaden. Oder handelt es sich hier um Alternative Facts oder gar üble Nachrede? Einfach nur auf den großen bunten Knopf drücken und dann schreien ist aber irgendwie schon komisch, oder?

Wir messen nämlich sehr gern mit zweierlei Maß. Auf der einen Seite ist Geiz geil, auf der anderen Seite deklarieren wir alle sofort zu Verbrechern, die etwas verschenken, aber auch leben wollen. Vermute ich hinter Allem eine komplette Verschwörung, ist der Weg zu einer ausgewachsenen Paranoia vermutlich auch nicht mehr weit. Wir brauchen eine bessere Firewall und die Mexikaner zahlen dafür!

Meine Kumpels aus England würden sagen: Calm down – we all had a drink! – Oh wie vermisse ich das Prinzip der goldenen Mitte. Es scheint nur noch Schwarz und Weiß zu geben.

P.S: Ich hätte den Blogger gerne auf andere Weise kontaktiert, finde aber weder eine Kommentarfunktion noch eine andere Kontaktmöglichkeit.

*Preparing for Shitstorm*

Kurzes Update

In einem Kommentar wurde ich darauf hingewiesen, dass der Stein des Anstoßes wohl das Link Steam Account ist. Das mag sein, bleibt aber genauso albern. Ich bekomme einen Steam Key und was werde ich wohl dafür brauchen? Dropbox ist es nicht, soviel verrate ich.

Bald müssen die Anbieter noch mitteilen, dass sich bei einer Installation der Massenspeicher abnutzt, oder? Sorry, aber diese Geschenke als böse und gesetzwidrig darstellen zu wollen, ist absurd. Das grenzt echt an absolute Korinthenkackerei. Mir aber egal, ich werde die kostenlosen Games weiter dankend annehmen.

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14 Kommentare zu “Nein, Humble Store verletzt vermutlich keine Verbraucherschutzgesetze!”

  1. Tobias sagt:

    Habe das gleiche gedacht als ich den Beitrag gelesen habe 😀 Gut zusammengefasst.

  2. Paul sagt:

    Müsste "Marius Welt - Der (IT) Blog aus Braunschweig" nicht ein Impressum haben? Auf dieses wird sogar in der "Datenschutzerklärung" referenziert, ist aber anscheinend nicht vorhanden?

  3. Niko sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele.
    Wäre der Autor an einer sachlichen und inhaltlichen Auseinandersetzung zu diesem Thema interessiert, dann würde er eine Kommentar- oder Kontaktmöglichkeit anbieten. So handelt es sich leider nur um das Gemecker von irgendeinem Typ im Internet.

  4. Christian sagt:

    Nur ein kleiner Einwurf: der Kritikpunkt ist nach meinem Verständnis nicht der Steam-Key ansich, sondern das notwendige "Link Steam Account". Darauf wird im Vorfeld nicht hingewiesen. Daraus jedoch mittels "IMHO" ohne Belege einen Gesetzverstoß konstruieren zu wollen, ist "imho" äußerst fragwürdig.

    • jdo sagt:

      Ich kann mir aber den Key wie bei allen Humble Bundles anzeigen lassen und dann manuell bei Steam eingeben. Ich könnte ihn sogar als "Gift" verschenken, also die Möglichkeit habe ich. Gerade eben versucht.

      Irgendwem aus dem Geschenk einen Strick drehen zu wollen, ist völlig absurd. Ich bekomme einen Steam Key, was werde ich dafür wohl brauchen? Netflix?

      Mich erinnert das Ganze langsam an die Amis, die in die Betriebsanleitung einer Mikrowelle schreiben müssen, dass man damit keine Haustiere trocknen kann. Ist es echt schon so weit? Dann gute Nacht ...

  5. Christian sagt:

    Zuerst einmal muss ich um Entschuldigung bitten: ich hatte den verlinkten Artikel bereits gestern gelesen und kannte die Updates noch nicht. Soviel zu meiner Lesekompetenz...

    Der Bestandteil der Kritik, den ich weiterhin durchaus gelten lasse, ist dieser "Steam Link". Soeben durchgespielt: "Get it now" führt zur Einblendung "Steam Link Required". Das Betätigen des Buttons "Link Steam Account" leitet auf Steam selbst um, welches gerne Account und Passwort hätte. Voraussetzung für das Geschenk ist also nicht nur das Newsletter-Abo ("Subscribe to the Humble Bundle newsletter and we'll email your free game to you."), sondern auch das Verknüpfen von Accounts.

    Account hab ich schon "ewig", Newsletter ist sogar abonniert, aber ohne Verknüpfung kein Key. Nur am Rande: juckt mich übrigens wenig, da ich das Spiel schon lange habe - und es war großartig...

    Die Updates des verlinkten Artikels habe ich erst jetzt gelesen. Die These, der Steam-Key ansich sei bereits eine Verbrauchertäuschung (siehe "Kleines Update"), ist schon recht übel. Scheint der Autor auch selbst zu wissen, denn ansonsten hätte er Argumente und/oder Belege geliefert. Die Verknüpfung der Accounts könnte man kritisch hinterfragen, aber das sind nunmal die Spielregeln.

    Wie Du schon richtig schreibst: es handelt sich um ein Geschenk. Die Voraussetzung könnte vorher klarer formuliert sein - es gibt aber auch keine versteckte Falle. Wer sich natürlich extra nur dafür anmeldet, sollte lieber einmal seine "Geiz ist geil"-Mentalität hinterfragen.

  6. Schroeffu sagt:

    Geht es nicht darum dass Humble, durch das erzwungene verlinken des Steam Accs, einmal alles aus der SteamAPI ausliest, so dass Humble eben alle meine Steam Informationen bekommt? Alle Spiele, Spielzeite , etc, so dass darauf dann später garantiert personalisierte Werbung gemacht werden kann.

    Ich kam auch bis zu dem Screen mit dieser Aufforderung zu verlinken,habe dann aber den Browser Tab geschlossen weil ich das nicht will.

    2/3 der Deponia Spiele besitze ich bereits, keines davon habe ich überhaupt durch gespielt. Da ich also vermutlich das Dritte Spiel der Reihe auch nicht wirklich spielen werde brauche ich das auch nicht „kostenlos“ im Austausch meiner Steam Infos.

    • jdo sagt:

      Wenn es einem wirklich nicht passt, 2. Steam-Konto für solche Zwecke anlegen und die "Gift"-Option nutzen?

      Das mit Steam und OAuth hat übrigens angefangen, weil irgendwelche Idioten massenweise Bundles gekauft haben und dann wieder für mehr Geld verkauft haben. Allerdings hat Steam Humble wohl aufgefordert, wieder Steam Keys auszuliefern. Also es gibt auch immer 2 Seiten der Geschichte.

      Wie gesagt bin ich der Meinung, dass wir die Kirche im Dorf lassen sollten und nicht immer alles so dermaßen übertreiben.

  7. Paddy sagt:

    Dein Artikel fasst sehr schön zusammen, was ich beim Lesen des verlinkten Blogeintrags auch gedacht habe. Leider gibt es auf der Seite selbst ja keine Kommentarfunktion...

    Ich werde aber demnächst den hiesigen Verbrauchermarkt verklagen, da ich beim Kauf eines Seifenstücks nicht darauf hingewiesen wurde, das ich zum Waschen auch Wasser benötige. Bestimmt die bekannte Aquarianer-Verschwörung ;-)!

  8. Hansi sagt:

    Steam ist eine Seuche und gehört keineswegs zum Gaming wie Wasser zur Seife. Ist schon lustig, dass einige Nutzer ohne DRM-Gängelung gar nicht mehr leben wollen.

    Es gibt auf jeden Fall gute Gründe, dieses System zu boykottieren und seine Spiele aus alternativen Quellen zu beziehen.

    Ich bin selbst auch mal auf so eine Kostenlos-Aktion hereingefallen und am Ende hat sich rausgestellt, dass ich ohne Steam-Account nicht an das versprochene Gratis-Spiel rankomme. Zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich schon einen Humble-Account angelegt (glücklicherweise mit Fake-Daten). Ich hätte das damals wohl auch im Voraus erkennen können, aber hier muss ich gestehen, dass ich in meiner Gier nicht alles gelesen habe. Oder der Disclaimer wurde von meinem Scriptblocker weggefiltert. Ich kann gut nachvollziehen, dass sich dieser Blogger ärgert, aber man sollte aus dieser Sache eher die Lehre ziehen, dass man im Internet eher nichts aus Nächstenliebe geschenkt bekommt. Also sollte man immer den Haken suchen und dafür ggf. auch temporär Filtermechanismen ab- und das eigene Hirn einschalten. 😉
    Btw. Ich musste auch etwas warten, bis mein Humble-Account wieder gelöscht war.

    • jdo sagt:

      Es gibt halt immer 2 Seiten. Ohne Humble Bundle und Steam würde das Linux-Universum weiterhin Battle for Wesnoth als Spiel des Jahres küren. Nichts gegen Battle for Wesnoth (habe ich geliebt) und es gibt weitere echt coole Open-Source-Spiele wie Darkmod, aber erst durch Steam und das Humble Bundle (und auch Kickstarter) kam der Stein für Spielen unter Linux ins Rollen.

      Und nochmal: Es steht auf der Seite, dass das Spiel via Steam Key ausgeliefert wird! Mag ich Steam nicht, melde ich mich da gar nicht erst an, oder?

      Keiner wird gezwungen, mitzumachen. Ich bin froh, dass es die Dinger und somit echt gute Titel für Linux gibt.

  9. Paddy sagt:

    @Hansi: Natürlich gehört Steam nicht zum Gaming wie Wasser zur Seife :-). Ich z.B. beziehe meine Spiele lieber von GOG, Steam benutze ich nicht.

    Mir ging es um folgendes: Es ist kein Geheimnis, dass beim Humble Bundle Steam-Keys ausgegeben werden. Die Betreiber der Seite verschweigen es nicht, und im Internet lassen sich auch Unmengen von Hinweisen darauf finden. Ich sehe also keinen Versuch, irgendwen zu täuschen oder hereinzulegen.

    Das entscheidende Problem hast Du ja schon genannt, ich zitiere Dich mal: "...aber hier muss ich gestehen, dass ich in meiner Gier nicht alles gelesen habe..."
    Ist eben eine wichtige Sache im Netz, das gründliche Lesen. War auch eine meiner ersten Lektionen (danke Ebay) ;-).

    • jdo sagt:

      Jeder der seine Spiele bei GOG kauft, was ich gut nachvollziehen kann, profitiert aber indirekt von Steam. Viele Titel wären nicht für Linux entwickelt worden, gäbe es kein Steam - da bin ich mir relativ sicher.

      Ich mag Steam, ganz ehrlich.

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